Feedback zu Grundriss 140m² EFH

  • Hallo ich würde mir hier gerne Feedback zu meinem ersten Grundriss einholen, bin wirklich für sämtliche Kritik, Ideen und Vorschläge offen.

    Vorweg: Die Zeichnungen sind mehr oder weniger eine Skizze von mir, mit den Ideen würde ich natürlich dann zum Planer gehen - aber je besser meine Vorstellung bereits davor ist, desto leichter tut er sich denke ich dann auch.


    Das Haus sollte flexible zu meiner Lebenssituation passen. Ich hab bereits ein Baugrundstück, muss wg. Bauzwang in den nächsten Jahren bebaut werden.

    Aktuell bin ich m, Single, möchte dort aber mal mit einer Partnerin leben, ob ich Kinder habe werde weiß ich nicht, aktuell habe ich keine geplant, bzw. kann es mir nicht vorstellen.

    Dementsprechend sollte das Haus auch dieser Größe entsprechen für 2 Personen und sollte ich doch unerwarteter Weise ein Kind haben, soll es auch noch rein passen.


    Rein kostentechnisch würde ich ohne Keller bauen, Abstellfläche würde ich unter der ausgebauten Treppe, Großer Abstellraum/Werkstatt hinter den großen Carport und einen kalten Dachboden mit Zugtreppe einplanen.


    Besonderheit wäre dass ich den Technikraum, kombiniert mit dem HWR ins OG setzen würde, mit einem Steigschacht im Eck durch das Bad EG - Vorteil ich hab unten ein weiteres Zimmer welches ich im Alter oder wenn ich mir den Fußbreche nutzen kann und weitestgehend barrierefrei bin...

    Das Gewicht des Pufferspeichers könnte die Mauer vom EG-Bad aufnehmen, wenn man diese tragend ausführt.

    Ja der Technikraum mit HWR im OG ist mit 19m² nicht klein ausgeführt... aber mein Bruder hat erst gebaut und der hat ca. 14m² nur Technik, da ist Pufferspeicher, WP-Gerät, Enthärter, Belüftung, E-Verteilung, Wechselrichter, Batteriespeicher drin... Und der ist relativ voll... ich möchte dort noch etwas zusätzlichen Stauraum mit Regal und den HWR mit WM und Trockner integrieren.


    Ich bin für sämtliche Kritik offen.. und wie gesagt dass sind meine Gedanken so wie ich es mir ungefährt vorstestellt hätte bzgl. der Aufteilung... Fenster usw. sind noch nicht 100% in Stein gemeisselt bzw. fluchtend... aber mir geht es erstmal drum ob meine Ideen grundsätzlich so umsetzbar sind.


    Terrasse ist auf der Südseite.


    Bin für jede Kritik dankbar, auch wenn's schei**e ist, sagt es einfach. :beaming_face_with_smiling_eyes:

  • Die Zeichnungen sind mehr oder weniger eine Skizze von mir, mit den Ideen würde ich natürlich dann zum Planer gehen - aber je besser meine Vorstellung bereits davor ist, desto leichter tut er sich denke ich dann auch

    Weiter habe ich nicht gelesen, weil diese Annahme schon komplett falsch ist.


    Je besser DEINE Vorstellung ist, desto eingeschränkter ist der Lösungsraum. Ein guter Architekt wird deine Skizzen erst gar nicht groß beachten, ein schlechter wird sie dir abmalen, egal wie gut oder schlecht sie sind.

  • Ich würde erst mal in Worten zusammen fassen wie Du Dir das Leben in einem eigenen Haus vorstellst. Welche Träume von einem Haus hast Du? Wie willst Du leben? Was für ein Mensch bist Du? Was ist Dir wichtig. Wie lebst Du sonst so? Das alles kannst Du einer planenden Person erzählen und so ein Luftschloss und ein Traumbild aufbauen. Dann weiß man was in welche Richtung deine Vorstellungen gehen können.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Und das Grundstück ist wirklich topfeben? In Südostoberbayern

    ja ist alles eben - bei uns gibts Berge und Hügel aber das Baugebiet ist tatsächlich auf einer ebenen Fläche.......

    Weiter habe ich nicht gelesen, weil diese Annahme schon komplett falsch ist.


    Je besser DEINE Vorstellung ist, desto eingeschränkter ist der Lösungsraum. Ein guter Architekt wird deine Skizzen erst gar nicht groß beachten, ein schlechter wird sie dir abmalen, egal wie gut oder schlecht sie sind.

    Ok verstehe, welche Wünsche darf man dann als künftiger Hausbesitzer äußern, ohne den Planer zu stark in seiner künstlerischen Freiheit einzuschränken? Welche Infos braucht er dann von mir? Was darf ich ihm nicht sagen? Im Grunde bildet doch gerade eine Skizze meinen Lebensstil ab und vor allem die Dinge welche einfach Geschmackssache, wie offener Wohnraum, usw... Und was bringt es wenn ich dem Planer keine persönlichen Wünsche machen darf und dann ich mir ein zu großes, nicht passendes Haus lassen bauen muss? Verstehe ich nicht... Der Planer wird mir dann schon sagen was Unsinn ist und was nicht. Ich vertraue da auch auf die fachliche Meinung, ich weiß nicht warum manche Leute meinen dass ich mich mit meiner Skizze über das Fachwissen des Planers stelle...


    Ich würde erst mal in Worten zusammen fassen wie Du Dir das Leben in einem eigenen Haus vorstellst. Welche Träume von einem Haus hast Du? Wie willst Du leben? Was für ein Mensch bist Du? Was ist Dir wichtig. Wie lebst Du sonst so? Das alles kannst Du einer planenden Person erzählen und so ein Luftschloss und ein Traumbild aufbauen. Dann weiß man was in welche Richtung deine Vorstellungen gehen können.

    Ich dachte dass ich das oben schon ausgeführt habe. Ich wünsche mir dort mit einer Partnerin zu leben und notfalls noch 1-2 Zimmer übrig habe, sei es für Hobby, Gast, Kind, Büro... Ich bin kein Mensch der viele Sachen sammelt, ich bin ein Mensch der eher minimalistisch lebt und nicht alles aufbewahrt. Auch bin ich nicht der Heimwerker der eine eigene Werkstatt braucht. Ich mach viel Sport und möchte dass mein Haus einfach ein Rückzugsort für mich ist. Mein Traum ist dass ich das Haus in 15-20 Jahren abbezahlt habe und nicht abhängig bin von Vermieter, etc... und das Haus so gestalten kann wie es mir gefällt.

    Und eben auch möchte ich vorausschauend darin leben können, sollte ich aus gesundheitlichen Gründen nur auf einer Etage leben können, wäre es für mich sehr sinnvoll im EG ein Bad und ein eventuelles Schlafzimmer zu haben... das alles habe ich in meiner Skizze abgebildet bisher. Das Haus sollte ebenfalls kompakt und einigermaßen pflegeleicht bleiben. Und ein Büro für Home-Office wäre praktisch, was ja das Zusatzzimmer erfüllt...


    Dachte man kann sich hier Inspiration und Tipps holen...

  • Das Gewicht des Pufferspeichers könnte die Mauer vom EG-Bad aufnehmen, wenn man diese tragend ausführt.

    Nicht nur der Pufferspeicher, auch Batteriespeicher sind schwer. Ob man überhaupt einen Pufferspeicher benötigt, das hängt auch vom Heizkonzept ab.


    Mir wäre der Treppenaufgang/Flur mit 1,20m etwas zu eng. Stelle Dir mal vor, Du gehst so eine "schmale" Treppe hoch, oben dann in einen kurzen Flur der genau so breit ist, da kriegt man doch Platzangst. Überlege mal wie Du die Technik über diese Treppe nach oben bringst, einen Pufferspeicher zum Beispiel.

    Zudem ist der Antritt für meinen Geschmack zu nah an der Haustüre. Die schmale Haustür trifft jetzt auch nicht meinen Geschmack.


    Über der Terrasse hängt an der Wand eine Leuchte mitten in der Landschaft. Wozu?

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  • Ok verstehe, welche Wünsche darf man dann als künftiger Hausbesitzer äußern, ohne den Planer zu stark in seiner künstlerischen Freiheit einzuschränken? Welche Infos braucht er dann von mir? Was darf ich ihm nicht sagen? Im Grunde bildet doch gerade eine Skizze meinen Lebensstil ab und vor allem die Dinge welche einfach Geschmackssache, wie offener Wohnraum, usw... Und was bringt es wenn ich dem Planer keine persönlichen Wünsche machen darf und dann ich mir ein zu großes, nicht passendes Haus lassen bauen muss? Verstehe ich nicht... Der Planer wird mir dann schon sagen was Unsinn ist und was nicht. Ich vertraue da auch auf die fachliche Meinung, ich weiß nicht warum manche Leute meinen dass ich mich mit meiner Skizze über das Fachwissen des Planers stelle...

    Du hast hier eine mögliche Lösung dargestellt, nicht die Aufgabenstellung für die anzufragenden Planenden formuliert!


    Du gehst mit Deinem hier eingestellten Plan sinnbildlich erstmals in eine Arztpraxis und bittest ausdrücklich um ein Rezept für 5 mg Ramipril und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Verantwortungsbewusste Menschen würden Dich dort dann fragen, welche Beschwerden Du hast, Deinen Blutdruck messen und versuchen, Deinen Gesundheitszustand genauer zu verstehen. Du könntest aber auch einfach das gewünschte Rezept bekommen, denn schneller kann man sein Geld nicht verdienen. Ob Deine Hypertonie tatsächlich eine essentielle / primäre ist, oder aber ganz andere Ursachen hat, die anders zu behandeln wären, bliebe dann allerdings (vorerst) ungeklärt.


    Objektiv sinnvoller wäre es deshalb, die festgestellten Symptome konkret zu benennen, im Beispiel den zuletzt mehrfach erhöht gemessenen Blutdruck mit seinen Werten.


    Um wieder auf Deine ursprüngliche Fragestellung zurückzukommen: Stelle eine Liste der gewünschten / benötigten Funktionen / Räume und den ihnen zugeordneten Flächenbedarf auf, beschreibe Dein Leben im neuen Haus alltags, abends, an Wochenenden, an Feiertagen, im Urlaub, alleine, mit Freunden, mit Familienbesuch, mit Deinen Hobbies. Ergänze Deine Aufstellung mit Bilder von Räumen und Häusern, die Dir gefallen, in denen Du Dich wohlfühlen oder in denen momentan wohnst. Mache selbst Fotos, suche Dir weitere Bilder im Internet, in Fachveröffentlichungen etc. … . Liste präferierte Baustoffe, Oberflächen, Ideen und Wünsche auf und benenne das konkrete Baugrundstück und das zur Verfügung stehende Budget.


    Bitte den Kollegen bzw. die Kollegin vor einer Beauftragung um erste Aussagen zur Umsetzbarkeit der Wunschliste auf dem Grundstück und im Budget und um Schilderung ihrer ersten Ideen dazu. Höre Dir an, was gesagt wird und wie vorgegangen werden soll.


    Zum konkreten Plansatz:

    • Der Eingangsbereich und der Korridor im OG sind dunkel, der Korridor oben zusätzlich eng.
    • Die Treppe dürfte mangels erf. Kopfhöhe nicht funktionieren.
    • Für diese Form der Treppe gibt es nur bei einem Haus mit ausgebautem Satteldach-DG einen Grund. Hier ist sie nur schmal, eng und führt zu einem nicht putzbaren Fenster.
    • Der HWR / HAR-Raum sind viel zu groß, das Bad oben auch.
    • Das Bad im EG ist sehr eng und nicht einmal barrierearm.
    • Die Küche ist nicht gut möblierbar.
    • Die Speisekammer und die Ankleide zeigen eine so in den Ecken nicht nutzbare Möblierung.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke, finde deine Antwort sehr hilfreich. Ich habe mir schon ein Miroboard angefertigt, wo ich Stile von häusern und Dingen zusammentrage, die mir grundsätzlich gefallen.


    Und den Ansatz erstmal alles aufzuschreiben finde ich eig. auch ganz gut, bisher kam mir nur immer in den Sinn wild drauf loszuzeichnen... Und den Sinn sehe ich ein, weil man sonst erst beim Zeichnen merkt wenn Dinge unpraktisch sind... Werde es mal von dieser Seite angehen.


    Eine Frage noch: Wie wird eine Treppe in einem Haus ohne ausgebauten Satteldach in der Regel ausgeführt? Dachte eine Viertelwendeltreppe ist in der Regel der beste Kompromiss.

  • Eine Frage noch: Wie wird eine Treppe in einem Haus ohne ausgebauten Satteldach in der Regel ausgeführt? Dachte eine Viertelwendeltreppe ist in der Regel der beste Kompromiss.

    „Kompromisse“ jeglicher Art sollten beim Entwurfsbeginn überhaupt nicht eingegangen werden. Entwürfsideen sollen anfangs möglichst radikal und ganz eindeutig und klar sein.


    In einem zweigeschossigen EFH mit Flachdach auf nahezu waagerechtem Grundstück würde ich die Treppe erstmal einläufig und gerade mittig im Gebäude platzieren.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Gerade mittig ist aber leider die Variante die am allermeisten Platz benötigt - was denke ich bei den kompakten Außenmaßen von 9x11m auch mit bedacht werden sollte. Die umliegenden Räume verlieren dadurch ja an Platz.

  • Gerade mittig ist aber leider die Variante die am allermeisten Platz benötigt

    Ein Treppenlauf benögt IMMER mindest die gleiche Fläche, nämlich X*Auftrittstiefe. Eine Wendelung ggf noch mehr, weil die gewendelten Stufen mehr Auftrittstiefe haben. An - und Austritt sind in Ihrer Funktion ggf. mehrfach vergeben/belegt. Z.B. Antritt + Flur + Zugang zu Raum Y ;)


    Deswegen ja SCHRIFTLICH, nicht zeichnerisch.

    Der / die Planer(in) soll ihr/ sein eigenes Kopfkino laufen lassen, nicht fremde "Filme"

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich dachte dass ich das oben schon ausgeführt habe. Ich wünsche mir dort mit einer Partnerin zu leben und notfalls noch 1-2 Zimmer übrig habe, sei es für Hobby, Gast, Kind, Büro... Ich bin kein Mensch der viele Sachen sammelt, ich bin ein Mensch der eher minimalistisch lebt und nicht alles aufbewahrt. Auch bin ich nicht der Heimwerker der eine eigene Werkstatt braucht. Ich mach viel Sport und möchte dass mein Haus einfach ein Rückzugsort für mich ist. Mein Traum ist dass ich das Haus in 15-20 Jahren abbezahlt habe und nicht abhängig bin von Vermieter, etc... und das Haus so gestalten kann wie es mir gefällt.

    Und eben auch möchte ich vorausschauend darin leben können, sollte ich aus gesundheitlichen Gründen nur auf einer Etage leben können, wäre es für mich sehr sinnvoll im EG ein Bad und ein eventuelles Schlafzimmer zu haben... das alles habe ich in meiner Skizze abgebildet bisher. Das Haus sollte ebenfalls kompakt und einigermaßen pflegeleicht bleiben. Und ein Büro für Home-Office wäre praktisch, was ja das Zusatzzimmer erfüllt...

    So in der Art der Aufzählung Deiner Wünsche fängt man das Gespräch mit dem Architekten an. Quasi Single, kompaktes Haus als Rückzug, soll für eine Kleinfamilie reichen, keine nennenswerten Hobbies im Haus, minimalistisches Leben, Alternativbad für Gebrechlichkeiten, offenen Allraum usw.

    das alles habe ich in meiner Skizze abgebildet bisher.

    Nein, leider nicht.

    Es ist äußerlich sicherlich kein kompaktes Haus. Es hat mit den Maßen 160qm, welches sich mittlerweile 4-köpfige Familien bauen, die zwei Kinderzimmer plus ein Büro brauchen und es gern großzügig haben wollen.

    Mal von den Fehlern im Plan abgesehen (Grenzbebauung über 9 Meter, Treppe über 5 Meter Länge, Fenster zu klein für die Räume), die ja der Architekt/Planer nach Deiner Aussage korrigieren darf oder soll…

    Der Planer wird mir dann schon sagen was Unsinn ist und was nicht.

    Aber wo soll er anfangen? Bei der Hausgrösse? Bei der Korrektur der Treppe sicherlich, aber anscheinend hängst Du zB an der Idee mit dem Technikraum im OG.

    Kann und darf er Dir sagen, dass Dein Projekt so, wie es ist, rein für das Haus 500000€ kostet, dann BNK, Grossraumcarport und Außenanlagen dazukommen?

    Weiß er, was für Wünsche hier von Dir gesetzt sind oder was sich bei Dir nur ergeben hat? Wo fängt Bewertung an, die Du als Kunde nicht akzeptieren könntest oder willst?

    desto leichter tut er sich denke ich dann auch.


    Ich vertraue da auch auf die fachliche Meinung,

    Das ist ja ein Widerspruch. Er hat sein Fach studiert, das impliziert unter anderem auch kostenbewusste Raumgestaltung, Funktionalität usw.

    Kommst Du da mir einem zu üppigen Haus an, dann muss er ja eh alles neu machen.


    Und dann hängt er an Deinen vorgegebenen Ideen und weiß nicht, ob sie von Dir bewusst gesetzt sind oder sich einfach nur gedanken- und wissenlos ergeben haben.

    Ein Laie weiß nicht, was er sich da überhaupt antut. Will er jetzt mit einer neuen Idee vom Fachmann vor den Kopf gestoßen werden? Viele Bauherren wollen so einiges, was mit der budgetierten Hausgrösse gar nicht machbar ist und fühlen ihre Wünsche nicht gewertschätzt, wenn fachlich korrigiert wird. Typisch ist, was mir die letzten Jahre auffällt, der Mainstream der offenen Küche. Dann muss da aber noch eine Speis reingepfercht werden, gewünscht von dem Koch der Familie, und letztendlich gibt es zwar eine gewünschte großzügige Speis, aber die Küche ist nicht mehr funktionell, weil sie die Standardfunktionen mangels Größe nicht mehr abdeckt. Schlimm dann, wenn diese Speis in der hintersten Ecke der Küche durch eine 60er Tür begangen werden soll und noch nicht einmal für eine Leiter oder Wischmop-Lagerung dienen kann, der schnell zur Hand sein sollte.

    Das gilt übrigens auch für Deine „Abstellfläche“


    Man weiß ja nicht, bei welchem Planer Du landen wirst. Weiter oben wurde schon geschrieben:


    Ein guter Architekt wird deine Skizzen erst gar nicht groß beachten, ein schlechter wird sie dir abmalen, egal wie gut oder schlecht sie sind.

    Aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass Du früher oder später bei einem Standard-Typenhaus von einem GU landen wirst, bei dem der Technikraum im EG geplant wird und das OG von der Grösse her bedarfsgerecht angepasst wird.

    Und warum denke ich das? Nach den Wünschen wirst Du mit einem soliden Standard-EG zufrieden sein. Technik im EG sorgt dort für kurze Wege und Abstellmöglichkeiten, im OG für Privatsphäre und Ruhe an den angrenzenden Räumen.

    Für Barrierearmut fehlt dem EG einiges, und für jegliche Eventualitäten muss das Budget stimmen. Keiner weiß hier, ob Du im Lotto gewonnen hast, aber da Du selbst geschrieben hast, dass das Haus nach Möglichkeit relativ schnell abbezahlt werden soll, auch deshalb ohne Keller, wirst Du für kostenoptimiertes Bauen offen sein.

    Und Fakt ist: in Deinem großen Technik-Raum in Kombi mit dem klaustrophobischen Flur und dem Treppengang davor bekommst Du noch nicht einmal eine Leiter hochgebracht. Auch Wäsche tragen wird oben ein Problem sein.

    Verkehrsfläche sollte nicht unterschätzt werden. Wenn erst einmal tatsächlich bis zu drei Personen in diesem Haus leben, dann wollen sie sich auch gedankenlos frei bewegen können, ohne Tuchfühlung in einem Knotenpunkt zu haben.

    Was an Deinem Plan mir jetzt negativ auffällt: Schlecht begehbarer Abstellraum unterm Carport, bei Reduzierung des Carports der schlecht erreichbare Hauseingang, zu kleines Dusch-WC für die genannten Bedürfnisse, keine nennenswerte Lagermöglichkeit im EG, nicht erreichbare Schiebetür/Terrasse bei Besuch, schlauchartiger Allraum mit Engstellen, schlecht möblierbar. Das trifft auch auf den EG-Ersatzraum als Schlafzimmer zu. Kleine Terrasse. Schlechte Türpositionen in Ecken, gefangene Ankleide, „zu“ großes Schlafzimmer ohne Gemütlichkeit, beides im Süden, zu schmale Fenster für breite Fassade, Technik neben dem Kinderzimmer.

    All das bekommt man mit einem Standardhaus/Typenhaus von 130/140qm besser hin. Meine Meinung.

  • Im Prinzip ist es eh wurscht. Weil wenn er damit zu einem/r Architekten/in geht, dann zerknüllt er/sie das Papier und es wandert in die runde Ablage. Ja, wenn man bauen will, dann fängt man gleich damit an sich Pläne zu machen. Aber das interessiert den/die Architekten/in nicht. Er/sie zieht seine/ihre Infos aus dem Gespräch mit dem Bauherrn und macht seinen/ihren eigenen Plan. Im Prinzip ist das verschwendete Lebenszeit, aber es gehört zu der Begeisterung ein eigenes Haus zu bauen dazu. Die Enttäuschung und das Unverständnis, dass der Plan ungesehen in den Papierkorb wandert ist erst mal groß, aber dafür bekommt man ein für sich passendes Haus und dann erhellt sich die Begeisterung auch wieder.


    Man kann natürlich auch das eigene Haus malen und damit zu einem GU gehen. Der freut sich, weil er sich damit Zeit und Geld spart und baut einfach so wie Kunde es will, zum gleichen Preis als wenn er das selber geplant hätte, versteht sich. Aber ob man in diesem Haus wirklich glücklich wird, wenn man mit der Zeit merkt, dass es an allen Enden zwickt? Aber, wie ich vor kurzem an anderer Stelle schon schrub, Mensch gewöhnt sich an alles.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • ich schließe mich da den Vorrednern an:

    entwurfstechnische Schwächen werden durch ein massives "Mehr" an Fläche ausgeglichen. Nur die Garage halte ich für zu kurz, dafür zu breit... Der Lagerraum dahinter erscheint mir deutlich überdimensioniert.

    Mit den Fenstern würde ich grundsätzlich anders arbeiten. Das passt doch nicht zu so einem teuren Haus!


    Berücksichtigt man Gestehungskosten nicht unter 3.000 - 4.000 Euro/m² (eher mehr) führt eine Einsparung von nur 10m² Wohnfläche zu Baukosteneinsparung von 30.000 - 40.000€. Und ich sehe bei diesem Entwurf deutlich mehr Potential!

  • Man kann natürlich auch das eigene Haus malen und damit zu einem GU gehen. Der freut sich, weil er sich damit Zeit und Geld spart und baut einfach so wie Kunde es will,

    Stimmt. Oder er ignoriert die Zeichnung und die Wünsche, weil er nur Typenhäuser baut, eventuell noch mit kleinen Modifizierungen - aber auch das ist legitim.

    Im Prinzip ist das verschwendete Lebenszeit,

    Ich vergaß: ich finde, dass die Tools schon ihre Daseinsberechtigung haben, nur muss man mit denen, also nicht technisch, sondern mit dem entstehenden Produkt umgehen können.


    Wer froh ist, endlich einen Kasten mit Fenstern und Tür gemalt zu haben, der löscht nicht mehr oder nur sehr vorsichtig.

    Jegliche objektive Kritik verliert man als Zeichner. Könnt ja sein, dass man es nach Löschen nicht mehr „neu und besser“ hinbekommt. Von den fachlichen Aspekten mal abgesehen. Zumindest hat ja hier der adventskalender04 an etwas Statik gedacht.

    Außerdem gewinnt die verlorene Zeit, indem man sich als „Projektierer“ an seinen Versuchen gewöhnt. Und Gewöhnung macht sympathisch und schön.


    Also malt man weiter, dann kommt Möblierung dazu, dann der Gummibaum. Obwohl man auch hier wieder schätzen darf, dass nur notwendige Möblierung zur Veranschaulichung positioniert sind. ;)

    Man fühlt sich nicht nur als Bauherr, sondern als Häuslebauer und Innenarchitekt.


    -> Aber spätestens jetzt sollte auffallen, dass ein Handwaschbecken nicht ausreicht, man im WC die Duschwand im Rücken schubbern hat, das Klavier schlicht im Weg steht. Gedanken zum Tagesablauf, Tageswerkablauf Richtung TV, zur Küche, zur Terrasse, ins OG usw , diese Gedankengänge sollten da einem Laien in den Sinn kommen. Das sind ja Sachen, die liegen einem Berufsplaner im Blut. Und dann sollte der Laie merken und verstehen, dass es da noch weitere Ebenen gibt, die man halt selbst schlecht abrufen kann.

  • Mehr oder weniger habe ich die schonungslose Kritik bekommen, die ich auch hier haben wollte und die Erkenntnis ist, dass es besser ist, wenn ich meinen Alltag und Lebensstil in Textform aufschreibe, anstatt eine SKizze als Plan vorzulegen.


    Und wie ein Vorredner hier sagt, ja im ersten Moment fühlt man sich vor den Kopf gestoßen wenn einem gesagt wird dass die eigene Skizze Müll ist, aber dass ein Plan in Textform für den Planer um einiges hilfreicher ist... aber auch das ist eine Erkenntnis - wenn sie mich vor (teuren) Fehlern bewahrt, dann nehme ich auch diesen Hinweis dankend an. Und dass nicht jeder Planer gleich gut ist, stimmt wohl auch

  • Und wie ein Vorredner hier sagt, ja im ersten Moment fühlt man sich vor den Kopf gestoßen

    Wenn man erst einmal viel Zeit in so einen Grundriss investiert hat, dann fällt es einem schwer sich von "seinem Baby" zu trennen. Deswegen investiert man dann lieber noch einmal viel Zeit in irgendwelche Änderungen, anstatt das Ding in den Mülleimer zu treten. Das ist also völlig normal.


    Grundsätzlich finde ich die Anordnung ja gar nicht so schlecht, aber wenn die Liste mit Änderungen zu lang wird, dann ist es vielleicht besser noch einmal von vorne anzufangen.

    Bei den Änderungen bzw. Änderungenvorschlägen müsste man die erst einmal in Prioritäten einteilen, was ist wirklich wichtig, was ist nicht so wichtig, und was ist nur nice to have. Irgendwann kommt man an den PUnkt, an dem es sinnvoller ist noch einmal neu anzufangen.

    Nebenbei bemerkt, ich bin mir sicher, dass auch ein Planer nicht auf Anhieb den für Dich idealen Grundriss treffen wird, denn einige Dinge sind auch Geschmackssache. Die wissen auch berufsbedingt, dass viele Entwürfe erst einmal in der Tonne landen. Wenn er Deinen Grundriss gleich in den Himmel lobt, dann hätte ich Bedenken, ob er überhaupt bereit ist sich intensiv mit Deinem Vorhaben auseinanderzusetzen. An sich ist es für Planer doch viel einfacher, wenn man etwas abzeichnet, ein bisschen hin und her schiebt, und dann so bauen lässt. Leicht(er) verdientes Geld, und der Planer muss ja nicht in dem Haus wohnen. Das wäre wie wenn ich mein Steak fertig gebraten mit in ein Gasthaus bringe und mir dort zum vollen Preis servieren lasse, das würde wohl auch niemand machen.


    d.h. Wenn Du schon für eine Planung bezahlen musst, dann solltest Du auch die damit verbundenen Leistungen in Anspruch nehmen. Du bezahlst den Architekten ja nicht nur dafür, dass er Deinen Grundriss abzeichnet.


    Wie gesagt, Deinen Grundriss finde ich grundsätzlich nicht übel. Die wichtigsten Merkmale kannst Du ja in Worte fassen, oder skizzieren.


    Bsp.:

    - Wohnen/Essen/Küche soll im EG ein Bereich werden, nach Süden ausgerichtet, davor dann eine Terrasse.

    - Eingang von Norden, wo auch die Einfahrt auf das Grundstück sowie PKW Stellplätze/Garage hin sollen.

    - Technik, und HWR in´s OG, damit im EG ausreichend Platz, um dieses im Alter als vollwertige Wohneinheit nutzen zu können.

    - EG so planen, dass es im Alter ohne viel Aufwand barrierferei genutzt werden kann

    - im OG ein Schlafzimmer und max. 1 Kinderzimmer

    - ....usw. usw.


    Dazu kannst Du dann ein paar Bleistiftstriche zu Papier bringen mit der groben Anordnung, wie Du sie Dir vorstellst. Das ist jetzt nur ein Beispiel, vieles wird sich dann auch aus einem Gespäch entwickeln. Da sollte die Chemie stimmen, denn je besser sich ein Architekt in Deine Vorstellungen versetzen kann, um so einfacher wird er auch einen für Dich passenden Grundriss entwickeln können.

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  • Vielleicht mal hier schauen: https://stelling-architekt.de/haus-stelling-friedrichsdorf/


    Keine 140 m² und kein GÜ, aber pfiffig

    Ein weiteres gelungenes Beispiel für das hier gewünschte Raumprogramm auf nur 105 m2 findet sich bei diesem Kollegen in den Maisonettewohnungen 2 und 3. Es geht mir ausdrücklich nur um diese Wohnungen (und baugleiche) innerhalb dieser aber auch sonst sehr pfiffig und ästhetisch konzipierten Ferienwohnungsanlage.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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