Montage von Waschtischunterschrank an einer Vorwand

  • Liebe Community,

    ich brauche eure Hilfe. Ich möchte einen Sanipa 3way Waschtischunterschrank unter meinem Geberit iCon Doppelwaschtisch montieren. Der Waschtisch selbst ist auf einem Vorwandelement befestigt. Der Unterschrank muss daher an der entsprechenden Trockenbauwand montiert werden.

    Die Wand ist verfliest (8 mm) und besteht aus einer Schicht Gipskarton (12,5 mm) sowie einer OSB-Platte (12 mm). Mit dem Waschtisch wurden Schrauben (6×60 mm), Schraubhaken (6×60 mm) und übliche Spreizdübel (8 mm) mitgeliefert. Die Schrauben sind für die beiden seitlichen Winkelbleche vorgesehen, die Schraubhaken für die beiden inneren Stabilisierungspunkte.

    Mir ist klar, dass ich grundsätzlich die mitgelieferten Spreizdübel verwenden könnte – allerdings bin ich unsicher, ob dies wirklich die beste Lösung ist. Im Baumarkt wurde mir ein Federklappdübel empfohlen, mit dem Hinweis „sicher ist sicher“. Diese Lösung erscheint mir jedoch übertrieben, und ich weiß zudem nicht, wie ich die Schraubhaken damit befestigen sollte.

    Ich habe außerdem bei ChatGPT/Copilot nachgefragt, und beide KI-Systeme haben mir die Verwendung von Fischer DuoPower 8×50 Dübeln empfohlen.

    Was denkt ihr? Reichen diese Dübel für den Zweck aus? Falls nicht – welche Befestigungsmittel sollte ich stattdessen verwenden?

    Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe!

    Liebe Grüße

    Mighawk

  • Gibt es überhaupt einen Duo als 8x50? Ich kenne jetzt nur 8x40 und 8x65, wobei die 40mm Ausführung bei der genannte Beplankung zu kurz sein dürfte. Der kann bei der dicken Beplankung wohl kaum noch richtig verknoten.


    Die Anforderungen an die Befestigung sind bei so einem Unterschrank geringer als bei einem Waschtisch, so dass ein 6er oder 8er Dübel entsprechender Länge ausreichen sollte. Mit dem Eigengewicht und der zulässigen Beladung könnte man dann in die Lasttabellen der Dübel schauen.

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  • … Ich möchte einen Sanipa 3way Waschtischunterschrank unter meinem Geberit iCon Doppelwaschtisch montieren. Der Waschtisch selbst ist auf einem Vorwandelement befestigt. Der Unterschrank muss daher an der entsprechenden Trockenbauwand montiert werden.

    Die Wand ist verfliest (8 mm) und besteht aus einer Schicht Gipskarton (12,5 mm) sowie einer OSB-Platte (12 mm). Mit dem Waschtisch wurden Schrauben (6×60 mm), Schraubhaken (6×60 mm) und übliche Spreizdübel (8 mm) mitgeliefert. …

    Mir ist klar, dass ich grundsätzlich die mitgelieferten Spreizdübel verwenden könnte – allerdings bin ich unsicher, ob dies wirklich die beste Lösung ist.

    Du willst etwas mittelschweres an einer Kombination von 12,5 mm GKB und 12 mm OSB verschrauben.


    Dafür nimmt man intuitiv eine Holzschraube / Spanplattenschraube und schraubt sie durch die GKB hindurch und dergestalt in die OSB-Platte, dass ihre Spitze hinten wieder herausschaut. Nach dieser (nicht mehr geltenden) Zulassung trägt eine solche Spanplattenschraube mit einem Durchmesser von 5 mm rd. 360 N bzw. 0,36 kN, was knapp 36 kg entspricht (und ganz ordentlich ist). Bei Dir gibt es vier dieser Schrauben und der Schrank wiegt wieviel? Ich denke, das reicht locker.


    Wenn einem das nicht ausreicht, könnte man auf die Idee kommen, über einen Nylondübel vom alten Fischer nachzudenken. Als erfahrener Konstrukteur kommt man auf diese Idee allerdings nicht mehr, weil man aus Erfahrung weiß, dass Nylondübel in den weichen GKB nur als Knoten funktionieren und sowieso eine eher lausige Tragfähigkeit von nur etwa 0,10 - 0,30 kN haben. Und genau so ist es wenig überraschend auch bei den

    … Fischer DuoPower 8×50 Dübeln …

    jedenfalls nach dieser Tabelle und bei doppellagiger Beplankung, die allerdings keine 8x50er Dübel kennen. Der nächstgrößere 8x65er Dübel kommt auf 0,32 kN Tragfähigkeit, bei Vernachlässigung der OSB-Platte, also Ansatz nur einer GKB wären es nur 0,15 kN / Dübel, was dann doch etwas dünn erscheint.


    Kurz: Durch den Verzicht auf den Nylon-Dübel erhöht (!) sich die Tragfähigkeit der Verschraubung in einer OSB-Platte ein wenig. Diese Aussage gilt aber natürlich nur für genau diese Materialkombination!


    Die Empfehlung der KI ist also keineswegs belastbarer (kleiner Kalauer) als nur eine Schraube (zumal es genau diese empfohlenen Schraubenmaße nicht zu geben scheint), steigert aber im Zweifel den Umsatz der Fa. Fischer!


    Ich würde auf die Gleitschicht eines Nylondübels also ganz verzichte, direkt in die OSB-Platten schrauben und ein paar Cent sparen.


    (Auch in diesem Fall kann mich die „KI“ wieder einmal nicht wirklich überzeugen, siehe auch dieser Faden!)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hallo Skeptiker, hallo R.B.,


    vielen Dank für eure Einschätzungen. Die mitgelieferten Schrauben sind tatsächlich Holzschrauben, sodass ich sie direkt verwenden kann. Bei den beiden Schraubhaken bin ich mir allerdings nicht ganz sicher. Ich werde prüfen, ob ich dafür einen passenden Ersatz finde oder ob ich bei diesen doch einen Dübel verwende, da die Schraubhaken deutlich weniger Last tragen.


    Könntet ihr mir sagen, wie groß das Loch sein sollte, das ich in die Fliesen bohren muss? Die Schrauben haben einen Durchmesser von 6 mm. Sollte ich ein 6‑mm- oder ein 8‑mm-Loch bohren? Mir erscheint die 8‑mm-Variante als die sinnvollere Entscheidung. Was denkt ihr?


    Vielen Dank für eure Hilfe im Voraus!

  • Bei Dir gibt es vier dieser Schrauben und der Schrank wiegt wieviel? Ich denke, das reicht locker.

    Das wäre auch mein Ansatz


    Mit dem Eigengewicht und der zulässigen Beladung könnte man dann in die Lasttabellen der Dübel schauen.

    mangels Daten kann man nur grob schätzen. So ein Unterschrank dürfte ein Eigengewicht von ca. 30-50kg haben. Bei 2 Fächern/Auzügen kommen dann noch einmal jeweils ca. 5-10kg hinzu (je nach Ausführung), macht zusammen also 20kg. An der Befestigung hängen somit ca. 50-70kg. Bei 4 Schrauben (Minderung aufgrund geringem Abstand von 2 Schrauben vernachlässigt) sollte das auf jeden Fall passen, und zwar mit Reserve.


    Nehmen wir aus Deiner Tabelle die Variante mit 2 x Gipskartonplatte, dann wären das bei einem 8x65 immerhin 0,32kN, also vergleichbar mit der 5mm Schraube direkt in die OSB. In der Summe (4 Schrauben) haben wir somit 1,3-1,4kN, also mindestens doppelt soviel wie aufgrund der o.g. Last erforderlich.

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  • Mir erscheint die 8‑mm-Variante als die sinnvollere Entscheidung. Was denkt ihr?

    Ich würde auch auf 8mm bohren, denn das ist keine Mikrotechnologie, d.h. man setzt die Bohrung nie exakt auf´s Zehntel genau. Zudem kann es während der Montage (Halterung, Schrank) immer zu leichten Verschiebungen kommen. Aber aufpassen, nicht die Platten durchbohren, nur die Fliese.

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  • Ich würde - ohne vorher sinnlos die KI zu hohem Stromverbrauch zu zwingen - Kipp-, Klapp- oder auf"rollende" Dübel nehmen.

    erstre haben aber M X Gewinde und kein Holzgewinde.

    Dann kann man/frau auch nicht aus Versehen durchs OSB bohren. Sondern bohrt da planmässig durch. Dann klappts auch mit speziellen Fliesenbohrern

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich würde - ohne vorher sinnlos die KI zu hohem Stromverbrauch zu zwingen - Kipp-, Klapp- oder auf"rollende" Dübel nehmen.

    erstre haben aber M X Gewinde und kein Holzgewinde.

    Dann kann man/frau auch nicht aus Versehen durchs OSB bohren. Sondern bohrt da planmässig durch. Dann klappts auch mit speziellen Fliesenbohrern

    Bohrtiefenbegrenzer bzw. -anschläge wurden bereits erfunden!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Viel Spass beim präzisen Einstellen. Der Bohrer muss ja komplett durch die Fliese bohren. Dann ist die Spitze schon im OSB

    Ich kenne Deine Bohrer nicht. Die Spitzen von meinen 6-mm-Bohrern sind irgendwas zwischen 2 und 5 mm lang, auch die Fliesenbohrer.


    Zwischen Fliese und OSB sind etwas Fliesenkleber, ggf. Dichtungsmaterial und vor allem 12,5 mm GKB mit zusammen mind. 13 mm. Die reichen locker für die Bohrerspitze - bei meinen Bohrern.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Der TE muss ja nicht im Akkord viele Löcher durch Fliesen bohren, also kann er sich Zeit nehmen. Solche Bohrer schälen sich quasi durch´s Material, und mit etwas Gefühl dauert es halt ein wenig länger, aber das spielt hier keine Rolle. Man sollte sich für solche Arbeiten halt etwas Zeit nehmen, vor allen Dingen wenn man damit keine Routine hat. Glücklicherweise befindet sich unter der Fliese erst einmal die Gipskartonplatte, so dass man zur OSB etwas Sicherheitsabstand hat. Da kann an sich nicht viel passieren so lange man nicht als Grobmotoriker unterwegs ist.

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