Asbesthaltige Flex-Floor Platten entfernen lassen

  • Hallo zusammen,


    wir wollen eine Kellerwohnung wieder in Betrieb nehmen. Küche, Bad, Wohnzimmer. Ich habe nun den Bodenbelag und den Kleber auf Asbest testen lassen. Der Bodenbelag ist asbesthaltig, der Kleber glücklicherweise nicht. Zwar sind die Platten optisch unbeschädigt, da wir aber hin und wieder Wasser im Keller hatten, kommt ein schwimmendes überbauen nicht in Frage, so dass der Boden raus muss.


    Das mache ich nicht selbst. Daher meine Frage, worauf ich achten muss und ob ich alles richtig bedenke.


    1. Das Unternehmen, das den Boden entfernt, muss einen TRGS-519-Sachkundenachweis vorweisen können.

    2. Alles muss dann entsprechend dicht gemacht werden (Türspalten, offene Treppe ins Erdgeschoss etc.).

    3. Der Boden muss abgeschliffen werden, da Fasern aus den Bodenplatten im Kleber haften bleiben können.

    4. Eine Raumluftmessung nach Abschluss der Arbeit sollte erfolgen.


    Ist das korrekt? Übersehe ich noch etwas?


    Es geht um ca. 70m². Was darf/kann/sollte das Entfernen kosten?


    Morgen schaut sich das kurzfristig jemand an und ich möchte gut auf den Termin vorbereitet sein.


    Besten Dank schon mal!


    Printe

  • Eine "gute Vorbereitung" einer Schadstoffsanierung ist deren fachkundige Planung, welche mit der genauen Beschreibung der benötigten Leistungen und darauf basierend der Einholung von dann vergleichbaren Angeboten endet.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Damit kein Staub unkontrolliert (trotz Abkleben) über Wanddurchbrüche, Rohr- oder Kabeldurchführungen etc. in andere Räume eindringt bzw. durch Lüfter (Herd/Bad) oder u.U. durch Unterdruck im Haus (Fenster / Tür offen) angesaugt wird, sollte geprüft werden, inwieweit eine Luftabsaugung mit Filterung des zu bearbeitenden Bereiches möglich bzw. sogar erforderlich ist.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Eine "gute Vorbereitung" einer Schadstoffsanierung ist deren fachkundige Planung, welche mit der genauen Beschreibung der benötigten Leistungen und darauf basierend der Einholung von dann vergleichbaren Angeboten endet.

    Ich trage nach: Als Architekt schlage ich für Schadstoffsanierungen meinen Bauherrn immer die Beauftragung eines externen Schadstoff-Sanierungs-Gutachters und dann -Planers, hilfsweise eine entsprechende zusätzliche Fachplanungsbeauftragung an mich vor, die ich dann extern unterbeauftrage. Das Themengebiet ist hochkomplex, die Gesetzgebung ständigen Änderungen unterworfen und die Ausführenden sind ein spezielles Völkchen, dem viele negative Eigenschaften nachgesagt werden. Nach inzwischen 5 Projekten, davon 3 größeren (Auftragssummen ab 100.000 €) würde ich das niemals selbst verantworten wollen - das habe ich nicht gelernt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Besten Dank schon mal!


    Habe jetzt noch ein wenig recherchiert. Da der Kleber nicht asbesthaltig ist, ist ein Abschleifen der Böden nach Entfernen der intakten Floor-Flex Platten nicht nötig, was Kosten und Sauerei deutlich senken würde. Korrekt?


    Abkleben und Unterdruck erzeugen bleibt aber trotzdem Pflichtprogramm und ist kein Overkill? Habe nämlich ein wenig Sorge bzgl. besagtem "speziellen Völkchens".

    Da muss also jemand – laut Gesetz/Vorschrift – in voller Montur anrücken, alles dicht machen und irgendwo sauber absaugen, auch wenn die Platten easy zu lösen sein sollten?


    Würde den Boden nach Ablösen der Platten dann nur nivellieren und versiegeln lassen. Falls ich eines Tages wieder Geld übrig haben sollte, kann ich ja noch immer etwas Schönes drauf kleben. Auch richtig?


    Habe nämlich aktuell nicht das Geld, um den Keller wirklich wetterfest zu machen, wie ich heute erfahren habe. Tiefbau und elektrische Rückstauklappe sind finanziell nicht drin. Werden also drei Rückstauklappen im Haus, so dass die Gefahr bleibt, dass Wasser über die Außentreppe reinkommt. Werde ich wohl etwas in den Außentürrahmen einsetzen für Notfälle. Ist aber eine weitere Baustelle. Nur als Rechtfertigung für meine Billiglösung-Idee.

  • Woher weißt Du ob der Kleber nicht asbesthaltig ist? Ist dieser wesentlich neuer als das Haus? Was ist mit dem Estrich? Ohne es untersucht zu haben weiß man das nicht.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Was Pflichtprogramm ist, lässt sich erst sagen, wenn klar ist, welche Schadstoffe vorhanden sind. Wenn ein Schwarzbereich abgeschottet und unter Unterdruck gearbeitet werden muss, ist der Zugang nur in Schutzkleidung und über eine Schleuse möglich. Die Unterdruckhalteanlage ist mit Filtern auszustatten.


    Der Ausbau des Schadstoffes wird je nach Schadstoff oft mit einer Dekontamination des gesamten Schwarzbereichs abgeschlossen. Das ist nach meiner Beobachtung bei Faserbelastungen eine Feuchtreinigung aller Oberflächen des Schwarzbereichs und ggf. eine Freimessung.


    Verpackung, Abtransport und legale und dokumentierte Entsorgung nicht vergessen.


    All das kann man nicht am Vortag einer Angebotseinholung in einem Forum untersucht und erklärt bekommen! Der Zeitraum zwischen Anfrage an ein Fachplanungsbüro und Abschluss der Sanierung ist eher in Monaten zu messen als in Tagen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielen Dank für die Hinweise. In meinem konkreten Fall ist der Schadstoff allerdings klar benannt: Floor-Flex-Platten mit bekanntem Asbestanteil. Der Kleber darunter wurde bereits geprüft und ist asbestfrei.

    Mir ist bewusst, dass man theoretisch immer weitere Eventualitäten diskutieren kann, aber irgendwo muss man die Abgrenzung auch praxisnah halten – zumal nach aktueller Planung der Untergrund unter den Floor-Flex-Platten unangetastet bleibt.

    Ich warte nun erst einmal den Vor-Ort-Termin ab. Sollte der Betrieb keinen Sachkundenachweis haben oder das Thema Arbeitsschutz nicht ernst nehmen, werde ich den Auftrag nicht vergeben. Ansonsten gehe ich davon aus, dass ein erfahrener Fachbetrieb die notwendigen Maßnahmen angemessen einschätzen kann.

    Danke nochmals für die Anregungen!

  • Zwischenbericht: Der Bodenleger wollte kapseln indem er CV-Boden fest verklebt. Könnte mir vorstellen, dass das Entfernen dann eines Tages nur unnötig aufwändiger wird und fest verkleben auf Asbest kommt mir auch so vor, als könnte es rechtliche Grauzone sein.


    Habe heute zwei Angebote zur Entfernung eingeholt, die exakt identisch waren. Der Fall, Asbestplatten ohne Asbestkleber, ist wohl extrem selten, aber erwartungsgemäß ein großer Vorteil. Beide Asbestsanierungsunternehmen kamen auf knapp 30€ pro m² für Entfernung und Entsorgung. Vorher kommt nochmal jemand vorbei und schaut sich mitunter an, ob meine Probenentnahme repräsentativ war, was mir nur recht ist. Hoffe ich mal, dass es keine Überraschungen mehr gibt.


    Am Ende – Stand heute – kein finanzieller Super Gau und mein Sohn kann das Haus eines Tages vielleicht als asbestfrei verkaufen. Sofern ich Paraspaten nicht doch nochmal fündig werde...