Wand-Boden-Fuge abdichten?

  • Hallo zusammen,



    macht es Sinn eine Wand-Boden-Fuge im Altbau (1967 mit Original Eichenparkett) abzudichten?



    Hintergrund ist, dass ich das Gefühl habe, dass von dort im Winter kalte Luft nach oben zieht und evtl auch der ganze Staub der in der Fuge hängt mit hochgezogen wird.


    Ich bin starker Allergiker und suche nach Optimierungen diesbezüglich. Dürfte man da z.B. eine PE-Rundschnur reindrücken und darauf Silikon oder MS-Polymer anbringen?



    Danke für Rückmeldungen.



    Alex

  • Welche Deckenkonstruktion und welcher Bodenaufbau liegen vor?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Auf dem Boden sind teilweise Stellen wo es "bumpert" beim drüberlaufen, also hohl klingt (Kleber hat sich gelöst?) falls das noch hilft.

  • Wann ungefähr wurde das Haus gebaut?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • 1967

    Dann handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Stahlbetondecke. Schwimmende Estriche waren damals noch nicht üblich, nur Estriche auf Trennlage. Dem Foto nach ist das Parkett auf einem Estrich verklebt.


    Vermutlich hat sich das Parkett inzwischen punktuell vom Estrich gelöst. So könnte es zu lokalen „Pumpbewegungen“ des Parketts an Hohllagen kommen. Die dabei komprimierte Luft dürfte lokal durch die Fugen im Parkett austragen, nicht durch den Rand des Estrichs.


    Verbindlich lässt sich das in Deinem Fall aber nur eine genaue örtliche Untersuchung des Bodenaufbaus auf der Betondecke klären.


    Es ist zweifelhaft, ob das Problem wie von Dir vermutet zwischen Decke und Estrich und nicht zwischen Parkett und Estrich besteht. In beiden Fällen kann die vermutlich richtig beobachtete vertikale Pumpbewegung des Parketts aber nicht durch eine Randabdichtung erfolgen, weil diese luftdicht und sogar druckdicht sein müsste!


    Du kannst Dich mit der Umsetzung Deiner Überlegungen vermutlich zwar selbst beruhigen und an eine Verbesserung glauben, aber effektiv praktisch nichts an den Luftbewegungen und der damit verbundenen Staubaufwirbelung ändern.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Ok, danke für die Infos!

    Die Fugen erstmal auszusaugen und den Staub der Jahre (oder Jahrzehnte) zu entfernen kann wahrscheinlich nicht schaden.

    Wäre die Variante mit Rundschnur und z.b. MS-Polymer aber theoretisch in Ordnung oder gäbe es von fachlicher Seite Einwände (z.B. Feuchtigkeitsstau, Einschränken der Bewegungsmöglichkeit für das Parkett, etc.?) und das sollte in jedem Fall so offen bleiben.

    Gibt es Möglichkeiten, das Parkett an den Stellen wo sich der Kleber gelöst hat, wieder mit dem Estrich zu verbinden ohne alles rauszureissen?

    Wenn die Hohlräume nicht mehr existieren käme ja auch keine Pumpbewegung mehr zu Stande, richtig?

  • Ein Fachmann kann ggf. per Injektion lokal hohliegendes Parkett wieder verkleben. Dafür muss er, wie empfohlen die Situation vor Ort begutachten. Dabei kann er auch feststellen welcher Kleber verwendet wurde und welche Gefahr von ihm ausgeht. Er kann dir auch die Fugen im Belag selbst beurteilen. Wenn ich es dem Bild richtig entnehme sind die nämlich auch nicht mehr richtig dicht.

    Eventuell ist es dann ratsam den Boden entsprechend zu versiegeln, je nach verwendetem Kleber.

  • Ein Fachmann kann ggf. per Injektion lokal hohliegendes Parkett wieder verkleben. Dafür muss er, wie empfohlen die Situation vor Ort begutachten. Dabei kann er auch feststellen welcher Kleber verwendet wurde und welche Gefahr von ihm ausgeht.

    Letzteres kann bestenfalls eine Person mit (zusätzlichen) vertieften Chemiekenntnissen bewerten.

    Er kann dir auch die Fugen im Belag selbst beurteilen. Wenn ich es dem Bild richtig entnehme sind die nämlich auch nicht mehr richtig dicht.

    Das sind sie so gut wie nie und das müssen sie auch überhaupt nicht sein. Sie sind die Puffer für die jahreszeitlichen Breitenschwankungen der Stäbe infolge der variierenden Raumluftfeuchte.

    Eventuell ist es dann ratsam den Boden entsprechend zu versiegeln, je nach verwendetem Kleber.

    Das vermag ich mir nicht als sinnvoll vorzustellen, siehe vorheriger Absatz.


    In der Nachbarschaft wurde in einem Büro auf stark PAK-ausdünstendem Kleber liegendes Eichenparkett für unglaublich viel Geld genau so mit Kunstharz behandelt, vermeintlich um die PAK einzuschließen. Nach einem Vierteljahr wurde erneut die PAK-Belastung der Luft und des Blutes eines Mieters gemessen: Die Raumluft ist minimal weniger belastet, die Blutwerte sind unverändert, die Fugen sind zu einem erheblichen Teil wieder offen oder nie verschlossen gewesen. Kurz: Zumindest in diesem Fall hat das Konzept nicht funktioniert. Es widersprach wohl auch dem Sanierungskonzept eines Chemikers aus einem anderen Nachbarhaus. Das wurde als zu teuer nicht umgesetzt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Die Fugen erstmal auszusaugen und den Staub der Jahre (oder Jahrzehnte) zu entfernen kann wahrscheinlich nicht schaden.

    Wenn es dem guten Gefühl dient, ist nichts einzuwenden.

    Wäre die Variante mit Rundschnur und z.b. MS-Polymer aber theoretisch in Ordnung oder gäbe es von fachlicher Seite Einwände

    Es gibt meiner Meinung nach keine bauphysikalischen oder -konstruktiven Einwände.

    (nur ökonomische)


    P.S.: Da fehlt die "Holz"sockelleiste


    ... und das mit der "Zugluft" [vgl. #4] ist auch noch nicht geklärt.

    Ist da überhaupt eine Decke drunter oder befinden wir uns im EG mit einem belüfteten Dielenboden?


    Ich habe momentan mehr Fragen als Antworten.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Letzteres kann bestenfalls eine Person mit (zusätzlichen) vertieften Chemiekenntnissen bewerten.

    Das sind sie so gut wie nie und das müssen sie auch überhaupt nicht sein. Sie sind die Puffer für die jahreszeitlichen Breitenschwankungen der Stäbe infolge der variierenden Raumluftfeuchte.

    Das vermag ich mir nicht als sinnvoll vorzustellen, siehe vorheriger Absatz.


    In der Nachbarschaft wurde in einem Büro auf stark PAK-ausdünstendem Kleber liegendes Eichenparkett für unglaublich viel Geld genau so mit Kunstharz behandelt, vermeintlich um die PAK einzuschließen. Nach einem Vierteljahr wurde erneut die PAK-Belastung der Luft und des Blutes eines Mieters gemessen: Die Raumluft ist minimal weniger belastet, die Blutwerte sind unverändert, die Fugen sind zu einem erheblichen Teil wieder offen oder nie verschlossen gewesen. Kurz: Zumindest in diesem Fall hat das Konzept nicht funktioniert. Es widersprach wohl auch dem Sanierungskonzept eines Chemikers aus einem anderen Nachbarhaus. Das wurde als zu teuer nicht umgesetzt.

    Ja, das ist einfach ein Mist mit dem Zeug. Es gibt wohl Fallbeispiele mit unterschiedlichem Erfolg.

    Ein Bekannter von mir ist professioneller Bodenleger. Er hat mir das Vorgehen so geschildert. Er verwendet wohl ein zertifiziertes Produkt auf Basis von PU Harz. Er kann anhand von Aussehen und Geruch des Klebers und natürlich des Baujahres schon ganz verlässliche Aussagen machen ob der Kleber unbedenklich ist. Für die genaue Zusammensetzung besonders hinsichtlich PAK, vor allem Benzoapyren und eben Asbest schickt er natürlich eine Probe ein.

    Was würdest du tun um ein schadstoffträchtig verklebtes Parkett zu sanieren? Oder was sagt deine Berufserfahrung zur Gefahrenlage aus?

    Die "Pumpbewegung" als potentiellen Motor für Faserbelastung/Ausgasung zu unterbinden ist doch sicher ein guter Schritt. Zumal einer weiteren Ablösung entgegen gewirkt wird.

  • Was würdest du tun?

    … eine genaue örtliche Untersuchung des Bodenaufbaus auf der Betondecke …

    Die "Pumpbewegung" als potentiellen Motor für Faserbelastung/Ausgasung zu unterbinden ist doch sicher ein guter Schritt.

    Wenn es sie denn überhaupt gibt. Ein Estrich auf Trennlage macht normalerweise keine Pumpbewegungen und die eines losen Parketts führen nicht zu Luftbewegungen am Randdämmstreifen!


    Deshalb: Erst das Problem sicher verstehen, dann viel Geld zu seiner Beseitigung ausgeben!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Als Alergiker würde ich auf jeden Fall die Fugen sauber aussaugen und dann auch regelmäßig saugen. Der kalte Luftzug dürfte durch die kühle Außenwand zustande kommen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...