Loctite 55 Faden oder Loctite 577 ?

  • Moinsen ,


    wie ist Eure Einschätzung ?


    Ich möchte die Badewannenzulaufarmatur und einige Eckventile erneuern.


    Hanf möchte ich nicht ,
    ich wollte Teflonband nehmen ,bin davon aber ab ,soll laut Recherche nicht gut genug dichten .


    Nun bin ich auf die beiden oben genannten gestossen.


    Der 55 Faden soll ja klasse sein und man kann ihn noch ein wenig justieren-


    .Was sagt Ihr denn zur Flüssigdichtung 577 im Vergleich zum 55 ?


    Gruß Horst

  • In meiner Werkzeugkiste habe ich Hanf (+ Fermit) und den Gewindedichtfaden. Als "eiserne Reserve" auch Teflonband. Letzteres nutze ich so gut wie nie, man muss auch aufpassen, welches eine Zulassung für Trinkwasser hat. Die für mich wichtigen Punkte habe ich im folgenden Text unterstrichen.


    Alte und größere Gewinde dichte ich mit Hanf + Fermit ab. Ist preisgünstig, lässt sich justieren, und dichtet seit Jahrzehnten zuverlässig ab. Für neue Gewindeverbindungen nutze ich bis etwa 1" bevorzugt den Gewindedichtfaden. Hat die gleichen Vorteile wie Hanf, man spart sich halt das Auftragen der Paste. Beide Verbindungen sind sofort dicht und belastbar, und man kann sie nachträglich (in Grenzen) justieren. Man kann sie sogar nach 10 Jahren noch nachziehen falls erforderlich, wobei ich das praktisch noch nie ausprobieren musste. Der Gewindedichtfaden ist zudem auch für Kunststoffgewinde zugelassen. Das ist für mich aber nicht so wichtig, weil diese meist flachdichtend sind, zumindest war das bei den Verbindungen so mit denen ich bisher zu tun hatte. Mit dem Gewindedichtfaden ist man einen Tick schneller als mit Hanf, aber um ehrlich zu sein, ich mache das ja nicht im Akkord, und ob ich nun ein paar Sekunden früher fertig bin spielt keine Rolle.


    Ein für mich wichtiges Kriterium ist jedoch , dass beide Materialien (auch "geöffnet") quasi unbegrenzt haltbar sind. Ich benötige das Zeug ja nicht so oft, mein Fermit liegt schon seit über 10 Jahren in der Werkzeugkiste, und "funktioniert" heute noch (härtet ja nicht aus). Hanf und Gewindedichtfaden halten sowieso ewig, meine Spule mit Gewindehanf ist garantiert schon mehr als 20 Jahre alt.


    Bei Flüssigdichtung hätte ich die Sorge, dass ich sie dann wenn ich sie benötige nicht mehr nutzen kann weil sie ausgehärtet ist. Das war beispielsweise bei dem Sicherungslack der Fall den ich früher als Schraubensicherung verwendet habe, wobei ich jetzt nicht sagen kann, ob man das mit der o.g. Flüssigdichtung vergleichen kann. Irgendwo habe ich aber gelesen, dass die Flüssigdichtung im geöffneten Zustand min. 12 Monate haltbar ist. Das lässt mich vermuten, dass die Flüssigdichtung nur eine begrenzte Zeit haltbar ist.

    d.h. ich kaufe ein sowieso schon relativ teures Dichtmittel, mache eine handvoll Verbindungen, und kann es beim nächsten Mal (in x Jahren) wegwerfen. Für jemanden der täglich solche Verbindungen macht spielt das wohl keine Rolle, für mich hingegen schon. Ich würde mich ärgern, wenn ich heute etwas reparieren muss, und dann feststelle, dass das Dichtmittel in der Werkzeugkiste unbrauchbar ist, und ich erst neues bestellen muss. Wenn meine Rolle mit Gewindedichtfaden sich dem Ende zuneigt, dann bestelle ich eine neue und lege sie in die Werkzeugkiste. Da kann sie auch die nächsten Jahre liegen bis ich sie einmal benötige.


    Fazit: Ich sehe (zumindest für mich) keinen Vorteil im Einsatz der o.g. Flüssigdichtung, sondern nur Nachteile.

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  • Danke Dir

    dann werde ich das 55 verwenden


    Noch ne Frage ,

    bei der neuen Wannenarmatur liegen für die Überwurfmutter "nur" Dichtringe bei, genügen diese oder sollte ich dieses Gewinde auch umwickeln ?

  • Bei flachdichtenden Verbindungen braucht es keine zusätzliche Dichtung in den Gewindegängen, sonst könnte man sich die Dichtungen ja gleich sparen.

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