Mauerwerk Läuferverband
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Das oktametrische Modulsystem der Mauerwerksmaße nach DIN 4172 basiert auf einem Maßraster mit einem horizontalen Achsabstand von 12,5 cm. Die Länge von einzelnen Steinen errechnet sich damit nach der Formel „Außenmaß Stein = X x 12,5 cm - 1 cm“, da die Stoßfugen mit ihrem Maß von 1,0 cm immer vom Rastermaß abgezogen werden.
Eine Wandstück mit vier normalformatigem Steinen mit einer Länge von 4 Steinen a 24 cm ist also 2 x 4 x 12,5 cm - 1 cm oder additiv gerechnet 4 x 24 cm (Steine) + 3 x 1 cm (Stoßfugen) = 96 cm + 3 cm = 99 cm lang.
Eine mit Halbsteinen beginnende und endende und im Versatz darauf vermauerte Reihe ist demzufolge 1 x 11,5 cm + 3 x 24 cm + 1 x 11,5 cm (Steine) + 4 x 1 cm (Stoßfugen) = 95 cm + 4 cm = 99 cm lang, also exakt so wie mit ausschließlich ganzen Steinen.
Um auf Deine Frage zu antworten: Aus der vorausgegangenen Erklärung folgt also, dass es keinen maßlichen Unterschied gibt. Das ist besondere Witz des oktametrischen Maßsystems im deutschen Mauerwerksbau, welches meines Wissens auf Ernst Neufert zurückgeht.
Durch den Freischnitt der heute üblichen Steinsägen ließen sich sowieso verschnittfrei keine exakt halben Steine herstellen, durch Durchschlagen mit dem Hammer schon, aber mit den unterschiedlichen Fugenanzahlen geht es eben nur auf, wenn diese bei bei Steinformaten und Außenmaßen immer abgezogen bzw. bei Öffnungsmaßen aufgeschlagen werden.
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Skeptiker
Hat das Thema aus dem Forum Grundrissdiskussion nach Mauerwerk verschoben. -
Besten Dank. Also werden Steine nicht halbiert, sondern "irgendwie" auf 11,5 und 11, 5 gebracht? Wenn ich einen Maurer sehe, dann zerschlägt der aber einen Ziegel nur ca. in der Mitte und verwendet den so, da wird nicht noch 5 mm abgefeilt. Wie bekommt der dann die 11,5 hin?
Dieser "Freischnitt" ist also 1 cm breit, sodass mit Säge tatsächlich 2 x 11,5 entsteht?
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Besten Dank. Also werden Steine nicht halbiert, sondern "irgendwie" auf 11,5 und 11, 5 gebracht?
Ja
In der Praxis haben die dann oft irgend ein beliebiges Maß unterhalb von 12 cm und sind an der Trennkante / Bruchlinie sowieso nicht rechtwinklig. Maurer sind keine Uhrmacher / Maschinenbauer! Außer sie benutzen eine Steinsäge.
Heute wird aber außer im Verblend weit überwiegend mit sehr großformatigen Steinen gebaut. Diese werden vor Ort gesägt, notfalls mit der Flex geschnitten oder es wird mit beliebig anpassbaren kammartig ineinander gesteckten Ausgleichssteinen gearbeitet und ohne Stoßfugenmörtelung oder mit lediglich einer Dünnbettvermörtelung / -klebung verlegt. Damit spielt das oktametrische Maßsystem als Maßordnung im Alltag auf der Baustelle in D heute außer bei Verblendmauerwerk kaum noch eine nennenswerte Rolle.
Und Verblend wird allermeistens im wilden Verband gemauert und dann auch beliebig geschnitten.
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Danke.