Pelletanlage oder Hybridlösung?

  • Wir müssen unsere über 30 Jahre alte Ölheizung erneuern und haben bereits viel im Internet recherchiert sowie auch mit einigen Fachleuten gesprochen. Mittlerweile sind wir total verunsichert, für welche Anlage wir uns entscheiden sollen. Eine reine Wärmepumpe erscheint uns zu unsicher, was die Heizleistung betrifft. Eine Alternative zur WP wäre eine Hybridlösung aus Ölheizung und Wärmepumpe. Alles hat natürlich Vor- und Nachteile. Aktuell tendieren wir zu einer Pelletanlage, haben aber leider niemand im Bekanntenkreis, den wir dazu fragen könnten. Es wäre supernett, wenn uns jemand hier im Forum die u.a. Fragen beantworten könnte und/oder uns gute Ratschläge geben könnte.


    Die Eckdaten für unser Haus sind wie folgt:

    • Wohnfläche: ca. 150 m²
    • Baujahr: 1970 in massiver Bauweise voll unterkellert
    • Keine Fassadendämmung, doppelt verglaste Holzfenster
    • Keine Fußbodenheizung, sondern Heizkörper teilweise als Radiator (Rippenheizkörper) und teilweise als Kompaktheizkörper.

    Unsere Fragen zur Pelletanlage sind:

    • Welcher Hersteller ist zu empfehlen?
    • Was genau ist an der Anlage von uns als Eigentümer selbst regelmäßig durchzuführen und wie oft?
    • Wieviel Zeit ist dafür aufwenden?
    • Wie oft kommt muss ein Fachmann ins Haus kommen und was macht dieser noch außer der jährlichen Wartung?
    • Lohnt sich ein Frischwassermodul oder tut es auch ein normaler Warmwasserspeicher?
    • Lohnt sich die Installation einer Warmwasser-Wärmepumpe (Kosten/Nutzen-Verhältnis)?

    Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe.


    Michael und Heike

  • Eine reine Wärmepumpe erscheint uns zu unsicher, was die Heizleistung betrifft.

    Die Heizlast muss sowieso rechnerisch ermittelt werden. Eine darauf ausgelegte Wärmepumpe arbeitet genau so zuverlässig wie jeder andere Wärmeerzeuger. Bei Stromausfall arbeitet sowieso nur noch ein Feststoffofen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Eine 30 Jahre alte Ölheizung würde ich nicht mehr in eine Hybridlösung einbinden. Also Öl generell schon nicht. Ich selbst habe eine über 30 Jahre alte Gasheizung und nach der letzten Inspektion hat der Installateur gemeint, die kann noch 5 Jahre laufen,die kann aber auch morgen kaputt gehen. Oder Werte produzieren die der Schornsteinfeger nicht mehr abnimmt.

    Bei der überschaubaren Anzahl an qm würde ich die Heizlast rechnen lassen. Vielleicht sind ein paar Heizkörper umzudimensionieren, oberste Geschossdecke zu dämmen und schon passt das mit der WP. Auch ohne Fußbodenheizung. Wenn die alte Ölheizung raus ist, ist der Kamin frei um vielleicht einen klassischen Holzofen oder sogar Grundofen anzuschließen. In den paar Tagen wo die Wärmepumpe in einen "unsicheren" Bereich kommt (und damit meine ich wirtschaftlich), also bei ordentlich Minusgraden, könnte man mit ein wenig Holz Entlastung schaffen. Ich selbst plane nach diesem Winter eine Hybridanlage mit WP/Gas. Meine Heizlast welche ich durch Simulation geplanter Dämmmaßnahmen ermitteln ließ, wird durch die WP abgedeckt. Die Differenz zum weitgehend ungedämmten Zustand durch Gasbrennwert. So habe ich den "Dämmdruck" erstmal aus dem Nacken, schnell eine verlässliche Anlage und kann durch modularen Aufbau den Gasanteil nach erfolgten Dämmmaßnahmen zurück oder irgendwann ganz raus nehmen. Oder als "Sicherheitsbackup" bestehen lassen.

    Pellet haben mir mehrere Installateure als störanfällig beschrieben, aber das ist nur als Erfahrung aus einem sehr kleinen Radius zu betrachten.

    Bei der Betrachtung der Kosten bitte auch Fördergelder im Blick haben.

  • Welcher Hersteller ist zu empfehlen?

    En Hersteller für den Ihr einen Fachmann in der Nähe habt. Viel wichtiger als ein Zehntel beim Wirkungsgrad ist, dass man für Wartung und Service jemanden greifbar hat, ohne dass ein Werkskundendienst über hunderte Kilometer anreisen muss, denn das kostet richtig Geld.


    Was genau ist an der Anlage von uns als Eigentümer selbst regelmäßig durchzuführen und wie oft?

    Asche entleeren, Brennraum reinigen.

    Wie oft der Aschekasten entleert werden muss das hängt von dessen Größe und der Nutzung der Pelletanlage ab. Das kann von wöchentlich bis 1 x in 2 Monaten variieren. Den Brennraum "reinigen" klingt kompliziert, ist es aber nicht. An sich sollen nur Asche-/Holzreste entfernt werden. Das macht man im Winter alle 1-2 Monate, abhängig von der Anzahl der Brennerstunden. Ordentliche Einstellung des Brenners vorausgesetzt.


    Wieviel Zeit ist dafür aufwenden?

    Das hängt von der Routine ab, die man sich mit der Zeit sowieso aneignet. Aschekasten entleeren dauert ein paar Minuten, Brennkammer reinigen so 30-60 Minuten.


    Wie oft kommt muss ein Fachmann ins Haus kommen und was macht dieser noch außer der jährlichen Wartung?

    An sich gibt es eine Art "Wartungsanleitung" in der verschiedene Punkte aufgeführt sind die der Fachmann abarbeiten sollte. Neben der Reinigung gehört dazu auch die Überprüfung der Einstellungen, Abgaswerte, Austausch von Verschleißteilen. Bei einem Kessel mit einer Flamme wird das Material mehr gestresst als bei einer WP.


    Lohnt sich ein Frischwassermodul oder tut es auch ein normaler Warmwasserspeicher?

    Je nach Anlagenkonzept und WW Bedarf halt ich einen WW-Speicher für ausreichend. Bei Kombikesseln oder großen Pufferspeichern kann es sinnvoller sein mit einem Frischwassermodul zu arbeiten.


    Lohnt sich die Installation einer Warmwasser-Wärmepumpe (Kosten/Nutzen-Verhältnis)?

    Das kann man pauschal nicht sagen, in den meisten Fällen ist eine BWP entbehrlich. Hat man sowieso Solarstrom der verbraucht werden soll, dann kann sich die Investition rechnen. Pelletkessel sind, ähnlich wie Öl oder Gaskessel, gerade im Sommerbetrieb (nur WW) nicht besonders effizient.


    Nun noch ein paar grundlegende Überlegungen:

    Keine Fußbodenheizung, sondern Heizkörper teilweise als Radiator (Rippenheizkörper) und teilweise als Kompaktheizkörper.


    Grundsätzlich kann eine WP auch Heizkörper versorgen, die Frage ist, wie effizient das vonstatten geht. Hierzu gleicht man die raumweise Heizlast mit den vorhandenen Heizkörpern ab. Daraus ergibt sich dann eine notwendige Heizwassertemperatur, anhand der man entscheiden kann, ob man evtl. einzelne Heizkörper ersetzt bzw. mit welchem COP die Anlage zu welchem Zeitpunkt arbeiten kann. Muss die Heizwassertemperatur so hoch gewählt werden, dass die WP im Winter nur noch bei einem COP unter 3 liegt, und über das Jahr gesehen vielleicht irgendwo bei einer JAZ von 3 landet, macht das bei den Strompreisen auch keinen Spaß.

    Die Eckdaten für unser Haus sind...

    Wie schon geschrieben, wäre eine Heizlastermittlung sinnvoll. Als ersten Richtwert kann man anhand des bisherigen Ölverbrauchs die Heizlast abschätzen. Etwas aufwendiger ist eine Abschätzung über die Gebäudehülle. Beide Abschätzungen können jedoch eine Heizlastermittlung nicht ersetzen.

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  • Wärmepumpe erscheint uns zu unsicher, was die Heizleistung betrifft.

    Skeptiker hat dazu bereits geantwortet.

    Die Unsicherheit ist nicht die Frage. Was Du Dich hingegen fragen musst, ist, welche Vorlauftemperaturen brauchen meine Heizkörper um die Wohlfühltemperatur zu erreichen? Die Wärmepumpe ist bei hohen Temperaturen oft unwirtschaftlich.

    Bei einem ungedämmten Haus von 1970 und schlechten Fenstern wäre das der erste Ansatzpunkt, der zu verändern ist. Hohe Heizwassertemperaturen sind für jedes System ungünstig.

    leider niemand im Bekanntenkreis, den wir dazu fragen könnten.

    Ich empfehle Euch, einen sanierungserfahrenen Energieberater zu beauftragen, Euer Haus zu untersuchen und Euch einen Individuellen Sanierungsfahrplan zu erstellen.

    Meist werden die Kosten dafür sogar teilweise über Fördermittel gemindert.


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  • Welcher Hersteller ist zu empfehlen?

    Du wirst eh nicht erfahren, welcher Hersteller die Wärmepumpe selber baut und welcher nur sein Label auf ein Fremdprodukt klebt.

    Wichtiger ist, mit welchem Hersteller Euer Installateur Erfahrung hat.


    Mal über Ergänzungen wie Eisspeicher, Energiezaun. Flachkollektoren u.ä. nachdenken. Ggf. als Kombi. Die gehen natürlich nicht mit einer Luft-WP, aber das sind eh die ineffizentesten

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Vorbemerkung: Ich hatte die Beantwortung zwischendurch für ein längeres Telefonat unterbrechen müssen und jetzt beim Fertigschreiben übersehen, dass schon ein paar Foristen ausführlich geantwortet haben.

    Skeptiker hat dazu bereits geantwortet.

    Die Unsicherheit ist nicht die Frage. Was Du Dich hingegen fragen musst, ist, welche Vorlauftemperaturen brauchen meine Heizkörper um die Wohlfühltemperatur zu erreichen? Die Wärmepumpe ist bei hohen Temperaturen oft unwirtschaftlich.

    Bei einem ungedämmten Haus von 1970 und schlechten Fenstern wäre das der erste Ansatzpunkt, der zu verändern ist. Hohe Heizwassertemperaturen sind für jedes System ungünstig.

    Ich empfehle Euch, einen sanierungserfahrenen Energieberater zu beauftragen, Euer Haus zu untersuchen und Euch einen Individuellen Sanierungsfahrplan zu erstellen.

    Meist werden die Kosten dafür sogar teilweise über Fördermittel gemindert.


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  • Hallo an alle und Danke für die bisherigen Antworten. Leider hatten wir technische Probleme mit dem Internet, so dass wir erst jetzt wieder online sind. Wir melden uns morgen wieder und gehen dann auch auf die einzelnen Kommentare ein.

  • Gerade bei dem Baujahr würde auch ich einen ISFP empfehlen. Der Energieberater hat nämlich dann auch die Daten, um die Heizlast zu berechnen und eine Einschätzung für eine Wärmepumpe vornehmen zu können. Besprecht das vorher.


    1970 kann durchaus sein, dass das schon dieser Bungalowstil ist mit einer großen Fläche oberster Geschossdecke. Evtl auch schon große Fensterflächen.


    So ein Haus sollte man immer als ein zusammenhängendes System aus Hülle und Anlagentechnik betrachten.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Die Heizlast muss sowieso rechnerisch ermittelt werden. Eine darauf ausgelegte Wärmepumpe arbeitet genau so zuverlässig wie jeder andere Wärmeerzeuger. Bei Stromausfall arbeitet sowieso nur noch ein Feststoffofen.

    Vielen Dank für den Hinweis!

    Gegenüber einer Wärmepumpe sind wir skeptisch, da die Installation durch den halben Keller und die Lernbohrung in der Außenwand sehr aufwändig ist und viel kaputt ginge, wir fast alle Heizkörper tauschen müssten (was zusätzlich ca. 10.000 € kosten würde).

  • Eine 30 Jahre alte Ölheizung würde ich nicht mehr in eine Hybridlösung einbinden. Also Öl generell schon nicht. Ich selbst habe eine über 30 Jahre alte Gasheizung und nach der letzten Inspektion hat der Installateur gemeint, die kann noch 5 Jahre laufen,die kann aber auch morgen kaputt gehen. Oder Werte produzieren die der Schornsteinfeger nicht mehr abnimmt.

    Bei der überschaubaren Anzahl an qm würde ich die Heizlast rechnen lassen. Vielleicht sind ein paar Heizkörper umzudimensionieren, oberste Geschossdecke zu dämmen und schon passt das mit der WP. Auch ohne Fußbodenheizung. Wenn die alte Ölheizung raus ist, ist der Kamin frei um vielleicht einen klassischen Holzofen oder sogar Grundofen anzuschließen. In den paar Tagen wo die Wärmepumpe in einen "unsicheren" Bereich kommt (und damit meine ich wirtschaftlich), also bei ordentlich Minusgraden, könnte man mit ein wenig Holz Entlastung schaffen. Ich selbst plane nach diesem Winter eine Hybridanlage mit WP/Gas. Meine Heizlast welche ich durch Simulation geplanter Dämmmaßnahmen ermitteln ließ, wird durch die WP abgedeckt. Die Differenz zum weitgehend ungedämmten Zustand durch Gasbrennwert. So habe ich den "Dämmdruck" erstmal aus dem Nacken, schnell eine verlässliche Anlage und kann durch modularen Aufbau den Gasanteil nach erfolgten Dämmmaßnahmen zurück oder irgendwann ganz raus nehmen. Oder als "Sicherheitsbackup" bestehen lassen.

    Pellet haben mir mehrere Installateure als störanfällig beschrieben, aber das ist nur als Erfahrung aus einem sehr kleinen Radius zu betrachten.

    Bei der Betrachtung der Kosten bitte auch Fördergelder im Blick haben.

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort und die vielen Tipps!

    Eine Hybridlösung kommt für uns nur mit einer neuen Anlage in Frage, weil die alte trotz guter Werte, sowieso raus muss. Preislich ist kaum ein Unterschied zur reinen WP.

    Gegenüber einer Wärmepumpe sind wir skeptisch, da die Installation durch den halben Keller und die Kernbohrung in der Außenwand sehr aufwändig ist und viel kaputt ginge, wir fast alle Heizkörper tauschen müssten (was zusätzlich ca. 10.000 € kosten würde). Außerdem kennen wir den Fall, dass die Wärmepumpe im Winter nicht die nötge Temperatur erzeugen konnte und der Stromverbrauch enorm ist.

  • En Hersteller für den Ihr einen Fachmann in der Nähe habt. Viel wichtiger als ein Zehntel beim Wirkungsgrad ist, dass man für Wartung und Service jemanden greifbar hat, ohne dass ein Werkskundendienst über hunderte Kilometer anreisen muss, denn das kostet richtig Geld.

    Danke für die Antwort und die vielen hilfreichen Tipps.

    Das mit dem Fachmann sehen wir genauso.

  • Grundsätzlich kann eine WP auch Heizkörper versorgen, die Frage ist, wie effizient das vonstatten geht. Hierzu gleicht man die raumweise Heizlast mit den vorhandenen Heizkörpern ab. Daraus ergibt sich dann eine notwendige Heizwassertemperatur, anhand der man entscheiden kann, ob man evtl. einzelne Heizkörper ersetzt bzw. mit welchem COP die Anlage zu welchem Zeitpunkt arbeiten kann. Muss die Heizwassertemperatur so hoch gewählt werden, dass die WP im Winter nur noch bei einem COP unter 3 liegt, und über das Jahr gesehen vielleicht irgendwo bei einer JAZ von 3 landet, macht das bei den Strompreisen auch keinen Spaß.

    Auch das sehen wir genauso!

    Gegenüber einer Wärmepumpe sind wir jedoch skeptisch, da die Installation durch den halben Keller und die Kernbohrung in der Außenwand sehr aufwändig ist und viel kaputt ginge, wir fast alle Heizkörper tauschen müssten (was zusätzlich ca. 10.000 € kosten würde). Außerdem kennen wir den Fall, dass die Wärmepumpe im Winter nicht die nötge Temperatur erzeugen konnte und der Stromverbrauch enorm ist.

  • Skeptiker hat dazu bereits geantwortet.

    Die Unsicherheit ist nicht die Frage. Was Du Dich hingegen fragen musst, ist, welche Vorlauftemperaturen brauchen meine Heizkörper um die Wohlfühltemperatur zu erreichen? Die Wärmepumpe ist bei hohen Temperaturen oft unwirtschaftlich.

    Bei einem ungedämmten Haus von 1970 und schlechten Fenstern wäre das der erste Ansatzpunkt, der zu verändern ist. Hohe Heizwassertemperaturen sind für jedes System ungünstig.

    Ich empfehle Euch, einen sanierungserfahrenen Energieberater zu beauftragen, Euer Haus zu untersuchen und Euch einen Individuellen Sanierungsfahrplan zu erstellen.

    Meist werden die Kosten dafür sogar teilweise über Fördermittel gemindert.

    Vielen Dank für die Antwort und die Tipps. Das mit dem Energieberater ist sicherlich eine gute Idee.

  • Du wirst eh nicht erfahren, welcher Hersteller die Wärmepumpe selber baut und welcher nur sein Label auf ein Fremdprodukt klebt.

    Wichtiger ist, mit welchem Hersteller Euer Installateur Erfahrung hat.


    Mal über Ergänzungen wie Eisspeicher, Energiezaun. Flachkollektoren u.ä. nachdenken. Ggf. als Kombi. Die gehen natürlich nicht mit einer Luft-WP, aber das sind eh die ineffizentesten

    Schönen Dank für die Antwort und die Tipps.

  • Gerade bei dem Baujahr würde auch ich einen ISFP empfehlen. Der Energieberater hat nämlich dann auch die Daten, um die Heizlast zu berechnen und eine Einschätzung für eine Wärmepumpe vornehmen zu können. Besprecht das vorher.


    1970 kann durchaus sein, dass das schon dieser Bungalowstil ist mit einer großen Fläche oberster Geschossdecke. Evtl auch schon große Fensterflächen.


    So ein Haus sollte man immer als ein zusammenhängendes System aus Hülle und Anlagentechnik betrachten.

    Danke für die Antwort, Geua so ein Stil ist das bei uns - viel Fläche und große Fenster. Ohne Berater wird es wohl nicht gehen.

  • Du darfst gerne auch mehrere Zitate in einen Beitrag packen anstatt die Antwort ständig zu kopieren und in einen einzelnen Beitrag einzufügen.


    Man kann auch Textabschnitte zitieren anstatt immer einen komplett Beitrag. Einfach den Textabschnitt markieren und als Zitat einfügen.

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  • Gegenüber einer Wärmepumpe sind wir skeptisch, da die Installation durch den halben Keller und die Lernbohrung in der Außenwand sehr aufwändig ist und viel kaputt ginge, wir fast alle Heizkörper tauschen müssten (was zusätzlich ca. 10.000 € kosten würde).

    Weshalb die Art des Wärmeerzeugers die Leitungslänge oder dessen Aufstellungsort beeinflussen soll, ist mir ohne weiteres nicht ansatzweise nachvollziehbar.


    Eine Kernbohrung kostet abhängig vom Wandbildner ein paar hundert Euro + / - X!


    Woher kennt ihr die Austauschkosten der Heizkörper, wenn die Heizlast noch nicht ermittelt wurde und weshalb soll diese nicht durch zusätzliche Wärmedämmung, bessere Fenster etc. verringert werden? Für 10.000 € gibt es einige Heizkörper!


    Off-Topic:

    Du darfst gerne auch mehrere Zitate in einen Beitrag packen anstatt die Antwort ständig zu kopieren und in einen einzelnen Beitrag einzufügen.


    Man kann auch Textabschnitte zitieren anstatt immer einen komplett Beitrag. Einfach den Textabschnitt markieren und als Zitat einfügen.

    Bitte unbedingt beachten!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Eine WP benötigt eine Verbindung nach draußen, im Fall einer SWP für die Soleleitungen, im Fall einer LWP für das Außenteil, falls nicht sowieso die komplette WP als "Mono" draußen steht. Das kann im Idealfall direkt an der Außenwand eines Heizraums/Aufstellraums sein, worst case steht das Außenteil auf der anderen Seite des Gebäudes (wegen Schallemission oder warum auch immer). Dann muss man im Fall einer Split die KM Leitungen quer durch den Keller ziehen, ansonsten die Heizwasserleitungen, damit man die WP an die alten Strangleitungen anschließen kann. Wieviel Aufwand das macht, das hängt auch von der Nutzung der Kellerräume ab. Der Querschnitt der Leitungen ist überschaubar, so dass man keine riesigen Kernbohrungen braucht.


    Bei einem Pelletkessel benötigt zumindest das Pelletlager eine Verbindung nach draußen, schließlich muss man dieses auch irgendwie befüllen (Entlüftung etc. nicht vergessen). Zur Not könnte man auch den Befüllschlauch vom "Tankwagen" quer durch den ganzen Keller ziehen, sinnvoller wäre ein Anschluss irgendwo an einer Außenwand und innerhalb des Gebäudes werden feste Befüllrohre verlegt. Das Pelletlager benötigt wiederum eine Verbindung zum Pelletkessel, denn irgendwie müssen die Pellets ja vom Lager in den Kessel kommen.


    Außerdem kennen wir den Fall, dass die Wärmepumpe im Winter nicht die nötge Temperatur erzeugen konnte und der Stromverbrauch enorm ist.

    Das kann durchaus passieren, typischerweise als Folge mangelhafter Planung, manchmal auch aufgrund falscher Betriebsweise. Die notwendige Heizwassertemperatur zu erzeugen ist meist nicht das Problem, zur Not hilft ein el. Heizstab, doch wenn die Effizienz der Anlage leidet, leidet auch der Geldbeutel. Wie gesagt, wenn man am Ende bei einer JAZ von 3 landet lässt sich das nicht mehr schönrechnen. Bei einem Strompreis von 30Ct./kWh und mehr ist dann selbst Öl im Vorteil, Pellets sowieso.


    wir fast alle Heizkörper tauschen müssten (was zusätzlich ca. 10.000 € kosten würde).

    Hier schließe ich mich Skeptiker an, woher kommen die 10.000,- €? Das ist doch (schlecht) geschätzt, mehr aber auch nicht. Bei 150m² Wohnfläche ist auch die Anzahl der Heizkörper überschaubar, und wenn eine Firma sowieso die komplette Heizungsanlage ersetzt, dann ist auch der Austausch der Heizkörper günstiger als wenn sie nur wegen eines einzigen Heizkörpers anrücken muss. Heizkörper sind selbst als Typ 33 (3 lagig) relativ günstig, da kostet eine typische Größe (800mm breit, 600mm hoch) ca. 200,- € zzgl. Ventil, RL-Verschraubung, Thermostatkopf vielleicht 300,- €. Wenn die Firma sowieso vor Ort ist und die komplette Anlage erneuert wird, die Anlage entleert ist, dann ist so ein Heizkörper in 1-2h ausgetauscht, inkl. Kaffee- und Zigarettenpause. Bei einem EFH sind mit 2 Mann alle Heizkörper an gut einem Tag ausgetauscht, aber selbst wenn es 2 Tage dauern sollte, fällt es mir schwer hier von einem Kostenaufwand von 10T€ auszugehen.


    Mein (Geheim)tipp: Rechnen, Planen, Angebote erstellen lassen. Dann hat man eine Zahlengrundlage mit der man etwas anfangen kann.


    Beim Kessel wird man sicherlich irgendwo im niedrigen Leistungsbereich landen (Heizlastermittlung erforderlich). Vermutlich irgendwo in der 10kW Klasse , ob ein paar kW mehr oder weniger, das macht beim Preis keinen so großen Unterschied. Selbst mit einem 20kW Kessel könnte man das Haus noch effizient beheizen, man muss halt ein passendes Anlagenkonzept wählen (Pufferspeicher etc.). Für eine erste Abschätzung kann man auch den bisherigen Ölverbrauch heranziehen, vorausgesetzt das Haus wurde ordentlich beheizt, oder halt über die Hüllfläche rechnen (s.o.). Für das Anlagenkonzept stellen sich dann noch so Fragen, ob ausschließlich mit Pellets geheizt werden soll, oder auch Scheizholz (Kombikessel oder 2 getrennten Kessel, Pufferspeicher usw.) genutzt werden soll.


    Bei einer WP sollte man schon etwas genauer rechnen, denn da spielt das Anlagenkonzept eine entscheidende Rolle. Während es einem Pelletkessel ziemlich egal ist ob er 5K mehr oder weniger Heizwassertemperatur erzeugen soll, spürt man das bei einer WP schon bei den Stromkosten. Dafür gibt es Datenblätter mit Leistungsdiagrammen und allem drum und dran. Über den dicken Daumen gepeilt würde ich bei einer notwendigen Heizwassertemperatur (Auslegungsfall) von ca. 40-45°C über weitere Maßnahmen zur Wärmedämmung nachdenken um die Heizwassertemperatur zu reduzieren. Sollte man sogar bei 50°C Vorlauftemperatur und mehr landen, dann würde ich von einer WP Abstand nehmen. Natürlich schafft eine WP auch 50°C VL Temperatur, doch bei einem Blick in das Datenblatt dürfte man schnell feststellen, dass das gewaltig auf Kosten der Effizienz geht. Das mag für die WW Erzeugung (kurzzeitig) noch vertretbar sein, für den Heizungsbetrieb (ca. 2.000h im Jahr) eher nicht.


    Ach ja, und wenn man schon vergleichen möchte, dann sollte man das Thema "Betriebskosten" genauer anschauen, denn dazu gehören ja nicht nur die Brennstoffkosten (Strom ver. Pellets). Wie sieht es mit Wartung und Instandhaltung aus? Hier sind WP normalerweise im Vorteil. Die sind zwar nicht völlig wartungsfrei (Luft-WT reinigen, KM kontrollieren), doch bei einem Pelletkessel ist der Aufwand höher. Bei einem Pelletkessel muss man damit rechnen, dass ein höherer Verschleiß (Flamme, hohe Temperaturunterschiede) auch zu höheren Betriebskosten führt. Es gab zwar auch schon WP bei denen nach wenigen Jahren der Verdichter hinüber war, doch solche Fälle sind eher selten. In diesem Zusammenhang sind auch Kosten für den Schornsteinfeger zu berücksichtigen (Feuerstättenschau, kehren, messen) die bei einer WP nicht anfallen.


    Fazit: Ich könnte anhand der bisherigen Infos noch nicht entscheiden ob hier eine WP oder ein Pelletkessel die bessere Lösung ist.

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  • Vielleicht noch zum Thema "Hybridlösung", obwohl da oben schon einiges geschrieben wurde.


    Eine Alternative zur WP wäre eine Hybridlösung aus Ölheizung und Wärmepumpe.

    Eine komplett neue Anlage, also bestehend aus WP und neuem Ölkessel, lässt sich wirtschaftlich kaum darstellen. Selbst wenn man den alten Ölkessel einbinden würde rechnet sich das kaum. Falls Geld übrig ist, dann würde ich das in eine Optimierung der Gebäudehülle investieren.

    Bedenke, dass man mit dem Ölkessel die Wartungskosten der Ölheizung inkl. Schornsteinfeger berücksichtigt muss, und das für vielleicht wenige Tage Betrieb im Jahr. Rechnet man diese Wartungskosten, von Abschreibung auf die Investition ganz zu schweigen, dann kann man dafür viel Strom kaufen, um damit den schlechteren Wirkungsgrad der WP oder eines Heizstabs für die paar Tage zu finanzieren.


    Was man evtl. überlegen könnte, beim Einsatz eines Pelletkessels verläuft die WW Erzeugung im Sommer meist mit einem geringeren Anlagenwirkungsgrad, und man muss ab und zu den Aschekasten leeren und über den Sommer 1-2 Mal die Brennkammer reinigen. Nachdem Anlagenkonzepte für Pelletkessel oftmals einen Pufferspeicher benötigen, kann es sinnvoll sein hier in Solarthermie zu investieren, ersatzweise in PV um damit einen el. Heizstab oder eine BW-WP zu versorgen. Dann bleibt der Pelletkessel während der Sommermonate aus. Welche Variante hier die Nase vorn hat das muss man rechnen.


    Einfaches Beispiel. Bei mir läuft der (Öl)kessel für ca. 5 Monate im Jahr im "Sommerbetrieb", also nur für die WW-Erzeugung. Das kostet mich knapp 1 Liter Heizöl pro Tag für ca. 150 Tage, macht zusammen also 150 Liter zu ca. 0,80 - 0,90 €/Liter, also 120,- € bis 135,- € pro Jahr für die WW Erzeugung im Sommer. Wartung, Schornsteinfeger, fallen sowieso an da der Ölkessel auch im Winter für die Heizung zuständig ist.

    Plant man nun anstatt Pellets ein WP-Konzept bei dem der Ölkessel nur als Backup genutzt werden soll, also eine Hybridlösung, dann sieht die Rechnung anders aus. Wie oft kommt der Öler zum Einsatz? Das wird sich mit hoher Wahrschenlichkeit im Bereich 10-20% abspielen, d.h. 10-20% der jährlichen Heizenergie soll der Öler erzeugen, je nach Auslegung sind es vielleicht aber nur 5%. d.h. In der Praxis muss der Öler vielleicht 700-3.000kWh an thermischer Energie pro Jahr erzeugen für die er pro 10kWh gut 1 Liter Heizöl zu 0,80€/Liter - 0,90€/Liter verbrennt. Rechnen wir noch vorsichtig 300,- € für Wartung und Schorni pro Jahr, dann kostet der Spaß zwischen 350,- € für die 700kWh und 570,- € für die 3.000kWh. Die kWh kostet Dich somit bis zu 50Ct.!!! zzgl. Abschreibung. Für einen geringen Anteil am jährlichen Heizenergiebedarf rechnet sich so etwas so gut wie nie, da ist es billiger wenn man einen Heizstab nutzt.


    Etwas anders sieht die Rechnung aus wenn man eine Heizung mit Holz als Brennstoff plant, insbesondere dann, wenn man günstigen Zugriff auf Brennholz hat (eigener Wald o.ä.). Hier sollte man für den Sommerbetrieb über eine Alternative nachdenken, obwohl ich auch Leute kenne die im Sommer 1 Mal pro Woche ihre riesigen Pufferspeicher laden und dann das Haus die ganze Woche mit WW versorgen.


    Deswegen mein Rat, Vorsicht mit solchen Hybridlösung, unter Umständen kauft man sich die Nachteile zweier Welten mit ein.

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  • Woher kennt ihr die Austauschkosten der Heizkörper, wenn die Heizlast noch nicht ermittelt wurde und weshalb soll diese nicht durch zusätzliche Wärmedämmung, bessere Fenster etc. verringert werden? Für 10.000 € gibt es einige Heizkörper!

    Die ungefähren Kosten wurden in einem unserer Angebote mit angegeben. Für eine zusätzliche Wärmedämmung, neue Fenster und die neue Heizung wäre ein sechsstelliger Betrag zu investieren. Das muss man erstmal aufbringen können...

    Bei einem Pelletkessel benötigt zumindest das Pelletlager eine Verbindung nach draußen, schließlich muss man dieses auch irgendwie befüllen (Entlüftung etc. nicht vergessen).

    Danke für die Hinweise, auch bzgl. der WP. Das Pelletlager würde in den aktuellen Tankraum kommen. Ein Zugang nach außen ist vorhanden. Sollte das nicht reichen ist der Weg durch die Garage, die direkt nebenan liegt, relativ kurz.


    Bei einem Strompreis von 30Ct./kWh und mehr ist dann selbst Öl im Vorteil, Pellets sowieso.

    Danke, genau das haben wir auch gemeint.

    aber selbst wenn es 2 Tage dauern sollte, fällt es mir schwer hier von einem Kostenaufwand von 10T€ auszugehen.

    So stand es tatsächlich im Angebot. Es sind auch 12 große Heizkörper. Dann sollten wir uns weitere Angebote einholen.

    Für das Anlagenkonzept stellen sich dann noch so Fragen, ob ausschließlich mit Pellets geheizt werden soll, oder auch Scheizholz (Kombikessel oder 2 getrennten Kessel, Pufferspeicher usw.) genutzt werden soll.

    Es soll ausschließlich mit Pellets geheizt werden. So wie es aussieht müssen wir dem HB noch viele Fragen stellen.

    Thema "Betriebskosten"

    Korrekt, das sieht bei einer Pelletanlage schlechter aus, als bei einer WP.

    Fazit: Ich könnte anhand der bisherigen Infos noch nicht entscheiden ob hier eine WP oder ein Pelletkessel die bessere Lösung ist.

    Genau das ist auch unser Problem als Laie.

    Deswegen mein Rat, Vorsicht mit solchen Hybridlösung, unter Umständen kauft man sich die Nachteile zweier Welten mit ein.

    Vielen Dank für die ausführlichen und sehr guten Hinweise sowie die Rechenbeispiele. Das werden wir uns nochmal ganz genau anschauen. In die ein oder andere Richtung haben wir bereits gedacht und sehen das genauso. Was die Investitionshöhe betrifft ist es gemäß unseren Angeboten so, dass uns die Hybridlösung nicht mehr kosten würde, als eine reine WP mit Tausch der Heizkörper.

  • Woher kennt ihr die Austauschkosten der Heizkörper, wenn die Heizlast noch nicht ermittelt wurde und weshalb soll diese nicht durch zusätzliche Wärmedämmung, bessere Fenster etc. verringert werden? Für 10.000 € gibt es einige Heizkörper!

    Die ungefähren Kosten wurden in einem unserer Angebote mit angegeben.

    wohlgemerkt ohne Heizlastberechnung - ob das als Vorgehensweise seriös ist?


    Das müssen ja ziemliche Brummer sein! Zum Vergleich sagt meine Kostendatenbank für Frankfurt/Main, also im weitesten Sinn die Bauregion (deshalb fragen wir nach dem Bauort!):



    Davon 12 Stück für 150 m2 Wohnfläche, also 1 / 12,X m2, wirklich?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • wenn da tatsächlich 12 Heizkörper auf 150m² verteilt sind, dann befinden sich darunter sicherlich auch viele kleine Heizkörper (Gäste WC. Flur, Küche......) die entsprechend günstig(er) sind.

    Früher wurden die mehr nach der Nischengröße dimensioniert als nach Leistung, warm wurde es ja immer. Selbst 1970 war die Heizlast bei 150m² nicht sehr hoch, man hat halt die Anlage großzügiger dimensioniert und wenn es nicht warm genug wurde, genügte ein Dreh am Mischer. Zu im Sommer, halb offen während der Übergangszeit, und ganz offen im Winter. Den Rest haben die Heizkörperthermostate erledigt.

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  • Wer sagt denn, dass die alte Heizung jetzt schon raus muss?

    Achtung, es geht mir hier ums GEG. Wenn es ein Niedertemperatur- Kessel ist, kann der ja erst mal drin bleiben. Du könntest die Heizlast auch erst mal austesten, ob Du mit einer niedrigen Vorlauftemperatur auskommst.

    Allerdings kann ich Dir nicht sagen, wie lange die Förderungen bestehen bleiben. Die neue Wirtschaftsministerin hängt ja ziemlich dem Gas an und erzählt auch einiges an Unsinn, der gut klingt.

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  • Wer sagt denn, dass die alte Heizung jetzt schon raus muss?

    Achtung, es geht mir hier ums GEG. Wenn es ein Niedertemperatur- Kessel ist, kann der ja erst mal drin bleiben. Du könntest die Heizlast auch erst mal austesten, ob Du mit einer niedrigen Vorlauftemperatur auskommst.

    Allerdings kann ich Dir nicht sagen, wie lange die Förderungen bestehen bleiben. Die neue Wirtschaftsministerin hängt ja ziemlich dem Gas an und erzählt auch einiges an Unsinn, der gut klingt.

    Was für mich Argument für eine Gashybridlösung ist. Solange unsere Regierung eine Gashybridpolitik macht...

    Geht das gut in Kombi mit Pellets? Eine WP scheint ja nicht erwünscht.

  • Wir haben aktuell noch Gas, werden aber in Zukunft auf WP umsteigen. Und PV mit Speicher.

    Wasmussdasmuss Was in Deinem Fall das beste ist, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Geht das gut in Kombi mit Pellets?

    Gas oder Öl in Kombination mit einem Pelletkessel ergibt keinen Sinn, vielleicht in Kombination mit einem Pelletofen, aber nicht als Hybrid mit einem Pelletkessel.


    Öl-/Gas-/Pelletkessel sind sich hinsichtlich ihrer Eigenschaften sehr ähnlich, sie unterscheiden sich nur im Brennstoff. Es käme auch kaum jemand auf die Idee eine Hybridlösung bestehend aus einem Ölkessel und einer Gastherme zu bauen.

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  • Neben den Investitionskosten die man über die Nutzungsdauer abschreiben sollte, egal ob man sie steuerlich abschreiben kann oder nicht, werden die Betriebskosten maßgeblich durch die Brennstoffkosten bestimmt. Wartungskosten o.ä. machen sich hingegen vor allen Dingen bei sehr geringer Nutzung bemerkbar. Das gilt für alle Wärmeerzeuger.


    Im Fall von Pellets liegen die Brennstoffkosten bei ca. 250,- € bis 300,- €/to, die 200,- €/to von vor 5 Jahren werden wir so schnell nicht wiedersehen, Preise über 500,- €/to sind aber auch die Ausnahme.

    d.h. Ein Pelletkessel der im Heizbetrieb einen Wirkungsgrad > 90% erreicht, produziert die kWh Wärme(energie) für ca. 5,5-6,6Ct. Der große Vorteil liegt darin, dass der Wirkungsgrad nicht so stark von der Heizwassertemperatur abhängig ist wie bei WP. Deswegen macht es auch keinen großen Unterschied ob der Pelletkessel nun 40°C für den Heizkreis oder 60°C für WW erzeugen soll.


    Ähnlich verhält es sich mit Öl oder Gas, nur mit dem Unterschied, dass der Öler bei einem Heizölpreis um die 90Ct./Liter die kWh thermisch für knapp 10Ct. erzeugt, bei vergleichbaren Wartungskosten wie ein Pelletkessel. Beide Kessel funktionieren ja durch Verbrennen des Brennstoff, wodurch das Kesselwasser erhitzt wird, was Rückstände im Brennraum und Abgase erzeugt.


    Eine WP funktioniert bekanntermaßen völlig anders wobei hier der COP bzw. die sich über das Jahr ergebende JAZ für die Heizkosten entscheidend sind. Dabei hilft es nur bedingt wenn man sich an den Dattenblattangaben orientieren kann denn in der Praxis läuft eine WP selten nach "Norm". Deswegen ist es in meinen Augen sinnvoll wenn man einen externen Wärmezähler verbaut, denn die intern generierten Anzeigen der Regelung snd manchmal etwas geschönt. Mich interessiert aber wieviele kWh ich im Heizkreis und WW habe und wieviel Strom ich dafür bezahlen muss. Wird die WP am Haushaltstrom mit 30Ct./kWh betrieben, dann müsste sie schon eine JAZ von 5 erreichen damit sie mit dem Pelletkessel gleichziehen kann. Hier ist also der Stromtarif entscheidend, und die Diskussionen über Unterstützung durch eine PV Anlage (die auch wieder Investitionskosten verursacht) kommen ja nicht von ungefähr. Dem Öler gegenüber ist die WP bereits ab einer JAZ von 3 im Vorteil, das zu erreichen sollte jetzt keine Herausforderung sein, selbst für eine LWP.


    Einen Ölkessel als Backup zu einem Pelletkessel zu unterhalten ergibt an sich keinen Sinn. Man muss ein Öllager unterhalten und den Brenner regelmäßig prüfen, da eine lange Stillstandszeit dau führen kann, dass er nicht mehr startet wenn er benötigt wird. Schorni kostet natürlich auch. Benötigt würde er aber sowieso nur dann wenn der Pelletkessel total ausfällt, ansonsten ist der Pelletkessel ja für einen ganzjährigen Betrieb ausgelegt. Für diesen unwahrscheinlichen Fall eines Totalausfalls würde ich daher auf eine einfache und zuverlässige Heizmethode als Backup setzen, ohne viel Wartungsaufwand. Das wäre beispielsweise ein el. Heizstab in einem Pufferspeicher. So ein Heizstab hat nur einen Nachteil, und zwar benötigt er ausreichend el. Leistung, das müssen die Elektroinstallation und Hausanschluss auch liefern. Andererseits ist es im Notfall besser wenn man mit 3 oder 5kW heizen kann als gar nicht. Dann hat es halt bis zur Reparatur des Pelletkessels nur 18 oder 19°C im Wohnzimmer, besser als 10°C. Tja, und wenn tatsächlich alle paar Jahre mal der Pelletkessel komplett ausfallen sollte, dann ist es günstiger wenn ich für die wenigen Tage bis zur Reparatur 100 oder 150,- € an Strom verheize, als jedes Jahr 100,- € bis 300,- € für Schorni und Wartung.


    Ein Backup für eine Wärmepumpe wird nach anderen Gesichtspunkten dimensioniert, denn hier soll das Backup normalerweise nicht nur bei Totalausfall einspringen, sondern dann wenn der WP die Puste ausgeht. Das kann, abhängig von der Dimensionierung, an mehreren Tagen im Jahr der Fall sein. Dementsprechend muss man dann auch dimensionieren. (Stichwort Bivalenzpunkt).


    Ansonsten kann ich nur dazu raten, das Heizkonzept nicht zu kompliziert zu machen. Verschlechtert sich beispielsweise der Wirkungsgrad der Anlage, nur weil man ständig ein Backup mit sich herumschleppt, dann treibt das die Kosten für das Backup in die Höhe. Dann kann ich irgendwann bei einem Totalausfall der Heizung in das beste Hotel der Stadt ziehen, und bin am Ende günstiger dran als jahrelang ein backup zu unterhalten.

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  • Das müssen ja ziemliche Brummer sein! Zum Vergleich sagt meine Kostendatenbank für Frankfurt/Main, also im weitesten Sinn die Bauregion (deshalb fragen wir nach dem Bauort!):

    Ja, das ist tatsächlich so. Das sind wirklich echte Brummer und durch die große Tiefe würde diese sehr unschön unter den Fensterbänken hervorstehen. Im Haus haben wir insgesamt 16 Heizkörper, einer davon allerdings in der Garage. In manchen Räumen befinden sich 2 Heizkörper.

    wenn da tatsächlich 12 Heizkörper auf 150m² verteilt sind, dann befinden sich darunter sicherlich auch viele kleine Heizkörper (Gäste WC. Flur, Küche......) die entsprechend günstig(er) sind.

    Das ist alles korrekt, was du schreibst. Der einzig wirklich kleine HK ist der im Gäste-WC.


    Wer sagt denn, dass die alte Heizung jetzt schon raus muss?

    Weil die Heizung älter als 30 Iahre ist und ein Eigentümerwechsel stattgefunden hat.



    Was für mich Argument für eine Gashybridlösung ist.

    Gas wurde in der Straße nicht verlegt, scheidet daher also aus.


    Ansonsten kann ich nur dazu raten, das Heizkonzept nicht zu kompliziert zu machen

    Das sehen wir auch so! Danke erneut für die zahlreichen Ausführungen und Tipps.