schon wieder... Gefälle für bodengleiche Dusche

  • Guten Tag,

    Wie ich hier im Forum sehe gibt es ja wohl doch einige Probleme mit der Ablaufleistung einer (bodengleichen) Dusche, die aber meist erst nach Abschluss der Bauarbeiten erkannt bzw. bemerkt werden. Also mit Siphon jetzt.

    Daher frage ich vorher lieber mal nach, ok?


    Es geht um die Dusche (gelbes Quadrat) bzw. das Gefälle (…) für deren Ablauf (pink).

    Die Dusche steht in der Ecke und erhält eine Abtrennung ringsum mit absenkenden Türen.


    Laut Abwasserleitfaden von Geberit soll das 1% betragen (an Stelle von 0,5% Mindestmass wegen Ablesefehler).

    Soweit so gut.

    Interessant für mich ist der Grund, warum die pinke Sammelleitung NICHT (wie eingezeichnet) unten in die DN100/50-Reduzierung eingeführt werden soll, sondern ganz oben bzw. in der Mitte. Wenn mir das mal jemand erläutern kann – sehr gerne auch als Link.

    Ich hatte unten eingeplant weil die OKF so gering wie möglich ausfallen soll.

    Das braune DN100 Rohr, den 90° Bogen rechts und den Abzweig (stromaufwärts) kann ich leider nicht verändern ohne den gesamten Beton rauszureissen.

    Ganz links unten geht’s noch einen Meter runter und dann in die biologische Grube (wir sind nicht ans Abwasser angeschlossen). Eine Hebeanlage ist nicht vorhanden.

    Für das Haus kann ich noch folgendes ermitteln.

    Qww = K x SQR(sum(DU))

    2xWT + 2xWC + 1xDusche + 1xBW + 1xSpüle/GS + 1xWM

    1,0 + 4,0 + 0,6 + 0,8 + 0,8 + 0,8 = 8; SQR(8) = 2,8; 0,5 x 2,8 = 1,4l/s (Qww)

    Wofür ich diesen Wert brauche ist mit nicht ganz klar.

    Das Haus wird regelmässig von 2 Personen bewohnt, bei Besuch sinds auch mal 10 Personen.


    Ich nehme weiterhin an, dass es sich bei der Entwässerung um eine belüftete handelt – eine Dachbelüftung ist oberhalb des grünen Abzweigs herausgeführt.


    Wenn ich die pinke Leitung in DN50 bei 1% Gefälle ausführe müsste alles richtig sein oder habe ich etwas übersehen?


    Mit meinem Elektrikerwissen komme ich da nicht weiter.


    Mir ist klar, dass die Dusche nur über die Schwerkraft minus Überwindung der Sperrwasserhöhe ablaufen kann. Da wir sparsam duschen sehe ich da kein rechnerisches Problem, aber eine Ablaufsimulation konnte ich nicht finden. Aber die Berichte über überschwemmte Fussböden geben mir zu denken.


    Würde eine irgendwie ausgeführte Belüftung hinter der Dusche etwas ändern?


    Was meinen die Experten?


    Dankeschön!

  • unten in die DN100/50-Reduzierung eingeführt werden soll, sondern ganz oben bzw. in der Mitte. Wenn mir das mal jemand erläutern kann

    Zur Verhinderung des Schweerstoffstoffeintrags (Rückströmung).


    Ja - passiert sonst. Und ja - sonst riechts zumindest unangenehm in der Dusche

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Zur Verhinderung des Schweerstoffstoffeintrags

    Aah - das macht Sinn. Mir wurde etwas von Luftabschluss und dadurch vermindertem Durchfluss erzählt.
    Auch wenn' s bei mir ja in den gesamten braunen DN100 gestaut sein müsste, bis sich dort etwas ansammelt, aber Danke!


    Und für den "Duft" wäre ein leerer Siphon nötig, oder?

  • Ich nehme weiterhin an, dass es sich bei der Entwässerung um eine belüftete handelt

    Die Belüftung an der Dusche (hellblau) könnte man an sich einsparen (< 4m etc.).

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  • Ja, die hellblaue Belüftung war auch optional gedacht. Der Siphon selbst hat ja keinen Anschluss für sowas.


    Ich meinte erstmal die über das gerade Fallrohr nach oben übers Dach.

  • Der Fallstrang ist belüftet, doch der macht noch keine komplette Entwässerung aus. Sammel- oder Einzelanschlussleitungen darf man jedoch unbelüftet verlegen, wenn bestimmte Bedingungen eingehalten werden (Gefälle, Länge usw.).

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  • darf man jedoch unbelüftet verlegen, wenn

    Ja genau. Einzel- bzw. Sammelanschlussleitung (pink) max 4m bei 1%.


    wie hier beschrieben waren diese Werte ja wohl im Rahmen, aber die Dusche lief mit Siphon über, ohne nicht.

    Daher die Idee mit der indirekten Nebenlüftung (hellblau).


    Bevor man den Fussboden wieder öffnet.

  • Auch wenn es darum nicht geht: Mir als hydraulischem Laien mit Viertelwissen kommen die 1.500 mm mit 65 mm Gefälle (rote Ellipse)



    etwas steil vor. Oder irre ich da, chieff ?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Das Problem in dem verlinkten thread lässt sich in meinen Augen mit einer Belüftung nicht lösen.

    Entfernt man dort den Siphon, dann läuft das Wasser besser ab, aber nicht wegen der Belüftung, sondern weil der Widerstand des Sperrwasser nicht überwunden werden muss.

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  • etwas steil

    genau genommen sind es 65mm vom untersten Winkel rechts bis zum 90°-Bogen nach unten ganz links. Kann ich aber nicht ändern, weil alles im Beton liegt. Gesehen hab ich das nicht aber mit nem Laser ausgemessen. Nur an die beiden Winkel kam ich durch buddeln ran.

    der Widerstand des Sperrwasser nicht überwunden werden muss

    Aha - hier fehlen mir sämtliche hydraulische Kenntnisse.
    Wie gesagt - rein rechnerisch hat die Dusche 0,3l/s, der Viega-Siphon schafft wohl 0,55l/s und das 50er Rohr (der Siphon hat ja DN40/50 Winkel dabei) sollte das auch schaffen.


    Ich hab jetzt nicht alle betreffenden Threads gelesen, aber bei den meisten fehlte doch irgendwie die "Auflösung" des Rätsels...


    Und: der Klempner, der das hier alles eingebaut hat (inklusive eines negativen Gefälles von 80mm bei der Badewanne - mittlerweile behoben) ist mir halt ein wenig suspekt...

  • Solche Rätsel werden nur dann wirklich gelöst, wenn sich User mit ihren Ergebnissen zurückmelden.


    Probleme mit der Ablaufleistung tretn vor allen Dingen dann auf, wenn an versucht möglichst flache (bodenebene) Duschen einzubauen, auch wenn das aufgrund der Rahmenbedingungen an sich nicht möglich ist. da wird dann getrickst, auch von den Herstellern, um doch noch etwas "passendes" anbieten zu können. In Verbindung mit einem Duschkopf der als Wasserfall mehr Wasser liefert als früher 3 komplette Duschen, ist der Ärger dann vorprogrammiert.

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  • getrickst, auch von den Herstellern,

    Naja, ob die Abflusswerte des Siphons stimmen könnte man dann nachvollziehen, wenn der Hersteller den Versuchsaufbau transparent macht. Ich kann ja mal einen Eimer opfern und messen, was der wirklich schafft, aber bei Viega fühlte ich mich eigentlich schon gut aufgehoben.

    Und ne Regendusche wirds bei uns nicht.


    Ja, und dass die Leute nicht zurückmelden, was des Rätsels Lösung war kann auch an diesen Leuten liegen.