Anlagendruck Gastherme - Abweichung digitale Anzeige vs. Manometer

  • Hallo zusammen,


    der Manometer am FüllCombi BA zeigt einen Druck von 0,9 bar an. Die digitale Anzeige meiner Gastherme Vitodens 200-W zeigt den Wert 1,6 bar an. Lt. Gastherme ist der Anlagendruck OK. Im Juni diesen Jahres wurde die Therme gewartet und beide Anzeigen hatte den Wert 1,7 bar.


    Kann einer sagen, ob das normal ist und warum die Abweichung jetzt so groß ist?


    Beste Grüße

  • ich vertraue analogen Zeigerinstrumenten mehr als digitalen Anzeigen.

    Das Manometer kannst Du gut selbst prüfen:

    Geht der Druck auf Null zurück, wenn Du es beidseitig drucklos machst?

    Welchen Druck zeigt es an, wenn Du zur Therme hin absperrst und den ungedrosselten Waserdruck auf die Füllkombi gibst?

    Eine Möglichkeit für den Unterschied könnte auch sein, dass zwischen Heizkreis und Manometer ein Rückströmverhinderer liegt und somit nicht der reale Anlagendruck angezeigt wird.


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  • Vielen Dank für Deine Antwort.


    Wie mache ich das Manometer beideitig drucklos? Beide Seiten sind ja derzeit abgesperrt.

    Welchen Druck zeigt es an, wenn Du zur Therme hin absperrst und den ungedrosselten Waserdruck auf die Füllkombi gibst?

    Das kann ich ausprobieren. Welche Erkenntnis hätten wir dann?


    Es gibt noch ein Manometer kurz vor der Therme. Dieser liegt bei ca. 1,3 bar.

    Also 3 Werte und alle sind unterschiedlich.


    Beste Grüße

  • Wurde denn bei der Wartung auch der Systemtrenner BA gewartet? Das wird gern vergessen, ist aber jährliche Pflicht.

    Auf dem Foto sehe ich, dass der Systemtrenner zur Heizanlage hin abgesperrt ist. Das ist auch richtig so, nur kann das Manometer dann unmöglich den Anlagendruck abbilden.


    Druckers machen kann man das Manometer, indem man die Mitteldruckkammer am Systemtrenner drucklos macht.

    Angesichts Deiner Unkenntnis über die Zusammenhänge solltest Du aber besser die Finger davon lassen und Dich darauf beschränken, zu kontrollieren, ob dessen Wartung Bestandteil der jährlichen Wartung war.


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  • Nein, der Sytemtrenner wurde nicht gewartet. Der Brennraum wurde gereingt und der Brenner selbst wurde getauscht.


    Danke für für Deine Hilfsbereitschaft.

  • Die Pflicht zur jährlichen Wartung durch einen Fachbetrieb obliegt dem Anlagenbetreiber. Der Unternehmer hätte hier allerdings eine Beratungspflicht gehabt um Dich darauf hinzuweisen.

    Ich rate Kleinanlagenbetreibern meist von der Anschaffung von Systemtrennern und ihren Folgekosten ab. Eine Anlage hat dicht zu sein. Da muss nicht ständig dranrummgefüllt werden.

    Eine Fachfirma hat einen Schlauch mit Füllkombi und Entsalzungspatrone an Bord und kann somit den Anlagendruck für einen Bruchteil des Geldes korrigieren.


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  • Danke. Dann habe ich wieder was gelernt. Ich wusste nicht, dass eine jährliche Wartung pflicht ist.


    Beste Grüße

  • Sehr gern.

    Leider hat es SYR versäumt, die Wartungspflicht der Bedienungsanleitung beizufügen.

    Es handelt sich dabei nicht um eine Kann-Bestimmung. Die Füllkombi-BA ist zum Schutz des Trinkwassers notwendig und deren sichere Funktion muss stets gewährleistet sein.

    Ich habe deshalb mal den entsprechenden Passus aus den Unterlagen eines anderen Herstellers kopiert:


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  • Frage eines Interessierten:

    Die Füllkombi-BA ist zum Schutz des Trinkwassers notwendig

    bedeutet das:

    a.) Es ist immer notwendig, einen Systetrenner zu haben, wenn das TW indirekt erwärmt wird

    b.) Wartungspflicht, sofern ein Systemtrenner verbaut ist

    c.) ????

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • a.) Es ist immer notwendig, einen Systetrenner zu haben, wenn das TW indirekt erwärmt wird

    Die Pflicht zur Systemtrennung hat nichts mit der Art der Trinkwassererwärmung zu tun.

    Es geht hier um eine unzulässige Verbindung zwischen der Trinkwasseranlage mit einer Nichttrinkwasseranlage. Hier betrifft es eine Heizung, es kann aber auch eine andere Anlage mit evtl. leicht verunreinigtem ungiftigen und nichtifektiösem Wasserinhalt sein. Letztere sind grundsätzlich und immer nach dem Prinzip des "offenen Zulaufs" anzuschließen. Dieses Prinzip wir in Deiner Waschmaschine und in Deinem Toilettenspülkasten angewandt.

    Früher wurde zur Heizungsfüllung ein einfacher Schlauch verwendet. Der Gesetzgeber hat dies als "kurzzeitige Verbindung unter Aufsicht" toleriert.

    Das ist seit geraumer Zeit nicht mehr zulässig. Heizungsanlagen ohne giftige Inhibitoren dürfen nicht mehr, auch nicht kurzzeitig, mit der Trinkwasseranalge verbunden werden. Das Befüllen hat entweder über eine Pumpe oder unter Zwischenschaltung eines Rohr- oder Systemtrenners zu erfolgen.

    Wartungspflicht, sofern ein Systemtrenner verbaut ist

    Ja, die rechtlichen Grundlagen sind oben angeführt.

    ????

    Diese Frage kann ich nur mit einem "?" beantworten. Ich hasse Verschwendung ;)


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  • Das Befüllen hat entweder über eine Pumpe

    Und woher holt sich die Pumpe das Wasser?

    Ist das Schlauchverbot etwa um zu verhindern, dass kontaminiertes Wasser aus der Heizung in die Trinkwasserleitung zurück fließt?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ist das Schlauchverbot etwa um zu verhindern, dass kontaminiertes Wasser aus der Heizung in die Trinkwasserleitung zurück fließt?

    Exakt dafür!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Und woher holt sich die Pumpe das Wasser?

    Aus einem Behälter, der über einen freien Auslauf gefüllt wird.

    Ist das Schlauchverbot etwa um zu verhindern, dass kontaminiertes Wasser aus der Heizung in die Trinkwasserleitung zurück fließt?

    Ja.


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  • Nein, Rückflussverhinderer reicht nur für den KW-Zulauf des WW-Speichers, damit kein Wasser zurückgedrückt werden kann.


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  • ich vertraue analogen Zeigerinstrumenten mehr als digitalen Anzeigen.

    Das Manometer in der Therme (Vitodens 200) ist analog mit (Kapillar)Fühlerleitung. Erst die neuen Modelle haben eine elektronische Druckanzeige. Es muss sich also um ein relativ neues Modell handeln.


    Also 3 Werte und alle sind unterschiedlich.

    Wir haben also Anzeigen von 0,9bar an der Füllkombi, 1,3bar und 1,6bar(Therme).

    In Heizungsanlagen werden typischerweise Manometer mit einem Anzeigebereich bis 4bar und der Genauigkeitsklasse 1,6 oder 2,5 eingebaut. Manometer der Klasse 4 findet man nur sehr selten. Manometer der Klasse 1 oder genauer sind als mechanische Manometer größer und teurer (Durchmesser typischerweise min. 10cm). Als Betriebsanzeigen bei Heizungsanlagen benötigt man das normalerweise nicht.


    d.h. Die Manometer (mit Linksanschlag/Stop bei Null) sollten im Anzeigebereich zwischen 0,4bar und 4bar einen Messfehler von max. +-0,1bar haben.


    Jetzt stellt sich die Frage, in welchem Betriebszustand die Druckanzeigen beobachtet wurden (Stillstand, WW Erzeugung, Heizbetrieb mit Pumpe), und ob sich die unterschiedliche Anzeige dadurch erklären lässt. Ansonsten sollte man im Hinterkopf behalten, dass diese einfachen Manometer mit den Jahren gerne mal "hängen". Das bemerkt man beim Befüllen der Anlage, wenn eine Anzeige mal kurz stehen bleibt und dann einen Sprung nach oben macht.

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