Feuchtigkeit Fensterlaibung

  • Hallo zusammen,


    ich bin ein wenig ratlos.


    Seit 1,5 Jahre Jahren begleitet mich das Thema "Feuchtigkeit in der Fensterlaibung" (siehe Fotos).


    Am Anfang war der obere Teil der Fensterlaibung betroffen. Es wurde gemessen und die Wand war stark feucht. Wir haben alles getrocknet und der Handwerker hat gespachtelt und gestrichen.


    Nun war der untere Teil der Fensterlaibung betroffen. Am Wochenende habe ich mich dazu entschieden, nochmal alles abzutragen, um von vorne zu beginnen. Der obere Teil war grundsätzlich in Ordnung, aber ich hatte das Gefühl, dass es auch im oberen Teil wieder mit leichten Aufquellungen losgeht.


    Bisher waren zwei Handwerker da und sie können sich nicht richtig erklären, woher die Feuchtigkeit kommt.


    Meine These ist, dass durch das neue Fenster (Dreifachverglasung) die feuchte Raumluft an der kalten Wand kondensiert. Komisch ist jedoch, dass es verstärkt an der linken Fensterlaibung auftritt. Die rechte Fensterlaibung schaut in Ordnung ist.


    Vielleicht habt ihr noch einen Tipp für mich. Ich überlege, die Fensterlaibung nicht einfach wieder zu zu spachteln, sondern mit Dämmplatten zu arbeiten.


    Vielen Dank vorab!


    Liebe Grüße


    Claraphia


    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Bildvorschauen eingefügt

  • Tritt die Feuchtigkeit nur im Winterhalbjahr bzw. während der Heizperiode auf?


    Ist auf der gezeigten Wand eine Innendämmung (Kalziumsilikat o.ä.) aufgebracht?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • aus meiner fachlichen Erfahrung und unter Berücksichtigung dessen, was wir auf den Bildern sehen:


    mit einer Wahrscheinlichkeit von mind. 80% würde ich vermuten, dass hier weniger Kondensatbildung als eingetragene Feuchtigkeit ursächlich ist.

    Bitte erläutere mehr und füge vor allem Detailfotos des Fensters von außen bei, besonders was die Anschlüsse angeht.


    - was war vor 1,5 Jahren? sind damals die neuen Fenster eingebaut worden bzw. wie war der zeitliche Ablauf?

    - welche Himmelsrichtung des Fensters?

    - gibt es Phasen, wo die Ausblühungen immer stärker werden? z.B. nach starkem Regen, bei kalten Außentemperaturen oder ähnliches?

    - wurde nach dem Fenstereinbau der Außenputz erneuert oder der Putzanschluss außen neu hergestellt?

    - gibt es einen Rollladen, Jalousie etc?

    - tritt das Problem an mehreren Fenstern auf?

    - gibt es im Bereich der Fenster wasserführende Leitungen?

    - gibt es an den Außenwänden eine Innendämmung oder eine (gedämmte) Vorsatzschale? es gibt ja einen Strukturunterschied im Bereich der Laibung?

    - Feuchtemessungen im Bereich der Laibung wären gut...

  • Bitte auch mal die Himmelsrichtung des Fensters angeben. (z. b. West, Südwest, Westsüdwest.)

    Und wie gelüftet wird? Kipp? Ein Stück Drehlüftung? (am Griff ca. 10 cm offen) Lange? Kurz? 1* oder mehrfach?

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  • Vielen Dank für die Rückmeldungen! Detaillierte Fotos folgen heute Abend:


    Beantwortung der Fragen:

    Zitat

    - was war vor 1,5 Jahren? sind damals die neuen Fenster eingebaut worden bzw. wie war der zeitliche Ablauf?

    Wohnung vor rund 2 Jahren im renovierten Zustand gekauft (davor waren alte Fenster verbaut; weitere Details zu den alten Fenstern muss ich beim Verkäufer erfragen)

    Zitat

    - welche Himmelsrichtung des Fensters?

    Osten (es gibt noch zwei weitere Fenster, die nach Osten gehen, wo nichts ist. Jedoch ist das betroffene Fenster unter einer Dachterrasse, die auch erst vor ca. 2 Jahren gebaut wurde. Oberhalb der anderen beiden Ost-Fenster befinden sich eine Küche.

    Zitat

    - gibt es Phasen, wo die Ausblühungen immer stärker werden? z.B. nach starkem Regen, bei kalten Außentemperaturen oder ähnliches?

    bei kalten Außentemperaturen

    Zitat

    - wurde nach dem Fenstereinbau der Außenputz erneuert oder der Putzanschluss außen neu hergestellt?

    nein

    Zitat

    - gibt es einen Rollladen, Jalousie etc?

    nein

    Zitat

    - tritt das Problem an mehreren Fenstern auf?

    nein, nur an dem. Es gibt noch zwei weitere Fenster, die nach Osten ausgerichtet sind.

    Zitat

    - gibt es im Bereich der Fenster wasserführende Leitungen?

    nein

    Zitat

    - gibt es an den Außenwänden eine Innendämmung oder eine (gedämmte) Vorsatzschale? es gibt ja einen Strukturunterschied im Bereich der Laibung?

    nein

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  • ist es eine Eigentumswohnung?

    Wenn ja, ist es sehr wahrscheinlich ein Schaden am Gemeinschaftseigentum. In diesem Fall ist zwingend die Hausverwaltung einzubeziehen.


    mir erschließt sich noch nicht, was dort raumseitig mit einer Stärke von geschätzt 5cm auf der Wand ist, wenn es keine Vorsatzschale oder Innendämmung sein soll.

  • Auf die weiteren Fragen meine Antworten:


    - Eigentumswohnung --> ja


    - Tritt die Feuchtigkeit nur im Winterhalbjahr bzw. während der Heizperiode auf? --> ja


    - Ist auf der gezeigten Wand eine Innendämmung (Kalziumsilikat o.ä.) aufgebracht? --> nein


    - Ostausrichtung


    - Lüften: Ehrlicherweise oft Kipp (ich weiß ich hätte Stoßlüften müssen..)

  • Auf die weiteren Fragen meine Antworten:


    - Ist auf der gezeigten Wand eine Innendämmung (Kalziumsilikat o.ä.) aufgebracht? --> nein


    Was ist dann diese innere dickere Schicht auf den Bildern? Gab es beim Kauf eine nähere Beschreibung des Gebäudes?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Sorry! Ich war bei Kalziumsilikatplatten. Deswegen habe ich die Frage verneint.


    Aber ja, dass was zwischen den Steinen zu sehen ist, ist meines Erachtens Kalk oder Kalk Zement Mörtel. In der Beschreibung des Hauses ist das leider nicht mit aufgeführt. Aber der Miteigentümer weiß es mit aller Wahrscheinlichkeit. Hier frage ich nochmal nach, wobei ich von Kalk bzw. Kals-Zement ausgehe.

  • Ich tippe auf Wärmebrücke und Kondensat. Im letzten Bild meine ich, dass sich da schon Schimmel gebildet hat, der überstrichen wurde. Es wird wohl schon länger so gewesen sein. Aber das ist auch erst mal nur eine Vermutung.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • ich gebe nochmal zu bedenken:

    Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Schaden am Gemeinschaftseigentum. Daher die Hausverwaltung einbinden.


    Und: die neue darüber angeordnete neue Dachterrasse nicht ausblenden!

  • Ich tippe auf Wärmebrücke und Kondensat. Im letzten Bild meine ich, dass sich da schon Schimmel gebildet hat, der überstrichen wurde. Es wird wohl schon länger so gewesen sein. Aber das ist auch erst mal nur eine Vermutung.

    :bier:


    Kurze Erläuterung für Laien:


    Diejenigen, die hier nach einer Innendämmung bzw. Kalziumsilikatplatten fragen, meinen eine Innendämmung der Außenwand, wie auf dem eben zufällig gesehenen folgenden Videostill zu sehen, bevor die Malerarbeiten begannen.



    Nach Aussagen unseres Haus-und-Hof-Bauphysikers und eines großen vertrauenswürdigen hiesigen Fensterbauers gehört zu einer neuen Dreifachverglasung im Bestand immer eine keilförmige Leibungsdämmung, um genau dieses altbekannte Tauwasserproblem bei Modernisierungen zu vermeiden - egal ob ohne Dämmung oder mit innenliegender Wärmedämmung wie im Video. Der Videoersteller ist übrigens auch nur stolz auf seine Fensterbank und sagt nichts zur Bauphysik - zugegebenermaßen nicht sein Thema. Der Fensterbauer meines Vertrauens hingegen redete über diesen Punkt innerhalb einer vierstündigen Architektenschulung mind. eine Stunde!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ralf Dühlmeyer

    Wie bringt Ihr die keilförmigen Platten an? Diese haben ja nur eine kleinste Dicke von 5mm.


    ich habe einige solcher Wärmebrücken gerechnet: meine Erfahrung ist, dass es zur Vermeidung unzuträglich niedriger Temperaturen vor allem darauf ankommt, dass der Fensterrahmen ausreichend überdämmt ist. Die niedrigsten Temperaturen treten unmittelbar am Übergang zwischen Laibung und Fenster auf.

    Eine keilförmige Dämmung, die zum Fenster hin nur noch 5mm hat, kann den Fensterrahmen i.d.R. nicht mehr wirklich überdecken...

  • Eine keilförmige Dämmung, die zum Fenster hin nur noch 5mm hat, kann den Fensterrahmen i.d.R. nicht mehr wirklich überdecken...

    Nein, die liegt natürlich genau anders herum mit dem dicken Ende auf den Rahmen gezogen, das dünne Ende dann raumseitig an der Kante der Leibung auslaufend.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Eine keilförmige Dämmung, die zum Fenster hin nur noch 5mm hat, kann den Fensterrahmen i.d.R. nicht mehr wirklich überdecken...

    Zeichne mal einen Schnitt 1-20 bis 1-5 mit den Laibungen, den Keilplatten und dem wirklichen Drehkreis des Flügels, dann erübrigt sich die Frage :face_with_tongue:

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Zeichne mal einen Schnitt 1-20 bis 1-5 mit den Laibungen, den Keilplatten und dem wirklichen Drehkreis des Flügels, dann erübrigt sich die Frage :face_with_tongue:

    :eek:


    - wenn es schlecht läuft jedenfalls.


    Mit Planung vor dem Fenstertausch muss das aber nicht unbedingt so enden!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Alfons Fischer hatte nach der Einbaurichtung der Laibungskeile gefragt. und nur darauf bezog sich die Antwort. Wie man/frau, meinte ich, klar erkennen hätte können (dachte ich).


    Aber hier für skeptische Leser nochmal

    Zeichne mal einen Schnitt 1-20 bis 1-5 mit den Laibungen, den Keilplatten [einmal mit dünnen Ende zum Rahmen hin und einmal zur umgebenden Wand hin] und dem wirklichen Drehkreis des Flügels, dann erübrigt sich die Frage

    Unterstrichene Ergänzung von MIR

    ;)

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  • Leider verstehe ich nicht, was Du mir sagen willst! Den Regeleinbau kenne ich so:

    (ja, das ist nur eine schematische Darstellung!)


    Dafür gilt aber das, was ich schrieb: Mit Planung funktioniert das!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Den Regeleinbau kenne ich so:

    Nicht nur Du :face_with_tongue:


    Aber Alfons Fischer stellte die Frage:

    Wie bringt Ihr die keilförmigen Platten an? Diese haben ja nur eine kleinste Dicke von 5mm.

    +

    Eine keilförmige Dämmung, die zum Fenster hin nur noch 5mm hat, kann den Fensterrahmen i.d.R. nicht mehr wirklich überdecken...

    Also wider die Regel.

    Dagegen setze ich oben den zeichnerischen "Beweis" ;)

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  • Dass man die Dämmung nicht auch um die Laibung geführt hat, das hat mich schon etwas stutzig gemacht. Es kann aber trotzdem sein, dass es mehrere Ursachen hat und was mit dem Balkon darüber noch zusätzlich drauf kommt. Ich hoffe der/die TO kümmert sich darum und schmiert nicht einfach wieder zu.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • gehört zu einer neuen Dreifachverglasung im Bestand immer eine keilförmige Leibungsdämmung, um genau dieses altbekannte Tauwasserproblem bei Modernisierungen zu vermeiden

    :thumbs_up:


    ersatzweise kann man mit Rahmenverbreiterungen arbeiten, 20 oder 30mm sind ausreichend. So habe ich es bei mir an 2 kritischen Fenstern gemacht. Das verbessert in meinen Augen (Geschmackssache) auch die Optik von außen, wenn die Fenster gegen einen Anschlag gesetzt werden, weil etwas mehr vom Rahmenprofil sichtbar bleibt.

    Dann von innen mit 20-30mm Dämmung + 10mm GKB verkleiden, und Oberfläche beliebig gestalten, oder die Dämmschicht verputzen, oder......Geschmackssache.


    Am Ende sieht das dann so aus, 20mm Abstand zur Leibung, also kein Problem beim Öffnen der Fenster.


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