Neuer Heizkörper "trötet"

  • Frohes Neues liebe Foristen!

    Kurz vor Weihnachten wurden bei uns neue Heizkörper eingebaut (es gilt die Heizfläche für Wärmepumpe zu vergrößern). Verbaut wurde aus der neuen Kermi Serie u.A. ein 150/600/900 Typ33 der nun Probleme macht.

    Bis Stufe 2 bleibt er erstmal kalt. Wenn ich darüber gehe kommt irgendwann ein Punkt, an dem der Thermostatkopf laut anfängt zu tröten. Irgendwas kommt da drin in Resonanz bzw Vibration scheint mir.

    Wenn ich ein wenig weiter drehe verschwindet das Geräusch, tritt aber irgendwann erneut auf. Gerne auch mal nachts :wall:. Wenige Millimeter verstellen beheben das Geräusch wieder kurzfristig. Nein, Vor- und Rücklauf sind nicht vertauscht. Die zwei weiteren HK im Raum, am selben Strang, funktionieren in jeder Stellung problemlos. Der Installateur hat den Regler schon getauscht um Schmutz oder Beschädigung auszuschließen.

    Kennt jemand das Phänomen? Mein Installateur (und ein weiterer den ich befragt habe) kennt es nicht....

    Mir scheint es muss an den Strömungsverhältnissen liegen. Ich wollte jetzt ungern den hydraulischen Abgleich abwarten da dieser erst gemacht wird, wenn die neue Heizung eingebaut wird, da in diesem Zuge noch ein paar Ventile/Thermostatköpfe aus dem alten HK Bestand getauscht werden.

    Zunächst bleibt er jetzt mal aus, es hängen noch zwei weitere im Raum die mit der aktuellen TempVL noch genug Wärme abgeben. Aber blöd is schon.

    Vielleicht hat jemand Kenntnis und eine Lösung?


    Vielen Dank und einen guten Start ins WE!

  • an dem der Thermostatkopf laut anfängt zu tröten. Irgendwas kommt da drin in Resonanz bzw Vibration scheint mir.

    Wenn ich ein wenig weiter drehe verschwindet das Geräusch, tritt aber irgendwann erneut auf.

    Strömungsgeräusch am Ventil? Wenn das Ventil nur geringfügig geöffnet ist kann es zu einem "Pfeifen" kommen. Öffnet man das Ventil weiter (Thermostatkopf) dann verschwindet das, kommt aber beim automatischen Schließen des Ventils wieder, bis das Ventil ganz geschlossen ist. Ich setze hierbei voraus, dass die Rücklaufverschraubung komplett offen ist.


    Schau mal nach der Einstellung des Ventils (Stichwort hydraulischer Abgleich). Evtl. ist auch die Heizkreispumpe zu hoch eingestellt.


    Es gibt strömungsoptimierte Ventile bei denen das nicht auftreten sollte.

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  • Regler(kopf) [das, was jeder tauschen kann] oder Ventilunterteil [das, wofür man Werkzeug braucht und wo Wasser kommt]


    Wenn nur Regelkopf, mal Ventilunterteil tauschen lassen

    Mit Regler meinte ich den Thermostatkopf, also das was (fast) jeder tauschen kann. Da wo ich dran drehe. Und da kommt auch das "tröten" her.

  • Strömungsgeräusch am Ventil? Wenn das Ventil nur geringfügig geöffnet ist kann es zu einem "Pfeifen" kommen. Öffnet man das Ventil weiter (Thermostatkopf) dann verschwindet das, kommt aber beim automatischen Schließen des Ventils wieder, bis das Ventil ganz geschlossen ist. Ich setze hierbei voraus, dass die Rücklaufverschraubung komplett offen ist.


    Schau mal nach der Einstellung des Ventils (Stichwort hydraulischer Abgleich). Evtl. ist auch die Heizkreispumpe zu hoch eingestellt.


    Es gibt strömungsoptimierte Ventile bei denen das nicht auftreten sollte.

    Ein Pfeifen ist es nicht wirklich. Eher ein vibrierendes tröten. Man kann es gezielt ansteuern indem man die ungünstige Einstellung "sucht". Allerdings ist es nicht immer die selbe, sonst könnte man sie ja markieren und einfach vermeiden. Es würde mich nicht wundern wenn die Pumpe zu hoch eingestellt ist. Wir haben die Heizkreise wesentlich optimiert in Strecke und Verlauf. Und eben die Heizflächen vergrößert, was natürlich auch etwas ändert. Es ist in dem Raum der erste HK am Strang. Ob das was aussagt?

    Ich geb die Prognosen mal weiter an den Installateur. Vielen Dank!

  • Bei einem Klappern/Vibrieren würde man an vertauschte Anschlüsse denken, das passt aber nicht so richtig zu Deiner Beschreibung. Denkbar wäre natürlich, dass es zu einer Resonanz kommt, dann ist das aber die Folge und nicht die Ursache der Geräusche.


    Man kann es gezielt ansteuern indem man die ungünstige Einstellung "sucht". Allerdings ist es nicht immer die selbe, sonst könnte man sie ja markieren und einfach vermeiden.

    Der Bereich in dem dieser Effekt (Pfeifen) auftritt variiert natürlich in Abhängigkeit von der Raumtemperatur. Je nach Thermostatstellung schließt das Ventil bei 19 oder 20 oder 21 oder....°C.


    Bsp.: Thermostat steht auf 3, dann schließt das Ventil bei ca. 20°C. Im geschlossenen Zustand pfeift es nicht. Drehst Du nun auf 4, dann öffnet das Ventil, es pfeift bis das Ventil wieder komplett offen ist, und das Pfeifen wieder verschwindet, und sobald die Raumtemperatur 22°C erreicht schließt das Ventil wieder, und es pfeift. usw. Das passiert analog auch zwischen den Einstellungen 2 und 3 usw. je nach Raumtemperatur.


    Wird der Thermostatkopf entfernt oder manuell komplett geschlossen, dann hört das Pfeifen auf, denn das Ventil ist entweder komplett offen oder halt komplett zu. Schau Dir mal an wie so ein Ventil funktioniert, dann siehst Du wie während des Regelvorgangs der Querschnitt reduziert wird. Das ist der Punkt an dem das "Pfeifen" beginnt.


    Noch zur Erläuterung: Das was ich mit "Pfeifen" beschreibe bedeutet nicht automatisch, dass es sich dabei um einen hohen Ton handelt. Die Tonhöhe ist vom Volumenstrom abhängig. Ich benutze den Begriff an sich nur zur Unterscheidung zu "Klappergeräuschen" die völlig anders klingen, oder "Blubbergeräuschen (Luftbläschen). Bei einem Pfeifen handelt es sich um einen mehr oder weniger konstanten Ton bestimmter Tonhöhe, die Tonhöhe bleibt also über viele Sekunden konstant.


    Um hier tiefer einzusteigen müsste man jetzt wissen was für Ventile verbaut sind.


    Übrigens, dieser Effekt tritt in den letzten Jahren vermehrt auf, nachdem Heizungen im Bestand durch Wärmepumpen ersetzt werden. Wärmepumpen arbeiten an sich mit einem relativ hohen Volumenstrom und geringer Spreizung, und ohne eine hydraulische Entkopplung (Parallelspeicher?) trifft dieser Volumenstrom auf Heizflächen und Verteilsysteme die dafür nicht ausgelegt sind.

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  • Also deine Beschreibung trifft meine Wahrnehmung ziemlich genau. Ich denke, das isses. Aktuell ist ja noch die alte Gastherme dran. Also wäre die Lösung Pumpe regulieren (falls das überhaupt geht) oder ein strömungsoptmiertes Ventil. Richtig?

    Oder macht es Sinn hier an der Voreinstellung des Thermostatkopfs (hydraulischer Abgleich) etwas zu verändern? Aktuell sind alle noch voll offen. Es wäre also ein reduzieren des Stroms möglich. Warum der Heizkörper über 2 überhaupt erst Wasser bekommt während die anderen beiden bereits mollig warm sind...?

  • Man kann es gezielt ansteuern indem man die ungünstige Einstellung "sucht".

    Was Du versuchen könntest, in dieser ungünstigen Einstellung die Rücklaufverschraubung schrittweise etwas zu schließen, und beobachten ob das Geräusch verschwindet. Ein Verändern der Voreinstellung könnte auch helfen, aber wir wissen ja noch nicht, was für ein Ventil verbaut ist.

    Probeweise könnte man auch einfach die Leistung der Heizkreispumpe reduzieren.

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  • Warum der Heizkörper über 2 überhaupt erst Wasser bekommt während die anderen beiden bereits mollig warm sind...?

    Kommt darauf an wie die miteinander verbunden sind.



    Also wäre die Lösung Pumpe regulieren (falls das überhaupt geht) oder ein strömungsoptmiertes Ventil. Richtig?

    Keine Ahnunng was für eine Pumpe bei Dir verbaut ist. Die älteren Modelle konnte man meist in 3 Stufen einstellen. Hier hat man gerne die Leistung etwas höher gewählt damit der (oftmals überdimensionierte) Wärmeerzeuger seine Wärme los wurde. Später kamen dann leistungsgeregelte Wärmeerzeuger auf den Markt und man hat auch elektronisch geregelte Pumpen eingesetzt. Waren diese Pumpen in der Gastherme verbaut, dann konnte man die aus dem Bedienmenü heraus einstellen.


    Oder macht es Sinn hier an der Voreinstellung des Thermostatkopfs (hydraulischer Abgleich) etwas zu verändern? Aktuell sind alle noch voll offen. Es wäre also ein reduzieren des Stroms möglich.

    Ausprobieren. Über kurz oder lang wirst Du die Anlage hydraulisch abgleichen müssen, d.h. die Ventile werden so eingestellt, dass sie nur noch den benötigten Volumenstrom bekommen, und die Heizkreispumpe soll dann auch nur noch so viel liefern um alle Heizkörper ausreichend bedienen zu können.


    Sind alle voreinstellbaren Ventile offen, dann fließt durch die Heizkörper die näher an der Pumpe/Wärmeerzeuger sind ein höherer Volumenstrom als durch die entfernten Heizkörper. Die liefern dann auch nicht mehr ihre Nennleistung, was gerne dazu führt, dass die Pumpenleistung und Heizkurve unnötigerweise nach oben gedreht werden.


    Ich würde zumindest eine grobe Voreinstellung an den Ventilen vornehmen und die Heizkurve und Pumpeneinstellung anpassen.

    d.h. Heizkörper die in räumlicher Nähe zum Wärmeerzeuger angeschlossen sind werden stärker gedrosselt, die entfernten etwas weniger.

    Ohne Berechnung der Auslegung muss man sich auf sein Gefühl und Erfahrung verlassen.

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  • Damit ich keinen Roman schreiben muss:



    Hier sind die Grundlagen des hydraulischen Abgleichs beschrieben, damit man ein grobes Verständnis für dieses Thema bekommt.


    Mir ist auch klar, dass man im Bestand etwas kreativ sein muss, schließlich kann man die Anlage nicht komplett neu aufbauen. Hat man keine Zahlen dann wird es halt schwierig, weil man im Nebel stochert und versucht sich an ein Ergebnis heranzutasten. Das kann funktionieren, kostet aber viel Zeit und Geduld. Eine Heizungsanlage reagiert sehr träge. Wenn ich bei mir die Heizkurve optimiere, dann warte ich min. 24h bis ich die nächste Einstellung vornehme. Das Problem dabei ist, dass wir über einen Winter die meisten Tage mit Temperaturen über 0°C haben, und es gibt nur wenige Tage an denen man die Heizkurve auch bei sehr niedrigen Temperaturen überprüfen und optimieren kann.

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  • Im Prinzip bin ich mit dem hydraulischen Abgleich vertraut. Wir haben unsere erste Immobilie ja auch komplett saniert und mit neuer Heizung/Leitungen/Heizkörpern ausgestattet und einen (geförderten) hydraulischen Abgleich gemacht.

    Da wir eine Heizlastberechnung und Heizkörperauslegung vom Ingenieurbüro haben wird mit dem Einbau der Wärmepumpe bzw. Hybridanlage und dem Tausch der letzten Ventile/Thermostatköpfe auf voreinstellbare Modelle auch ein hydraulischer Abgleich stattfinden.

    Es wäre nur eben gut wenn ich den problematischen Heizkörper diesen Winter schon geräuschlos in Betrieb nehmen könnte, da ich ihn ja auch jetzt schon bezahle und 3 Heizkörper das Wohnzimmer behaglicher erwärmen als 2. Auch wenn die das schon ausreichend hinbekommen.

    Ich werde mich zunächst mal schlau machen wie man das Ventil reguliert und da mal anfangen. Es sei denn meine Installateure, die ja letzten Endes auch verantwortlich sind, kommen mit einer Lösung.

  • Nimm das Datenblatt zu Deinem Ventil, da steht normalerweise wie man das Teil einstellt. Die aufgedruckten/eingestanzten Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, d.h. eine höhere Zahl bedeutet nicht bei jedem Ventil auch einen höheren Durchfluss.


    Du solltest die Anlage zumindest grob einregulieren, dann die Pumpe und Heizkurve anpassen. Bei einer WP wirst Du wahrscheinlich auf einen Kompromiss hin optimieren müssen, denn wie oben schon geschrieben, sind ältere Rohrnetze nicht für einen hohen Volumenstrom ausgelegt. Man wird dann die Spreizung höher wählen, sagen wir mal 7-8K anstatt 5. Heizkörperkreise waren an sich auf min. 10K Spreizung ausgelegt, aber früher hat man das nicht so genau genommen.

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