Schadstoffgutachter - welcher ist der Richtige?

  • Moin,


    Bei der Vermietung einer Halle hat der potentielle Mieter nach einem Schadstoffgutachten für die Heizung gefragt.


    Es ist eine Halle welche mit Gas geheizt wird und Teile der Heizung aus einer Umluftheizung , welche an der Hallendecke angebracht ist, besteht. Das sind so „Kästen“ welche an der Decke hängen. Die Wärmezufuhr zu diesen Quadratischen Kästen erfolgt über eine Kupfer zu und Ableitung - aka Heizungsrohren. Die Heizungen sind irgendwann aus den 80gern und die Rohre gedämmt.


    An welche Art Schadstoffgutachter muss ich mich da wenden und was prüft der dann?


    Weißt mich bitte mal in die richtige Richtung…


    Danke!


    Lg

  • Aus der Beschreibung entnehme ich, dass in der Halle unter der Decke kein Gas verbrannt wird, sondern eine ganz normale Warmwasserheizung mit Heizlüftern werkelt.

    Damit käme allenfalls die Rohrleitungsdämmung als Emittent von gesundheitsschädlichen Fasern in Frage und könnte Objekt einer Untersuchung sein.


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  • Damit käme allenfalls die Rohrleitungsdämmung als Emittent von gesundheitsschädlichen Fasern in Frage und könnte Objekt einer Untersuchung sein.

    Selbst das ist eher unwahrscheinlich, da an der Dämmung ja nicht hantiert wird.

    Eine Untersuchung der Heizung auf Gefahr- und Schadstoffe könnte schon einige ergeben. Das wäre dann aber für eine Erneuerung, also die Demontage der alten Heizung, interessant.


    Ich würde den potenziellen Mieter frage, wovor er Angst hat.

    Mir würde keine diesbezüglich sinnvolle Aufgabenstellung für einen Gutachter einfallen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Danke erstmal für die Antworten welche meine Verwirrung bestätigt.


    Worum es dem Mieter geht - in der Halle sollen Trainings mit Menschen mit viel körperlicher Anstrengung erfolgen. Die Halle soll potentiell in ein Trainingszentrum umgestaltet werden.


    Ich glaube der Mieter hat Bedenken dass Schadstoffe in der Luft sein könnten welche eingeatmet werden können.


    Das ist eigentlich der Hauptgrund. Mich hat das auch etwas verwundert.


    Lg und danke

  • Ich glaube der Mieter hat Bedenken dass Schadstoffe in der Luft sein könnten welche eingeatmet werden können.

    Das ist doch eine klare Fragestellung für eine Begutachtung!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die Halle soll potentiell in ein Trainingszentrum umgestaltet werden.

    Da könnte eine Raumluftmessung helfen. Zum erf. Umfang können die gutachter beraten.


    Der Mieter will sich vermutlich selbst absichern.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ich glaube der Mieter hat Bedenken dass Schadstoffe in der Luft sein könnten welche eingeatmet werden können.

    Das würde ich zuerst mit dem potenziellen Mieter und dann mit dem Gutachter besprechen. Man kann alles mögliche messen, und es hilft ja nicht, wenn der Mieter mit den Ergebnissen (aus irgendwelchen Gründen) nicht zufrieden ist. Es wäre also wichtig zu wissen, welche Erwartungen der Mieter an die Messungen bzw. Ergebnisse hat, bzw. für welchen Zweck diese eingesetzt werden sollen.


    Du hast oben die Lufterhitzer genannt, doch die liefern als wasserführende Ausführungen kaum Emissionen, sie bestehen ja primär aus Metallen. In den Lufterhitzern können sich jedoch eine Menge Staubpartikel ansammeln die beim Betrieb dann im Raum verteilt werden, das ist jedoch primär ein Fall für die Wartung und hat mit Schadstoffen erst einmal nichts zu tun.

    Je nach Baumaterialien und deren Alter, können sich in der Raumluft jedoch Stoffe befinden, die mit den Lufterhitzern nichts zu tun haben (Ausdünstung aus Holz, Bodenbelägen usw.). Diese lassen sich durch eine Raumluftanalyse feststellen. Bei Verdacht auf "Fasern" in der Raumluft, wäre wieder ein anderes Messverfahren zu wählen.


    Es gibt also viele Messmöglichkeiten, und wenn Du hier einen all inclusive Auftrag gibst, dann wird das nicht gerade günstig. Unter Umständen bekommst Du auch Messergebnisse, die weder Dir noch dem Mieter weiterhelfen, weil etwas gemessen wurde das niemanden interessiert.


    Ein weiterer Punkt der mit dem Gutachter geklärt werden sollte -> Thema "Dokumentation". Das ist ein Punkt der gerne mal vergessen wird, weil die Auftraggeber nicht wissen, was sie wirklich wollen (bzw. benötigen), und es ansonsten keinerlei Vorgaben gibt. Bei einem privaten "informativen" Gutachten kannst Du die Dokumentation beliebig mit dem SV vereinbaren, vom Bierdeckel auf dem steht "alles gut", bis hin zu einem umfangreichen Prüfbericht mit mehreren hundert Seiten und Dutzenden Anhängen mit Messprotokollen und Photodokumentation, ist fast alles möglich. Unnötig zu erwähnen, dass der Bierdeckel günstiger ist als ein Prüfbericht an dem der SV tagelang sitzt. Was hier sinnvoll ist, sollte zwischen Kunde und SV geklärt werden. Nicht jeder Gutachter ist bereit einen Auftrag "light" anzunehmen.


    Ich hatte beispielsweise oft den Fall, dass ein Kunde nur eine einzelne Messung (oder Teilmessungen) in Auftrag gegeben hat. Als Ergebnis bekam er meist nur ein Prüfprotokoll. Das war für ihn ausreichend, wenn er damit nur eigene Messungen vergleichen, oder im Rahmen der Entwicklung nur eine grobe Richtung haben wollte. Das war natürlich niemals geeignet, um die Konformität mit irgendeiner Norm oder Verordnung zu erklären, oder um eine Zertifizierung zu beantragen. Trotzdem waren die Ergebnisse für den Kunden ausreichend, und das wurde für den Kunden deutlich günstiger als wenn man alle Messungen im Rahmen einer Konformitätsbewertung hätte durchführen müssen.


    Fazit: Immer zuerst klären, was an Messungen und Ergebnissen benötigt wird, und für welchen Zweck diese eingesetzt werden sollen.

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  • Schadstoffe sind alles und nichts. Wenn er konkrete Bedenken bzgl Asbest oder KMF hat kann man das testen. Ist aber als Luftmessung deutlich teurer als eine Begutachtung der Heizung. Was anderes kommt eigtl nicht in Frage