Hallo zusammen!
Ich habe mich bis jetzt erstmal durch die verschiedenen Forenbeiträge zum Schallschutz durchgearbeitet, die hier im Laufe der Zeit beantwortet wurden. Schön zu sehen, wie viel Expertise hier weitergegeben wird! Vielleicht kann uns ja auch jemand weiterhelfen.
Wir haben folgendes Problem:
Wir wohnen in einer alten Doppelhaushälfte (Baujahr vor 1950), die vermutlich noch einschalig und ohne Fuge gebaut wurde (das vermuten wir, wissen es aber nicht sicher).
In der angrenzenden Doppelhaushälfte hören die neuen Nachbarn gerne tagsüber und auch spätabends laute Musik. Davon kommen besonders die Bässe leider doch deutlich spürbar bei uns an.
Der Subwoover der Nachbarn steht unmittelbar an der Trennwand zu unserem Wohnzimmer. Dort spürt und hört man die Bässe deutlich. Und auch im darüber gelegenen Schlafzimmer kommt noch etwas an, was teilweise beim Einschlafen stört.
Meine Frage ist nun: Gibt es Erfahrungswerte oder Empfehlungen zum nachträglichen Schallschutz in alten Doppelhäusern? Ist es möglich, von unserer Seite aus den Schallschutz eben auch gegen tiefe Frequenzen und/oder "Körperschall" zu verbessern?
Gleich noch vorweg: Mit Gesprächen haben wir es versucht, sind aber leider nicht zu einer Einigung gekommen. Die Musik ist außerdem nicht so laut, dass es sich wirklich um Ruhestörung handelt. Trotzdem nervt es auf die Dauer.
Bisher ist die Gebäudetrennwand auf unserer Seite wie folgt gedämmt:
Nachbar <=> Ziegelwand <=> Luftspalt <=> Akustikmatte <=> Luftspalt <=> Rigips (einlagig)
- Die Ziegelwand ist als Brandmauer ausgelegt, näheres zum Aufbau ist aber unbekannt.
- Der Luftspalt beträgt jeweils ca. 3 cm.
- Die Akustikdämmmatte ist ca. 3cm stark und ist zwischen dem Ständerwerk für die Rigipswand aufgehängt.
- Das Ständerwerk steht auf dem Boden nicht auf einer durchgehenden Fußleiste/Balken, sondern jeder senkrechter Balken steht auf einem einzelnen kurzen Fußbalken.
- Diese kurzen Fußbalken wiederum sind auf dem Holzdielenboden verschraubt.
- Die Befestigung an der Decke ist sinngemäss genauso ausgeführt.
Wie gesagt kommt leider auch Bass im Schlafzimmer in der ersten Etage an. Auch wenn wir nur das beheben könnten, wäre uns schon geholfen.
Wir uns dabei nicht sicher, ob der Schall dort durch die Wand vom Nachbarhaus übertragen wird, oder ob es von unten nach oben durch unseren Fußboden geht.
- Der Fußboden im 1. OG ist ein Holzdielenboden und stammt aus den 1930er Jahre.
- Wie damals üblich sind die Holzdielen auf durchgehende Balken genagelt.
- Auf die Unterseite der Balken sind Spalierlatten genagelt und verputzt und bilden die Decke vom EG. (An dieser Decke ist zusätzlich eine Verkleidung mit Profilhoelzern (Nut+Feder) angebracht.)
- Zwischen den Balken befinden sich Schwartbretter und auf diesen eine Schüttung aus Hochofenschlacke.
- Über die originalen Dielenbretter ist ein Korklaminat mit einer zusätzlichen Trittschalldämmung verlegt worden.
- Die Balkenköpfe zeigen vermutlich zur Trennwand (kann man wegen des Laminats nicht sicher sagen).
Nun zur Frage: Könnte es helfen, die Gebäudetrennwand von unserer Seite aus anders/besser zu dämmen? Oder den Boden von unserem Wohnzimmer zum darüber gelegenen Schlafzimmer?
Falls es hier Verbesserungsmöglichkeiten gibt: welches Baumaterial ist zu empfehlen, das nach Möglichkeit besonders tiefe Frequenzen oder Körperschall bestmöglich dämmt?
Weiß hier jemand Rat?
Viele Grüße
Familie Meyer ![]()