Guten Tag,
ich habe mehrere Fragen zur korrekten Ausführung einer Zwischensparrendämmung im Altbau. Ich bin Hobbyhandwerker und habe bereits einen ganzen Dachstuhl selbst gebaut, stehe aber vor der Herausforderung, mich erstmals an einer Zwischensparrendämmung zu versuchen und möchte hier nicht aus Unkenntnis irgendwelche Fehler machen.
Situation:
- Altbau mit Tonziegeleindeckung
- Sparren sind teilweise sehr krumm und für die gewählte Dämmstärke (12cm) auch zu dünn
- keine Unterspannbahn vorhanden
- Dach ist dicht, Ziegel allesamt in Ordnung
- mehrere Dachfenster sind vorhanden
- Material bereits weitestgehend vorhanden: Unterspannbahn Ventia Titanium Plus (190g/m2), Glasfaser 12cm, Dachlatten, Damfsperrfolie, Klebeband für Dampfsperrfolie, Rigipsplatten, Schrauben
- noch nicht vorhanden: Nageldichtband, Dachlatten für "fliegende Latte" zur Bildung einer Kehle für Wasser
Ziel:
- Ausbau zu Wohnzwecken, darunter Schlafzimmer und Bad
- vernünftige Dämmung zu Wohnzwecken, aber definitiv keine Erreichung von EnEV-Vorgaben
- fachgerechter Ausbau zu vertretbaren Kosten (Mietobjekt - das Geld muß am Ende wieder reinkommen!), also kein Abdecken des Daches oder größere Investitionen in Material
Im Netz finden sich viele Anleitungen, die aber immerzu von einem unrealistischen Idealzustand ausgehen: gerade Sparren, die allenfalls zur Erreichung der gewünschten Stärke aufgedoppelt werden müssen, Unterspannbahn bereits vorhanden usw. Es finden sich hier und da ein paar Videos (z.B. Youtube: Der Fachwerker) oder Anleitungen, die auf die realen Probleme hinweisen, aber hierfür leider keine Lösungen anbieten und insofern völlig unbrauchbar sind.
Zum Aufbau habe ich folgende Darstellung gefunden, welche grundsätzlich nachvollziehbar ist: https://wissenwiki.de/Unterdeckung_vonen_nachr%C3%BCsten
Aber auch diese Darstellung scheitert bei mir an der Realität! Hier eine Auflistung der Probleme:
1) Ich muß die Sparren vergrößern, da diese unterschiedliche und meist zu geringe Stärken aufweisen. 12cm sind benötigt, die Sparren haben oft nur 10 oder 11cm Stärke bzw. sogar teilweise eine unregelmäßige Stärke. Geplant war hier das Anbringen von Brettern an den Sparren, was auch eine gerade Anlegefläche für die Dämmung bringen würde und eine sauber ausgelotete Anlegefläche für die Lattung und die Rigipsplattenoberfläche. Das Problem ist aber, daß die Sparren nicht gerade sind, sondern nach links oder rechts weglaufen, die Bretter also an einigen Stellen nicht an den Sparren anliegen sondern "in der Luft hängen" würden.
2) Die Abstände zwischen den Sparren sind extrem unregelmäßig, sodaß es "Felder" gibt, die extrem schmal sind. Ich denke, daß es hier zu Problemen mit der "fliegenden Latte" kommen könnte, da diese mutmaßlich eine gewissen Mindestabstand zum linken und rechten Sparren benötigen dürfte.
3) Wenn ich eine Dachlatte als "fliegende Latte" anbringen möchte, um etwaiges Wasser von den Sparren nach unten hin abführen zu können, habe ich in Bodennähe das Problem, daß das Wasser ja irgendwie an der Fußpfette vorbei nach draußen gelangen muß - hier ist aber leider, von einem winzigen Spalt abgesehen, überhaupt kein Platz bzw. "alles dicht"!
4) Normalerweise würde beim Anbringen der Unterspannbahn diese von den seitlichen Brettern an den Sparren fixiert werden, was aber wegen der schiefen Sparren nicht funktioniert. Ein Festtackern an den Brettern könnte hier Abhilfe schaffen, aber dann wären die verbleibenden Leerräume zwischen Brett und Sparren (also dort, wo der Sparren schief vom Brett wegläuft) nicht von der Unterspannbahn vor eindringender Feuchte geschützt, was ja dem gesamten Sinn der Unterspannbahn zuwider läuft, da hier dann das eingestopfte Dämmaterial vor eindringender Feuchtigkeit ungeschützt wäre. Eine Nichtdämmung in diesem Bereich, also das Auslassen dieser Hohlräume, wäre ebenfalls nicht sinnvoll (Wärmebrücke).
5) Ich hatte angedacht, die Unterspannbahn einfach komplett über die Sparren zu führen, diese also einfach vollständig darin "einzupacken". Das funktioniert aber nicht vollflächig über das gesamte Dach hinweg, da ich mit der Unterspannbahn dann nicht an den Mittelpfetten vorbeikomme. Ich bräuchte also, sofern diese Lösung überhaupt sinnvoll ist, zumindest für den Bereich der Mittelpfetten und der Firstpfette, eine andere Lösung.
Im zweiten Beitrag lade ich noch Bilder vom Dachstuhl hoch, damit man sich eine bessere Vorstellung von der Situation machen kann.
Für Tipps, egal ob als Zeichnung oder in Worten, wäre ich sehr dankbar! Toll wäre es, wenn diese so geschrieben würden, daß ich sie auch als Laie verstehen kann. Vielen Dank schon einmal vorab!