Heizen mittels Wärmepumpe - Eisspeicher und Energiezaun

  • Der Jahreswchsel ist im Büro recht ruhig und daher ist Zeit zum „spinnen“, träumen und planen für zukünftige eigene Projekte


    Unser EFH [II Vollgeschosse + Kriechkeller, ca. 190 m² WoFl.] wird aktuell mit einer Brennwert-Gasheizung und profilierten Plattenheizkörpern [meist 22er, ein paar auch 33er] beheizt, ausgelegt damals® für ein ungedämmtes Gebäude.

    Fassade 36,5 Hochlochziegel Bj. 1959geputzt

    Im EG SmartHome Regler, im OG „normale“ Thermostatregler

    FBH in Folge zu geringer Aufbauhöhe [ca. 5 - 6 cm] nicht möglich.

    Das Haus ist mittlerweile gedämmt [Fassade: überwiegend 16 cm WLG 035 – U-Wert Fassade größtenteils 0,19 (teils VHF, teils MiWo WDVS); Dach 0,12], Kriechkellerdecke ungedämmt

    Fenster Holz 2-Scheiben Iso-Verglasung (Ug-Wert i.M. ca. 1,21)

    Die HK dürften also mittlerweile überdimensioniert sein.

    First ist rel. genau Ost-West ausgerichtet


    Die Überlegung geht in Richtung Wärmepumpe. KEINE Luft-WP, sondern Sole-WP. Und da brauche ich mal Eure Schwarmintelegenz. An-/Ausgedacht ist momentan folgende Auslegung (grundsätzlich)

    Energiezaun als Energieblock https://alukol.de/alukol-zahlen-und-fakten/

    Eisspeicher – gibt’s momentan wohl nur von Viessmann vorgefertigt oder als vor-Ort gebaut

    Vitoset Eis-Energiespeicher: Eine attraktive Wärmequelle
    Innovative Energiequelle – mit dem Vitoset Eis-Energiespeicher lassen sich Wärme aus Erdreich und Umgebungsluft sowie Wasser erzeugen. Hier mehr!
    www.viessmann.de

    Zur Integration brauchts wohl noch ein Hydaulik Modul (siehe Viessmann link, runterscrollen)

    Sole-WP

    Anbindung ans vorh. Heizrohrnetz


    Platz ist für alles ausreichend da. Heizen überwiegend über Energieblock. Eisspeicher für die kalten Tage. Auftauen des Eisspeichers im Sommer über den E-Block.

    Eisspeicher wg. Kristallisationsenergie und als (Puffer)Speicher der sommerlichen Energie.


    Warmwasser momentan über die Heizung, dann also über WP


    Dass das kein Aldi Sonderangebot wird, sondern deutlich 5 stellig, ist mir klar


    Wärmebedarfsermittlung noch nicht erfolgt.

    Beratung bei Viessmann brachte nur ???? :eek: beim Berater (Immer diese Architekten und deren spinnerte Ideen)


    Ich bin für Hinweise oder Tipps dankbar; auch ein Du spinnst ja


    Was vergessen? Einfach fragen

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Kennst Du in etwa die Heizlast? (EN12831 oder zumindest Abschätzung nach bisherigem Verbrauch o.ä.)

    Den Jahresverbrauch (falls ein Saisonspeicher dimensioniert werden soll)?

    Hast Du schon einmal mit der Heizkurve experimentiert um zu sehen, wie weit Du mit der Heizwassertemperatur runter kannst?


    Kollektoren als Energiezaun sind jetzt nicht neu. Ein Vorteil besteht darin, dass man tagsüber die direkte Sonnenstrahlung nutzen kann (sofern die Sonne scheint). Die Quellentemperatur ist somit tagsüber oftmals höher als mit einem Erdkollektor. Man vermeidet dadurch auch im Frühjahr den Betrieb mit durchgefrorenem Kollektor. Das passiert ja gerne einmal wenn ein Erdkollektor zu knapp dimensioniert wird, und dieser passiv erst sehr langsam wieder auftaut.

    Nachteil, während der Nacht und an sehr kalten Tagen ist die Effizienz, im Vergleich zu einem "Erd"kollektor schlechter, denn dieser Kollektor ist ja direkt der Lufttemperatur ausgesetzt. Im Vergleich zu einer LWP ist die Energieübertragung (von der Luft auf den Kollektor) abhängig von der natürlichen Luftbewegung, denn der Zaun hat ja keinen Lüfter. d.h. Je mehr Wind den Kollektor umströmt, um so besser wird die Effizienz.

    So ein Energiezaun kann zwar nicht aufrieren wie ein Erdkollektor, es kann jedoch zu Reifbildung bis hin zur Eisbildung kommen.

    Es gibt also gute Argumente die für oder gegen so eine Lösung sprechen.


    Ich kenne leider nur eine einzige praktische Anwendung, da wurde der Energiezaun verwendet um einen Erdkollektor zu unterstützen. Tagsüber wurden also die solaren Erträge, sowie die höhere Lufttemperatur genutzt um ein Auffrieren eines Erdkollektors zu verhindern, und die WP mit einer höheren Quellentemperatur zu betreiben. Ich weiß nicht ob sich das wirtschaftlich gerechnet hat, aber das Projekt lief auch nur unter Jugend forscht.


    Die entscheidende Frage ist, ob Du "nur" eine Heizung suchst, dann wäre eine möglichst einfache Lösung eine Überlegung wert, oder ob Du auch experimentieren und optimieren möchtest, auch auf die Gefahr hin, dass Du Geld und Zeit investierst die sich wirtschaftlich nicht mehr darstellen lässt.


    Falls Du "nur" eine Heizung suchst, dann würde ich prüfen, ob Du irgendwo auf dem Grundstück einen Erdkollektor unterbringen kannst. Das lässt sich meist einfach umsetzen sofern das Grundstück nicht zu klein (oder zu verbaut) ist, oder andere Kriterien (Wasserschutzgebiet, Preis für Sondenbohrung o.ä.) dem entgegenstehen. Falls man noch über die Nutzung solarer Erträge nachdenkt, dann wäre PV als Ergänzung eine Alternative. Die gibt es übrigens auch als "Zaunersatz". Solarthermie spielt heutzutage kaum noch eine Rolle, das geht mit PV einfacher und günstiger.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Vor jedweder Technolgieüberlegung würde ich unbedingt eine raumweise Heizlastermittlung ansetzen. Jetzt und ohne zeitlichen Druck würde ich es machen, wie ich es bei etlichen meiner Freunde während der vergangenen Winter gemacht habe: Sukzessive die Heizkurve absenken, um rauszufinden, welcher Raum zuerst nicht mehr ausreichend beheizbar ist und dort versuchen nachzubessern.

    Dann kennst Du die Auslegungstemperatur für den jetzigen Bauzustand des Hauses. Erst dann macht es Sinn, über die beste Technik einer Wärmepumpe nachzudenken. In den vergangenen Jahren haben die Luftwärmepumpen und die Kältemittel solch eine Entwicklung genommen, dass sich meist andere Quellen erübrigen.


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Deswegen:

    Die entscheidende Frage ist, ob Du "nur" eine Heizung suchst, dann wäre eine möglichst einfache Lösung eine Überlegung wert, oder ob Du auch experimentieren und optimieren möchtest, auch auf die Gefahr hin, dass Du Geld und Zeit investierst die sich wirtschaftlich nicht mehr darstellen lässt.


    Vieles ist machbar, aber nicht alles ist wirtschaftlich sinnvoll. Gerade bei einem EFH mit einer niedrigen Heizlast sind komplexe Lösungen wirtschaftlich nicht mehr darstellbar. Da braucht es dann schon weitere Argumente (Hobby?) um die notwendigen Investitionen zu tätigen.


    Aber noch sind wir ja in der Überlegungsphase.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Warum einfach wenns auch kompliziert geht

    Wenn Du mit einfach eine Luft-Wassser-WP meinst? Dagegen sind alle Häärchen incl. Fußnägel aufgestellt/aufgerollt/dagegen.

    Im tiefen Winter, wenn die meiste Heizleistung nötig ist, ist die geringste Energiemenge im Ausgangsmedium (Luft)

    ob Du irgendwo auf dem Grundstück einen Erdkollektor unterbringen kannst. Das lässt sich meist einfach umsetzen sofern das Grundstück nicht zu klein (oder zu verbaut) ist, oder andere Kriterien (Wasserschutzgebiet, Preis für Sondenbohrung o.ä.) dem entgegenstehen.

    Groß genug wäre das Grundstück für einen Flachkollektor, nur "dummerweise" steht hier überall alter (Obst)Baumbestand. Da habe ich zu viel Angst vor Wurzelschäden. Und vor Vegetationsverzögerung

    Und Tiefenbohrung hätte was von

    Jugend forscht.

    hier war früher Kalibergbau, Keine Ahnung, ob es da Restriktionen gibt. Das war nicht weit weg. Davor hätt ich zwar keine Angst, aber wo die Kalistollen früher waren, ist ähnlich mit Überraschungen verbunden

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Und Tiefenbohrung hätte was von

    Man könnte auch viele kleine Bohrungen setzen, quasi "Energiepfähle", macht halt mehr Aufwand weil das Bohrgerät zigfach umgesetzt werden muss. Andererseits bräuchte man dafür auch nur eine relativ kleine Maschine. Aber irgendwie muss man die Bohrungen dann auch noch miteinander verbinden. Da muss man halt rechnen, wieviele Bohrungen mit welcher Tiefe erforderlich sind.


    Wenn ich Deine Gebäudebeschreibung richtig interpretiere, dann reden wir von vielleicht 10kW Heizlast, eher weniger. Das ist jetzt nur eine grobe Hausnummer, aber man könnte damit schon einmal den Aufwand für den Kollektor abschätzen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Wie gut, dass das die Skandinavier nicht wissen.

    Die wissen das schon, aber bei deren Strompreis ist es nicht so schlimm wenn der COP mal bei 2 oder darunter liegt. Bei unseren Strompreisen reden wir dann schnell mal über 15Ct./kWh (thermisch) und mehr. Das lässt sich aber unter Umständen auch noch rechtfertigen wenn der Energiebedarf niedrig ist, schließlich sind solche kalten Tage bei uns eher selten. Dann entfallen halt 5% oder 10% des jährlichen Heizenergiebedarfs auf Zeiten mit solchen schlechten Bedingungen, aber in Euro macht sich das nicht so extrem im Geldbeutel bemerkbar.


    Wie gesagt, wenn Wirtschaftlichkeit nicht höchste Priorität hat, dann gibt es viele Lösungen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Dann entfallen halt 5% oder 10% des jährlichen Heizenergiebedarfs auf Zeiten mit solchen schlechten Bedingungen, aber in Euro macht sich das nicht so extrem im Geldbeutel bemerkbar.

    So ist es.


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Also genau wie bei diesem Energiezaun, an ca. 16 von 24 Stunden, oder habe ich dessen Prinzip nicht verstanden?

    Das Prinzip vielleicht schon verstanden, nur den Text leider nicht vollständig. ;)

    Eisspeicher für die kalten Tage. Auftauen des Eisspeichers im Sommer über den E-Block.

    Eisspeicher wg. Kristallisationsenergie und als (Puffer)Speicher der sommerlichen Energie.

    :face_with_tongue:

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Flachkollektor

    Denke daran, den Solekollektor kannst Du nahezu beliebig gestalten, als Graben, im Kreis, Quadrat, oder Zickzack zwischen den Tomaten, usw. Wichtig ist die eff. Kreislänge bzw. die Masse an Erdreich die erfasst wird. Auch bei der Tiefe kann man variieren. Wenn man den Kollektor dann noch üppig dimensioniert, dann friert er auch nicht so schnell durch, wobei die Eisbildung ja auch wieder Energie freisetzt.


    Man muss also nicht zwingend eine quadratische oder rechteckige Fläche belegen. Je nach Bodenbeschaffenheit musst Du vielleicht 60 oder 80 oder 100m im "Garten " verteilen, das lässt sich ja bei der Anlagendimensionierung rechnen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Wenn Du keine Förderung willst, dann DK/DV , verdampfen kannst Du auch in Gräben wenn sonst nix geht auch Zaun. (Bloß nicht mit nassen Fingern anfassen)

    Wenn Du mehr wissen willst, gerne am Telefon, aber nicht mehr heute.

    Lösung für Fußbodenaufbau bis 6cm habe ich auch. Ansosten Klimakonvektoren... Wandheizung.

    Ralf Dühlmeyer: Du weiß ja, dass das viele Jahre unser Steckenpferd war. Du brauchst eben einen Kälteanlagenbauer, der nicht aus der Industrie übersättigt ist. Die Systeme sind alle nicht neu...

    Alles ist möglich - auch das Gegenteil. (Thomas Mayer)

  • Nachtrag zum Bild:

    Anlage von 2006, vor Kürzerem wurde der Kompressor gewechselt.

    Anlage für Heizung und WW Bereitung, Kältemittel nicht brennbar, heute nur noch für Anlagen üner 12 KW zugelassen. Sollte bei einem Altbau aber sowieso rauskommen.

    Ammoniak oder brennbare Kältemittel würde ich nicht in DK verwenden.

    Alles ist möglich - auch das Gegenteil. (Thomas Mayer)

  • as Prinzip vielleicht schon verstanden, nur den Text leider nicht vollständig.

    Nun ja, das mit dem Eisspeicher habe ich gelesen, weiß auch wie der im Prinzip funktioniert.

    Das ist mMn was für Menschen, die Spaß an der Technik haben UND genügend Geld. Der eine kauft sich einen 911er, der andere eine State-Of-The-Art Heizungsanlage. Beides kann Spaß machen, (wirtschaftlich) vernünftig ist keines.

  • dann DK/DV

    Wozu DK wenn er die WP an die vorhandene Verteilung anschließen möchte? Das ergibt doch keinen Sinn. IM Haus immer wasserführend arbeiten, ist preisgünstig und flexibel. Es ist dann auch völlig egal wie das Heizwasser erwärmt wird, die Heizfläche funktioniert in sehr weiten Grenzen. Zur Not einen "Eimer" und einen Heizstab rein, und schon wird es warm in der Bude. Möchte man irgendwann den Wärmeerzeuger austauschen, ergänzen, oder gar komplett auf einen anderen "Brennstoff" wechseln, die Heizfläche kommt damit klar. Bei einem EFH spielt auch das Thema WW Erzeugung eine Rolle. Die meisten Wärmeerzeuger machen das so nebenbei mit, ein einfacher Speicher (200-300 Liter) genügt für eine typische Familie.


    Als Hauseigentümer der nur eine warme Bude möchte, würde ich mir sehr genau überlegen in welches System ich investiere. Nicht alles was technisch möglich ist, ist auch sinnvoll. Wenn ich ein EFH mit sagen wir mal 15.000kWh (thermisch) p.a. beheizen kann, dann bedeutet das bei einer SWP mit JAZ von 4,5 zwar 3.333kWh el., und bei einem Preis von 0,30€/kWh immerhin 1.000,- € pro Jahr, doch wenn ich die JAZ nun (theoretisch) um 1 auf 5,5 steigern könnte, dann wären das 2.727 kWh oder 818,- € (gerundet). Ich gehe jetzt davon aus, dass so Dinge wie Solepumpe (Stromverbrauch) in die JAZ mit eingerechnet sind. Ich spare also gerade mal 180,- € pro Jahr. Die paar Euro sind durch Betriebskosten (Wartung) schneller verbraten als man denkt. Bei einer Steigerung der JAZ von 5 auf 6 sind es nur noch 150, -€ Einsparung pro Jahr.


    Ich würde also darauf achten, dass


    a.) Investitionskosten niedrig sind (Förderung möglich?)

    b.) Betriebskosten gering (Wartung, Ersatzteile, Verfügbarkeit)

    c.) ein langfristiger Service, möglichst vor Ort, gesichert ist (Hersteller, Servicenetz usw.)

    d.) eine moderne Regelung verbaut ist die durch den Anwender bedient werden kann, und mit der man die Anlage im Betrieb auch optimieren kann

    e.) Die Anlage möglichst flexibel gebaut wir, so dass man auch in vielen Jahren noch anpassen oder ändern kann, ohne dass das Haus neu gebaut werden muss.


    Wenn beispielsweise der Werks-KD über hunderte Kilometer anfahren muss dann wird das meist nicht günstig. Kann man nach wenigen Jahren bereits keine passenden Ersatzteile mehr beschaffen, dann endet das meist in großen Zahlen auf der Rechnung. Da hilft es auch nicht wenn man durch die Anlage ein paar Euro Strom sparen kann.

    Es wird auch immer wieder unterschätzt, wie wichtig eine komfortable und umfangreiche Bedienbarkeit ist, denn der Energieverbrauch einer Heizungsanlage wird maßgeblich durch das Nutzerverhalten beeinflusst, und eine Anlage die ich als Betreiber nicht nach meinen Bedürfnissen einstellen kann, wird nie zufriedenstellend funktionieren, geschweige denn Energie (kosten) einsparen. Man kann nicht jede Woche einen Servicemann beauftragen um ein paar Parameter zu optimieren, das muss der Betreiber selbst machen, denn nur er sieht Tag für Tag wie sich die Anlage verhält.


    Schaut man diese Anforderungen an, dann landet man meist bei einer LWP eines renommierten Herstellers mit einem dichten Servicenetz. Das wird zwar nicht billig, ist aber für die meisten Anwender (Laien) der sicherste Weg zu einer funktionierenden Heizungsanlage. Nicht jeder hat Zeit, Lust, Fachkenntnisse und Gerätschaften, um sich ständig mit seiner Heizung zu beschäftigen. Also prüft man erst einmal, was es so an Hertellern gibt, wie verbreitet deren Modelle sind, und wo der nächstgelegene Servicepartner ist.


    Schaut man sich bei WP den Bestand sowie die Verkaufszahlen an, dann überwiegen LWP, gefolgt von SWP, wobei die SWP um die 20-25% ausmachen, wenn ich mich richtig erinnere. Beide zusammen dominieren den WP Markt in Deutschland, sowohl im Bestand als auch bei den Verkaufszahlen. Danach kommen mit weitem Abstand L/L-WP, also überwiegend Klimageräte die auch zum Heizen verwendet werden, meist in Verbindung mit weiteren Wärmererzeugern (Ergänzung zu Gas oder Öl). DV oder gar DV/DK spielen in DE keine nennenswerte Rolle,, da gibt es sowieso nur wenige 10k im Bestand, das verkaufen die o.g. Hersteller an LWP in einem Monat. Das wird sich auch nicht ändern (F-GaseVo, kaum Neuentwicklungen, etc.).

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Dass das kein Aldi Sonderangebot wird, sondern deutlich 5 stellig, ist mir klar

    Das wird sehr deutlich 5-stellig. Bis das alles eingebaut und in Betrieb ist, würde ich mit weit über 50k rechnen.

    Es gibt ja Broschüren mit Beispieldiagrammen, auch wenn die nur eine Übersicht zeigen. Anhand der Hauptkomponenten und deren Preisen kann man aber schon grob abschätzen in welche Richtung das gehen wird. Da brauchst Du eine gut gefüllte "Hobbykasse", denn wirtschaftlich darstellbar ist das nicht.


    Was ist Deine Motivation dahinter? Es gibt ja einige technische Möglichkeiten die man realisieren könnte, zumindest wenn Geld keine Rolle spielt. Ich glaube im HTD hat mal jemand eine Anlage realisiert, Solarthermie plus Solarabsorber, aber ohne den Speicher in die Vereisung zu treiben, daraus dann die WP gefüttert. Das ist aber sicherlich schon 15 Jahre her. Das war an irgendeiner Schule oder Hochschule irgendwo im Norden, wenn ich mich richtig erinnere.

    Es gibt auch Sandspeicher oder riesige Saisonspeicher (Wasser/Sole). Ich hatte vor Ewigkeiten mal mit dem Gedanken gespielt, meinen 20.000 Liter Heizöltank (stillgelegt) für diesen Zweck zu missbrauchen. Von kochendem Sand bis hin zu Salz oder kochendem Wasser habe ich einiges durchgerechnet, alle Konzepte sind an einem unattraktiven Kosten-/Nutzenverhältnis gescheitert. Ich glaube jetzt nicht, dass sich daran bis heute viel geändert hat. Die einzig sinnvolle Variante war, zig Gräben auf dem großen Grundstück, wenn mir der Nachbar für ein paar Kästen Bier seinen Bagger ausleiht, oder halt ein Pellekessel mit Lager und allem drum und dran.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • 1) Erstmal Danke an alle Diskutanten fürs Denkanstoßen


    2)

    Was ist Deine Motivation dahinter?

    Ich hatte gehofft, die Luft-Wasser WP zu umgehen.

    Dass das erstmal höhere Investitionen ergibt (oder ergeben hätte), war klar. Ich hatte halt gehofft/gedacht, das durch geringere Betriebskosten wieder reinzuholen [mehr oder weniger].

    Nach den Rückmeldungen hier sollte [und werde] ich DAS neu durchdenken

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Wie gesagt, wenn SWP, dann mit einem möglichst einfachen Kollektor.

    Deine "Sanierung" war ja schon vor einiger Zeit, da hast Du doch sicherlich schon Erfahrungswerte (Verbrauch) mit den Maßnahmen. Bei einem Grabenkollektor stellt sich halt die Frage, wie verwinkelt und "verbaut" das Grundstück ist, wie gut man dort mit einem Bagger arbeiten kann (Mit Spitzhacke und Spaten wird das nichts), und ob man alle Arbeiten vergeben muss oder auch Eigenleistung (Freunde, Bekannte) mit einbringen kann. Das Material selbst ist nicht so teuer.

    Ersatzweise halt mehrere Bohrungen, je nach Leistungsbedarf und Bodenverhältnissen sind das vielleicht 10 Bohrungen zu je 10m oder so ähnlich, pauschal ist es schwierig hier mit Zahlen zu hantieren. Ich weiß auch nicht, was die Arbeiten bei Euch in der Region kosten, ich denke mal, die Baufirmen dort kennst Du mit Sicherheit besser als ich.


    Machbar ist fast alles.....aber wem sage ich das. ;)

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Ergänzung:

    Bei einem Grabenkollektor stellt sich halt die Frage, wie verwinkelt und "verbaut" das Grundstück ist, wie gut man dort mit einem Bagger arbeiten kann (Mit Spitzhacke und Spaten wird das nichts), und ob man alle Arbeiten vergeben muss oder auch Eigenleistung (Freunde, Bekannte) mit einbringen kann. Das Material selbst ist nicht so teuer.


    Ich habe einmal ein wenig gesucht weil ich bei den Preisen nicht auf dem aktuellen Stand war. Dabei ist mir folgendes Angebot aufgefallen, das schön den Materialaufwand zeigt.


    Ringrabenkollektor- Ihr passendes Paketangebot


    Variante 3 x 300m Rohr mit Zubehör um die 3.000,- € für eine WP in der 10kW Klasse. Hinzu kommen dann die Erdarbeiten, verlegen und anschließen muss man dann auch noch. Ich weiß jetzt nicht, was bei Dir Ralf Dühlmeyer aktuell die Erdarbeiten kosten, über den dicken Daumen gepeilt würde ich aber insgesamt mit einem Budget um die 5-7k € inkl. MwSt. rechnen für einen betriebsbereiten Kollektor.

    Je nach Heizlast wird es dann etwas günstiger oder teurer.


    Im Vergleich dazu die Variante mit den Sondenbohrungen. Bei 10kW wären das bei 50W/Bohrmeter immerhin 200 Bohrmeter, verteilt auf mehrere Bohrungen. Da bist Du schnell bei 15.000,- € für die Bohrungen (inkl. Sonden). Ob man eine Sonde in Deinem Fall mit 50W/Bohrmeter belasten kann, das wäre zu prüfen. Je nach Erdreich muss man diesen Wert noch anpassen, was sich am Ende natürlich auf die Kosten auswirkt.


    Im einfachsten Fall brauchst Du dann noch die WP selbst, ein bisschen Material für den Anschluss des Kollektors, einen TW Speicher, und die Anbindung an den/die Heizkreis(e). Damit wäre das "Grundpaket" erledigt, Du hast Heizung und WW, und nach Abzug von Fördermitteln werden sich die Gesamtkosten im niedrigen 5-stelligen Bereich bewegen. Basierend auf diesem "Grundpaket" kannst Du nahezu beliebig erweitern, Einbindung PV, andere Wärmeerzeuger, zusätzliche Kollektoren usw. Dem "Hobby" sind dann kaum noch Grenzen gesetzt.


    Alternativ solltest Du dann weitere Varianten rechnen (lassen), ob LWP, oder Sole mit Energiezaun, oder DV, und dann kannst Du entscheiden. Meine Glaskugel sagt mir :haue: dass am Ende die LWP die Nase vorn hat, trotz schlechterer JAZ.

    Es kann natürlich viele Gründe geben warum Du auf eine LWP verzichten möchtest, Geräuschentwicklung wäre beispielsweise ein Argument. Bei einem Garten entsprechender Größe spielt das aber meist keine Rolle, zumal es auch Maschinen gibt die sehr leise sind. Mein Nachbar hat vor einiger Zeit eine Vitocal 200 aufgestellt, ca. 3-4m entfernt von der Grenze, im 90° Winkel zu meinem Grundstück, die hört man bei mir so gut wie gar nicht, zumindest ist das Geräusch nicht störend. Mit einem Schallleistungspegel von 50dB(A) ist der Schalldruck bei mir auf dem Grundstück gering (geschätzt 35dB(A), gemessen habe ich noch nicht).


    Tja, und wenn Du das Thema umfassend beleuchten möchtest, dann müsstest Du als Alternative auch einen Pelletkessel oder Pelletkombi betrachten, wobei der Kombi sowieso nur in Frage kommt wenn Du günstig Zugriff auf Holz, und Spaß am Holz heizen hast. Neben dem Kessel brauchst Du dann auch noch Platz für ein Pellet-/Holzlager, und der Schornstein muss vermutlich auch angepasst werden. Schornsteinfeger wird dann auch ein Thema (Feuerstättenschau etc.).

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • heute morgen: Lufttemperatur am EInlass LW-WP> -10,5°C, COP lt. Anzeige am Display (es fehlt also noch Pumpenstrom und Ventilator und Steuerung): 2,93, das Ganze im teilsanierten Altbau, Heizlast ca. 13kW, wobei unsere Normaussentemperatur noch etwas tiefer liegt (-11,6°C).

    Ja, es gibt in diesem Zustand noch leisere Heizungen (wobei auch unsere nicht laut ist).

    Ja, das ist keine ganz billige WP, aber es gibt mittlerweile einige v.a. österreichische Hersteller die mit klimafreundlichem Kältemittel hohe VL Temperaturen und hohe JAZ erreichen.

    Nein, der Heizstab wurde noch nie benötigt (bisheriger "Kälterekord" -12,4°C) .

    Mit grossen HK konnte die VL Temp. in die Region von < 55°C gebracht werden (bei Normaussentemp.)

    Ja, das ist nicht das wirtschaftlichste was man machen kann. Ist schon auch Hobby dabei, und der Wille den CO2 Fussabdruck weiter zu reduzieren.


    Ich war auch kein Fan der LWWP.... Und wenn mal der Strom ausfällt gibts noch ein Kaminofen fuers Noetigste, und die PV kann auch Inselbetrieb.

  • Zitat

    Wozu DK wenn er die WP an die vorhandene Verteilung anschließen möchte?

    Es gib doch DK Speicher. Feine Sache, haben meine Kinder im Altbau. Bedienen damit Frischwassersystem (2 WE) , Heizkörper ( Bestand EG von 1978) und FBH für nachträglichen Ausbau DG und einiger Kellerräume. Anordnung wie Schichtenspeicher, FBH mit Mischer. Funzt seit 10 Jahren perfekt. Bei einer DK kannst Du die Überhitzung super nutzen.

    Alles ist möglich - auch das Gegenteil. (Thomas Mayer)

  • Die Überhitzung kann man auch so nutzen, wird ja in vielen WP gemacht, teilweise schon seit Jahrzehnten (Bsp.: Abtauung oder bei HT Ausführungen usw.).

    Wenn eine WP gut läuft, dann stehen als Überhitzung sowieso nur noch wenige K zur Verfügung, denn wenn man das übertreibt, dann läuft das Expansionsventil nicht mehr richtig und der Verdichter verabschiedet sich. Die Nutzung der Überhitzung lohnt sich vor allen Dingen bei Großanlagen oder dann wenn die WP "schlecht" läuft (hohe Spreizung etc.). Ansonsten bleiben vielleicht 5% oder weniger die man nutzen könnte, und dann stellt sich die Frage nach Aufwand und Kosten. Wir reden dann über (realistische) Einsparungen im Bereich kleiner zweistelliger Eurobeträge pro Jahr.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • DV = Direktverdampfung

    DK = Direktkondensation


    Bei einer WP mit Direktverdampfung zirkuliert Kältemittel direkt im "Erd"kollektor. Man vermeidet somit den Umweg bei der Energieübertragung über die Sole und die damit verbundenen Verluste, wodurch sich COP und JAZ erhöhen. Der Erdkollektor besteht aus kältemitteltauglichem Material, üblicherweise CU, und die Planung/Verlegung ist etwas schwieriger damit die Verdampfung in allen Betriebszuständen gesichert ist. Eine LWP fällt an sich auch in die Gruppe der Direktverdampfung, weil in deren Luft-WT die Energie aus der Luft direkt auf das Kältemittel übertragen wird. Bei einer LWP wird dieser möglichst kompakt gestaltet, man könnte ihn aber auch entsprechend vergrößern. Trotzdem spricht man im Fall von Direktverdampfern üblicherweise von WP bei denen in einem Erdkollektor "verdampft" wird.


    Direktkondensation bedeutet an sich , dass die Kondensation des Kältemittels direkt in der Heizfläche stattfindet. Man hat also "Heizkreise" in denen Kältemittel fließt anstatt Wasser als Übertragungsmedium. Auch hier müssen die Heizflächen dann kältemitteltauglich sein. Man kann also nicht einfach eine FBH mit Kunststoff bzw. Verbundrohren verlegen. Auch hier gilt, dass man den WT flexibel gestalten kann, entsprechend dem Medium auf das man die Energie übertragen möchte. Allen gemeinsam ist, dass man hier nicht mit Wasser als Übertragungsmedium arbeitet, sondern die Energie aus dem Kältemittel direkt überträgt, typischerweise über PVC ummantelte CU Leitungen im Estrich.


    Einfach ausgedrückt, im Prinzip hat man nur die beiden Wärmetauscher aus der Maschine nach außen verlagert.


    Bei dem o.g. Speicher für Direktkondensation handelt es sich um einen Speicher in dessen "Heizwendel" das Kältemittel fließt und Wärmeenergie auf Wasser das übertragen wird. Man kann sich das vorstellen wie eine Split-Klima, deren Inneneinheit durch eine DK-Speicher ersetzt wird. Die Energie aus dem Kältemittel wird dann nicht in die Luft sondern auf Wasser übertragen.

    Als Zwischending gibt es noch Speicher die mit einem externen Wärmetauscher betrieben werden, ähnlich einer FriWa Station. Dadurch kann man den WT nahezu beliebig groß machen und optimieren. Für Kleinanlagen ist das auch möglich aber weniger interessant.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .