Dachsanierung 15 ° mit PV

  • Hallo zusammen,

    ich bin eigentlich stiller und interessierter Mitleser – diesmal habe ich jedoch ein für mich ziemlich kompliziertes Thema im Rahmen meiner Sanierung (anbei ein Foto vom Vorbesitzer während einer Dachreparatur).

    Hier zunächst ein paar Informationen:

    • Aktuelle Dacheindeckung: Eternit Berliner Welle von 1980; ein Test hat ergeben, dass sie asbesthaltig ist

    • Dachgröße: ca. 210 m²

    • Dachneigung: 15°

    • Zwischensparrendämmung mit alukaschierter Mineralwolle, teils aus dem Jahr 2000

    • Erdwärmepumpe vorhanden

    Zu meinen Überlegungen:

    Wir befinden uns gerade in einer umfassenden Sanierung und überlegen, das Dach neu zu decken, zu dämmen und direkt eine PV-Anlage zu installieren.

    Das Dach ist von außen aufgrund der geringen Neigung (15°) kaum sichtbar. Daher unsere Überlegung: Eine robuste Dacheindeckung, die optisch nicht unbedingt ein Premiumprodukt sein muss, dafür aber eine eher große bzw. überdimensionierte PV-Anlage (25 kWp), die möglichst die gesamte Dachfläche abdecken soll. Zusätzlich sollen drei Dachfenster eingebaut werden.

    Ich habe bereits mit mehreren Dachdeckern gesprochen – leider mit sehr unterschiedlichen Einschätzungen. Für uns ergeben sich aktuell folgende Optionen:

    1. Asbesthaltiges Eternit behalten und streichen, kleinere PV-Anlage auf das Garagendach

    2. Dach neu eindecken mit regensicherem Unterdach (wegen der 15° Neigung) und Ziegeln

    3. Dach neu eindecken mit Trapezblech (dunkel/schwarz)

    4. Dach in ein Flachdach umbauen und mit EPDM-Folie abdichten

    Bei den Optionen 2–4 wäre jeweils zusätzlich möglich:

    • Aufsparrendämmung (förderfähig, ISFP ist vorhanden)

    • Alternativ: Dämmung der 18 Sparren von innen mit Mineralwolle

    Ziel: Die wirtschaftlichste und zugleich langlebigste Lösung.

    Option 1 ist mental eher schwierig (Asbest & Verschiebung der Sanierung in die Zukunft). Optionen 2–3 hingegen sind kostenintensiv und damit ebenfalls nicht ideal.

    Wir sind aktuell wirklich unentschlossen und daher über jede Meinung oder jeden Input dankbar. =o


    Vielen Dank schon einmal!


    Liebe Grüße

  • Wie wird der Raum unter dem Dach genutzt?


    Option 4 halte ich für weniger sinnvoll, denn ein Flachdach ist schwieriger abzudichten (mehr Aufwand) und die PV Module müsste man aufständern (wieder mehr Aufwand und weniger nutzbare Fläche).

    Option 1 ist an sich keine Option, denn entweder das Dach so belassen wie es ist, oder runter damit. Nix streichen oder gar überbauen, die Zeiten sind vorbei. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man das Dach sicherlich noch einige Zeit nutzen kann, sofern es tatsächlich noch dicht sein sollte, aber irgendwann muss die Eindeckung ersetzt werden, und dann wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erheblich teurer als heute. Aufschieben ist somit nicht unbedingt sinnvoll.


    Option 3 dürfte in meinen Augen die kostengünstigste Variante sein. Wichtig wäre dass man die Statik im Auge behält, denn solche Dächer waren gerne mal bis auf die letzte Nachkommastelle ausgereizt, und ob hier die zusätzliche Last durch eine PV Anlage möglich ist, das kann aus der Ferne niemand sagen. Allein dadurch wäre Option 1 bereits K.O. aber das nur so nebenbei.


    Bei den Optionen 2–4 wäre jeweils zusätzlich möglich:

    Aufsparrendämmung (förderfähig, ISFP ist vorhanden)

    Alternativ: Dämmung der 18 Sparren von innen mit Mineralwolle

    Angebote einholen, Zwischensparrendämmung ist üblicherweise günstiger als eine Aufsparrendämmung.

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  • Vielen Dank für die Antwort!

    Ja, der Raum unter dem Dach wird benutzt, wobei aktuell die Decken recht weit abgehangen sind und diese erneuert werden, sodass dann zT über 4 Meter hohe Decken entstehen.

    Ist es denn problemlös möglich, dass man Aufsparrendämmung mit Zwischesparrendämmung kombiniert? Von innen werden ohnehin alle Decken neu gemacht und daher hatte ich überlegt, lediglich die 18 cm Sparren zu dämmen und auf eine Aufsparrendämmung zu verzichten. Alterantiv eine Kombination.


    Ich habe bereits Angebote für die Optionen 2-4 erhalten, aber bin mir weiterhin unsicher da die Meinungen hier weit auseinander gehen. Preislich ist Blech am günstigsten, dann Folie, dann Ziegel.

    Bei der EPDM Lösung würde ich die 15 ° Neigung behalten und lediglich vollverschalten und eine EPDM Folie drauf. Sorge habe ich da dann aber bei der PV Montage.

  • Ja, der Raum unter dem Dach wird benutzt,

    WIE wird er genutzt? Als Wohnraum? Werkstatt? Lager? Indoor-Pool? ....... Wie man am besten dämmt hängt doch auch davon ab, mit welchen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit man rechnen muss. Bei einer Raumhöhe von 4m spielt Luftfeuchtigkeit eher keine Rolle, denn man müsste schon eine Menge Feuchtigkeit eintragen um diese Menge an Luft in den kritischen Bereich zu bringen.


    Ist es denn problemlös möglich, dass man Aufsparrendämmung mit Zwischesparrendämmung kombiniert?

    Problemlos? Das kann ich nicht sagen, denn es gibt ja unterschiedliche Probleme die auftreten könnten (bis hin zu einer mangelhaften Verarbeitung). Grundsätzlich spricht aber nichts dagegen, dass man Aufsparrendämmung mit Zwischensparrendämmung kombiniert. An sich eine Hausaufgabe für einen Bauphysiker/Energieberater.

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  • Der Raum unter dem Dach wird als Wohnraum genutzt.

    Also grade weil das Dach jetzt neu gemacht wird, sollte es schon von der Dämmung her gut gemacht sein. Ich habe überlegt entweder es von innen selbst zu machen (Zwischensparren) und dan noch zusätzlich von außen die Übersparrendämmung damit ich auch die Förderung erhalte.


    Nur die Übersparrendämmung wird ja deke ich nicht ausreichen, oder? Also der Zwischenraum der Sparren würden ja nicht leer bleiben oder wie müsste ich mir dann den innenaufbau vorstellen?
    Ich hatte gedacht (von innen nach außen): Rigips, Dampfbremse, Dämmmaterial, Dampfsperre von oben, (ggf. Aufsparrendämmung) Lattung, Dacheindeckung

  • Nur die Übersparrendämmung wird ja deke ich nicht ausreichen, oder?

    Das hängt davon ab, wieviel man auf die Sparren packt. Zwischensparrendämmung lässt sich leichter umsetzen, ist konstengünstiger, zumal Eigenleistung möglich ist. Bei Aufsparrendämmung ist das mit Eigenleistung in den meisten Fällen nicht so einfach.

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  • Hallo,


    bei der Variante 4 muß man aufpassen, dass man sich kein selbstkompostierendes Dach baut ( nur falls es so ausgeführt werden sollte: Dacheindeckung und Lattung abnehmen, Zwischensparrendämmung lassen, Schalung auf die Balken und dann die Dachabdichtung ) ?

    Dann sollte man auch die Folgekosten für PV im Auge behalten, bzgl. der Befestigung. Bei einer Ausführung als Flachdach sind die PV Befestigungen deutlich teurer als bei einem Trapezblech.

    Von der Nr. 2 würde ich eher abraten, wegen der zu geringen Neigung, wenn es das doch werden soll, dann würde ich nur die Original PV Halterungen/Grundpfannen vom Tonziegelhersteller verwenden, um den Tonziegel nicht zusätzlich zur geringen Neigung, noch die Kopf-, und Fußfalz für die Standart PV Halterungen zu nehmen, das geht wahrscheinlich schief mit Ansage.

  • Hallo,


    bei der Variante 4 muß man aufpassen, dass man sich kein selbstkompostierendes Dach baut ( nur falls es so ausgeführt werden sollte: Dacheindeckung und Lattung abnehmen, Zwischensparrendämmung lassen, Schalung auf die Balken und dann die Dachabdichtung ) ?

    Dann sollte man auch die Folgekosten für PV im Auge behalten, bzgl. der Befestigung. Bei einer Ausführung als Flachdach sind die PV Befestigungen deutlich teurer als bei einem Trapezblech.

    Von der Nr. 2 würde ich eher abraten, wegen der zu geringen Neigung, wenn es das doch werden soll, dann würde ich nur die Original PV Halterungen/Grundpfannen vom Tonziegelhersteller verwenden, um den Tonziegel nicht zusätzlich zur geringen Neigung, noch die Kopf-, und Fußfalz für die Standart PV Halterungen zu nehmen, das geht wahrscheinlich schief mit Ansage.


    Vielen Dank!
    Bei welchem Aufbau der Variante 4 (Vollverschalung und dann Folie) würde das denn die Folge sein? Ich habe dazu ein Angebot erhalten, wo offenbar erst vollverschalt wird mit OSB, dann Bitumenbahn als Dampfsperre, dann Aufsparrendämmung, dann Bitumenbahn.

    Bzgl. Trapezblech: Für uns von der Optik schon gewöhnungsbedürftig, aber soll ja größtenteils mit PV voll gemacht werden. Kann man da etwas zur Geräuschkulisse sagen? Habe ich leider noch nie bei einem EFH irgendwo auf dem Dach gesehen..

  • Wir haben so ein Flachdach, allerdings 0°. Über den gedämmten Sparren ist eine Unterspannbahn angebracht, dann auf den Sparren ein ca. 10 cm starkes Holz zur Sicherstellung einer Querlüftung, dann 25 mm OSB mit der EPDM-Folie. Die gesamte Konstruktion ist bezüglich der Querlüftung ausgelegt. Dampfsperre innen ist eine OSB/3 15 mm mit abgeklebten Fugen.

    Insgesamt eine aufwendige Lösung, aber machbar. Wir haben die Folie damals anfertigen lassen, um keine Nähte zu haben. Und Durchdringungen auf das Notwendigste reduziert.

    Ohne einen erfahreren Planer + gewissenhaften Dachdecker würde ich mich da nicht rantrauen.

  • Bei der EPDM Lösung würde ich die 15 ° Neigung behalten und lediglich vollverschalten und eine EPDM Folie drauf. Sorge habe ich da dann aber bei der PV Montage.

    Was genau bereitet dir bei der PV Montage Sorgen? Es gibt dafür zugelassene Systeme inkl. Auslegungstools, die man bei Neudeckung mit einplanen kann. Bsp. mal nach Sika + K2 Montagesystem suchen.