Abstand Fassadenholz zu Boden

  • Wertes Forum,


    wieder einmal bei der Abnahme eines Hauses vom Bauträger die selbe lästige Diskussion:


    Aus welchem Regelwerk ergibt sich mit welchem exakten Wortlau die Notwendigkeit, Fassadenholz mind. 30 cm / 15 cm aus dem Spritzwasserbereich heraus zu halten. Die Fachregeln des Zimmerhandwerks liegen mir nicht vor. Ich kann mich aus einer länger zurückliegenden Recherche erinnern, dass in D tragende Bauteile aus Holz bei direkter Bewitterung 30 cm über der wasserführenden Ebene enden müssen, in A reichen bei Split oder Kies sogar 15 cm aus. Mir fällt spontan innerhalb einer mehrstündigen Abnahme nicht mehr ein, wo genau das steht und ich finde es am Rande der Abnahme auch nicht unauffällig über die Suchmaschine. Kann mir bitte schnell jemand aus der Ferne aufs Pferd helfen? Noch einmal zu Sicherheit: Es geht um eine frei bewitterte lattenförmige senkrechte Holzfassade und deren Abstand zu mit Betonplatten oder mit Holzdecks belegten Terrassen.


    Besten Dank!


    So wie hier über den Fensterrahmen



    soll es nämlich in drei Jahren nicht aussehen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • DIN 68800 2


    Zitat von 68800 - 2

    5.2.1.3 Sockelausbildungen

    Bei Wänden mit einem dauerhaft wirksamen Wetterschutz nach 5.2.1.2 sind Sockelausbildungen mit folgenden Abständen zwischen Unterkante Holz und Oberkante Gelände ohne weiteren Nachweis zulässig:

    –≥ 30 cm; oder

    –≥ 15 cm, wenn zusätzlich ein Kiesbett (Korngröße mindestens 16/32) mit mindestens 15 cm Breite und einem Abstand Außenkante Kiesbett zur Außenkante Schwelle von mindestens 30 cm oder ein Wasser ableitender Belag mit mindestens 2 % Gefälle vorhanden ist; oder

    –≥ 5 cm mit zusätzlichen geeigneten Abdichtungsmaßnahmen nach der Normenreihe DIN 18533

    Unterpkt. 5.2.1.2 ist zu lang zum zitieren, geht aber hauptsächlich um hinterlüftete Fassaden


    Schöne Grüße unbekannter Weise an den BT/GU/GÜ :face_with_tongue:

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Mit Verschleißbrettern sind >= 50mm erlaubt. Mit Metallrost >= 20mm über Rost, >= 150mm über "Boden unter Rost"; Rost mindestens 150mm breit und entnehmbar.


    Off-Topic:

    Wollte dir eine PN schicken, aber du hast dein Konversationslimit erreicht.

  • Exakter Wortlaut war gefragt:


    Zitat von Facheregeln des zimmererhandwerks - Außenwandbekleidungen aus Holz, März 2023. §8.8 Details für untere Abschlüsse bei Wänden und Gauben

    (1) Im Sockelbereich kann Spritzwasser auftreten. Zur Verminderung von Spritzwasser sind folgende konstruktive Hinweise zu beachten:

    • Die Sockelhöhe ist abhängig vom Untergrund. Üblicherweise ist zwischen der Außenwandbekleidung aus Holz oder Holzwerkstoffen und Oberkaten Gelände ein Abstand von 300 mm einzuhalten (Abb. 25).
    • Der Abschluss der Außenwandbekleidung aus Holz oder Holzwerkstoffen kann auf 150 mm über Oberkante Gelände reduziert werden, wenn gemessen ab Außenkandte der Außenwandbekleidung eine mindestens 150 mm breite Kiesschüttung (Korngröße 16/32) vorhanden ist (Abb. 26).
    • Für den spritzwasserbeanspruchten Sockelbereich zwischen Außenwandbekleidung aus Holz oder Holzwerkstoffen und dem unteren angrenzenden Gelände ollten spritzwasseruneempfindliche Materialien verwendet werden, wie beispielsweise Putze, Beton- oder Faserzemtenplatten.
    • Soll der untere Abschluss der Außenwandbekleidung aus Holz und Holzwerkstoffen auf bis zu 50 mm über Oberkante Gelände in den spritzwasserbeanspruchten Sockelbereich reduziert werden, sollen diese aufgrund der geringeren Lebensdauer als leicht austauschbare Verschließbauteile ausgeführt werden (Abb. 27).
    • Bei Metalrosten über einer Ablaufrinne kann der untere Abschluss der Außenwandbekleidung aus Holz und Hpolzwerkstoffen über Oberkante Rost auf bis zu 20 mm reduziert werden, wenn der Abstand vom Rinnengrund zur Unterkante der Bekleidung mindestens 150 mm beträgt und das Metallrost ab Außenkant der Bkleidung mindestens 150 mm breit ist. Es ist drauf zu achten, dass die Roste entnehmbar sind um eine regelmäßige Reinigung der Rinne gewährleisten zu können (Abb. 28)
    • [... Anschrägen von Brettern nicht notwendig]
  • Opferbrett würde an den Fenstergewänden auf den Fotos auch nur bedingt helfen. Wer tauscht das aus / pflegt das. [in X m Höhr über Grund]?

    Gerüst?

    Off-Topic:

    Zu den Fenstergewänden findet sich in den Regeln m.E. nichts, es sei denn, man ordnet sie als "Dachgauben und ähnliche Außenwandanschlüssen an schräge Bedachungen oder Dachabdichtungen" ein.

  • Exakter Wortlaut war gefragt:

    :thumbs_up: :bier:


    vielen herzlichen Dank, das hat mir sehr geholfen, wenn ich mich auch erst jetzt mit Verspätung melde - ich war nach 5 Stunden Abnahme erstmal platt!


    Ich habe versucht, das Ergebnis noch einmal möglichst kurz und laiengerecht für die zusammenzufassen:


    Die vier Optionen der fachgerechten Ausführung des Sockels einer hölzernen Vorhangfassade - auch über Terrassen, Balkonen etc.:

    • Abstand UK Holz über beliebigem Boden > 300 mm, oder
    • Abstand UK Holz über Kies 16/32 (mit einer Breite > 150 mm ab Außenkante Holz) > 150 mm, oder ...
    • Abstand UK Holz über beliebigem Boden mit leicht auswechselbarem „Verschleißholz“ (bei waagrechter Schalung) > 50 mm, oder..-
    • Abstand UK Holz über Metallrost einer Rinne mit Breite > 150 mm und Tiefe > 150 mm

    (UK = Unterkante)

    Off-Topic:

    Noch ein paar Hinweise OT:

    • Die DIN 68800-2 Pkt. 5.2.1.3 bezieht sich nach meinem Verständnis auf Schwellen, welche auf Bodenplatten oder jedenfalls bodennah aufliegen und kann deshalb bei Vorhangfassaden nur analog angewandt werden, was da aber erfreulicherweise zu sehr ähnlichen Ergebnissen führt.
    • Die Bilder oben zeigen nicht das konkrete Objekt (4 x 40 Wohnungen, davon heute 40), sondern eine zurückliegendes Negativbeispiel aus diesem Forum. Ich hatte die Bilder bereits hier eingestellt. Seither kenne ich das Problem und habe einen Blick dafür.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die DIN 68800-2 Pkt. 5.2.1.3 bezieht sich nach meinem Verständnis auf Schwellen, welche auf Bodenplatten oder jedenfalls bodennah aufliegen und kann deshalb bei Vorhangfassaden nur analog angewandt werden, was da aber erfreulicherweise zu sehr ähnlichen Ergebnissen führt.

    Nein! Die DIN 68800 - 2 enthält u. a. unter 5.2.1.2 den Abschnitte Wände !

    Zitat

    5.2.1.2Wände

    Ein dauerhaft wirksamer Wetterschutz ist bei folgenden Konstruktionen gegeben:

    Es folgt eine Aufzählung div. Konstruktionen [a) - i) incl näherer Erläuterung] versch. Bauart, zu lang zum zitieren

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Da ich die DIN 68800-2 selbst nicht einsehen kann, kann ich nur raten, aber alle grafischen Darstellungen, die ich dazu bei Dritten gefunden habe, vermaßen darin eine Schwelle in einer Wand, siehe auch die von de Bakel verlinkte Broschüre. Das mag Zufall sein, aber es ist auch sonst ausnahmslos so.


    Trotzdem vielen Dank für die schnelle Unterstützung!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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