Verrostete Bewehrung Kellerdecke

  • Hallo liebe Experten,


    Ich brauche mal eine fachliche Einschätzung von euch da ich absoluter Laie bin mir aber zunehmend Sorgen mache.


    Ich wohne in einem Einfamilienhaus, ehemals Winkelbungalow, in 2015 kernsaniert und dann aufgestockt zur Miete. Das Haus an sich ist aber bestimmt 100 Jahre alt.


    Als ich letzte Woche aus dem Urlaub gekommen bin, stellte ich fest das sich die Terrasse (über Tiefgarage) irgendwie abgesackt ist. Die Brüstung ist gemauert, Südwand und steht auf 60cm Wasserwaage bereits 2cm aus dem Lot.


    In den nächsten Tagen beobachtete ich zunehmende Rissbildung in EG Decke und auch in tragenden Wänden im EG. Mein Vermieter sagt, alles normal, dass Haus arbeitet halt. Er ist vom Fach und hat das Haus damals in Eigenregie saniert.


    Ich möchte als Frau natürlich nicht sofort hysterisch die Bauaufsicht einschalten, wenn das wirklich alles harmlos ist.

    Aber was ich da gestern im Keller gesehen habe macht mir wirklich Sorgen.

    Die Bewehrung der Kellerdecke liegt teilweise komplett frei. Es zeigen sich Ausblühungen und ich habe den Eindruck das sich die Bewehrung teilweise schon verformt hat.


    Könnten die Experten bitte mal einen Blick darauf werfen und ihre Gedanken mit mir teilen?


    Mit bestem Dank im Voraus!!


    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Vorschauen eingefügt

  • In den nächsten Tagen beobachtete ich zunehmende Rissbildung in EG Decke und auch in tragenden Wänden im EG. Mein Vermieter sagt, alles normal, dass Haus arbeitet halt.

    Dafür gibt es Rissmonitore- auch zur Beruhigung oder zur Panik - je nachdem, was die ergeben



    Die Bewehrung der Kellerdecke liegt teilweise komplett frei. Es zeigen sich Ausblühungen und ich habe den Eindruck das sich die Bewehrung teilweise schon verformt hat.

    Verformungen sehe ICH da nicht beider Bewehrung. Und frei liegt sie, weil beim Einbau gepfuscht wurde.

    Ausblühungen sehe ich auch nicht.


    Und 100 Jahe (= Bj. um 1925) ist das bei DER Decke sicher nicht.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • An der Kombination der Aussage

    … Einfamilienhaus, ehemals Winkelbungalow, in 2015 kernsaniert und dann aufgestockt ... . Das Haus an sich ist ... bestimmt 100 Jahre alt.

    +

    stimmt irgendwas nicht.


    Die Decke passt zeitlich zu einem Haus aus 1925, war damals der letzte Schrei, ist mir in B mehrfach aus der Zeit in geschützten Denkmalen begegnet. Bungalow hingegen passt zeitlich eher nicht, die waren erst 30 bis 40 Jahre später angesagt. Vielleicht wird aber auch der Begriff Bungalow hier nur abweichend von der üblichen Nutzung verwandt. Gemeint ist ein eingeschossiges Gebäude mit flachem, nicht ausbaubarem flach geneigten Dach. Egal, bezogen auf die punktuell freiliegende Bewehrung ist das letztlich egal. Stahlsteindecken waren in den 1920er Jahren in den Großstädten und auch deren Umgebung üblich.


    Freiliegen darf die Bewehrung aber nicht und Anzeichen von deren nennenswerter Korrosion dürfen auch nicht sichtbar sein. Da gehört, vereinfacht geschrieben nach dem fachgerechten Entrosten ein Korrosionsschutz drauf und Putz. Akute Sorgen würde ich mir da nicht machen, aber das Problem sollte bald angegangen werden!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Off-Topic:

    Ich kenne sie allerdings unter der Bezeichnung "Steineisendecke". Was ist fachlich korrekt?

    Stahlstein dürfte die aktuelle korrekte Bezeichnung sein.

    Steineisen ist eine sehr veraltete Bezeichnung für Stahlbeton.


    P.S.: #3 sagt alles

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Off-Topic:

    Unser Haus Bj 1926 hat auch so eine Decke. Ich kenne sie allerdings unter der Bezeichnung "Steineisendecke". Was ist fachlich korrekt?

    Ich würde

    • Stahlsteindecke
    • Eisensteindecke

    und evtl. auch

    • Ziegel-Elementdecke

    synonym verwenden.


    Eine „Einhangdecke“ ist hingegen etwas anderes.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Off-Topic:

    Steineisendecke ist die historisch korrekte Bezeichnung. Allen Interessierten sei diese Dissertation an Herz gelegt, die auch einen Katalog über eie verschiedenen Deckentypen dieser Bauart enthält.


    Stahlstein dürfte die aktuelle korrekte Bezeichnung sein.

    Dürfte es IMHO nicht sein, da es sich bei den zur Bauzeit verwendeten Einlagen nicht um Stahl gehandelt hat, die Beizeichnung kam afaik erst später auf, habe im Urlaub aber keinen Zugriff auf entsprechende Bücher.

    Steineisen ist eine sehr veraltete Bezeichnung für Stahlbeton.

    Hätte ich noch nie gehört. Historische Bücher aus der Anfangszeit des Stahlbeton und historische Normen/Vorschriften reden immer von Eisenbeton

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)


    Rings um euch liegt die weite Welt: Ihr mögt euch einzäunen, aber euer Zaun wird sie nicht fern halten. (J.R.R. Tolkien, Derr Herr Der Ringe, Erster Teil: Die Gefährten)