Hallo,
komplett neu hier, deshalb sorry falls dieses Thema an der falschen Stelle eingeordnet ist.
Wir interessieren uns für ein Haus, einen Altbau der praktisch frisch in den letzten Jahren saniert worden ist. Wir stolpern aber gerade ein bisschen über den Energieausweis. Zunächst einmal ist der Energieausweis lediglich Teil der Projektierung, also vor Beginn der Sanierung durch die aktuellen Besitzer vor 9 Jahren ausgestellt worden. Er beinhaltet zunächst also überwiegend theoretische Annahmen über das konkrete Sanierungs-Vorhaben der Eigentümer, also beispielsweise welche Fenster sie einzubauen planten, welchen Bodenaufbau sie planten etc., oder auch welchen Energieträger sie zu nutzen planten. Der Ausweis trifft also schon mal keine Aussage, wie der tatsächliche aktuelle Zustand aussieht, sondern nur, was die Eigentümer vor 9 Jahren geplant hatten. (Beispielsweise ist aus der geplanten Wärmepumpe + Pellets am Ende doch nur eine Pelletheizung geworden).
So weit so gut, die Sache macht eigentlich insgesamt einen soliden Eindruck, sodass wir schon denken, dass die Planungen weitgehend umgesetzt wurden.
Stutzig werden wir aber, da am Ende im Energieausweis Klasse A+ herauskommt, und das bei einem Altbau ohne Dämmung der Wände.
Die einzelnen Erläuterungen und Ausführungen im Ausweis leuchten eigentlich ein, so kommen auch beispielsweise für die Wände U-Werte um 0,4 bis 0,6 heraus und somit deutlich höher als für das Referenzgebäude.
Folglich leuchtet auch ein, dass der H'T Wert höher ausfällt als beim Referenzgebäude und auch die Gesamtverluste.
Bis dahin ist für mich alles noch nachvollziehbar.
Aber dann plötzlich steht "unterm Strich" ein absurd niedriger Primärenergiebedarf und Endenergiebedarf, nur ein Bruchteil dessen des Referenzgebäudes.
Für den Primärenergiebedarf hätte ich das noch teilweise nachvollziehen können, da davon ausgegangen wird, dass zum Teil mit Pellets geheizt wird und somit der Faktor 0,2 ins Spiel käme, während für das Referenzgebäude von einer Ölheizung ausgegangen wird. Aber das sollte ja für den Endenergiebedarf unerheblich sein.
Kurz gefragt: Wie kann es sein, dass bei höheren Wärmeverlusten und höheren H'T im Vergleich zum Referenzgebäude ein ungleich geringerer Endenergiebedarf herauskommt?
Vorab schon danke für jegliche Ratschläge!