Bohrung in KMF-haltigen Boden - was tun?

  • Hallo zusammen und ein dickes dickes Dankeschön an alle die das lesen und dem Neuling hier antworten :)

    wir haben vor rund einem Jahr ein saniertes Haus aus 1970 bezogen. Wir hatten nicht vor, groß zu sanieren doch dann ereilte uns leider ein massiver Wasserschaden :rb: , weshalb wir den Boden zur Trocknung stellenweise aufbohren mussten. Wir haben das Material (Estrich und Dämmwolle) darunter prüfen lassen und es enthält teilweise WHO Fasern :weary_face: (vermutlich die Wolle, nicht der Estrich). Da wir nicht den ganzen Boden rausreißen wollten, haben wir uns für einen Spachtelboden entschieden. Wir haben übrigens auch eine Freiluftmessung durchführen lassen, die in Ordnung war.

    Nun zu meiner Frage: Wir haben nachträglich eine neue Treppe einbauen lassen. Dafür mussten insgesamt rund 20 neue Löcher in den Boden gebohrt werden :wall: (relativ tief, aber nach Angabe der Handwerker nicht bis in die Wolle aber wer weiß das schon). Die Handwerker haben einen Staubsauger benutzt, die Türen und Fenster waren geöffnet, die Türen zu den Wohn- und Schlafräumen verschlossen. Außerdem haben sie die Löcher direkt nach dem Bohren mit einer Art Kleber gefüllt und danach direkt die Schraube eingesetzt, nun scheint alles wieder verschlossen zu sein. Wir haben den ganzen Tag gelüftet, abends gewischt und die Betten frisch bezogen. würdet ihr mir weitere Maßnahmen empfehlen, um eine Kontamination des Wohnraums mit KMF zu verhindern :speech_balloon: ? Würdet ihr eine weitere Freiluftmessung durchführen? Herzlichen Dank euch :hundred_points:

  • teilweise WHO Fasern

    Was ist das / soll das sein?

    neue Treppe einbauen lassen..... aber nach Angabe der Handwerker nicht bis in die Wolle

    Kürzung durch mich

    Eine Treppe gehört auf der ROHdecke motiert. Also Montagefehler :pfusch:

    Würdet ihr eine weitere Freiluftmessung durchführen?

    Bei so viel Angst wie sie hier herausschaut - JA

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Offenbar handelt es sich bei der " Dämmwolle " unter dem Estrich um die Trittschalldämmung.


    Wurde denn von einem Labor verbindlich und abschließend geklärt, dass es sich um lungengängige und damit potentiell krebserzeugende WHO-Fasern handelt? Freiluftmessung war ja in Ordnung.


    Wenn nein, sollte dies von einem versierten Schadstoffgutachter nachgeholt werden.


    Künstliche Mineralfaser – Analyse von Mineralwolle auf WHO-Fasern


    Die Bohrlöscher wurden nach Deinen Angaben mit einem Kleber verschlossen und danach ein Spachtelboden aufgebracht. Der Boden sollte daher in der Fläche dicht sein. Bei einer Trittschalldämmung verbleiben allerdings

    u.U. umlaufende,offene Randfugen, die mit senkrecht aufgestellter MiWo versehen werden. Die Randfugen dürfen nicht überspachtelt werden, weil dann die Trittschalldämmwirkung aufgehoben wird. Ein Estrich mit Trittschalldämmung hat eine ( geringe ) federnde Eigenschaft beim Begehen, die entscheident für die Trittschallwirkung ist. Hierdurch kann ein " Pumpeffekt " entstehen, der möglicherweise Auswirkungen auf die offenen Randfugen hat.


    Bei Teppich- und Parkettböden wäre das nicht so gut. Anders bei Fliesenbelag mit umlaufenden Sockelfliesen, weil dann die Fuge zwischen Bodenfliesen und Sockelfliesen mit Silikon verschlossen wird.


    Wenn es denn beruhigt, würde ich weitere Untersuchungen mit Labortests und zwar unter Einbeziehung der Randfugen durchführen lassen. Ein professionelles Unternehmen sollte dann eine verbindliche Aussage dazu erteilen können, ob und wie hoch gegebenenfalls die Gefahr einer Kontamination ist und welche Abhilfemaßnahmen es hiergegen gibt ( möglicherweise Aufstellung von Luftreinigern statt alles raus und neu ).


    Eine dahingehende Untersuchung und eine verbindliche Aussage gibt es offensichtlich noch nicht, weil du in diesem Fall hier nicht nachfragen würdest.


    Es bedarf der Klärung vor Ort; wir haben hier im Forum keine " Glaskugeln ".


    Aber interessante Frage: Wenn es in solchen Alt-Objekten tatsächlich eine signifikante Gefahr geben sollte, sollte man sich überlegen. ob man Altbauten vor 1996 noch kaufen kann. Denn Käufern ist es kaum zumutbar, Altbauten vor dem Kauf auf alle erdenklichen Schadstoffe, die zwischenzeitlich als gesundheitsgefährdent erkannt wurden, wie Asbest, teerhaltigen Parkettkleber, Formaltehyd und WHO-Fasern zu untersuchen. Das müßte der Verkäufer auf eigene Kosten vor dem Verkauf tun und den Kaufinteressenten hierüber eine Negativbescheinigung vorlegen. Das tuen die aber nicht.


    Mir wurde vor kurzem ein Haus mit Eternit-Asbest-Dach angeboten. Davon wurde im Inserat nichts erwähnt. Die Verkäuferin hat es erst auf meine Nachfrage ( war mir aber eh klar ) zugestanden und mir dann noch im Besichtigungstermin ein Dachdeckerangebot über ein bereits eingeholtes Sanierungsangebot zum Preis von 15.000,00 € vorgelegt, das - so ihr Vorschlag - im Falle des Kaufs ja beauftragt werden könne. Sie war - ungefragt -bereit, ein Nachlaß auf den Kaufpreis zu gewähren.


    Die Verkäuferin hat das Problem also zuverlässig ( ! ) gekannt und es erst auf Nachfrage zugestanden. Vermutlich hat sie zwischenzeitlich einen " Deppen " gefunden, der ihr das Problem mangels baulichem Sachverstand abgekauft hat.

  • … WHO Fasern :weary_face: (vermutlich die Wolle, nicht der Estrich).

    Was ist das / soll das sein?

    Ein festender Fachbegriff, der exakt so in den Analyseergebnissen akkreditierter Schadstoff-Labore verwendet wird.

    Eine Treppe gehört auf der ROHdecke motiert. Also Montagefehler :pfusch:

    Das ist korrekt und dabei werden dann zwangsläufig Fasern frei. Die lassen sich mit überschaubarem Aufwand fachgerecht beseitigen - wenn man will, denn eine Sanierungspflicht gibt es für abgeschlossen eingebaute „alte KMF“ nicht.

    Mir wurde vor kurzem ein Haus mit Eternit-Asbest-Dach angeboten. Davon wurde im Inserat nichts erwähnt. Die Verkäuferin hat es erst auf meine Nachfrage ( war mir aber eh klar ) zugestanden und mir dann noch im Besichtigungstermin ein Dachdeckerangebot über ein bereits eingeholtes Sanierungsangebot zum Preis von 15.000,00 € vorgelegt, das - so ihr Vorschlag - im Falle des Kaufs ja beauftragt werden könne. Sie war - ungefragt -bereit, ein Nachlaß auf den Kaufpreis zu gewähren.


    Die Verkäuferin hat das Problem also zuverlässig ( ! ) gekannt und es erst auf Nachfrage zugestanden. Vermutlich hat sie zwischenzeitlich einen " Deppen " gefunden, der ihr das Problem mangels baulichem Sachverstand abgekauft hat.

    Ein ganz typischer Fall aus der Begutachtung bei der Kaufberatung.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Zitat

    Ein festender Fachbegriff, der exakt so in den Analyseergebnissen akkreditierter Schadstoff-Labore verwendet wird.

    " Fachbegriff ? " wohl kaum. Eher das Eingeständnis, dass die Probenentnahme nicht schichtenweise entnommen wurde, weswegen jetzt eine den Laien verwirrende Wischi-Waschi-Aussage präsentiert wird --> vermutlich in der Wolle und nicht im Estrich. Letzteres wäre auch eher unwahrscheinlich, aber das Tor für spätere Ausflüchte muss ja offen bleiben.


    Ist ähnlich wie bei den Nachweisen. Dort heißt es dann: Ich gehe davon aus, dass .... Hat der Bauherr das so beauftragt und wie lange dauert es noch, bis derartige Murks-Nachweise endlich mal vor Gericht kommen, z.B. wenn der Baugrund entgegen der Vermutung des Fachplaners nicht ausreichend tragfähig ist, der Bauherr das aber erst nach Fertigstellung der Baugrube erfährt und das knapp kalkulierte BVH finanziell nicht mehr stemmen kann.


    Insofern hat Ralf mit seiner Frage durchaus Recht.

  • " Fachbegriff ? " wohl kaum. Eher das Eingeständnis, dass die Probenentnahme nicht schichtenweise entnommen wurde, weswegen jetzt eine den Laien verwirrende Wischi-Waschi-Aussage präsentiert wird --> vermutlich in der Wolle und nicht im Estrich.

    soso ... Die Probenentnahme und die Labor-Analyse der Probe(n) sind zwei aufeinander folgende, aber von einander getrennte Aufgaben. Eine unsaubere und / oder ungenau dokumentierte Entnahme kann in der Analyse natürlich nicht mehr repariert werden - wie es hier möglicherweise geschehen ist. Der Begriff "WHO-Fasern" ist wiederum unabhängig davon ein feststehender Begriff:



    der abkürzend weit verbreitet auch von akkreditierten Labors verwendet wird. Wer öfter mit dem Thema zu tun hat, kennt ihn - kann ihn jedenfalls kennen, wenn er will. Mit einem

    Was ist das / soll das sein?

    stellt man sein Licht als vorgeblich Unwissender unnötig unter das Scheffel, nur um anscheinend die fragende Person als unwissend oder falsch zitierend erscheinen zu lassen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Dem fachlich äußerst versierten Ralf Dühlmeyer unterstelle ich schon, dass er weiß, was mit dem Fachbegriff " WHO-Fasern " gemeint ist. Er hat wohl eher den Zusatz " teilweise " und ich zudem den Zusatz " vermutlich " ... die Wolle, nicht der Estrich " moniert.


    Sofern das auch so wörtlich in der Laborauswertung stehen sollte und der TE es nicht selbst so ( verkürzt ) dargestellt haben sollte, ist und bleib es eine schwache Aussage des Labors.


    Recht hast Du, dass wir nicht wissen, ob die Probeentnahme und die Laborauswertung von ein- und demselben Unternehmen ausgeführt wurden. Möglicherweise hat irgendein Leckageortungsdienst die Bohrung im Zuge des Wasserschadens mit wenig bis keiner Ahnung ausgeführt, die Probe eingetütet und an ein Fremdlabor übersandt. Dann kommt so ein Wischi-Waschi heraus, wobei das Labor ja auch hätte mitteilen können, dass die eingesandte Probe nicht abschließend zu bewerten ist und getrennte Probekörper eingereicht werden müssen.


    Von getrennten Probekörpern bin ich ausgegangen, weil ich es bei dem von von mir beauftragten Schadstoffgutachter mit eigenem Labor nicht anders kenne und wenn er anders arbeiten würde, es wiederholt werden müßte und zwar ohne Vergütung für die Erstprobe + Laborkosten.


    Skeptiker: Es fällt auf, dass Du Ralf Dühlmeyer in letzter Zeit häufig kritisierst. Gib´s dafür einen Grund?

  • Off-Topic:

    Skeptiker: Es fällt auf, dass Du Ralf Dühlmeyer in letzter Zeit häufig kritisierst. Gib´s dafür einen Grund?

    Ich kritisieren nicht ihn, sondern einzelne seiner Formulierungen, insbesondere Rückfragen an erstmals hier fragende Personen nach deren erstem Post. Was genau daran ich kritisiere, habe ich bereits geschrieben. Ich halte generell einen höflichen und den Fragenden zugewandten Umgang (-ston) in diesem Forum für essentiell und werbe als Moderator für diesen. Wenn mir Fragen wie "hä, was soll das sein?" bei einzelnen Personen öfter auffallen, so könnte das dran liegen, dass diese Personen solche Fragen öfter stellen.

    Dem fachlich äußerst versierten Ralf Dühlmeyer unterstelle ich schon, dass er weiß, was mit dem Fachbegriff " WHO-Fasern " gemeint ist.

    Ich ging bisher auch davon aus, dass man diesen Begriff spätestens dann kennt, wenn man zum ersten Mal als planender oder bauleitender Architekt beruflich mit lungengängigen Fasern konfrontiert war.Ob Ralf Dühlmeyer fachlich "äußerst versiert" ist, weiß ich nicht. Bei etlichen Menschen im Forum hat er jedenfalls diesen Eindruck hinterlassen, bei einigen anderen weniger. Das mögen alle hier selbst für sich entscheiden. Einige fachlich wirklich sehr versierte und auch sozial sehr kompetente Menschen im Forum scheuen jedenfalls Diskussionen mit ihm, weil sie (erneute) persönliche Angriffe von ihm fürchten und haben dies der Moderation auch schon explizit genau so mitgeteilt. Man könnte auch formulieren: Manche Foristen haben Angst vor ihm.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Für die Mitlesenden, die mit dem Begriff "WHO-Faser" nicht sofort was anfangen können:

    Faserstäube im Sinne dieser TRGS sind Stäube, die künstliche anorganische Mineralfasern mit einer Länge größer 5 μm, einem Durchmesser kleiner 3 μm und einem Länge-zu-Durchmesser-Verhältnis, das größer als 3 zu 1 (WHO-Fasern) ist, enthalten und damit als alveolengängig angesehen werden.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ist schon witzig. Da fragt man wegen WHO Fasern (nein, nicht Fasern der Weltgesundheitsorganisation) und erfährt nebenbei, dass die Treppe falsch montiert wurde. Das ist wie mit dem Arzt. Alles ist gut, aber wehe man geht zum Arzt, dann findet der jede Menge Wehwehchen. :)

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Off-Topic:

    Das ist wie mit dem Arzt. Alles ist gut, aber wehe man geht zum Arzt, dann findet der jede Menge Wehwehchen. :)

    Ergo: Geh nie zum Arzt oder ins Krankenhaus, die machen Dich dort krank!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Naja, es ist die Psychologie dahinter. Hätte es ihm keiner gesagt, wäre das Knarzen und Quietschen normal gewesen, wie in Omas Haus, und er wäre bis ans Lebensende glücklich gewesen. Jetzt weiß er, dass es falsch ist und muss nun bis zum Ende seines Lebens mit der Gewissheit leben, dass man ihn über den Tisch gezogen hat, jedes mal wenn er die Treppe nutzt und sie knarzt. :)

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • und muss nun bis zum Ende seines Lebens mit der Gewissheit leben, dass man ihn über den Tisch gezogen hat, jedes mal wenn er die Treppe nutzt und sie knarzt.

    Müssen muss er gewiss nicht. Es kann aber einen erheblichen Aufwand bedeuten, die Mangelabstellung rechtlich durchzusetzen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18