KI im Ingenieur- / Architekturbüro

    • Offizieller Beitrag

    In der jüngsten Zeit werde ich persönlich zunehmend mit Aussagen unterschiedlichster KIs konfrontiert. Das erlebe ich einerseits bei Mitarbeitenden und Kollegen:Innen, andererseits bei Bauherren und anderen Laien. In manchen Fällen nehme ich das vielleicht überhaupt nicht wahr, aber gerade in den letzten 6 - 8 Arbeitswochen wurden mir nahezu täglich Aussagen weiter- oder wiedergegeben, die auf den erfahrenen Blick hin offensichtlich falsch, teils völlig hanebüchener Unsinn waren, obwohl richtige Stichworte auftauchten und für Laien auch auf den ersten Blick plausibel erschienen. Auf Nachfrage woher diese falschen Aussagen stammten, wurde mir erklärt „aus der KI“. Belege zu den mind. fragwürdigen Aussagen waren entweder keine vorhanden oder sie waren falsch zitiert oder in einigen Fällen auch frei erfunden. Als ein Beispiel sei hier auf diesen Post verwiesen und auf die Antwort darauf von KatMat .


    Laien will ich das durchgehen lassen, bin aber auch bei denen schon genervt, fachlich gegen offensichtlich fehlerhafte bis unsinnige Aussagen anargumentieren zu müssen. Insbesondere bei jüngeren Kolleg:Innen erlebe ich dann aber, dass auch auf Nachfrage hin keine eigene Überprüfung an den Quellen erfolgt, sondern die KI erneut genutzt wird um mit noch unsinnigeren Argumenten als vorher wie bspw. frei erfundenen Kostenberechnungen, Normen, Grenzwerten o.ä. die Richtigkeit der vorherigen Aussagen zu untermauern - was schon mehrfach dann aber so richtig in die Grütze ging. Mit Zähnen und Klauen wurde dieser KI-Müll dann auch noch bis aufs Blut verteidigt, aber nicht selbst in nachgedacht oder in den behaupteten Quellen nachgeschaut.


    Ich habe überhaupt nichts gegen KI in unspezifischen Anwendungsbereichen und gebe mit ihrer Hilfe bspw. selbst Verkaufsanzeigen für 2nd-Hand-Zeug auf oder lasse Gesichter erkennen und Fotos danach sortieren oder Rohentwürfe für eher allgemeine Texte erstellen, aber bei spezifischen Fachfragen nervt es momentan nur noch. Je spezifischer, desto weniger brauchbar die weitergereichten KI-Ergebnisse.


    Habe ich da nur rein zufällig ein paar schlechte Tage gehabt oder sind meine Erlebnisse ein Trend, eine häufiger anzutreffende Wahrnehmung? Wenn letzteres der Fall sein sollte: Was bedeutet das für unsere Arbeit im Ing.- / Arch.- Büro und für die als SV?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Skeptiker

    Hat den Titel des Themas von „KI im Ingenieur- / Architekturbür“ zu „KI im Ingenieur- / Architekturbüro“ geändert.
  • KI ist nicht gleich KI, es gibt ja eine Menge verschiedener KI-Modelle. Dementsprechend können die Antworten (stark?) variieren. Die Antwort hängt also davon ab, wer, wie, welcher KI welche Frage stellt.


    Wer im beruflichen Umfeld KI benutzt, der sollte die Antworten nicht ungeprüft übernehmen. Das wäre wie wenn ich irgendjemanden frage und mir dann dessen Meinung zu eigen mache, auch das kann bekanntlich mächtig in die Hose gehen. Bei einfachen Fragen bekommt man schnell eine passende Antwort. Geht es jedoch um komplexere Fragestellungen, dann kann es sogar passieren, dass eine KI bei entsprechenden Nachfragen ihre Aussagen nicht nur verfeinert sondern gar um 180° dreht.

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  • Wer im beruflichen Umfeld KI benutzt, der sollte die Antworten nicht ungeprüft übernehmen.

    Öhmmm :( . Ich bin auf den meisten Feldern totaler Laie. Und nur in wenigen Bereichen kann ich auf kompetente meist innerfamiliäre oder befreundete Expertise zurückgreifen. Das dürfte für die meisten Menschen gelten.

    Konsequenz wäre, die Antworten nur mit der spitzen Kneifzange anzufassen und 0,garnichts darauf zu geben. Es wird aber anderes vermarktet. ;(

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Mir ist noch nichts KI-spezifisches untergekommen. Es wird aber sicherlich nicht mehr lange dauern, da werden werdende Bauherren ihre Wünsche in eine KI eingeben und es kommt dann ein toller (?) Entwurf dabei heraus. Und schwuppdiwupp hat man sich den Architekten gespart. Zumindest wenn es um das Entwerfen geht. Bauleitung und Haftung kann er natürlich gerne weiter übernehmen.

  • Öhmmm :( . Ich bin auf den meisten Feldern totaler Laie. Und nur in wenigen Bereichen kann ich auf kompetente meist innerfamiliäre oder befreundete Expertise zurückgreifen. Das dürfte für die meisten Menschen gelten.

    Konsequenz wäre, die Antworten nur mit der spitzen Kneifzange anzufassen und 0,garnichts darauf zu geben. Es wird aber anderes vermarktet. ;(

    Das trifft aber doch auf eine ganz normale Google-Anfrage genauso zu.

    Es macht doch keinen Unterschied, ob die in Google eingebettete KI die Suchergebnisse zu einer spezifischen Anfrage durchsucht und mir eine Zusammenfassung der Suchergebnisse unter Angabe der genutzten Quellen schreibt oder ob ich die Google-Treffer selbst durchsehe. In beiden Fällen muss ich die angegebenen Quellen selbst prüfen, um zu verifizieren, ob diese verlässlich sind oder nicht.

    Der Vorteil der KI ist halt unter Umständen, dass ich mir nicht alle 3 Millionen Treffer selbst anschauen muss, sondern von der KI bereits Vorschläge dazu bekomme, welche Treffer besonders interessant sein könnten.

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)


    Rings um euch liegt die weite Welt: Ihr mögt euch einzäunen, aber euer Zaun wird sie nicht fern halten. (J.R.R. Tolkien, Derr Herr Der Ringe, Erster Teil: Die Gefährten)

  • Laien will ich das durchgehen lassen, bin aber auch bei denen schon genervt, fachlich gegen offensichtlich fehlerhafte bis unsinnige Aussagen anargumentieren zu müssen.

    Ich hatte bis jetzt einen einzigen Fall, wo ich mich mit der (falschen) KI-Antwort auf Bauherrenfragen beschäftigen musste.

    Mir ist noch nichts KI-spezifisches untergekommen.

    Bayern ist halt konservativ. ;)

    Es macht doch keinen Unterschied, ob die in Google eingebettete KI die Suchergebnisse zu einer spezifischen Anfrage durchsucht und mir eine Zusammenfassung der Suchergebnisse unter Angabe der genutzten Quellen schreibt oder ob ich die Google-Treffer selbst durchsehe.

    Es ist ein Riesenunterschied, ob man sich mit 300.000 Suchergebnissen beschäftigen muss oder eine KI scheinbar richtige Antworten gibt. ("Scheinbar" ist das Gegenteil von "anscheinend", nur noch mal als Erklärung, weil es gerne falsch gebraucht wird.)

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Konsequenz wäre, die Antworten nur mit der spitzen Kneifzange anzufassen und 0,garnichts darauf zu geben.

    Das ist bedingt richtig. Bedingt deswegen, weil es sehr auf die Problem-/Fragestellung ankommt.



    Es wird aber anderes vermarktet.

    "vermarktet" ist so eine Sache. Es gibt viele Informationen dazu, doch die Masse der Menschen (Nutzer) möchte nicht zeitintensiv nachlesen. Man möchte glauben, dass es sich bei KI um die universelle Lösung handelt, wie sie auch in vielen SciFi Filmen dargestellt wird. Jeder versucht seine Rahmenbedingungen auf KI zu projezieren. Dabei wird vergessen, dass KI noch in den Kinderschuhen steckt (auch wenn die ersten Ansätze schon Jahrzehnte her sind).

    Einfach gesagt, KI Modelle sind Algorithmen die auf mehr oder weniger viele Daten zugreifen können, diese analysieren, entsprechend der Fragestellung die Informationen extrahieren und miteinander verknüpfen, um daraus dann eine für uns verständliche Darstellung zu generieren, sei es Sprache, Text oder Bilder. Wir machen im Prinzip das Gleiche, wir googeln, lesen auf Webseiten, doch das ist zeitaufwendig, so dass wir uns oftmals tiefergehende Recherchen und das Verknüpfen sparen, und einfach das nehmen was unseren Vorstellungen entgegenkommt. Für einfache Fragestellungen ist das vertretbar, für komplexe Fragestellungen reicht das aber nicht aus. KI macht es ähnlich, auch da werden erst einmal die einfachen Informationen geliefert. Wenn ich die KI frage, welche Farbe eine Tomate hat, dann wird sie mir als Ergebnis die Farbe "rot" liefern. Erst wenn ich meine Frage präzisiere, nachfrage, dann wird sie mir sagen, dass es auch noch weitere Farben gibt.


    KI kann uns viele Aufgaben abnehmen, aber ich formuliere es mal provozierend, durch KI wird aus einem "dummen" Menschen kein intelligenter Mensch. Für die Älteren unter uns, KI ist eine komfortable Version des Brockhaus, die uns das Blättern und Suchen abnimmt, aber nur weil ich etwas über die Synthese einiger chemischer Stoffe nachlesen kann, bin ich noch lange kein Chemiker. Ob daraus ein Trinkwasser oder ein Sprengstoff wird, das erfahre ich erst wenn ich mit der KI in einen fachlichen Dialog eintreten kann. Damit kann ich dann meine Frage erweitern, ergänzen, mit Nachfragen kombinieren, und komme irgendwann zu einem fachlich korrekten Ergebnis.


    Es gibt aber viele Einsatzmöglichkeiten von KI, und die Entwicklung schreitet zügig voran. Aktuell gibt es Modelle die auf bestimmte Bereiche hin trainiert sind, beispielsweise die Bildbearbeitung. In wieweit die vielen aktuellen Modelle irgendwann in einer universellen Super-KI zusammengefasst werden, das werden wir sehen.

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  • Der Vorteil der KI ist halt unter Umständen, dass ich mir nicht alle 3 Millionen Treffer selbst anschauen muss, sondern von der KI bereits Vorschläge dazu bekomme, welche Treffer besonders interessant sein könnten.

    Liegt vielleicht an meinem Suchverhalten. Oder am Alter. Oder an meinem mißtrauischen Wesen. Aber ich durchsuche weder X-Hundert oder Tausend Suchergebnisse und nutze keine KI, schon gar kein Google (andere Mütter haben auch schöne Töchter)

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ein Beispiel aus der Praxis (Elektronik).

    Man kann eine KI fragen, sie soll einen Schaltplan für irgendeine elektronische Schaltung erzeugen. Das macht die KI auch, doch fast alles was ich bisher gesehen habe, war bereits auf den ersten Blick als nicht funktionsfähig erkennbar. Hätte man nun als Laie solche Schaltungen aufgebaut, dann hätte man wohl viel Zeit in Fehlersuche investiert, weil die Schaltung nicht funktioniert. Man kommt ja im Vertrauen auf die KI erst einmal nicht auf die Idee, dass die Schaltung gar nicht funktionieren kann, weil sie einfach falsch ist.

    Bei machen Schaltungen musste man dann schon etwas genauer hinschauen, vor allen Dingen wenn die KI einfach irgendwelche veröffentlichten Applikationsschaltungen kopiert hat. Diese waren grundsätzlich funktionsfähig, aber nicht praxistauglich.


    Ein weiteres Beispiel wäre die Anwendung von CAD Software im Elektronikbereich. Man muss ja nicht nur Schaltpläne zeichnen, sondern daraus auch eine funktionierende Baugruppe konstruieren. Basis ist meist eine Leiterplatte auf der die Bauteile platziert werden. Bereits vor über 30 Jahren gab es Programme mit denen man dann am Bildschirm die Abmessungen der Leiterplatte eingeben und darauf dann die Bauteile platzieren konnte. Danach hat man die Leiterbahnen platziert. Am Ende wurden Produktionsdaten generiert aus denen dann eine Leiterplatte produziert wurde, die dann mit den Bauteilen bestückt wurde.

    Das Platzieren der Bauteile und Leiterbahnen war sehr aufwendig, denn man musste dabei einige Spielregeln einhalten (Leiterbahnbreite, Abstände usw.). Also wurden sogenannten "Autorouter" erfunden, die das anhand von Regeln die man eingegeben hat, erledigt haben. Danach musste man aber noch einen sogenanten Design-Rule-Check vornehmen, denn nicht immer hat das mit der Automatik so richtig geklappt.

    Heute erleichtert KI die Schnittstelle zwischen User und Software, man muss also nicht mehr ellenlange Listen mit Designregeln eingeben, sondern man überlässt das der KI. Auch das Platzieren von Bauteilen wird vereinfacht, es braucht keine Suche in Listen nach den entsprechenden Bauteilen, sondern man sagt der KI in einfachen Worten, welches Bauteil man platzieren möchte (oder welches sie platzieren soll).


    Wie gesagt, die Ki steckt noch in den Kinderschuhen, ich könnte mir aber gut vorstellen, dass diese irgendwann sowohl das Design einer Schaltung, als auch deren praktische Umsetzung übernimmt. Bereits heute gibt es Designs, die ein Mensch alleine nicht mehr bewältigen könnte, das funktioniert nur mit Unterstützung umfangreicher Software. Die Frage die ich mir stelle, was passiert, wenn KI irgendwann in der Lage sein sollte, das alles selbst zu erledigen? Es werden dann unter Umständen elektronische Schaltungen gebaut, deren Details die Menschen gar nicht mehr verstehen können. So lange alles funktioniert ist das kein Problem, aber was passiert wenn diese Schaltung einmal unter bestimmten Umständen nicht mehr funktioniert? Wer sucht und findet dann die Fehler? Welche Folgen hat eine Fehlfunktion?


    Die Softwareleute kennen das sicherlich auch. Irgendwann wurde einmal ein Programm entwickelt, das wächst und wächst, und irgendwann hat die Software einen Umfang (Millionen Zeilen an Code) den kein Mensch mehr überblicken kann. Was kann passieren, wenn so eine Software in kritischen Bereichen (Infrastruktur?) eingesetzt wird?

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  • Es ist ein Riesenunterschied, ob man sich mit 300.000 Suchergebnissen beschäftigen muss oder eine KI scheinbar richtige Antworten gibt. ("Scheinbar" ist das Gegenteil von "anscheinend", nur noch mal als Erklärung, weil es gerne falsch gebraucht wird.

    Natürlich, aber wenn man der KI, z. B. "Gemini" von Alphabet die richtigen Fragen stellt, führen die Ergebnisse zu den gleichen Quellen, wie die klassische Suche mit Google ohne KI.

    Bleiben wir mal bei "scheinbar" und "anscheinend". Bis Du es erwähnt hast, war mit der unterschied nämlich tatsächlich nicht bewusst. Du hast in obigem Zitat also für mich die These aufgestellt, dass es aus semantischer Sicht einen Unterschied zwischen "scheinbar" und "anscheinend" gibt, während ich mich schon immer gefragt habe, ob es einen Unterschied gibt.

    Stellt man jetzt "Gemini" die Frage, was der Unterschied zwischen "scheinbar" und "anscheinend" ist, ergibt sich folgende Antwort in der KI-Übersicht von Google:

    Die KI-Übersicht bestätigt Deine These. In der Zusammenfassung ist eine Büroklammer als Link zur entsprechenden Quelle angegeben. Diese Quelle verweist auf einen Beitrag auf der Webseite des Duden-Verlags, in dem der Unterschied zwischen "scheinbar" und "anscheinend" erklärt wird. Es reicht mir also ein Klick und ich lande bei einer Quelle, die ich auf Grund meiner Lebenserfahrung als seriös einschätzen kann. Als zweite Quelle wird auf die Gesellschaft für deutsche Sprache verwiesen. Erst die dritte und vierte Quelle der Zusammenfassung würde ich auf den ersten Blick als weniger seriös ansehen (die 3. Quelle verweist auf "lernhelfer.de", eine Webseite die ich nicht kenne, die 4. Quelle auf ein Youtube-Video, bei denen man ohne sie angesehen zu haben, nie sagen kann, ob die Informationen seriös sind oder ob da jemand den größten Mist erzählt).


    Die klassische Google-Suche liefert folgendes Bilde:

    Der erstes Treffer ist wiederum der Duden und entsprechend als Seriös einzuordnen. Der zweite Treffer verweist auf die Uni Regensburg, der 6. Treffer auf die GfdS. Auf den ersten Blick, ohne mich jetzt näher damit beschäftigt zu haben, scheinen die ersten sechs Treffer mindestens vier seriöse Quellen zu liefern, allerdings muss ich die Treffer erst lesen, um den Unterschied zu erfahren, weil die Snippets von Google nicht immer vollständig sind. Mit der KI habe ich in diesem Beispiel also tatsächlich Zeit gespart und der Aufwand, die Seriösität der Quellen zu beurteilen hat sich noch in Grenzen gehalten. Natürlich wird das bei komplexeren Themen entsprechend schwieriger. Dann wird es aber auch bei der klassischen Google-Suche ohne KI deutlich schwieriger...

    Liegt vielleicht an meinem Suchverhalten. Oder am Alter. Oder an meinem mißtrauischen Wesen. Aber ich durchsuche weder X-Hundert oder Tausend Suchergebnisse und nutze keine KI, schon gar kein Google (andere Mütter haben auch schöne Töchter)

    Die Abneigung gegen Google kann ich - insbesondere mit Blick auf den Datenschutz - ja durchaus nachvollziehen. Es ist aber leider so, dass Google immer noch die besten Suchergebnisse liefert. Bleiben wir mal bei obigem Beispiel mit "scheinbar" und "anscheinend". Die Suche mit "duckduckgo" nach dem Unterschied zw. "scheinbar" und "anscheinend" liefert folgendes Ergebnis:

    Der einzige der ersten vier Treffer, den ich auf anhieb als seriös einstufen würde und dem ich überhaupt folgen würde, wäre der erste Treffer, der auf den Duden verweist. Ansonsten wäre ich mir auf Anhieb nicht sicher, ob ich den Links überhaupt folgend wollte...

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)


    Rings um euch liegt die weite Welt: Ihr mögt euch einzäunen, aber euer Zaun wird sie nicht fern halten. (J.R.R. Tolkien, Derr Herr Der Ringe, Erster Teil: Die Gefährten)

  • Liegt vielleicht an meinem Suchverhalten. Oder am Alter. Oder an meinem mißtrauischen Wesen. Aber ich durchsuche weder X-Hundert oder Tausend Suchergebnisse und nutze keine KI, schon gar kein Google (andere Mütter haben auch schöne Töchter)

    Ich kann das zwar nachvollziehen, doch wenn ich nur ein einziges Kochbuch verwende, dann werde ich auch nie erfahren, ob es noch bessere Speisen gibt. Das nannte man früher auch betriebsblind, und hat schon dafür gesorgt, dass so manche Firma vom Markt verschwunden ist.


    Wir haben heute die Möglichkeit, dass wir auf eine Unmenge an Informationen zugreifen können, an sich viel zu viel für unser menschliches Gehirn. Wir benötigen also Helferlein die uns dabei unterstützen.

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  • doch wenn ich nur ein einziges Kochbuch verwende,

    :grinning_squinting_face: Duckduckgo verwendet nach eigenen Angaben u.a. Suchergebnisse vom Gockel ohne die Datensammelwut zu unterstützen ;)


    wenn ich nur ein einziges Kochbuch

    Ich sag ja nicht, dass ich in keine anderen reingeschaut habe (um im Bild zu bleiben), aber die Rezepte, die mir schmecken, sind in allen drin. In einem mit zwei Gramm Salz, im anderen mit einer gehäuften Messerspitze. Unterschied = keiner.

    Da reduzier ich lieber den Papierverbrauch. Und lebe salzarm. Ist(s) auch gesünder. :face_with_tongue:

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  • Ich dachte dabei nicht nur an die Suchmaschine, das wäre ja noch relativ einfach, sondern auch an das Thema dieses threads, KI. Oben hatte ich schon geschrieben, dass es nicht "die" KI gibt, es gibt viele Modelle und sehr viele Anwendungsbereiche. Man sollte sich immer möglichst umfassend informieren, so schwer es einem auch fällt, denn das kostet eine Unmenge an Zeit. Ansonsten läuft man Gefahr, dass man einseitig informiert wird.

    Für die praktische Arbeit, also nicht nur die Suche nach Antworten auf irgendeine Frage, muss man sich schon überlegen, welches KI Modell man befragt.

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  • saibot2107, für das Beispiel "anscheinend" und "scheinbar" brauche ich keine KI, dafür liefert jede beliebige Suchmaschine das richtige Ergebnis. Schade um die Energie für das Rechenzentrum.


    Ich musste mich bis jetzt ein Mal mit E-Mails von Bauherren herumschlagen, wo die KI z.B. hinsichtlich Brandschutz und Schottung für Schächte im EFH offensichtlichen Unsinn geliefert hat, den ich dann wieder per Mail und telefonisch aus der Welt schaffen musste. Möglicherweise hätte die KI bei Angabe des Bundeslandes und noch ein paar Konkretisierungen auch richtige Aussagen getroffen. Damit sind Laien aber überfordert. "Shit in - shit out" gilt auch für die KI.


    Ich fürchte, das wird noch zunehmen, sowohl auf Laien- als auch auf Kollegenseite ("digital natives" :rb: ), siehe Skeptiker in #1.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Ah....jetzt hab ich's kapiert.


    Ja, das ist tatsächlich sehr ärgerlich. Ich habe (oder fast hatte) eine vergleichbare Bauherrin, die täglich mit neuem Wissen irgendwelcher selbsternannter "Experten" am Start war. Das wurde ihr von dem gesagt, jenes von einem anderen. Alles Experten. Das dann immer alles zu entkräften war sehr anstrengend. Ist das eigentlich eine Grundleistung in der HOAI?

  • Schottung bei EFH???? Ist das bei Euch so?

    Vorsicht bei der Interpretation! Die Aussage von Thomas T. war lediglich:

    ... herumschlagen, wo die KI z.B. hinsichtlich Brandschutz und Schottung für Schächte im EFH offensichtlichen Unsinn geliefert hat, den ich dann wieder per Mail und telefonisch aus der Welt schaffen musste.

    saibot2107, für das Beispiel "anscheinend" und "scheinbar" brauche ich keine KI, dafür liefert jede beliebige Suchmaschine das richtige Ergebnis. Schade um die Energie für das Rechenzentrum.

    Man könnte es aber auch einfach wissen - aus dem vorherigen Leben / Erfahrung / einfach Wissen halt. (Ich habe es irgendwann in der gymnasialen Oberstufe verstanden.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Man könnte es aber auch einfach wissen - aus dem vorherigen Leben / Erfahrung / einfach Wissen halt.

    Wissen ist Macht, nichts wissen macht nichts (Volksweisheit der Stupiditas-Natives).


    Wissen wird überbewertet. Dafür gibt es doch jetzt die KI! :yeah:

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Ich suchte mal nach Rohbauwerten in BaWü für einen Bauantrag - analog zur niedersächsischen Verfahrensweise.

    Die angebliche "KI" kam tatsächlich mit Ergebnissen und sogar einem Link.

    Dumm nur dass die Quelle sich im Text auf NRW bezog.

    Die passenden Suchbegriffe [pl.] hatte ich eingeben.


    Ergebnis: Es gibt keine "Rohbauwerte" (analog NdS.)


    Ich hätte erwartet, dass die KI das auch so beantwortet.

    Stattdessen:



    Ich hatte auch mal nach der Pauschale "Verpflegungskostenmehraufwendungen" gesucht und bekam als Ergebnisse "15€".
    Ja - die wurden mal diskutiert, aber nie angewendet.


    Von daher nehme ich nur noch als Suchergebnisse reine Webseiten und i.d.R. die üblichen Verdächtigen.


    Wir sind also wieder da angekommen, wo wir in den frühen 90ern gestartet sind - mit eigenen Listen vertrauenswürdiger und informativer Webseiten.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Ich kenne nur die Erzählung von einer befreundeten Bibliothekarin, dass sie sich immer mehr mit halluzinierender KI herumschlagen müssen, in der Form, dass bei ihnen Bücher von Autoren gesucht würden, die diese nie geschrieben haben. Es gab sogar mal einen Artikel dazu, müsste ich mal suchen.

    Ich nenne halluzinierende KI lieber fabulierende KI.


    Das Problem ist aber nicht die KI selbst, sondern wie leider zu oft, sitzt es hinter dem Bildschirm. Wer Aussagen von KI bare Münze nimmt ohne Quellenangaben…

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Hier ist er-> https://www.derstandard.at/sto…-weil-ki-buecher-erfindet


    Dazu noch ein weiteres Problem: Mithilfe von KI werden ganz schnell Bücher geschrieben - mit zweifelhafter Qualität, aber verdammt schnell.


    Bücher von der KI – Wie sich der Buchmarkt verändert
    Zunehmend drängen KI-generierte Kinderbücher auf den Markt. Sie haben die immer gleichen Erzählmuster und Stereotype. Auch Reiseführer kriegen KI-Konkurrenz.…
    www.swr.de

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Als ich früher zum ersten Mal mit den Fragestellungen der Baustelle konfrontiert wurde, gab es noch keine KI. Googeln war ganz frisch. Zumindest für mich. Also habe ich folgendes gemacht: ich habe meine Informationen bei Menschen in meinem Umfeld gewonnen. Baumarktmitarbeiter ( :face_with_tears_of_joy: ), Verkäufer in Fachgeschäften ( :lach: ) und Handwerker ( :bier: ) befragt. Auch hier waren die Ergebnisse manchmal hervorragend, manchmal völliger Stuss und manchmal völlig widersprüchlich. Also wie bei "meiner" KI. Der Vorteil ist, ich kann sie zuhause nutzen, kann immer wieder das selbe aus verschiedenen Blickwinkeln fragen und sie bleibt immer freundlich und wird nicht passiv aggressiv, was sie auch positiv von manchen Foristen abhebt ;) .

    Aber ja, sie steckt in den Kinderschuhen. Man denke mal an die Staubsaugroboter vor 10 Jahren ...

    Jedenfalls sehe ich sie als "Suchmaschine 2.0" und hier entscheidet einfach auch die Nutzungs- und Quellenkompetenz des Anwenders.

    Ich finde das Thema teils erschreckend, teils unheimlich spannend. Wie bei allem gesellen sich hier Segen und Fluch und in wenigen Jahren fallen sicher viele Jobs weg, weil die KI einfach kompetenter und schneller ist. Man stelle sich vor, wir warten seit 6 Monaten auf unseren Grundbucheintrag. Zeit, dass eine KI den Job macht.

  • Ja schlimm was sich da entwickelt. Da werden Sachbücher mit falschem Inhalt geschrieben und auf den Markt geworfen. Die Gefahr ist groß, dass dadurch eine Generation heran wächst die nur Schwachsinn aufnimmt, Dinge die unwahr sind, Dinge die nicht funktionieren, man gibt sich in Gefahr, weil die Inhalte völlig falsch sind, man verliert dadurch viel Geld, weil man sich auf die Inhalte verlässt und so Geld versenkt usw. Wie wird wohl ein Haus aussehen, das von einer KI entworfen und der Bau nach ihrer Meinung erstellt wird? Da wird ein unzulängliches Produkt auf die Menschen los gelassen und man beruft sich darauf, dass ja jeder selber für sich verantwortlich ist. Die KI richtet derzeit mehr Schaden an als sie wirklich nützt, zumindest bei diesen Chat Modellen. Sie hilft aber in Fachanwendungen, wenn es darum geht diese zur Unterstützung zu verwenden. Aber darüber hinaus ist es noch nutzloser Unsinn. Viele beschweren sich, dass die Google Ergebnisse ohne KI früher besser waren. Die KI hat es verschlimmbessert. Was nutzen mir KI Ergebnisse, wenn ich die eh überprüfen, also selber recherchieren muss? Der Umweg über die KI ist doch völlig unnütz und verschwendet dazu auch noch viele Resourcen und Energie. Ich verstehe diese Begeisterung einfach nicht. Und die Studien aus den USA was die KI für die Betriebe gebracht hat spricht auch Bände, nämlich nichts. Viel Luft um nichts. Diese Blase wird demnächst platzen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ja schlimm was sich da entwickelt. Da werden Sachbücher mit falschem Inhalt geschrieben und auf den Markt geworfen. Die Gefahr ist groß, dass dadurch eine Generation heran wächst die nur Schwachsinn aufnimmt, Dinge die unwahr sind, Dinge die nicht funktionieren, man gibt sich in Gefahr, weil die Inhalte völlig falsch sind, man verliert dadurch viel Geld, weil man sich auf die Inhalte verlässt und so Geld versenkt usw. Wie wird wohl ein Haus aussehen, das von einer KI entworfen und der Bau nach ihrer Meinung erstellt wird? Da wird ein unzulängliches Produkt auf die Menschen los gelassen und man beruft sich darauf, dass ja jeder selber für sich verantwortlich ist. Die KI richtet derzeit mehr Schaden an als sie wirklich nützt, zumindest bei diesen Chat Modellen. Sie hilft aber in Fachanwendungen, wenn es darum geht diese zur Unterstützung zu verwenden. Aber darüber hinaus ist es noch nutzloser Unsinn. Viele beschweren sich, dass die Google Ergebnisse ohne KI früher besser waren. Die KI hat es verschlimmbessert. Was nutzen mir KI Ergebnisse, wenn ich die eh überprüfen, also selber recherchieren muss? Der Umweg über die KI ist doch völlig unnütz und verschwendet dazu auch noch viele Resourcen und Energie. Ich verstehe diese Begeisterung einfach nicht. Und die Studien aus den USA was die KI für die Betriebe gebracht hat spricht auch Bände, nämlich nichts. Viel Luft um nichts. Diese Blase wird demnächst platzen.

    Die KI muss sich in Wechselwirkung mit den Nutzern entwickeln, und die Nutzer in Wechselwirkung mit der KI. Wie eigentlich alles.

    Darüber hinaus ist der rechtliche Rahmen ja auch noch in der Entwicklung, bzw fehlt noch völlig.

    Ich höre zum Beispiel sehr gerne spezifische Podcasts von bestimmten Personen und es wird immer schwerer die Originale auf Youtube zu finden, da KI generierte Stimmenimitate den genannten Personen allerlei Blödsinn in den Mund legen. Da wären wohl aktuell Gesetzesentwürfe in der Mache die eine Art Urheberrecht für die eigene Stimme gewährleisten sollen. Sagt meine KI. :face_with_tongue:

  • In Nds GIBT ES Rohbauherstellungskosten


    Siehe z.B, hier

    Achtung Werte für 2025. Ggf. aktuelle Werte unter Baugebührenordnung suchen


    In den Amtlichen Ministerialblätter steht: Ich zitiere "Rohbauwert".

    Der Rohbauwert ist ja i.d.R. nicht gleich den Rohbauherstellungskosten.



    Ja - die neuen Fundorte der Rohbauwerte hat sich geändert. jetzt bei W.K.


    Heißen aber immer noch Rohbauwerte (hier die 2024er Version).


    Der Hinweis ist aber wichtig. Danke für's erwähnen. Das hat damals eine Menge Zeit für die Suche gekostet.

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)