Warmwasseraufbereitung und -förderung (etwas speziell)

  • Hallo Zusammen,


    ich habe für euch ein etwas spezielleres Thema, konkret geht es um folgendes:


    Wir haben in Kroatien ein Haus, Sanitär ist vollständig vorhanden und auch eine Heizanlage gibt es, die aber nie in Betrieb war (der damalige Plan meiner Eltern ist anders verlaufen als gedacht, Details würden zu weit führen :) ).


    Seit Beginn an, war es so, dass wir dieses Haus nur im Sommer für mehrere Wochen Urlaub nutzen und es ansonsten leer steht.


    Nun war der Plan in den letzten Jahren die Bäder vollständig in Betrieb zu nehmen (inkl. Warmwasser; wobei wir beim Verlassen, dass Wasser vollständig ablassen, damit nichts gefrieren kann), somit hatte man sich bei örtlichen Sanitärfirmen informiert und folgendes wurde umgesetzt:


    Ein Warmwasserboiler von Centrometal (SKB Digi (80 – 120 lit.) und LKB Digi (100 – 120 lit.) - Centrometal | HEIZUNGSTECHNIK) sowie eine Umwälzpumpe von Wilo (Star-Z NOVA T | Wilo) um das Warmwasser schnell bis in das zweite OG zu bekommen.


    Das Problem nun: Der Boiler hat zwei Modi (Pumpe und Warmwasseraufbereitung), diesen müssen wir nach aktueller Kenntnis manuell umschalten (wurde uns damals anders verkauft, leider ist der entsprechende Sanitärer nicht mehr erreichbar). Heißt, wenn wir Warmwasser haben wollen, muss der eine Modus laufen, wenn wir die Umwälzpumpe nutzen wollen, muss der andere Modus laufen, eine Automatik scheint es hier nicht zu geben, auch schaltet in dem Fall die Pumpe nicht automatisch bzw. wird nicht vom Boiler angesteuert.


    Die Frage die wir uns nun stellen, ist die Anlage so wie sie ist nun für unseren Anwendungsfall korrekt oder wurde uns Murks verkauft bzw. vielleicht auch durch Unwissenheit des Fachmanns falsch geplant?


    Im Anhang findet ihr noch paar Bilder zur Situation.


    Ich hoffe ich konnte euch die Situation gut genug beschreiben.


    Falls Ihr noch Daten etc braucht, gerne melden.






  • Das ist eine Zirkulationspumpe, die das warme Wasser im Kreis pumpt, damit es schneller an den Zapfstellen verfügbar ist.

    Das geht aber einher mit einem relativ großen Energieverlust in den Leitungen.

    Auch mit ausgeschalteter Zirkulationspumpe bekommt ihr Warmwasser, es dauert halt nur länger bis das warme Wasser vom Boiler bis zur Zapfstellen kommt.

  • jo mei, ich kenn das Zeug nicht was in Kroatien verbaut wird.

    Aber du kannst natürlcih die Zirkulationspumpe auf einen Daustrom hängen. dann pumpt die immer und der Speicher heizt immer, wenn du ihn so einstellst.

    Ein Sturm zieht auf, Und er wird weiter wehen, Wir werden ihn voller Zorn entgegen gehen. Und soll der Wind auch noch so kräftig Wehen, Das Segel es steht, haben unsre Richtung Gewählt.

    Stemm dich in den Wind, verlier nicht dein Gesicht, Viele werden fallen, doch Wir ganz sicher nicht

  • auf einen Daustrom hängen.

    Das wäre mein Favorit, denn die Pumpe (Modell Z Nova T) unterstützt sowohl eine Zeitsteuerung als auch eine (Rücklauf)Temperatur-Steuerung, beides lässt sich über das Menü an der Pumpe einstellen. Mit den Einstellungen muss man ein wenig experimentieren, denn das Verhalten der Anlage hängt auch von den Leitungen bzw. Leitungslängen ab sowie deren Wärmedämmung. Ein Blick in die Anleitung sollte genügen, die Einstellung ist nicht so kompliziert.

    Bei einer sporadischen Nutzung über das Jahr verteilt, sollte man die WW Erzeugung während langer Abwesenheit deaktivieren.


    Ersatzweise könnte man eine bedarfsgerechte Steuerung implementieren, d.h. die Pumpe wird nur geschaltet wenn sie auch wirklich benötigt wird. Das kann durch einen Schalter geschehen (Funktaster an den Zapfstellen möglich), oder über einen Temperaturfühler der den Zapfvorgang erkennt und dann die Pumpe aktiviert. Man lässt dann kurz Wasser an der Zapfstelle laufen, wartet ab bis die Pumpe das WW bis zur Zapfstelle transportiert hat, das dauert je nach Leitungslänge einige Sekunden) und beginnt dann mit dem eigentlichen Zapfvorgang. Während des Tages und regelmäßiger Nutzung kann man darauf verzichten, da das WW in den Leitungen bei entsprechender Wärmedämmung nicht so schnell abkühlt. Am frühen Morgen bei der erstmaligen Nutzung oder nach mehreren Stunden Stillstandzeiten (Auskühlverhalten ist entscheidend), drückt man halt den Schalter oder zapft kurz WW damit die Elektronik den Zapfvorgang erkennt.


    Letztendlich ist es eine Frage des Komforts den man möchte. Einen Dauerlauf 24/7 würde ich nicht empfehlen, weil über die Leitungen eine Menge Energie verloren geht, gerade bei geringer oder gar nicht vorhandener Wärmedämmung. Eine Zeit und Temperatursteuerung dürfte ein guter Kompromiss sein. Wer möglichst viel Energie sparen möchte, der sollte auf eine Zirkulation komplett verzichten (kkurze Leitungsstrecken zu den Zapfstellen erforderlich), oder halt eine bedarfsgerechte Steuerung implementieren.

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  • Das ist eine Zirkulationspumpe, die das warme Wasser im Kreis pumpt, damit es schneller an den Zapfstellen verfügbar ist.

    Das geht aber einher mit einem relativ großen Energieverlust in den Leitungen.

    Auch mit ausgeschalteter Zirkulationspumpe bekommt ihr Warmwasser, es dauert halt nur länger bis das warme Wasser vom Boiler bis zur Zapfstellen kommt.

    Danke, die Funktionsweise war schon bekannt :)


    Sinn und Zweck des Ganzen war ja, dass wir schneller ans WW kommen, als ohne Pumpe. :)


    jo mei, ich kenn das Zeug nicht was in Kroatien verbaut wird.

    Aber du kannst natürlcih die Zirkulationspumpe auf einen Daustrom hängen. dann pumpt die immer und der Speicher heizt immer, wenn du ihn so einstellst.

    Dauerstrom klingt schonmal nach einer Idee, Danke...

    Danke für die ausführliche Erläuterung. Wie gesagt, die Anlage wird nur genutzt, wenn wir dort sind, dazwischen ist alles aus und entleert.


    24/7 ist in dem Fall nicht nötig, da man das WW nur fürs Baden / Duschen verwendet. Somit wäre ein einfaches Ein- und Ausschalten die einfachste Variante das zu steuern.


    Natürlich wäre es das schönste, wenn die Pumpe dann anspringt, wenn man WW entnimmt, hier weiß ich aber nicht ob und wie sowas wo gemessen und geregelt wird.. Generell wollen wir schon die Pumpe nutzen, da dass Hauptbad im 2 OG ist und vom Keller bis Hoch doch etwas Weg liegt :)

  • 1. Wie gesagt, die einfachste Lösung wäre die Nutzung der in der Pumpe integrierten "Intelligenz". Man könnte einfach Pumpenlaufzeiten definieren, sagen wir mal ab morgens 08:00 Uhr bis xx:xx Uhr, also während der Hauptnutzungszeiten. Ich weiß jetzt nicht auswendig, wie komfortabel man die Zeiten bei dieser Pumpe programmieren kann, ob man mehrere Schaltvorgänge pro Tag festlegen kann, usw. Das sollte aber alles in der Bedienungsanleitung stehen.

    Nutzt man zusätzlich die Temperaturüberwachung, dann misst die Pumpe die Wassertemperatur und schaltet bei Unterschreiten einer festzulegenden Schwelle ein. Soweit ich weiß, kann man hier einen Schwellwert zwischen 40°C und 70°C festlegen, aber auch das sollte in der Anleitung stehen.

    Vorteil: Es ist alles schon vorhanden, man braucht nichts mehr hinzukaufen, man muss nur die Pumpe programmieren. Der Komfort ist höher als bei Option 2 und 3.

    Nachteil: Mit einer reinen Zeit- oder Temperatursteuerung erreicht man nicht die maximal mögliche Einsparung.


    2. Die zweite Option wäre eine manuelle Betätigung, quasi ein "Funkschalter" (wenn die Zapfstelle weiter entfernt ist, ansonsten wäre auch Festverdrahtung denkbar). Im Prinzip eine per Funk schaltbare Steckdose. Je nach Modell kann man dann wählen zwischen Ein/Aus oder eine Tasterfunktion mit einer einstellbaren Zeit. Man drückt dann die Taste die beispelsweise in der Nähe des Waschbeckens montiert ist, und aktiviert damit die Pumpe (für x Minuten).

    Vorteil: Man kann mehrere Taster im Haus verteilen die die gleiche Steckdose ansteuern

    Nachteil: Die Taster benötigen eine eigene Stromversorgung, meist Batterien.


    3. Die 3. Option wäre die bedarfsgerechte Schaltung. Da gibt es einige Produkte, auch als Bausätze für Bastler. Die Elektronik wird in der Nähe der Pumpe montiert, ein Temperaturfühler kommt an den WW Abgang des Boilers, manche Modelle nutzen auch 2 Fühler, einen am WW Ausgang und einen der die RL Temperatur an der Zirk.pumpe misst. Gibt es auch mit WLAN Anbindung und was weiß ich. Kosten irgendwas zwischen 50,- € und 150,- €, so ganz grob.


    Google mal nach "Zirkulationspumpe Steuerung", da wirst Du erschlagen mit Angeboten, da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Je mehr Komfort Du möchtest um so geringer wird die Energieeinsparung. Ich benutze seit etwa 25 Jahren die bedarfsgerechte Steuerung, war zuerst etwas gewöhnungsbedürftig, aber selbst die Kinder kamen damit klar. Und wenn man einmal vergisst die Pumpe über den Zapfvorgang zu aktivieren, dann ist das ja auch kein Beinbruch. Dann dauert es halt etwas länger bis WW vor Ort ist.


    Wichtig ist, dass die TW Leitungen regelmäßig genutzt werden und keine Stagnation eintritt. Ob die Zirk. dann 1 oder 2 oder 5 Mal pro Tag läuft ist nebensächlich. Das Entleeren bei längerer Abwesenheit und Spülen vor Inbetriebnahme ist OK.

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