Ist das eine RAL konforme Montage?

  • Hallo zusammen,


    in unserem Neubau wurden Holz-Aluminium Fenster in 24 cm Kalksandstein mauerwerksbündig außen montiert.



    Die Montage der Fenster wurde mit Soudal MF 167 durchgeführt und außen mit entweder


    A) RALMO® maXtack-Flex 2.0 outside


    oder


    B) mit Isocell Omega Plasto Band


    verklebt (Band A) ging irgendwann aus, dann haben die Fensterbauer B) eingesetzt).



    Die Luftdichtebene wurde nicht weiter bearbeitet sondern soll durch den MF 167 Soudal Schaum sichergestellt sein.



    Wir hatten explizit RAL vereinbart. Ich frage mich, ob der Schaum wirklich dauerhaft luftdicht und RAL konform ist?


    Und ich frage mich ob das in B) verwendete Klebeband, welches aus meiner Sicht diffusionsdicht ist, prinzipiell überhaupt geeignet ist.



    Anbei ein paar Bilder zur Situation.



    Wie schätzt ihr die Lage ein?

  • Hier hilft ein Bick in´s Datenblatt:


    https://www.soudal.de/sites/default/files/soudal_api/document/F0043434_0001.pdf


    Die 2 wichtigsten Parameter für diese Betrachtung:


    a.) Luftdurchlässigkeit a < 0,1 m³/[h.m.(daPa)²/³]

    b.) Wasserampfdiffusionswiderstandszahl μ = 13


    Zusätzlich schreibt der Hersteller:


    Zitat

    Die besondere Zellstruktur ermöglicht den Einsatz ohne weitere innere Abdichtung und macht MF 167 besonders leistungsfähig in der Gebäudehülle

    .

    Für beide Parameter gibt es einen Prübericht des IFT Rosenheim. Der Hersteller beschreibt den Dichtstoff als "diffusionsoffen", was man bei einem µ von 13 auch erwarten würde.


    Weiterhin steht im Datenblatt:


    Zitat

    Nicht UV-und Schlagregenbeständig

    Für dauerhafte UV- und Schlagregenbeständigkeit ist die Fuge, nach vollständiger Aushärtung, entsprechend der konstruktiven Anforderungen mit Soudatight Hybrid, Soudaband Pro BG1 oder SWS Outside

    Extra abzudecken. Bei Montage mit Soudaband Pro BG1, MF 167 erst nach Expansion des Bandes einfüllen

    In Deinem Fall wurde für diesen Zweck außen ein Fugendichtband verwendet das diese Aufgabe erfüllen soll. Hier ist Deine Pos A.) nach Datenblatt für diesen Zweck geeignet, bei Pos. B.) handelt es sich um ein Butyl-Klebenband das zwar luft-/winddicht ist, mit entsprechendem Schutz auch UV- und schlagregendicht, gleichzeitig aber auch mit hoher Wahrscheinlichkeit wasserdampfdiffusionsdicht. Im Datenblatt habe ich dazu keine Angaben gefunden, und nur weil man das Band zur Herstellung einer zweiten wasserführenden Ebene unter einer Fensterbank einsetzen kann, bedeutet das noch nicht, dass man damit das komplette Fenster abdichten darf. Aufgrund der Materialeigenschaft (Butyl) vermute ich, dass die Wasserdampfdiffusion hier nicht gegeben ist, das wäre zu verifizieren.

    Das Band erfüllt somit in meinen Augen mit hoher Wahrscheinlichkeit nur einen Teil der notwendigen Eigenschaften.


    Kommen wir nun zur raumseitigen Abdichtung. Beim Einbau von Fenstern gilt doch die Anforderung, innen luft- und diffusionsdicht. Diese Anforderung sehe ich bei der Vorgabe des Herstellers als nicht erfüllt, denn der Montageschaum ist ja nach seinen eigenen Aussagen "diffusionsoffen". Der Monteur hat erst einmal alles richtig gemacht, er hält sich an die Vorgaben/Empfehlungen des Herstellers. Das ist jedoch nur die halbe Miete, denn Du hast ja als Kunde und Auftraggeber mit ihm als Fachbetrieb und Auftragnehmer einen Vertrag (Du schreibst nur von RAL). Was dieser genau enthält das weiß ich nicht, ein fachgerechter Einbau ist aber mit Sicherheit vereinbart.


    Fazit: Deine Bedenken hinsichtlich Dichtband Pos. B) und dem Verzicht auf eine raumseitige Abdichtung teile ich.


    Aber mal abwarten, es kommen sicherlich noch ein paar Antworten. Es gibt hier Leute die wissen das noch viel besser als ich.

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    .

  • 1. und grundsätzliche Frage: Ist der Fenstermonteur überhaupt Mitglied der RAL Gütegemeinschaft. Denn m. W. n. dürfen nur Mitglieder überhaupt RAL Montagen durchführen. Alle anderen nur RAL gleiche.

    Ist so ähnlich wie beim Wiener Schnitzel. Ein Wiener Schnitzel MUSS aus Kalbfleich sein, sonst muss es sich "nach Wiener Art" o.ä. nennen

    Ich frage mich, ob der Schaum wirklich dauerhaft luftdicht und RAL konform ist?

    Zu 1.) Lt Herstellerseite - Ja

    MF 167 Click & Fix | Soudal

    Zu 2.) Nein. Auch nicht RAL gleich o.ä.

    Siehe: https://ralfenster.de/wp-conte…/LzM_2024_Leseprobe-2.pdf

    Leseprobe. Den kompletten Leitfaden gibt NUR gegen Bares.

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  • Meiner Meinung nach ist das MF 167 Click & Fix | Soudal zugelassen, wenn wie in den Prüfnachweißen/Herstellerrichtlinien beschrieben gebaut wurde. Wenn ein Detail abweicht, muss man (wie auch immer...) nachweißen das funktioniert....


    Im RAL ... Leitfaden... LzM_2024_Leseprobe-2.pdf sind viele, aber bei weitem nicht alle, erlaubten Lösungen beschrieben.


    Glaskugel sagt: "RAL-Montage" oder "Montage nach RAL" oder.... steht hier (wie so oft) fälschlicherweise nur als Synonym für eine Montage nach den anerkannten Regeln der Technik.

  • wenn wie in den Prüfnachweißen/Herstellerrichtlinien beschrieben gebaut wurde.

    Für den baufachlichen Laien so gut wie unprüfbar, selbst für viele amBau tatige eher ein Buch mit 7 Siegeln.

    Ein Mobile haben die meisten zwar am Mann/der Frau, aber mehr als die (a)sozialen Medien damit zu lesen, bekommen die meisten nicht hin. ;(

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  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für Eure hilfreichen Antworten.



    Der Angebotstext beinhaltet pro Fenster zwei Positionen zur Montage, jeweils mit einem Geldbetrag hinterlegt, also keine Alternativpositionen:


    "1) Neubaumontage des Fensters inkl. ausschäumen (keine RAL Montage)

    2) Neubaumontage der Fenster nach RAL inkl. ausschäumen,Dichtungsband und abspritzen der Fugen mit PU"




    Mit dem Fensterbauer suchen wir jetzt eine Lösung das ganze noch hinzubekommen. Wäre denn der Austausch des Butyl-Klebebands mit einem geeigneten diffusionsoffenen Band außen plus das Hinzufügen eines diffusionsdichteren Bandes innen eine Lösung?

    Die Frage ist natürlich auch, wie gut kann das Band innen nun noch angebracht werden. Die Fenster sind alle verglast und verschraubt.



    Falls es (aktuell) kein RAL wäre (an dem Begriff möchte ich mich auch nicht unnötig aufhängen), wäre es denn zumindest aktuell nach den anerkannten Regeln der Technik installiert (auch bezugnehmend auf §13 GEG)?

  • wäre es denn zumindest aktuell nach den anerkannten Regeln der Technik installiert (auch bezugnehmend auf §13 GEG)?

    Zu 2/3 ja, da sind die Fachmenschen hier einig. Äussere Abdichtung und Wärmedämmung [falls Du DAS mit § 13 GEG meinst], nur bei der Luftdichtigkeit herrscht zumindest Unsicherheit.

    Die unterschiedlichen Bänder aussen empfinde ICH ( techn. Gleichwertigkeit vorausgesetzt - nicht geprüft ) am Ende als unwesentlich. Falls innen KEIN diffusionsdichtes Band nachgerüstet wird, natürlich nicht.


    Nachrüsten des Bandes innen ist eine Sache von a) Arbeitssorgfalt und b) späterer Gestaltung der Laibung usw. Können wir also nicht genau sagen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Mit geeigneten/geprüften/.... Luftdichten Anputzleisten auf der Raumseite wird heute sehr oft gearbeitet... wenn z.B die Fenster nicht zu groß sind.

    Bin verwundert das noch niemand auf die einfachste nahe liegende Kostengünstigste Idee gekommen ist.

  • Die unterschiedlichen Bänder aussen empfinde ICH ( techn. Gleichwertigkeit vorausgesetzt - nicht geprüft ) am Ende als unwesentlich.

    Ich habe mal den in meinen Auigen wichtigen Punkt unterstrichen. Bezogen auf den Fall des TE sind die beiden Bänder anscheinend nicht gleichwertig, was dazu führt, dass die Fuge außen mehr oder weniger diffussionsdicht ist, oder zumindest "deutlich dichter" als innen, wo ein Band fehlt. Ich vermute das ist nicht im Sinne des Herstellers, dessen Empfehlung, Verzicht auf ein Band raumseits (sofern außen ein diffusionsoffenes Band verwendet wird), sowieso schon grenzwertig ist, zumindest in meinen Augen.


    Jetzt könnte man darüber philosophieren, wie sich die Konstruktion in der Praxis verhält, und ob daraus ein Schaden entstehen könnte. Dazu bräuchte man aber erst einmal mehr Daten zu dem verwendeten Butylband.

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  • Mir ging es um den Unterschied zwischen den Bändern, denn so ein Butylband kann wasserdampfdiffusionsdicht sein, so dass dessen Eignung nicht gegeben ist, völlig egal ob da raumseits ein Band ist oder nicht. Anders ausgedrückt, es könnte gut sein, dass man das Band auch mit einem raumseitigen Band nicht gesund beten kann.


    Drum prüfe, wer sich ewig bindet.....vor allen Dingen die technischen Daten. ;)

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  • Mit geeigneten/geprüften/.... Luftdichten Anputzleisten auf der Raumseite wird heute sehr oft gearbeitet... wenn z.B die Fenster nicht zu groß sind.

    Bin verwundert das noch niemand auf die einfachste nahe liegende Kostengünstigste Idee gekommen ist.

    Viele Fenster haben leider doch eine gewisse Größe von 6 bis 10 m Umfang entlang der Fugen ringsrum. (Ob das jetzt groß oder klein ist in dem Kontext kann ich nicht sagen)



    Aus meiner Sicht und wenn ich die vielen hilfreichen Antworten (vielen Dank) richtig einschätze, ist das ansonsten der beste Plan:


    1.) Butylband durch diffusionsoffenes Band ersetzen


    2.) raumseitig ein diffusiondichtes Band einarbeiten.


    Dabei die Ausführung entsprechend sauber durchziehen.

  • Zu 2/3 ja, da sind die Fachmenschen hier einig. Äussere Abdichtung und Wärmedämmung [falls Du DAS mit § 13 GEG meinst], nur bei der Luftdichtigkeit herrscht zumindest Unsicherheit.

    Die unterschiedlichen Bänder aussen empfinde ICH ( techn. Gleichwertigkeit vorausgesetzt - nicht geprüft ) am Ende als unwesentlich. Falls innen KEIN diffusionsdichtes Band nachgerüstet wird, natürlich nicht.


    Nachrüsten des Bandes innen ist eine Sache von a) Arbeitssorgfalt und b) späterer Gestaltung der Laibung usw. Können wir also nicht genau sagen.


    Ja, ich hatte mit §13 GEG tatsächlich nur die Luftundurchlässigkeit gemeint.


    Die beiden Bänder sind technisch leider nicht gleichwertig (das habt ihr ja weiter unten auch besprochen).

  • 10m Umfang = Glaskugel sagt 2,5m×4=10m = kein Problem...

    Scherz...

    Es es zählt nur die Maximal zulässige Länge der der Anputzleisten bei... das steht in den Unterlagen der Anputzleisten.