Beratung bei der Bodenbelag-Wahl

  • Hallo,

    wir planen die aktuellen Fliesen aus unserem Wohn- und Essbereich herauszumachen und einen anderen Belag zu verlegen. Wir haben keine Fußbodenheizung. Es ist nicht geplant eine zu installieren.

    Unsere Anforderungen an den Boden, da wir fast nur Barfuß unterwegs sind.
    fußwarm
    pflegeleicht bzw. gut wischbar

    möglichst unempfindlich für Kratzer

    Besonderheiten:
    Unsere Terassentür dient als Haupteingangstür aufgrund der baulichen Gegebenheit des Hauses. Dies wird uns lässt sich in Zukunft leider nicht ändern.
    Deshalb findet dort viel Durchgangsverkehr statt.

    Wir haben uns jetzt einige Böden angeschaut.
    Fliesen in Holzoptik erfüllen viele Eigenschaften außer das sie fußwarm sind
    Parkett wird uns immer als sehr Kratzempfindlich beschrieben
    Vinyl möchten wir nicht, weil wir ungerne Weichmacher bzw. Kunststoffe im Boden haben möchten
    Echtholz-Hybridboden scheint unsere Anforderungen zum großen Teil zu erfüllen: Echtholz, fußwarm und nicht ganz so empfindlich für Kratzer

    Kann mir jemand Erfahrungen oder Hilfe oder Tipps geben?

    Vielen Dank

  • wir planen die aktuellen Fliesen aus unserem Wohn- und Essbereich herauszumachen und einen anderen Belag zu verlegen. …


    Echtholz-Hybridboden scheint unsere Anforderungen zum großen Teil zu erfüllen: Echtholz, fußwarm und nicht ganz so empfindlich für Kratzer

    Den gibt es nur von einem Hersteller. Es handelt sich dabei um eine Echtholzfurnier mit einer Stärke von 0,1X mm, das unter Verwendung von Kunstharz mit einem MDF-Träger verpresst wird. In das „Laminat“ ist also ein papierdünnes Schichtchen von Naturholz eingepresst. Bestenfalls wäre das ein „HPL“, also auch nur ein (dann aber immerhin hochwertiges) Laminat.


    Das Material scheint oberflächlich tatsächlich härter zu sein als Parkett, hat aber mit Holz nicht mehr zu tun als einfaches Laminat und bringt auch alle dessen Nachteile wie vor allem völlig fehlende Renovierungsfähigkeit mit. Feuchtigkeitsempfindlich ist es auch. Kurz: das ist (sehr) teures Laminat. Kann man wollen, bekommt aber eben nur Laminat, nicht einmal einen Millimeter Naturholz in Aspik.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Wir haben uns jetzt einige Böden angeschaut.
    Fliesen in Holzoptik erfüllen viele Eigenschaften außer das sie fußwarm sind
    Parkett wird uns immer als sehr Kratzempfindlich beschrieben
    Vinyl möchten wir nicht, weil wir ungerne Weichmacher bzw. Kunststoffe im Boden haben möchten
    Echtholz-Hybridboden scheint unsere Anforderungen zum großen Teil zu erfüllen: Echtholz, fußwarm und nicht ganz so empfindlich für Kratzer

    Mit der Eingangsfrage kam mir sofort Teppichboden in den Sinn.


    Nach den Ausschlüssen bleiben nur noch Linoleum oder Gummi.

    Wirklich "fußwarm" und für "barfuß" sind beide nicht geeignet.


    Fangt neu an zu überlegen. Echtholzböden könnten die Anforderungen erfüllen. Sie sind aber i.d.R. sehr kostenintensiv.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Unsere Anforderungen an den Boden, da wir fast nur Barfuß unterwegs sind.
    fußwarm
    pflegeleicht bzw. gut wischbar

    möglichst unempfindlich für Kratzer

    Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht, es bleibt Dir also nichts anderes übrig als Prioritäten zu setzen.


    "Fußwarm" wird ein Boden durch eine niedrige Temperaturleitfähigkeit der Oberfläche und/oder eine aktive Beheizung. Letzteres wurde Durch Dich bereits ausgeschlossen, also bleibt nur noch die Temperaturleitfähigkeit übrig an der man "drehen" kann. Das kollidiert jedoch mit Deiner Anforderung, dass das Material unempfndlich gegen Kratzer sein soll, denn Materialien mit niedriger Temperaturleitfähigkeit sind üblicherweise relativ weich. Bei Echtholz kann man das bedingt beeinflussen, indem das Holz beschichtet wird (harte Versiegelung). Das findet man beispielsweise bei Treppenstufen aus Massivholz. So eine Versiegelung ist jedoch auch nicht für die Ewigkeit gemacht. Je nach Nutzung muss die Versiegelung alle paar Jahre erneuert werden, im privaten Bereich geschätzt so alle 10-15 Jahre. Ich habe solche Treppenstufen im Treppenhaus und Wohnbereich. Die im Wohnbereich sehen nach 50 Jahren noch aus wie neu, die Stufen im Treppenhaus waren nach gut 20 Jahren renovierungsbedürftig. Schnee, Salz, Schmutz an den Straßenschuhen, hinterlassen nun mal ihre Spuren. Das zwingt die beste Versiegelung in die Knie.

    Bei Vinylböden kommt es entscheidend auf die Nutzungsklasse an, ob und wie empfindlich diese gegenüber Kratzern sind. Es gibt sogar Vinylböden für die Nutzung im gewerblichen und industriellen Bereich. Diese unterscheiden sich im Aufbau (Schichten), insbesondere der Dicke der Nutzschicht, von Vinylböden wie man sie im Wohnbereich einsetzt. Unnötig zu erwähnen, dass diese auch teurer sind. Junior hatte so einen Boden in seinem Wohnbereich und den Fluren verlegt, insbesondere wegen den Hunden die mit ihren Krallen sonst schnell mal kleinste Kratzer auf dem Boden hinterlassen. Langzeiterfahrung gibt es dazu noch nicht, aber in den ersten Jahren gab es keinerlei Kratzer, trotz intensiver Nutzung. Ich empfand das "Gehgefühl" auf diesem Boden jetzt nicht so angenehm, aber das ist Geschmackssache.


    Im Betrieb habe ich in den Büros Nadelfilz verlegt. Sehr robust, leicht zu pflegen, aber optisch nicht so ansprechend. In den Fluren und im Eingangsbereich war ich froh, dass ich mich für Fliesen entschieden habe. Direkt hinter der Haupteingangstür hatte ich einen Bereich von gut 3m² mit einer großen Matte als Schmutzfänger. Diese musste insbesondere im Winter wöchentlich oder alle 14 Tage "gereinigt" werden. Man glaubt nicht was man so jeden Tag von draußen in die Bude schleppt. Laub, Tannennadeln, Steinchen, und im Winter eine Menge Wasser und Schnee.


    Unsere Terassentür dient als Haupteingangstür aufgrund der baulichen Gegebenheit des Hauses. Dies wird uns lässt sich in Zukunft leider nicht ändern.
    Deshalb findet dort viel Durchgangsverkehr statt.

    Das ist natürlich ungünstig. In diesem Fall würde ich einen Bereich mit einem "Schmutzfänger" schaffen, außen vor der Tür (Bodengitter?), und natürlich drinnen (Matte).


    Fazit: ohne Prioritäten bei Deinen Anforderungen zu setzen wird sich keine Lösung finden. Ich würde mich sehr wahrscheinlich für einen Vinylboden Nutzungsklasse min. NK33 entscheiden und im Eingangsbereich einen Schmutzfänger auf den Boden legen. Das ist optisch jetzt nicht so der Brüller, aber wenn man schon eine Terrassentür zur Haupteingangstür macht, und somit beim Betreten des Gebäudes direkt im Wohnzimmer steht, muss man mit Kompromissen leben.

    Die nächste Variante auf der Prioritätenliste wäre ein Echtholzboden mit Hartversiegelung, wohlwissend, dass dieser mehr Pflege benötigt und regelmäßig aufgearbeitet werden muss (abschleifen und neu versiegeln). Auch hier würde ich zu einem großflächigen Schmutzfänger raten.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Ralf Dühlmeyer hat es schon erwähnt: Linoleum.

    Gibt es in vielen öffentlichen Gebäuden (unter anderem viele Schulen)


    Ich habe es im ganzen Haus. Unsere Terrassentüren sind in intensiver Benutzung da direkter Weg zum Nachbarn und viele Kinder, die rein und raus flitzen. Wir haben halt davor und drinnen jeweils einen Fußabstreifer.


    Was ich daran mag: Relativ unempfindlich, je nach Ausgestaltung (marmoriert) sieht man den Schmutz nicht so. Schöne Farben. Fußwarm, da mit Korkanteil (ich hasse Fliesen insbesondere im Sommer an den Füßen🥶, ich gehe sehr sehr gerne barfuß)


    Leider haben wir nach 12 Jahren inzwischen doch ein paar kleine Schäden im Wohnzimmer, wo ich nicht weiß, wie man die am besten repariert bekommt: Druckstellen eines Sofafußes (wirklich scharfkantig) eine Schraube hat sich mal in den Boden gebohrt als eine Unterkonstruktion des nächsten Sofas kaputt ging.


    In der Essküche allerdings hat es sich bestens bewährt allen fallenden Töpfen, Tellern, Messern usw. zum Trotz.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Parkett wird uns immer als sehr Kratzempfindlich beschrieben

    Kann ich so nicht nachvollziehen. natürlich ist Parkett empfindlicher als Fliesen. Aber was heißt das schon?


    In Bereichen mit erhöhtem Verschleiß (z.B. Flur) würde ich von Parkett aus den von Dir genannten Gründen auch abraten. Aber im Wohnbereich, in dem man idR strümpfig oder mit Hausschuhen einherschreitet....wo ist da das Problem. Lediglich das Schieben von Stühlen und Tischen erzeugt mehr oder minder wahrnehmbare Gebrauchsspuren. Da muss man so einen Boden dann eben nach einer gewissen Zeit (sicherlich nicht früher als in 15 Jahren) abschleifen lassen. Dann ist er wieder wie neu. Naja....eigentlich ist er dann neu. Es sollte natürlich irgendein Hartholz sein (Eiche oder ähnliches).

  • Nachtrag: Ursprünglich wollte ich im Wohnzimmer Holz und bin inzwischen heilfroh, dass wir das nicht genommen haben. Da wäre schon längst einiges an Wegen ersichtlich inklusive Kratzer usw. ersichtlich.


    Thomas B beim TE ist das Zimmer tatsächlich der Eingangsbereich.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Thomas B beim TE ist das Zimmer tatsächlich der Eingangsbereich.

    Stümmt. Hatte es nur überflogen. Na dann eben ein schickes Klick-Laminat. Passt.

    :bier:


    Über die Wahl de Bodenbeläge dürfte damit alles gesagt sein. Ich halte es da mit der Kollegin und dem Kollegen: Naturstein, Massivholz (-Parkett, auch Fertigparkett) Linoleum (nicht PVC!) sind alle robuste und haltbare natürliche Materialien mit gutem Alterungsverhalten. "Vinyl" (also PVC) und alle Harz-Laminate sind das gerade nicht.


    Off-Topic:

    Unsere Terassentür dient als Haupteingangstür aufgrund der baulichen Gegebenheit des Hauses. Dies wird uns lässt sich in Zukunft leider nicht ändern.

    Deshalb findet dort viel Durchgangsverkehr statt.

    Das ist dann vor allem ein Problem für die Terrassentür, die für soviele Öffnungsvorgänge einfach nicht gebaut ist und dadurch überlastet wird. In nicht allzu ferner Zukunft dürfte sie deshalb reparaturbedürftig werden. Bei Kunststoffprofilen könnte das schwierig werden.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Besonderheiten:
    Unsere Terassentür dient als Haupteingangstür aufgrund der baulichen Gegebenheit des Hauses. Dies wird uns lässt sich in Zukunft leider nicht ändern.
    Deshalb findet dort viel Durchgangsverkehr statt.

    Ist die Terrassentür denn zumindest technisch eine echte Tür? Also mit Schloss und Verriegelung? Terrassentüren haben ja in der Regel keine Möglichkeit von außen abzuschließen, Haustüren hingegen schon.


    Und: Stell' doch mal einen Grundriss hier ein.


    Eventuell wäre es auch möglich den Durchgangsweg mit einem anderen Bodenbelag auszuführen als den Rest des Wohnzimmers. Oder einen Bereich vor (also nach!) der Haustür, mit Fußabstreifer und Bänkchen für Schuhe bzw. Schuhwechsel.

  • Ich werfe mal Bambus in den Raum!

    Bambus ist sehr widerstandsfähig und soll härter als jedes Holzparkett sein.

    Dazu ist es ein schnellwachsener Rohstoff (es ist Gras, kein Holz), und man kann das Parkett ebenso wie Holzparkett selbst verlegen.

    Wir haben Bambus in einem Raum verlegt und es ist tatsächlich sehr wiederstandsfähig.

    Übrigens ist es preisgünstiger wie seine Holzbrüder.

  • Dann mach ich es noch schräger: Industrieparkett. Stabil und robust, kann auch in schön gemacht werden.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Hallo,

    vielen Dank für die vielen Beiträge.

    Ja, die Terassentür ist abschließbar und hat auf beiden Seiten einen entsprechenden Griff.

    Wir haben uns nun erstmal gegen Fliesen und gegen Vinyl entschieden. Unsere Priorität ist "fußwarm", sodass wir eventuelle Kratzer in Kauf nehmen, diese aber natürlich so gering wie möglich halten wollen:

    Für uns sind dann noch folgende Optionen denkbar:

    - Parkett (Eiche)
    - terHürne Hywood-Echtholz-Hybridboden (https://www.terhuerne.com/Produkte/Hywood/UEberblick/)
    - Linoleum

    Bambus fällt bei uns raus.

    Gibt es etwas, was für oder gegen die drei Optionen spricht. Der Hybridboden lässt sich nicht mehr abschleifen, aber uns wurde jetzt oft gesagt, dass das Abschleifen von einem Parkettboden sowieso sehr teuer sein soll, sodass man fast einen neuen Boden verlegen kann.

    Über weitere Einschätzungen würde ich mich sehr freuen.

    Viele Dank für eure Hilfe.

    Viele Grüße

  • Die gegen „Hywood“ sprechenden Argumente wurden bereits genannt. Daran ändert sich so schnell nichts. Das ist ein teurere Laminat und von Laminaten halte ich im Bodenbereich nichts.


    Parkett (Fertigparkett?) und Linoleum sind völlig unterschiedliche Materialien. Habt ihr sie schon im Original angeschaut und angefasst? Kennt ihr die Preise bis zur fertigen Verlegung und Ersteinpflege? Kennt ihr die erwartete Lebenserwartung der Materialien und die Unterhaltskosten für Pflegemittel bzw. den Zeitaufwand für deren Abwendung?


    Linoleum benötigt einen perfekt glatten und dauerhaft tragfähigen Untergrund zur Verklebung und ist meines Erachtens kaum für DIY / Eigenleistung geeignet, kommt aber im Idealfall mit einer Aufbauhöhe um 5 mm aus. Ich persönlich halte Lino nach einem Jahrzehnt Barfußnutzung auf nicht beheizten Estrichen nicht für „fusswarm“ - bei Barfußnutzung. Die Frage ist aber auch, welche Flächen im Winterhalbjahr tatsächlich öfter barfuß oder auf dünnen Socken benutzt werden.


    Parkett dürfte effektiv kaum unter 15 mm Gesamtstärke verlegbar sein. Es müssen vermutlich Türen gekürzt werden und An- bzw. Austritte von Treppen könnten maßlich kritisch werden. Es lässt sich je nach Stärke / Stärke der Laufoberfläche 2 - 4 mal überarbeiten. Und nein, das kostet jedes Mal deutlich weniger als eine Neuverlegung!


    Es geht um Deine Bedürfnisse und Deine Entscheidung. Ich würde sie weder einem Forum noch einer KI überlassen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • aber uns wurde jetzt oft gesagt, dass das Abschleifen von einem Parkettboden sowieso sehr teuer sein soll, sodass man fast einen neuen Boden verlegen kann.

    Das würde ich mal verfizieren durch entsprechende Anfragen.

    Und nein, das kostet jedes Mal deutlich weniger als eine Neuverlegung!

    Wenn Skeptiker das schreibt, dann ist das für mich eine vertrauenswürdige Aussage.



    Ich persönlich halte Lino nach einem Jahrzehnt Barfußnutzung auf nicht beheizten Estrichen nicht für „fusswarm“

    Interessant. Mir geht es anders. Klar, ich hab eine Fußbodenheizung, aber mir geht es auch um das Gefühl , wenn nicht geheizt wird. Da ist beides (Holz, Linoleum) sicher angenehm.


    Habt ihr sie schon im Original angeschaut und angefasst? Kennt ihr die Preise bis zur fertigen Verlegung und Ersteinpflege? Kennt ihr die erwartete Lebenserwartung der Materialien und die Unterhaltskosten für Pflegemittel bzw. den Zeitaufwand für deren Abwendung?

    Ganz ehrlich? Die letzten Fragen waren für mich beim Hausbau absolut irrelevant. Ich hab halt einfach mehrere Jahre in einem Altbau gelebt mit Linoleumboden und ihn dort sehr zu schätzen gelernt. Gerade in der Küche, wo doch mal was runterfällt und auch mit kleinen Kindern.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Ich persönlich halte Lino nach einem Jahrzehnt Barfussnutzung auf nicht beheizten Estrichen nicht für „fusswarm“ - bei Barfussnutzung. Die Frage ist aber auch, welche Flächen im Winterhalbjahr tatsächlich öfter barfuß oder auf dünnen Socken benutzt werden.

    Interessant. Mir geht es anders. Klar, ich hab eine Fußbodenheizung, aber mir geht es auch um das Gefühl , wenn nicht geheizt wird. Da ist beides (Holz, Linoleum) sicher angenehm.


    Ich hab halt einfach mehrere Jahre in einem Altbau gelebt mit Linoleumboden und ihn dort sehr zu schätzen gelernt. Gerade in der Küche, wo doch mal was runterfällt und auch mit kleinen Kindern.

    Ich empfehle Linoleum auch ausdrücklich, da aus unendlich vorhandenen + nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und bei regelmäßiger Pflege im privaten Bereich mit einer Lebenserwartung > einem Menschenleben ausgestattet. Auch alle anderen aufgeführten Vorteile - gerade in der privaten Küche - kann ich nur bestätigen! Nur "fusswarm" ist es - für mich und barfuss - leider trotzdem nicht, Parkett auch nur eingeschränkt. Wirklich "fusswarm" sind für mich nur Teppich und Co.

    Ganz ehrlich? Die letzten Fragen waren für mich beim Hausbau absolut irrelevant.

    Ja wird im privaten Bereich oft nicht weiter betrachtet. Bei Flächen, die später einem - wie auch immer gearteten - "Facility-Management" unterliegen ist das regelmäßig neben dem Nachhaltigkeitsnachweis eines der zentralen Themen und da schneiden echtes Linoleum und Fertigparkett in der Summe immer seht gut ab, gefolgt von einheimischem Naturstein und dann Fliesen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Ich frage mich, ob der TE dem Thema "fußwarm" nicht zu viel Bedeutung zumisst. Wie schon einmal geschrieben, habe ich im Haus in fast jedem Raum einen unterschiedlichen Bodenbelag. Von Fliesen über Vinyl, Kork, Parkett, bis hin zu Linoleum in der Küche, halt je nachdem was in meinen Augen in den jeweiligen Raum gepasst hat. Die Unterschiede fallen mir in der täglichen Nutzung so gut wie nie auf. Barfuß laufe ich nur im Hochsommer in der Wohnung umher, und da stört es mich nicht, wenn die Fliesen etwas kühler wirken (habe ich im Flur, im Badezimmer temperiert, und dann noch im WC). Wenn ich nach draußen auf die Terrasse gehe habe ich ja wieder eine völlig andere Oberflächentemperatur.

    Die meiste Zeit bin ich in Socken unterwegs, im Winter auch schon mal dickere Socken. Da genügt die Stoffschicht zwischen Fußsohle und Bodenbelag als "Wärmedämmung", so dass ich zwischen den einzelnen Bodenbelägen kaum einen Unterschied feststellen kann, auch ohne FBH.

    Bei beheizten Räumen befindet sich ja unter dem Bodenbelag bzw. Estrich meist eine Wärmedämmung, oder gar ein beheizter Raum. Die Oberflächentemperatur ist somit nur geringfügig niedriger als die Raumtemperatur. Die Temperaturleitfähigkeit von Fliesen bedingt ja, dass man diese als kühl empfindet, aber wie oft stehe ich für längere Zeit im Flur/Bad auf den Fliesen? Meist bewegt man sich, läuft durch die Gegend, und setzt sich dann wieder irgendwo hin. Auch wenn meine Fliesen "fußkalt" sind spüre ich das selbst im Winter so gut wie gar nicht, weil ich mich dort eben nicht lange aufhalte, bzw. auf einem Fleck stehe.


    Oben hatte ich die 2 Faktoren beschrieben, die Temperaturleitung und Beheizung, wobei die Temperaturleitung nur die halbe Miete ist. Wenn ich also wirklich einen "fußwarmen" Boden möchte, dann muss ich diesen temperieren, was dann je nach Jahreszeit zu einer Oberflächentemperatur um die 25°C bis vielleicht 29°C führt. Dadurch wird die Temperaturdifferenz zwischen Fußsohle und Bodenbelag sehr gering. Ansonsten hilft nur das was Wolfgang oben schon geschrieben hat, ein Teppichboden (meine Ergänzung: möglichst dick).

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Bei uns wurde nach der Sanierung im Landratsamt überall Linoleum verlegt. Die Böden werden natürlich regelmäßig mit Maschine gepflegt - dennoch, trotz der intensiven Nutzung durch Besucher und Personal das ganze Jahr über sehen sie immer noch gut aus.

    Ich würde mir das tatsächlich mal als Alternative anschauen, zumal es diese Böden in vielen schönen Farben gibt.

    Auch wurden in den Büros schon mal Löcher fachmännisch geflickt - da wird dann einfach ein Reparaturstück eingeklebt. Klar sieht man das, aber Beschädigungen kann es bei jedem Boden geben.

    Und ja, im Sommer sind die Böden auch barfuß angenehm.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!