Kaminofen im Neubau

  • Liebes Expertenforum,


    ich bin ganz neu hier und möchte mich an euch Experten für eine Detailfrage hinsichtlich Holzofen wenden.

    Wir sind gerade in den letzten Zügen unseres Vorentwurfs mit der Architektin und der Schornstein im Wohnzimmer sorgt dafür, dass keine sehr breite Couch gestellt werden kann (nur max 250 cm). Wohn-Ess-Koch sind zusammen ~50 qm, falls das relevant ist.

    Wie realistisch ist der Betrieb eines Holzofens in einem Neubau mit WP und KWL (~KFW55)? Geplant heizen wir damit die wenigen "frostigen" Nächte der Übergangszeit und bei größeren Feiern, wenn die Terrassentüren viel offen stehen.

    Eine Split-Klimaanlage könnte vermutlich die gleiche Funktion gewährleisten? Oder eine einzelne Infrarotplatte in der Decke über dem Sofa? Ethanol-Ofen / andere Fake-Öfen sind ausgeschlossen.


    Gründe pro sind für uns:

    • Heizmöglichkeit bei Heizungsausfall (Stromausfall, Defekt)
    • Möglichkeit etwas zu trocknen (da es ja keine Wandheizkörper mehr gibt.. in den Häusern mit Holzofen steht da oft in der Regen-/Matschzeit der Wäscheständer davor, damit die nasse Kleidung und die nassen Stiefel der Kinder durchtrocknen können..)
    • Gemütlichkeit und Behaglichkeit durch Strahlungswärme
    • Nachrüsten quasi "unmöglich", ggf. höherer Wert beim Wiederverkauf später


    Gründe dagegen:

    • Platzbedarf (Schornstein, Ofen, Holzlager)
    • Dreck (Ruß, Holzstaub)
    • Gefahr für die Kinder (Verbrennungen)
    • Umständlich mit KWL
    • Mehrkosten einmalig (für uns eigentlich vernachlässigbar)
    • Mehrkosten wiederkehrend (Schornsteinfeger)


    Wie man sieht sind die Kontra-Argumente schon viel mehr. Habt ihr vielleicht konkret Beispiele, wo der Ofen noch trotz Neubau sehr intensiv in Benutzung war? Oder von Familien, die eine Split-Klima oder Infrarotpanele als Alternative eingesetzt haben.


    Herzlichen Dank und einen guten Start in die Woche!

  • Einen Holzofen in einem hoch wärmegedämmten Haus zu betreiben ist nicht ganz einfach, denn selbst ein kleiner Holzofen hat so viel Heizleistung, dass man damit das ganze Haus heizen könnte. Als Notlösung verwendet man gerne einen wasserführenden Ofen, der je nach Bauweise einen Großteil der Heizenergie in einen Wasserkreislauf abgibt. Das wiederum macht jedoch den Betrieb mit einer WP etwas komplizierter, so braucht man beispielsweise einen Pufferspeicher auf den man evtl. verzichten könnte.


    Ich würde mich auch von dem Gedanken verabschieden, dass sich die Wärme ja im Haus verteilt, denn das ist nicht der Fall. Natürlich wird der komplette Raum beheizt, und bei einer offenen Tür geht auch etwas Wärme ab in Richtung Flur oder was auch immer, aber die über Luft übertragbare Energiemenge ist eher bescheiden. Zudem ist es nicht sinnvoll, warme (feuchte) Luft in einen kalten Raum zu leiten, wo es dann evtl. zu Kondensatbildung kommen kann.


    Meist endet das darin, dass der Aufstellraum überhitzt, oder die Leuete drehen dem Ofen die Luft ab, was dann zu Rauch- und Rußbildung führt. Über Wirkungsgrad müssen wir dann gar nicht mehr reden.


    Man schaut also wie hoch die Heizlast des Aufstellraums ist, während der Übergangszeit ist das nicht einmal die Hälfte der berechneten Heizlast, und dann schaut man, dass man einen möglichst kleinen Ofen findet, den man bei kleiner Leistung auch noch sinnvoll betreiben kann. Ein Holzofen der nur sporadisch genutzt werden soll rechnet sich wirtschaftlich an sich nie, das sollte einem klar sein. Das ist ein Hobby, und man hat auch einen Nutzen, aber mehr auch nicht. Wer Holz in Kleinstmengen kaufen, der muss zahlt Preise da wird einem schwindelig. Über Ethanolöfen müssen wir erst gar nicht reden, Ethanol kostet ein kleines Vermögen, und die Dinger taugen ansonsten nur als Deko-Element. Je nach Menge und Reinheitsgehalt zahlt man zwischenzeitlich zwischen 3,- € und 5,- € pro Liter bei irgendwas um die 6kWh pro Liter. Das macht 50Ct./kWh oder gar bis zu 1,- €/kWh, zum Vergleich, selbst für Strom zahlt man nur irgendwas um die 30Ct./kWh.


    Eine Split-Klima oder ein IR-Paneel kann einen Ofen kaum ersetzen. Bei der Split-Klima hat man ständig Luftbewegung, was ich persönlich jetzt nicht so komfortabel finde, und bei einem IR-Paneel ist auch der Stromverbrauch ein Thema. Ich gehe davon aus, dass die Funktionsweise bekannt ist. Warm wird es immer irgendwie, aber aus irgendeinem Grund stehen wir Menschen auf Feuer und die damit verbundene Atmosphäre.


    Ich würde also schauen, ob man einen möglichst kleinen Holzofen bekommt und die Betriebskosten unter Hobby verbuchen.

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  • Wie realistisch ist der Betrieb eines Holzofens in einem Neubau mit WP und KWL (~KFW55)?

    Im Sinne einer technischen Notwendigkeit: Nicht gegeben, die WP schafft das immer - solange elektrischer Strom anliegt, notfalls mit Heizstab. Wenn wenn die Heizungsanlage ausfällt spürt man das nach 2 - 3 Tagen und nach 2 - 3 weiteren Tagen reichen dann auch die Pullover nicht mehr. Wenn großräumig der elektrische Strom ausfällt, funktioniert auch sonst nichts mehr: Kein Wasser, keine Telefon, nichts.

    Geplant heizen wir damit die wenigen "frostigen" Nächte der Übergangszeit und bei größeren Feiern, wenn die Terrassentüren viel offen stehen.

    Das schafft die WP problemlos. Bei großen Feiern heizen übrigens die zahlreichen Personen mit ihren Körpern nicht ganz unerheblich - da muss gelüftet werden, damit es nicht viel zu heiß wird in der Bude.

    Eine Split-Klimaanlage könnte vermutlich die gleiche Funktion gewährleisten? Oder eine einzelne Infrarotplatte in der Decke über dem Sofa?

    Eine Wärmepumpe ist doch schon installiert. Weshalb noch eine zweite? Die Dinger sind unglaublich robust und gutmütig. Aus beobachteten knapp 20 Haushalten mit zusammen 400 Nutzungsjahren innerhalb einer Wohnanlage kann ich nicht einen Ausfall berichten. Die eine Pelletanlage daneben ist mittlerweile bereits zum 3. Mal erneuert worden.


    Wer eine Fußbodenheizung hat, braucht meiner Meinung keine zweite zusätzliche Infrarotheizung mehr. Ein einfacher Elektro-Radiator oder ein guter alter Heizlüfter tut es auch. Aber wofür? Wenn der Strom ausfällt, funktioniert das alles auch nicht mehr.

    Ethanol-Ofen / andere Fake-Öfen sind ausgeschlossen.

    Was spricht spricht gegen einen Spirituskocher? Daran ist nichts "Fake"! Der Alkohol verbrennt wirklich mit offener Flamme! Ich benutzte beim Camping gerne einen guten alten Trangia-Kocher. Der ist immer sofort betriebsbereit, funktioniert ohne Strom und man kann damit auch ein warmes Essen zubereiten! Den Brennstoff gibt es fast überall und er kann nicht explodieren. Bei Preisen zwischen 2,5 € und 3,0 € / Liter kann man das machen, aber ernsthaft heizen lasst sich damit ein Raum, gar ein Haus natürlich nicht.

    Gründe pro sind für uns:

    • Heizmöglichkeit bei Heizungsausfall (Stromausfall, Defekt)
    • Möglichkeit etwas zu trocknen (da es ja keine Wandheizkörper mehr gibt.. in den Häusern mit Holzofen steht da oft in der Regen-/Matschzeit der Wäscheständer davor, damit die nasse Kleidung und die nassen Stiefel der Kinder durchtrocknen können..)
    • Gemütlichkeit und Behaglichkeit durch Strahlungswärme
    • Nachrüsten quasi "unmöglich", ggf. höherer Wert beim Wiederverkauf später
    1. naja, siehe oben - kann man machen, braucht man in D heute aber eher nicht und wenn, dann bekommt man im Krisenfall kurzfristig keinen Brennstoff mehr zu fairen Preisen, müsste diesen also vorsorglich vorhalten. (Ich erinnere an den Herbst 2022, als selbst Teelichter plötzlich zur Mangelware wurde - genau wie jegliches brennbare Holz. Ich habe immer noch einige vorsorglich eingelagerte Kartons mit Buchenholzresten von damals im Keller.)
    2. Trocknen auf Wäscheständer vor dem Ofen kann man schon - die Luft ist dann entsprechend feucht und man findet zuverlässige die verbliebenen Wärmebrücken der Gebäudehülle. Ob man den Wäscheständer mit dem feuchten Klamotten dann allerdings am prominenten Ort im Haus haben möchte?
    3. Ja, ist gegeben. Aber in einem durchschnittlichen Wohnzimmer im gut gedämmten Neubau mit KfW-XX (!) wird es nach 30 Minuten sehr warm, nach 60 Min unerträglich heiß - selbst bei freien Luftvolumen von über 300 m3 ist da nach anderthalb Stunden entweder die Hose oder der Ofen aus (-gezogen).
    4. Stimmt, aber für den potentiellen Wiederverkaufswert würde ich zu allerletzt nachdenken.

    Gründe dagegen:

    • Platzbedarf (Schornstein, Ofen, Holzlager)
    • Dreck (Ruß, Holzstaub)
    • Gefahr für die Kinder (Verbrennungen)
    • Umständlich mit KWL
    • Mehrkosten einmalig (für uns eigentlich vernachlässigbar)
    • Mehrkosten wiederkehrend (Schornsteinfeger)

    ja, alle zutreffend


    In meiner Nachbarschaft und bei uns selbst beobachte ich eine bald nach dem Einzug abnehmende Nutzung. Nach 5 Jahren ging der Verbrauch auf < 1,0 RM / Heizperiode runter, eher noch weiter auf 0,5 RM.

    Muss denn der Schornstein im Wohnziommer neben der Couch sein? geht das nicht auch z.B. links vom Ofen? Oder in die Wand integriert? Aussenkamin?

    Er ließe sich von der Treppe abknappsen. Aber bitte eines beachten: Innerhalb bestimmter Abstände darf nach Bay FeuV eh nichts brennbares stehen, insbesondere kein Sofa:

    (7) 1 Feuerstätten müssen von Bauteilen aus brennbaren Baustoffen so weit entfernt oder so abgeschirmt sein, dass an diesen bei Nennleistung der Feuerstätten keine höheren Temperaturen als 85°C auftreten können. 2 Dies gilt als erfüllt, wenn mindestens die vom Hersteller angegebenen Abstandsmaße eingehalten werden oder, wenn diese Angaben fehlen, ein Mindestabstand von 40 cm eingehalten wird.


    (8) 1 Vor den Feuerungsöffnungen von Feuerstätten für feste Brennstoffe sind Fußböden aus brennbaren Baustoffen durch einen Belag aus nichtbrennbaren Baustoffen zu schützen. 2 Der Belag muss sich nach vorn auf mindestens 50 cm und seitlich auf mindestens 30 cm über die Feuerungsöffnung hinaus erstrecken.

    Unabhängig von der Zulässigkeit schmort es da ganz schlicht bei Unterschreitung!


    Kaminöfen sind sehr teure Stimmungsmache - und eingeschränkt bei Eintritt einzelner Katastrophenaspekte hilfreich. Wer wirklich eine katastrophensichere Wärme- und Stromversorgung sucht, hält aber zusätzlich eine (mobile) Netzersatzanlage mit Kraftstoffvorrat vor und wartet diese regelmäßig und macht ebenso oft Probeläufe damit. Aber will man das wirklich? Man ist dann ganz schnell in Prepers Bunker gelandet!


    Wie gesagt: In 20 innerstädtischen Nutzungsjahren habe ich noch keinen WP-Ausfall > 2 h erlebt. Und da waren schon einige Jahrhundertniederschläge, Brennstoffkrisen und mehrwöchige Schneekatastrophen dabei!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Noch zur Position des Schornstein.

    Man sollte darauf achten, dass dieser möglichst mittig, also in Firstnähe durch´s Dach geht. Ansonsten mit dem Schornsteinfeger reden, denn Dank neuer Regelungen wird ein Schornstein der etwas weiter weg vom First platziert wird zur Herausforderung. Da kann es passieren, dass der Schornstein so hoch werden muss, dass Abspannungen notwendig werden. Das sieht nicht nur bescheiden aus sondern kostet auch noch ordentlich Geld, also genügend budget für´s Hobby einplanen.

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  • Hallo, lieben Dank für eure Antworten.

    Wir haben bisher tatsächlich ausnahmslos in schlecht gedämmten Altbauten gewohnt (Wohnungen), daher können wir uns das mit der langen Wärmespeicherung im Neubau nicht so gut vorstellen. Wir hatten auch noch keinen Kontakt zur Wärmepumpe als Heizung bisher (Öl- oder Gaszentralheizungen). Auch unsere Freunde und Bekannten hatten noch nicht das Glück einen Neubau beziehen zu können.


    Juanito Das ist vom Obergeschoss her relativ knifflig, man kann den Schornstein nicht entlang der Wand nach links verschieben (dann ist er im Gang im OG im Weg). Man könnte zentraler ins Wohnzimmer (als Art Raumteiler) und käme im OG im Büro raus, aber dann wird er wie R.B. schreibt vergleichsweise hoch. So wie er jetzt steht liegt er direkt am First an und kommt im Kinderzimmer raus in einer Ecke, stört also nicht.


    Skeptiker

    Die Idee war, mit Klima oder Infrarotpanels in der Übergangszeit oder wenn es kurzfristig frostig ist statt der WP zu heizen. In den Schlafräumen mögen wir es eh nicht so warm. Aber wenn du sagst, die Wärmepumpe läuft auch kurzfristig sehr schnell an, dann wäre das obsolet. Ich hatte das System als relativ träge eingeschätzt.

    Hinsichtlich Brandschutz brauchen wir sicherlich isolierte Rauchrohre, wenn der Kamin so kommt wie geplant. Das wird uns aber auch der Schornsteinfeger sagen denke ich.


    Bezüglich Ethanol-Kamin: https://www.verbraucherzentral…rlicher-kaminersatz-11896

    Ethanol-Kamine: Eine brandgefährliche Deko
    Die Stiftung Warentest warnt: Ethanol-Kamine sind brandgefährlich. Unsere Tipps helfen, das Unfallrisiko zu senken.
    www.test.de

    Das kommt für mich so nicht in Frage. Im Freien beim Camping ist das wieder was anderes.


    Und noch zur Krisenvorbereitung: Das ist richtig, wenn wirklich flächendeckend der Strom ausfällt, dann haben wir vermutlich größere Probleme als die Raumtemperatur im Haus. Mit meinen 36 Jahren habe ich noch nie einen Stromausfall in unserer Gegend erlebt... dafür kenne ich viele Tage, in denen in meinem Elternhaus die Ölheizung (oder auch jetzt die neue Gastherme) ausgefallen ist und wir mit dem Kaminofen das Haus warm genug kriegen mussten (das kalte Duschen war auch keine Freude, brrr).

  • Möglichkeit etwas zu trocknen (da es ja keine Wandheizkörper mehr gibt.. in den Häusern mit Holzofen steht da oft in der Regen-/Matschzeit der Wäscheständer davor, damit die nasse Kleidung und die nassen Stiefel der Kinder durchtrocknen können..)

    Das funktionierte bei unseren Vorgenerationen vor allem deshalb, weil die Öfen raumluftabhängig waren, also die feuchte Luft als Verbrennungsluft an-/abgesaut und via Schornstein nach draussen gebracht haben!

    Ist aber heute ob luftdichter Bauweise und geänderter Technk anders. Raumluftunabhängige Öfen = feuchte Luft bleibt drin. ;(

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • dafür kenne ich viele Tage, in denen in meinem Elternhaus die Ölheizung (oder auch jetzt die neue Gastherme) ausgefallen ist und wir mit dem Kaminofen das Haus warm genug kriegen mussten (das kalte Duschen war auch keine Freude, brrr).

    Wie gesagt, das funktioniert aber auch nur dann, wenn man für den Ofen keinen el. Strom braucht. Vereinfacht gesagt, eine Blechkiste in die man Holz wirft und anzündet.

    Im Prinzip kann jeder Wärmeerzeuger mal streiken, selbst wenn Strom vorhanden ist. Selbst die Wärmeverteilung im Haus (FBH, Ventile, Pumpe) funktioniert nur mit Strom, und es kann auch mal eine Pumpe ausfallen, dann bleiben die FBH Kreise kalt.

    Mit dem Ofen kann man dann zumindest einen Aufenthaltsraum (den Aufstellraum) heizen.

    Was man aber auch feststellen kann, dass eine WP relativ zuverlässig funktioniert. Relativ deswegen, weil heutzutage immer mehr Spielereien eingebaut werden, die natürlich auch "kaputt" gehen können. Das ist vergleichbar mit einem PKW. Ein befreundeter KFZler hat mir erst erzählt, dass immer mehr Kunden auf dem Hof stehen, deren Auto an sich funktioniert, aber bei denen irgendwelche Funktionen ausgestiegen sind, die die Besitzer nicht mehr zurücksetzen können. Anstatt mit Schraubendreher und Gabelschlüssel zu reparieren, sitzt er den halben Tag da und tippt auf einem Monitor rum.

    Für Heizungen interessieren sich die wenigsten, Hauptsache es wird warm. Wer früher schon nicht in der Lage war ein Poti zu drehen oder einen Schalter umzulegen, der wird sich auch nicht durch zig Menüs quälen um Einstellungen vorzunehmen oder eine Diagnose abzurufen.


    Mit zunehmenden Spielereien muss man also damit rechnen, dass auch Wärmeerzeuger nicht mehr so "zuverlässig" arbeiten wie das früher einmal der Fall war. Ob man sich dafür unbedingt einen Ofen als backup in´s Haus stellen möchte, das muss jeder für sich entscheiden. Deswegen habe ich oben auch von Hobby geschrieben, denn ob man den Ofen jemals wirklich braucht, das ist fraglich. Dann zieht schon eher das Argument, dass man halt ab und zu ein Feuerchen haben möchte, und dieses Hobby kostet halt Geld, wirtschaftlich darstellen lässt sich das nicht.

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  • Man lernt immer wieder was dazu, danke Ralf Dühlmeyer für die Erläuterung!


    Ich denke für uns ist die Entscheidung damit klar und ich bitte unsere Architektin, den Kamin aus dem Entwurf zu streichen. Das wird sich sicherlich auch erfreulich auf die Angebotssummen auswirken...

    Die gesparten Ausgaben gehen dann in eine Split-Klimavorbereitung zum Entfeuchten und für die zunehmende höhere Anzahl an Hitze-Tagen.


    R.B. Ja das stimmt, das geht vom Zwangsreset des Steuergeräts bis zum Ausfall von irgendwelchen Komfortfunktionen. Es sind meine ich auch keine KFZ-Mechaniker mehr, sondern Mechatroniker.

  • Wir leben seit inzwischen mehr als zwölf Jahre in unserem KfW70-Haus und hatten beim Bau die Wanddurchführungen für einen Kaminofen mit Außenkamin vorrüsten lassen.

    Jetzt sind wir froh, auf den Einbau eines Kaminofens verzichtet zu haben. Dank geschickter Ausrichtung der Fensterfronten heizt sich das Haus im Winter bei Sonnenschein fast von selbst und die Wärme im Haus ist dank Wärmepumpe ansonsten sehr angenehm und gleichmäßig. Wäsche lässt sich im Winter prima auch drinnen trocknen, man muss halt ab und zu mal das Fenster aufmachen. Mit KWL ist das noch einfacher, da wird die Feuchtigkeit ja quasi automatisch hinausbefördert.

    Meine Nachbarn, die ein ähnliches Haus gebaut haben, haben einen Kaminofen - wenn sie einheizen sieht man das immer daran, dass alle Terrassenfenster offenstehen... - sie heizen auch nicht wirklich oft. Der "Gewinn" eines solchen Kaminofens ist also sicher nicht vorhanden. Und so ein gut gedämmtes Haus kann auch locker mal ein paar Stunden oder auch mal ein bis zwei Tage ohne Heizung bleiben, es verliert ja nicht viel Wärme.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Die Idee war, mit Klima oder Infrarotpanels in der Übergangszeit oder wenn es kurzfristig frostig ist statt der WP zu heizen. In den Schlafräumen mögen wir es eh nicht so warm. Aber wenn du sagst, die Wärmepumpe läuft auch kurzfristig sehr schnell an, dann wäre das obsolet. Ich hatte das System als relativ träge eingeschätzt.

    Systeme mit wassergeführten (infrarot wirkenden) Flächenheizungen sind immer träge. Aktuell neue Gebäudehüllen verlieren durch ihre effizienten Wärmedämmungen aber nur sehr wenig Wärme. Die Trägheit bzw. Verzögerung der Heizflächen bei der Wärmeabgabe sind insofern zu vernachlässigen, weil es im Gebäude nicht plötzlich und schlagartig kalt wird.


    Ich wohne selbst in einem Haus mit einer noch einmal langsameren Flächenheizung, also einer wirklich extrem langsamen Flächenheizung, großer thermischer Masse und sehr effizienter Wärmedämmung. Da dauert es im Winter anderthalb bis zwei Tage, bis bspw. durch einen Ausfall der Heizung abfallende Raumlufttemperaturen überhaupt erst subjektiv wahrnehmbar sind. Da wäre aber über die Raumluftfühler die WP schon lange in Betrieb. Unsere ERR sind auf eine Temperatur dauerhaft eingestellt und die hält die Anlage jahrein, jahraus mit Schwankungen von +/- 0,5 K, sommers wie winters.


    Kurz: Bei einer trägen Anlage in einer gut abschirmenden Gebäudehülle gibt es keine Temperaturschwankungen > + / - 1 K / Tag. Du suchst also eine Lösung für ein Problem, das Dein neues Haus so gut wie sicher nicht mehr haben wird!


    Elektrische "Infrarotheizungen" sind immer zum den Faktor 3 - 4 ineffizienter als wassergeführte an WP.

    Die gesparten Ausgaben gehen dann in eine Split-Klimavorbereitung zum Entfeuchten und für die zunehmende höhere Anzahl an Hitze-Tagen.

    Weshalb nicht gleich eine Erdwärmepumpe? Sparsamer lässt es sich mit sowieso existenten Systemen kaum kühlen. (Grüße aus dem dank BKT und Erdwärmesonde angenehm kühlen Homeoffice!)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wenn schon als Backup fuer Heizungsausfall (=Stromausfall, alle anderen Anwendungsfaelle siehe alle anderen Kommentare) warum nicht gleich in die Kueche damit, damit man auch ggf. kochen (oder mindestens Wasser warm machen kann? Falls es sowas noch gibt und zulaessig ist.

  • Split-Klimavorbereitung zum Entfeuchten und für die zunehmende höhere Anzahl an Hitze-Tagen

    Man kann [entsprechende Auslegung vorausgesetzt] mit einer WP auch kühlen Und zum "Entfeuchten" lieber eine kontrollierte Wohnraumlüftung [KWL] nehmen.

    unsere Architektin, ....erfreulich auf die Angebotssummen auswirken...

    Geht für mich nicht so recht zusammen. Architekten/innen machen KEINE Angebote, nur Kostenermittlungen. Angebote machen NUR GU/GÜ, bei denen Architekten/innen angestellt sind [oder freiberuflich für diese arbeiten]

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • das geht


    Mir ging um den folgenden Punkt, nur weil etwas irgendwann zuverlässig war, muss es in Zukunft nicht auch zuverlässig sein. Die Frage ist halt, ob man dafür ein Backup System installieren möchte, denn rechne mal die Kosten für Ofen + Schornstein, dann regelmäßig Besuch vom Schorni, und auch bei einem Ofen geht mal etwas kaputt (Ersatzteil verfügbar? Zu welchem Preis?), und Brennholz ist in kleinen Mengen auch nicht gerade günstig.

    Die Wahrscheinlichkeit für einen längeren Stromausfall ist sehr gering, denn sonst haben wir wirklich Probleme. Man könnte also als Backup auch auf el. Strom setzen.


    Mögliche Alternativen, ein el. Heizstab und ein "Umschalter" für die Pumpe, falls diese von der WP nicht mehr angesteuert würde. Selbst wenn der Heizstab nur für eine geringere Leistung ausgelegt wird, reicht es damit man im Haus, und zwar in allen beheizbaren Räumen, nicht mehr frieren muss. WW lässt sich damit auch erzeugen, so dass man auch duschen könnte. So ein Heizstab ist sehr langlebig und günstig. Kostenpunkt, ein paar Hunderter.


    Man muss also rechnen, ob man sich das Hobby "Holzofen" gönnen möchte. Es gibt Alternativen wenn es nur um ein Backup geht. Steht das Feuerchen und Atmosphäre im Vordergrund, dann wird man eine Lösung mit Ofen finden. Kosten muss man dann halt unter Hobby verbuchen.


    IR Paneel oder Split-Klima lohnt sich dafür kaum, denn ob im Notfall der Heizstab ein paar kWh mehr oder weniger verbraucht, das spielt in dieser Situation normalerweise gar keine Rolle. Die Kühlfunktion einer Klima-Anlage ist auch nur von geringem Nutzen, denn in unseren Breitengraden ist die Anzahl der Hitzetage überschaubar. Abgesehen daavon hilft es Dir nichts, wenn unten im Wohnzimmer 20°C sind während im Schlafimmer im OG die Temperatur bei 28°C liegt. Man bräuchte also eine Klimaanlage mit mehreren Innenteilen.

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  • Vielen Dank and euch alle! Der Kamin als "Hobby" ist jetzt gestrichen. Eigentlich hatten wir sowieso schon unbewusst dazu tendiert, aber manchmal braucht es noch einen Schubs von Außen, um es dann auch wirklich zu beschließen.

    Weshalb nicht gleich eine Erdwärmepumpe? Sparsamer lässt es sich mit sowieso existenten Systemen kaum kühlen. (Grüße aus dem dank BKT und Erdwärmesonde angenehm kühlen Homeoffice!)

    So weit sind wir noch nicht, es gibt noch keine technische Planung. Den Begriff BKT musste ich erst googeln, das habe ich vorher noch nie gehört. Wir können das als Diskussionsgrundlage gerne mitnehmen, ich habe keine spezifische Präferenz was die Wärmepumpe angeht. Das wird vermutlich auch vom Bodengutachten abhängen.


    Juanito Das stimmt, viele in der Gegend hier haben so Wamsler Küchenöfen. Für mich ist das aus ästhetischen Gründen ausgeschlossen. :)


    Ralf Dühlmeyer Wir haben unsere Architektin direkt beauftragt und uns noch nicht für ein Bauunternehmen entschieden. Wir waren mit dem allerersten Vorentwurf bei zwei lokalen Massivbau-Unternehmen zur Vorstellung und um deren Auslastung (möglicher Baubeginn) zu erfahren. Meine laienhafte Aussage bedeutet nur, dass nach dem Streichen einer Position (in diesem Fall Kamin) Geld frei wird, welches dann anderswo (z. B. für eine Split-Klima oder eine bessere Wärmepumpe etc. pp.) eingesetzt werden kann. Die Architektin kennt die ganzen Pappenheimer in der Gegend.


    Kannst du noch etwas konkreter werden, inwiefern hier die KWL zur Entfeuchtung beitragen kann? Ich hatte mich etwas bei Energiesparhaus AT sowie Haustechnikdialog dazu eingelesen und eine Entfeuchtung über die KWL scheint immer eine Sonderlösung und nicht der Standard zu sein. Die KWL-Planung steht aber auch erst noch an, momentan hört sich das nach Zukunftsmusik an.

  • es gibt noch keine technische Planung

    Eine technische Planung ist nicht sofort nötig. aber eine Grundlagenberatung und -planung sollte schon im Rahmen der Vorplanung erfolgen.!



    Kannst du noch etwas konkreter werden, inwiefern hier die KWL zur Entfeuchtung beitragen kann?

    Eine KWL bringt Raumluft nach draussen und damit auch die enthaltene Luftfeuchte. Und frischere [und damit "trocknere" - zumindest in der kühlen Jahresezeit] ins Haus. Das ist noch keine

    Entfeuchtung

    sondern nur eine Senkung der rel. Raumluftfeuchte.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • So weit sind wir noch nicht, es gibt noch keine technische Planung.

    Wenn die Pläne grob stehen, dann hat man Zahlen mit denen man auch die Technik planen kann (Heizlast, evtl. Kühllast, Lüftung usw.). Damit lassen sich dann auch verschiedene Konzepte vergleichen.

    Bei einer Sole-WP spielt beispielsweise die Quelle (Bohrung, Flächenkollektor o.ä.) eine wichtige Rolle, denn so eine Sonde kann ganz schön teuer werden. Ob sich das gegenüber eine LWP rechnet, das lässt sich pauschal nicht sagen. Je nach Grundstück(sgröße) kann man auch einen Flächenkollektor bauen, evtl. als Graben oder wie auch immer. Da gibt es viele Möglichkeiten die man miteinander vergleichen muss.


    Neben LWP und Sole gibt es auch noch Grundwasser-WP und Direktverdampfer (DV), theoretisch auch Dirketverdampfer mit Direktkondensation, die aber keine nennenswerte Rolle spielen. Am meisten verbreitet sind LWP weil sich diese meist einfach installieren lassen. Dafür handelt man sich auch Nachteile ein, Geräuschemission beispielsweise, oder schlechteren COP bei niedrigen Außentemperaturen. In manchen Fällen kann man die Nachteile noch tolerieren, oder muss sie gar akzeptieren (alternativlos), aber in vielen Fällen lässt sich auch ein anderes Konzept, also beispielsweise eine Sole-WP umsetzen.


    Wichtig ist, dass man in alle Richtungen offen ist und nicht mit Scheuklappen plant. Letzteres ist leider bei manchen Betrieben der Fall die nur eine Lösung kennen (machen wir schon immer so). Im Eifer des Gefechts wird dann die WW-Erzeugung gerne mal vergessen. Früher lief die so nebenbei mit, aber heutzutage baut man Häuser mit geringer Heizlast und dementsprechend kleine Wärmeerzeuger. Die machen dann das WW für eine Familie halt nicht mehr so nebenbei mit.


    Bsp.: Bei einem gut gedämmten Wohnhaus mit der typischen Größe um die 150m² Wohnfläche liegt die Heizlast selten höher als 5kW. An Heizenergie für WW für eine typische Familie braucht man pro Tag sagen wir mal um die 10-12kWh. Ist ein Wärmeerzeuger nun nach Heizlast ausgelegt, dann würde er im Winter gut 2h ausschließlich für die WW Erzeugung benötigen. Ein 25 oder 30kW Kessel wie man ihn früher eingebaut hat, wäre damit in 20 Minuten fertig, der Rest der 24h stünde zum Heizen zur Verfügung.


    Es gibt also einiges zu beachten, deswegen ist es gut wenn man sich rechtzeitig damit beschäftigt. Und ja, viele Planer/Architekten haben solche Details auch nicht auf dem Schirm, man kann ja nicht alles wissen, und bei einem EFH wird erst dann darüber nachgedacht, wenn der Heizungsbauer die Anlage schon einbauen soll. Da ist es an sich schon zu spät, und der Zeitdruck in dieser Bauphase macht die Sache auch nicht einfacher, was am Ende dazu führt, dass irgendwas eingebaut wird.

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  • die aber u.U. so "gut" funktioniert, dass die Innenraumluft bei Außentemperaturen deutlich unter 0°C so trocken wird, dass diese nur mit zusätzlichen Luftbefeuchtern im erträglichen Bereich gehalten (>=40%) werden kann.

    1. Keine Medaille ohne Kehrseite ;)

    2. u.U. war und ist die entscheidende Anmerkung

    3. Es ging um Wäsche trocknen, also quasi Luftbefeuchtung. ;)

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  • 3. Es ging um Wäsche trocknen, also quasi Luftbefeuchtung.

    Theoretisch ja, praktisch eher nein!


    Beim zusätzlichen beheizen mit Kaminofen, in einem ohnehin sehr gut gedämmten und beheizten Haus, wird man sehr schnell auch mal zusätzlich lüften, also die Terrassentüren öffnen (müssen). Somit reguliert sich ein erhöhter Feuchteeintrag zumeist recht schnell.

  • Theoretisch ja, praktisch eher nein!


    Beim zusätzlichen beheizen mit Kaminofen, in einem ohnehin sehr gut gedämmten und beheizten Haus, wird man sehr schnell auch mal zusätzlich lüften, also die Terrassentüren öffnen (müssen). Somit reguliert sich ein erhöhter Feuchteeintrag zumeist recht schnell.

    Es ist doch eine KWL geplant für das Haus.


    Daher sollte das trocknen von Wäsche kein Thema darstellen.

    Da es sich um einen Vorentwurf handelt, kann man den Kamin schon einplanen und ggf einbauen.

    Man muss halt beachten, das zum Aufstellort noch Zuluft und gf ein leerrohr für Strom oder Steuerung mit berücksichtigt werden.

    Ob das Budget dass dann mitmacht ist doch wieder ein anderes thema.

    Später versuchen nachrüsten in gleicher Ort und stelle ist ein anderer Kostenfaktor.

    ....

  • Wenn KWL dann mit Befeuchtung. Ich habe eine, liebe sie (auch wenn sie gewartet werden muss), aber die trockene Raumluft im Winter bräuchte ich nicht.

    Ich hätte Euch tatsächlich auch von einem Kaminofen abgeraten.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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