Abdichtung im Bad nach ZDB - Merkblatt „Verbundabdichtung“: Abdichtung des Bodens ohne Flussiggummi möglich?

  • Hallo zusammen,


    wieder mal eine technische Frage hätte ich an die Experten hier.


    Bei uns in der Baubeschreibung steht: <<Die Abdichtung der spritzwassergefährdeten Bereiche im Bad erfolgt nach dem ZDB - Merkblatt „Verbundabdichtung".>>


    In den Bädern sind geflieste bodenebene Duschen mit Bodenablauf vorhanden, also müssen laut dem Merkblatt die Böden komplett abgedichtet werden.


    Was mich dabei stutzig macht ist, dass die Bodenbereiche direkt unter der Dusche und außerhalb der Dusche unterschiedlich behandelt wurden. Direkt unter der Dusche wurde zunächst Flüssiggummi, und oben drauf eine zementfarbige Schicht aufgetragen, die für mich wie eine Art Mörtel aussieht. Auf den restlichen Bodenflächen wurde jedoch kein Flüssiggummi, sondern lediglich der Mörtel (oder was auch immer das ist) aufgetragen.


    Auf meine Nachfrage bezüglich der Abdichtung sagte mir der Bauleiter, dass diese zementfarbige Schicht den Boden abdcihtet. Daraufhin habe ich nach der Produktbezeichnung gefragt, er konnte mir aber nichts dazu sagen und hat versprochen, die Frage mit dem Fliesenleger zu klären. Allerdings nach zwei Wochen Wartezeit und vier schriftlichen Nachfragen habe ich immer noch keine Produktbezeichnung genannt bekommen, was für mich ein Indiz dafür ist, dass der BT die unangenehme Frage bis zur Abnahme absitzen möchte.


    Also meine Fragen an euch:
    - Müsste der Flüssiggummi auch auf der restlichen Bodenflächen aufgetragen werden?
    - Wenn nicht unbedingt, kennt ihr solche "Dichtmörtel", die alleine ohne Flüssiggummi zur Abdichtung ausreichend wären?
    - Falls ja, bitte keine Produktbeispiele hier posten (nicht dass der BT hier mitliest), sondern lieber die PN-Funktion nutzen.


    Grüße,

  • Trenn Dich ganz schnell wieder von dem Begriff "Flüssiggummi", der führt in die Irre!


    Alle Verbundabdichtungen müssen in den abzudichtenden Bereichen vollflächig und lückenlos nach Herstellervorschrift bzw. Prüfzeugnis verarbeitet werden. Dabei ist auch eine wannenförmige Ausbildunf an den Wänden hoch erforderlich.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Was ist Flüssiggummi? MDS gibt es - mineralische Dichtschlämme. Ob die nach Merkblatt zugelassen ist kann ich dir nicht sagen.

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  • lass dir anhand der badpläne von deinem planer oder vertragspartner die spritzwassergefährdeten bereiche darstellen. dann siehst du weiter!

  • für mich ein Indiz dafür ist, dass der BT die unangenehme Frage bis zur Abnahme absitzen möchte.

    Die hätte doch lt. Deinem anderen Strang schon längst erfolgt sein sollen, also war der BT doch auf dem betsen Wege, Erfolg zu haben mit seiner Taktik und b) sind doch wohl die Fliesen schon drauf, oder.


    So wie Du hier kleckerweise mit Mängeln ums Eck kommst, würde ich mich nicht wundern, wenn Du die Abnahme hättest verweigern können, wenn Du denn von (Bau)Beginn an vernünftig und mit fachlicher Hilfe agiert hättest.

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  • Also meine Fragen an euch:
    - Müsste der Flüssiggummi auch auf der restlichen Bodenflächen aufgetragen werden?
    - Wenn nicht unbedingt, kennt ihr solche "Dichtmörtel", die alleine ohne Flüssiggummi zur Abdichtung ausreichend wären?
    - Falls ja, bitte keine Produktbeispiele hier posten (nicht dass der BT hier mitliest), sondern lieber die PN-Funktion nutzen.



    Zu 1: Wenn der graue Mörtel wie du ihn nennst eine Dichtschlämme ist, reicht diese. Ich persönlich halte von zementärer flexiblen Dichtschlämme deutlich mehr als von dem "Flüssiggummi"
    Zu 2: siehe 1


    Das einzige was mich wundert ist dass auf dem "Flüssiggummi" eine Dichtschlämme aufgetragen wurde. Das macht für mich keinen Sinn, stellt aber auch kein Problem dar.


    Wichtiger wäre hier sind auch die Wände mit der Dichtschlämme versehen worden?

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  • Oh contraire


    Ein ordentlich gemachter Dispersionsabdichtungsanstrich ist besser als zementöse Abdichtungen, weil er nicht beim kleinsten Riss mitreisst. Aber zugelassen sind auch die zementösen Massen - ja.


    Ich sehe aber keine Dichtbänder, keine Hochführung an der Wand, dafür Gipsdielen (?) mit Kreuzfuge, irgendwas von einem bekannten Fliesenprofil- und DichtFOLIENhersteller, keine Wannenausbildung ausserhalb der Dusche, unterschiedliche Materialien (warum?)


    Und das alles auf so einem kleinen Ausschnitt!

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  • "zementäre flexible Dichtschlämme" oder hätte ich schreiben sollen kunststoffvergütet.


    Ich weiß ja nicht welche Dichtschlämmen du verarbeiten läßt, aber ordentliche reißen nicht, sondern bleiben zähelastisch und verspröden nicht wie z.B. Dispersionsabdichtungen. Die Merkblätter die ich kenne weisen den Zusatz "flexibel" extra aus.


    Aber Du hast Recht wir wissen ja nicht was dort verwendet wurde.

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  • dafür Gipsdielen (?) mit Kreuzfuge

    Glaube eher, dass dies bereits die Wandfliesen sind.


    Frage, die ich mir selber stelle: Was soll diese "Abdichtung" nur im Bodenbereich bringen? Klar...dichtet den Boden ab. Aber der Spritzwasserbereich ist in der Dusche ja doch etwas größer (Wände!!!). Es fehlt also die Wandabdichtung und -evtl. viel schlimmer- das Fugendichtband im Übergang Boden - Wand.


    Die Annahme, dass hier massiver :pfusch: vorliegt scheint mir durchaus begründet.

  • Glaube eher, dass dies bereits die Wandfliesen sind

    Auf dem Weg war ich auch erst, aber:
    1) Wer dichtet den Boden ab, wenn schon ein Teil der Wandfliesen sitzt und saut dann noch derart da drauf?
    2) Sieht es mir an den Stößen/Fugen eher nach Verspachteln von minimalen Versätzen als nach Farbverlauf in der Fliese mit schlechtem Nachwaschen der Fugmasse aus.
    3) hat der TE schon ein Thema mit Gipsdielen
    Beeinträchtigung der Tragfähigkeit einer massiven Gipswand durch Aussparungen
    der Einsatz ist also wahrscheinlich.

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  • Ich denke, dass ihr beide (Thomas B. u. Ralf D.) Recht habt. Linke Wand ist mit Fliesen, obere Wand ist noch ohne Fliesen. Im rechten oberen Bildeck sieht man noch nicht verbaute Fliesen stehen, welche der linken Wand sehr ähnlich sehen.

  • 1) Wer dichtet den Boden ab, wenn schon ein Teil der Wandfliesen sitzt und saut dann noch derart da drauf?

    Na...der Fliesenleger des BT!


    2) Sieht es mir an den Stößen/Fugen eher nach Verspachteln von minimalen Versätzen als nach Farbverlauf in der Fliese mit schlechtem Nachwaschen der Fugmasse aus.

    Irgendwie passt die Duschwand farblich aber auch zu den an der Wand lehnenden Fliesen (oben rechts im Bild). Und: Es scheint (!) eine Fuge zw. Boden und der ersten Fliesen/ Gipsdiele zu geben. Bei Fliese "normal" (kommt ja noch Silikon rein. Bei Gipsdiele würde ich hier eine "volle Fuge" erwarten.


    3) hat der TE schon ein Thema mit Gipsdielen

    Korrekter Hinweis. Aber: Auf der einen Seite der Dusche ist dann eine Abmauerung/ Vormauerung. Auf der anderen Seite ist normales Mauerwerk. Danach sieht mir die linke Wand mit den mutmaßlichen Fliesen (oder Gipsdielen?) irgendwie nicht aus. Ich tippe daher weiterhin auf Fliesen.


    Vielleicht erhellt uns ja mal der TE???
    ---------- 26. September 2016, 12:49 ----------
    Mal zum allg. Verständnis (auch für mich).


    Habe gerade gelesen, dass es einen (gescheiterten) Abnahmetermin gegeben hat.


    Nehmen wir einfach mal an, dass meine Vermutung zuträfe und die Abdichtung nur auf den Boden gekleistert wurde. Dann wäre das ja nicht fachgerecht.


    Aber wie will man das bei der Abnahme bemängeln? Der BT kann ja keck das Gegenteil behaupten und sagen "Alles prima und fachgerecht und toll!". Der Gegenbeweis dürfte ohne zerstörende Bauteilöffnung schwerfallen.

  • Nehmen wir einfach mal an, dass meine Vermutung zuträfe und die Abdichtung nur auf den Boden gekleistert wurde. Dann wäre das ja nicht fachgerecht. Aber wie will man das bei der Abnahme bemängeln? Der BT kann ja keck das Gegenteil behaupten und sagen "Alles prima und fachgerecht und toll!". Der Gegenbeweis dürfte ohne zerstörende Bauteilöffnung schwerfallen.

    So ist es. Vermutlich weiß der BT auch, welche Zauberformel in seinem eigenen Protokoll für solche Fälle zu haben glaubt.


    (Und wir wissen, dass es unverhältnismäßig benachteiligende Formeln meisten unter den strengen Regeln eines Richters wirkungslos verpuffen. Aber am genauesten wissen das natürlich Fachanwälte.)

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Das immer wiederkehrende Thema Abdichtung. Das gabs doch im alten Forum schon. Da ging es doch darum, das Silikon reicht bzw. eher reichen sollte.

    war das jetzt ironisch gemeint ?

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  • Jepp, damit war gemeint, das viele ausführende Firmen noch immer der Meinung Silikon dichtet alles ab und eine dichte Ausführung gerade in solchen Bereichen wie Duschen schlichtweg ignorieren. Die Abdichtung sollte meinem Verständnis nach hoch geführt werden.

  • Die Abdichtung gehört im Spritzwasserbereich (Duschbereich) bis nach oben (=UK Decke) geführt. Mag oben eher nicht so kritisch sein, aber dennoch....


    Die Übergänge Boden - Wand sind mit spez. Dichtbändern auszuführen, die in die Abdichtung einzuarbeiten sind.


    Hier wurden jedoch nur X cm³ der Abdichtungsmasse -zudem lieblos und unschön- irgendwie auf dem Boden verteilt.


    Das würde ich dem BT um die Ohren hauen.

  • Die Abdichtung gehört im Spritzwasserbereich (Duschbereich) bis nach oben (=UK Decke) geführt. ... Hier wurden jedoch nur X cm³ der Abdichtungsmasse -zudem lieblos und unschön- irgendwie auf dem Boden verteilt.

    Bei letzterem stimme ich Dir uneingeschränkt zu, bei ersterem möchte ich etwas einschränken: Nach den [definition=13,0]a.R.d.T[/definition]. ist die Abdichtung 30 cm bis über den höchsten Auslauf hochzuführen.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Bei letzterem stimme ich Dir uneingeschränkt zu, bei ersterem möchte ich etwas einschränken: Nach den [definition=13,0]a.R.d.T[/definition]. ist die Abdichtung 30 cm bis über den höchsten Auslauf hochzuführen.

    Wo sitzt in der Regel der Brausekopf bzw. Kopfbrause in der Dusche?

  • Wo sitzt in der Regel der Brausekopf bzw. Kopfbrause in der Dusche?

    Bei der BQÜ habe ich schon alles ab 1,75 m gesehen, selbst geplant zwischen 2,0 m und 3,8 m. Bei einem 4,0 m hohem Altbau und einer UK Duschkopf von 2,10 m könnte man bei 2,5 m guten Gewissens mit der Abdichtung aufhören. Kurz: Es kommt auf den Einzelfall an und die Aussage "30 cm über UK höchster Auslass" ist doch für jeden Fall anwendbar.


    (Bei der Dusche mit UK 1,75 endete die Abdichtung übrigens sichtbar bei 1,80 m und "höher als UK Dusche machen wir das nie, das muss doch nicht!")

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Naja...ich denke, wenn man die Dusche sowieso mind. 30cm ü. Brausekopf abdichten muss, macht es wenig Sinn darüber zu diskutieren ob dieser später bei 2,00m oder bei 2,15m oder (weil Bewohner von zwergenhaften Wuchs) nur bei 1,80m liegt. Am wenigsten macht man falsch und bietet Angriffsfläche, wenn man das einfach bis UK Decke vollkleistert (bei normalen Geschoßhöhen!).

  • Naja...ich denke, wenn man die Dusche sowieso mind. 30cm ü. Brausekopf abdichten muss, macht es wenig Sinn darüber zu diskutieren ob dieser später bei 2,00m oder bei 2,15m oder (weil Bewohner von zwergenhaften Wuchs) nur bei 1,80m liegt. Am wenigsten macht man falsch und bietet Angriffsfläche, wenn man das einfach bis UK Decke vollkleistert (bei normalen Geschoßhöhen!).

    Bei "normalen", besser: "im EFH üblichen" Geschosshöhen ist das völlig richtig. Aber bei beispielsweise meinen beliebten Berliner Altbaubädern, die auch nicht zwingend bis unter die Decke gefliest werden eben nicht.


    (Mein Mitarbeiter hatte diese Erkenntnis vor genau zwei Stunden und ist nun mit der Massenermittlung für die Kostenschätzung jetzt immer noch nicht fertig ;-) )

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Bei letzterem stimme ich Dir uneingeschränkt zu, bei ersterem möchte ich etwas einschränken: Nach den [definition=13,0]a.R.d.T[/definition]. ist die Abdichtung 30 cm bis über den höchsten Auslauf hochzuführen.

    Wo steht das geschrieben. In allen Richtlinien die ich kenne ist der Duschbereich bis zur Decke abzudichten. (Bei Trockenbau sowieso). Das was Du meinst ist ausserhalb des Duschbereichs.


    Für alle die es genau wissen wollen empfehle ich immer: Sopro_Planer_-_Kapitel_3_-_pdf.0.810.pdf

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