Stromkasten Erweiterung (Wallbox, Herd und Sauna)

  • Hallo zusammen,



    bei einem Objekt soll für eine neue Herdplatte (vorher Gas Herd), eine 22kw Ladestation und einen 9kw Sauna-Ofen (+bisschen Strom und Licht) Leitungen gelegt werden.


    Das Problem, was ich dort habe ist, dass sich jemand so richtig ausgetobt hat und die zwei vorhandenen Stromkästen voll sind. Mal abgesehen von den schwebenden Wago Klemmen im Stromkasten und sonstiger Wahnsinn, der verbaut wurde. (Da muss ich noch ran.)


    Nichtsdestotrotz suche ich eine günstige und einfache Lösung, die auch wartbar ist für den Besitzer. Da beim letzten Post die Resonanz groß war, dachte ich zapfe das Schwarm Wissen bisschen an.



    Es hilft nichts, es muss ein neuer Stromkasten her (Typ Hager Volta 4 Aufputz - VA48CN+VA48T)



    Ich versuche das einmal im Text zu beschreiben, wie der Aufbau ist. Anbei auch eine Draw.io Zeichnung, die ich für mich als Kladde anfertigt habe.



    Zuleitung vom Hauptstromkasten (alle Teile Hager)


    └─ Hager KH25C Hauptleitungsabzweigklemme


    |─ L76M (D02-Lasttrennschalter 3P+N, L76M 63 A)


    | └─ ADX482D (RCBO, C32A / 30 mA, 4-pol, Typ A)


    | └─ 5×6 mm² zur Unterverteilung Saunahaus (9kw Ofen) (Dort eigene FI/LS; Planung später)


    └─ KCF663L (vertikale 3+N-Phasenschiene, 63 A)


    ─ FI #1: CDA440D (40 A / 30 mA, Typ A) → LS 3P B16A (Herd / 5x 2,5 mm²)


    └─ FI #2: CDA440D (40 A / 30 mA, Typ A) → LS 3P C32A (Wallbox 22 kW / 5x 10 mm²)




    Mir ist bewusst, dass Wallbox, Sauna und Herd nicht gleichzeitig laufen werden. Aber das stört den Besitzer nicht.


    Eine Kombi von 2 wird so eben gehen - die Wallbox ist auch nicht in Dauerbenutzung.



    Ich würde eine neue Leitung ziehen vom Hauptstromkosten mit 16mm² (liegt noch rum) zum neuen Stromkasten und die auf nen Lasttrennschalter terminieren lassen.


    Vom Lastrenner geht's einmal zum RCBO als eigener Stromkreis rüber zum Sauna Häuschen. Ein zweiter Strang dann aufn FI-Schutzschalter, der mit ner Phasenschiene nen weiteren FI-Schutzschalter anbindend.



    Somit 4 Reihen benötigt für den Aufbau. Ich frage mich, ob es noch einen smarteren Weg gibt zum Saunahaus.


    Im Saunahaus selbst muss ich dann auch noch eine UV erstellen.



    Danke fürs lesen und ggf. Input =)

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  • bei einem Objekt soll für eine neue Herdplatte (vorher Gas Herd), eine 22kw Ladestation und einen 9kw Sauna-Ofen (+bisschen Strom und Licht) Leitungen gelegt werden.

    1. Schritt: Zaehlerschrank pruefen...eine 22kW Wallbox ist genehmigungspflichtig, da sind Vorkehrungen fuer die Steuerbarkeit gem. EnWG Par. 14a erforderlich. Ist Platz fuer RfZ und zRfZ (f. Steuerbox) vorhanden? Steuerleitungen zur Wallbox mit bedenken...


    2. Abgang vom Hauptstromkasten / Zaehlerschrank zur neuen UV sollte selektiv abgesichert werden. Dazu muss man auch die Absicherung im Zaehlerplatz kennen.


    3. Absicherung RCBO fuer Abgang UV Sauna ist hier ungeeignet. Entweder abgestuft mit Sicherungen oder anders auslegen.

  • 1. Steuerbox ist vorhanden - Solaranlage wurde installiert. Wallbox Genehmigung liegt vor vom Netzbetreiber für 22kw.


    2. Klar - hatte ich jetzt nicht erwähnt - ging mir erst mal nur um die Erweiterung und Aufbau des neuen Kastens.


    3. hmm ok, also nur LS im neuen Kasten und dann FI in der UV - verstanden. Danke dir für den Input :)

  • 3. hmm ok, also nur LS im neuen Kasten und dann FI in der UV - verstanden. Danke dir für den Input

    Kann man machen, besser wäre wohl den Abgang zur Sauna mit einem Sicherungslastschalter (Linocur/Minized..) als Leitungschutz zu versehen und in der UV Sauna einen passenden FI/LS (RCBO) einzusetzen. Damit lässt sich i.a. besser eine Selektivität der Schutzeinrichtungen darstellen.

  • Bin ein bisschen irritiert, so hatte ich es quasi fast aufgemalt.

    Am D02 geht es ja zum FI/LS von der Sauna.

    Das einzige was ich hier anders gemacht hätte, wäre den FI/LS im neuen Kasten zu lassen und nicht in der UV der Sauna.

    Prinzipiell kann ich das Kabel auch rüber legen auf eine Hauptleitungsabzweigklemme in der UV der Sauna und den FI/LS dann dort anschließen, anstatt im neuen Kasten.

    Dann sollte die Selektivität doch passen und auch Normkonform sein?

    Oder meinst du ich soll noch einen zusätzlichen D02 im neuen Kasten setzen?

  • Bin ein bisschen irritiert, so hatte ich es quasi fast aufgemalt.

    Ich habe so meine Mühe auf dem farbenfrohen Bild etwas zu erkennen... die Kombination aus HLAK und dann D02 als Vorsicherung? oder Abgangssicherung? ist sehr ungewöhnlich.

    Am D02 geht es ja zum FI/LS von der Sauna.

    s.o.

    Oder meinst du ich soll noch einen zusätzlichen D02 im neuen Kasten setzen?

    Lasttrennschalter im Eingang der UV zur Abschaltung. Danach D02 für Abgang Sauna, FI + LSS für Herd und FI + LSS für Wallbox. Die einzelnen Klemmen braucht es nicht unbedingt.

  • eine 22kw Ladestation

    Muss es unbedingt eine 22kW Wallbox sein? Im Privatbereich macht eine 22kW Wallbox meist keinen Sinn, denn die Fahrzeuge werden üblicherweise während der Nacht geladen, und da spielt es dann keine Rolle ob das Laden 3h oder 6h dauert.

    Soll tagsüber PV genutzt werden, dann braucht es schon eine richtig große Anlage, idealerweise mit einem sehr dicken Speicher, um eine 22kW Wallbox betreiben zu können, ohne dass Strom vom Netz benötigt wird.


    Nebenbei bemerkt, ich vermisse Infos zum HAK und dessen Bestückung, sowie Details zum Zählerschrank (SLS etc.).

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  • Muss es unbedingt eine 22kW Wallbox sein?

    Ich habe auch eine. Die lädt aber mit max. 10,x kW. Bei ausreichend PV-Leistung wird i.d.R. mit 4-8 kW geladen, es geht auch einphasig, dann sind es 1,x kW.


    Über den Speicher das Auto zu laden ist recht sinnfrei wegen der Verluste. Die paar kW kann man anders (Heizung, Warmwasser, Hausstrom) sinniger verbrauchen.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Natürlich kann man auch eine 22kW Wallbox verbauen, ich sehe aber für einen privaten Haushalt keine nennenswerten Vorteile, nur Mehrkosten und -aufwand. PKW stehen tagsüber bei den meisten Familien irgendwo auf einem Parkplatz im Betrieb, so dass sie die meisten Tage des Jahres nur während der Abend-/Nachtstunden zuhause geladen werden können. Während dieser Zeit spielt es meist keine Rolle ob das Laden schnell oder langsam vonstatten geht. Eine PV liefert während dieser Zeit auch keinen nennenswerten Erträge.

    Ausnahme: Zweit- oder Dritt- oder Viertwagen die nur sporadisch gefahren werden. Diese können tagsüber geladen werden, was die Bedingungen wieder völlig verändert.


    Wird ein BEV ständig von mehreren Familienmitgliedern genutzt, so dass die Garagenzeiten relativ kurz sind, dann kann es natürlich sinnvoll sein, wenn man möglichst viel Ladeleistung zur Verfügung hat. Das würde ich jetzt aber nicht als typische (private) Nutzung betrachten.

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  • Erst mal danke für den Input. Die Autos können mit 22kw geladen werden und ja die PV Anlage mit 10kw wird selbst bei extremsten Sonneneinfall nicht reichen, darum geht es auch nicht. Strom darf / soll auch aus dem Stromnetz bezogen werden.


    Der eine ist ein Smart4four mit 22kw, der viel rumflitzt und auf Grund der Batteriegröße wohl einfach schnell leer ist.


    Der andere ein neuer CLA EQ und hat auch 22kw dazugebucht bekommen und die Maximalladeleistung soll auch nutzbar sein.


    Allen Argumenten stimme ich zu, aber das ist nicht meine / unsere Entscheidung. :) Die 22kw Ladestation wurde auch schon angeschafft und wie erwähnt beim Netzbetreiber registriert.