Kellerabgang drückendes Wasser

  • Hallo liebes Expertenforum.


    Ich besitze ein 3 Familienhaus Teilunterkellert aus 1959. Ich wende mich an Sie, weil ich weiterhin Probleme mit Wassereintritt in meinem Keller habe, obwohl ich bereits einige Maßnahmen ergriffen habe.


    Ursprünglich trat Wasser an den Ecken der untersten Treppenstufe aus. Ich habe dort Bohrungen durchgeführt, aus denen Wasser kam, und anschließend erfolgreich Remmers PUR 150 1K injiziert. Danach habe ich die Flächen abgefräst und mit Köster Kellerdicht Blitz (3x) sowie Köster Dichtschlämme (2x) abgedichtet.

    Leider hat sich das Problem nun verlagert. Das Wasser tritt jetzt an der Kellerinnenwand auf, was darauf hindeutet, dass es neue Wege gefunden hat oder die ursprüngliche Ursache (z.B. mangelnde Außenabdichtung oder Drainage) nicht vollständig behoben ist.

    Ich bin aktuell ratlos, wie ich weiter vorgehen soll, um die genaue Eintrittsstelle zu finden und das Problem dauerhaft zu beheben.

    Meine Vermutung ist, dass:

    • die Außenabdichtung unzureichend ist.
    • hydrostatischer Druck das Wasser durch neue Schwachstellen drückt.
    • die Drainage um das Haus herum möglicherweise nicht funktioniert oder fehlt.
    • der Übergang zwischen Wand und Bodenplatte eine kritische Stelle ist.

    Ich würde mich freuen, wenn Sie mir basierend auf diesen Informationen eine Einschätzung geben könnten oder Vorschläge für die nächsten Schritte zur Diagnose und Behebung des Problems machen könnten. :rb:

  • Würde ich machen. Was ich über NRW weiß ist, dass durch den Bergbau und den aufgegebenen Bergbau sich die Bodenverhältnisse schleichend aber laufend ändern. Was in den 50er Jahren noch als trocken galt, kann heute anders sein. Wenn man damals mit einem niedrigerem Wasserstand gerechnet hat und den Bau technisch auch so ausgeführt hat, dann ist die Abdichtung schon etwas umfangreicher, die es nachzuholen gilt. Du wirst nicht darum herum kommen Dir eine Fachperson vor Ort zu holen, die sich das anschaut und eine vernünftige Planung macht was zu tun und wie vorzugehen ist.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Skeptiker

    Hat den Titel des Themas von „Kellerabgang drückenes Wasser“ zu „Kellerabgang drückendes Wasser“ geändert.
  • Vielen dank erstmal für die Tipps. Eine vernünftige Abdichtung von Außen Herzustellen wäre das Sinnvollste, das ist mir auch bewusst. Allerdings muss ich sagen das dies nicht möglich ist, da der alte Keller zugeschüttet worden ist und wer weiss was sich da unten alles befindet und wie es dort aussieht. Wäre hier ein Sachverständiger die richtige Wahl oder eine Abdichtungsfirma ?

  • Endlich mal jemand aus meinem Nachbarkreis. Da funktioniert die Glaskugel besser ;)

    durch den Bergbau und den aufgegebenen Bergbau sich die Bodenverhältnisse schleichend aber laufend ändern.

    Stukenbrock liegt jenseits der Mergelgrenze in der Senne, die insbesondere durch ihre Heidelandschaft und Sand bekannt ist. Altbergbau in der Form wie im Ruhrgebiet gibt es da nicht.
    Achtung, ab hier nur noch Glaskugel und Gerate ohne Garantie aufgrund eigener Bauerfahrungen im Kreis Gütersloh. :glaskugel:

    Gibts denn ein Baugrundgutachten mit Aussagen zum Wasserstand?

    Was ich da grob an eigenen Erfahrungen habe: In Stukenbrock bis auf wenige Ausnahmen am Berg im Teutoburger Wald generell Bemessungswasserstand zwischen seltenen -3m und 2m oberhalb der Grasnarbe, üblich eher Höhe GOK. Knapp ein halber Meter Oberboden, danach Feinsand, Mittelsand. Stellenweise im Osten Schluff, Ton bis Mergel innerhalb der ersten 7m.
    Kanalbau konnte ich südlich des Teutos bisher nur mit Wasserhaltung machen.

    weiterhin Probleme mit Wassereintritt in meinem Keller habe,

    Seit wann? Zu welchen Zeiten tritt Wasser aus? Immer oder nur im Zusammenhang mit Regen?
    Allgemein haben wir verglichen mit den letzten 10 Jahren hier in der Region einen relativ feuchten Sommer mit viel Starkregen.
    Wo liegt der Wasser-Hausanschluss? Läuft irgend eine Leitung (auch Leerrohre) in der Nähe der Wassereinbrüche vorbei? Generell sucht sich Wasser den leichtesten Weg, der oft durch mit Sand verfüllte Leitungsgräben führt.
    Bei plötzlich, ohne bauliche Veränderungen, auftretendem Wassereinbruch würde meine erste Vermutung immer in Richtung defekte Trink- oder Regenwasserleitung gehen. Fallrohr in der Ecke vorhanden?

    die Drainage um das Haus herum möglicherweise nicht funktioniert oder fehlt.

    Das sollte man meiner Meinung nach als erstes klären, denn die Existenz davon sollte man ja anhand von bei dem Baujahr hoffentlich noch vorhandenen Planunterlagen oder den auf dem Grundstück vorhandenen Schächten kostenarm nachweisen können. Würde mich jedoch fast schon wundern, wenn es ohne Hanglage eine gibt, denn irgendwo musste das Wasser bisher ja auch hin.

    Anbei ein schnell per Paint gezeichnetes Flowchart, wie ich ungefähr weiter vor gehen würde.

    Wäre hier ein Sachverständiger die richtige Wahl oder eine Abdichtungsfirma ?

    Zur Ursachensuche ein Sachverständiger, zur Leitungsüberprüfung einer mit Zulassung entsprechend (SüwVO Abw), zur Abdichtung eine Abdichtungsfirma. Der eine verkauft seinen Sachverstand, der andere eine Abdichtung. Wenn die Ursache nicht alleine an der Abdichtung liegt, hat man im schlechtesten Fall eine (hoffentlich funktionierende) Abdichtung, das Grundproblem aber noch nicht behoben.

  • Super endlich mal einer aus meiner Region.

    Immer wenn es regnet drückt das Wasser, im Heizungsraum habe ich einen Schacht und in dem Schacht liegt ein Drainagerohr, was in eine unbekannte Flussrichtung fließt. An dem Kellerabgang an der Ecke befindet sich kein Fallrohr, lediglich der Abfluss von der Kellerüberdachung. Was sich hinter der Kellerwand befindet weiss ich nicht, da kann alles mögliche drin liegen. Beigefügt übersende ich mal ein bild wo jetzt der Wassereintritt hinläuft. Wasser findet seinen weg. Ich bin echt ratlos wo fange ich an und wo höre ich auf. Ich habe schon überlegt ob ich dort einen Sickerschacht einbaue mit einer Nullpumpe und das wasser dann nach draussen hin ableite. Das würde aber das Problem nicht lösen. Beigefügt hinterlege ich auch ein Bild von innen. Wie man sieht ist die Bodenplatte feucht und die Wand auch.

  • Naja, eine Drainage bräuchte der TE ja nur dann, wenn er am Fuß des Kellerabgangs den Lastfall " Stauwasser " = schwer versickerungsfähigen lehmig, bindigen Boden hätte. Der TE weiß aber noch nicht einmal, ob er überhaupt eine Drainage hat:


    " die Drainage um das Haus herum möglicherweise nicht funktioniert oder fehlt ".


    Bei Grundwasser würde eine Drainage eh nichts bringen.


    Nach Bild 2 im Beitrag #2 scheint (?? ) der Kellerabgang mit Glas eingefasst und möglicherweise auch überdacht zu sein. Außerdem soll das Wasser zunächst an den Ecken der untersten Treppenstufe ausgetreten und sich nach Durchführung von Abdichtungsarbeiten auf die Kellerinnseite verlagert haben. Außerdem spricht der TE selbst von " drückendem Wasser ", was allerdings bei einem Laien noch nicht viel heißt.


    Wenn die Voruntersuchungen im sehr guten Flowchart von Grundbruch negativ verlaufen sollten, spricht einiges dafür, dass es sich um Grundwasser oder Stauwasser und einer hierfür nicht fachgerecht ausgeführten oder zwischenzeitlich schadhaften Bauwerksabdichtung handelt. Das muss man sich, so habe ich es Laien jedenfalls immer zu erklären versucht, wie - etwas übertrieben - einen " unterirdischen See " vorstellen, der gegen die Bodenplatte und gegen die Kelleraußenwände " drückt " und an Schwachstellen ( u.a. Bauwerksfugen ) in das Gebäude eindringt.


    Erste Infos zu den Wasserständen im Kreis Gütersloh dürfte es hier geben:


    Grundwasserspiegel im Kreis Gütersloh - VSR-Gewässerschutz e. V.
    Wir zeigen, dass die Versickerung von Regenwasser sehr wichtig ist, damit der Grundwasserspiegel nicht absinkt.
    vsr-gewaesserschutz.de


    In welcher Tiefe der Kellerabgang in das Erdreich einbindet bzw. die NN-Höhe der Bodenplatte sowie deren Ausführung und die Art der Abdichtung sollten sich aus den Ausführungsplänen zu dem Gebäude ergeben.

  • Übersende mal einen Plan vom Keller und zeichne dort ein, wo sich der vorhandene und der nachträglich verfüllte Kellerbereich, der " Schacht mit dem Drainagerohr " und der Kellerabgang befinden.


    Übersichtsfoto - also nicht zu nah aufgenommen - von dem Kellerraum mit " Schacht und Drainagerohr " wäre auch sinnvoll.


    Steht in dem Schacht zeitweise Wasser und wie hoch heranreichend an die Bodenplatte?


    Was war der Grund für die Teilverfüllung des Kellers?

  • Hallo Eric, das mit dem Lehmigen boden stimmt. Weil ich bei Gartenarbeiten dies festgestellt habe. Der Keller ist von innen Trocken keine Wasserprobleme. Als ich die Bohrungen für die Stahlpacker gesetzt habe kam mir klares Wasser entgegen, das auch nicht zu wenig wie aus dem Wasserhahn. Das heisst das hinter der Wand wie du bereits erwähnt hast sich ein See befindet. Die Kellertreppen sind trocken. Bei der ersten Stufe sammelt sich meiner Meinung nach das Wasser. Ich werde erstmal die Regenfallrohre an der anderen Seite des Hauses überprüfen lassen via Kamera. Insgesamt habe ich am Haus 2 Regenfallrohre unbekannt ist wo das Regenwasser hingeht. Mir ist es auch ein Rätsel wo das Wasser im Heizungsraum mit dem Drainagerohr hinfliest? Diesen Schacht habe ich bei Starkregen beobachtet. Es scheint mir dass das Wasser von Aussen kommt und quer durch den Keller abgeleitet wird. Ich füge mal ein Bild hinzu.

  • Ich werde morgen alle sämtlich mir vorliegenden Bauunterlagen diesbezügliche hochladen. Ich danke euch sehr für eure Bemühungen.

  • Das ist kein " Schacht ", sondern da wurde offenbar die Bodenplatte mit dem Stemmhammer bis an die aufgehehende Wand ( Innen- oder Außenwand?, Das sehen wir hoffentlich auf Deinen angekündigten Plänen ) aufgestemmt und über dem " wilden " Loch ein Rahmen mit Deckel aufgesetzt. Die Befestgungslaschen des Rahmens hängen in der " Luft ".


    Das in das " Loch " einbindende Rohr sollte ebenfalls mit der Kamera befahren werden. Rohrreinigungsfirmen haben üblicherweise Kameras mit Ortungsvorrichtungen, mit denen man den Verlauf der Rohre genau lokalisieren kann, jedenfalls bis dahin, wo nach dem Heizungskeller der offenbar verfüllte Teil des Kellers anschließt.


    Dein Regenwasserkanal sollte bis in den Straßenkanal einbinden. Auch das kann die Rohrreinigungsfirma mit der Kamera zuverlässig überprüfen.


    Bei Deinem Bauamt kannst Du gegebenenfalls die dort vorhandenen Haus-Entwässerungspläne einsehen und Dir eine Fotokopie anfertigen lassen. Das erleichtert der Rohrreinigungsfirma die Kamerabefahrung.


    Was passiert denn, wenn Du das " Loch " bis an die Unterkante der Bodenplatte mit Wasser befüllst? Fliest das Wasser dann über das Rohr ab und in welcher Geschwindigkeit? Wenn das unklar sein sollte ( Zu- oder Ablauf-

    rohr ? ), dann den Bewässerungsversuch mit offener und danach verstopfter Rohröffnung ( Rohrdeckel aus dem Baumarkt ) wiederholen.


    Das Haus hast Du offenbar im fertigen Zustand erworben. Wann war das und was hat der Verkäufer Dir zu dem " Schacht mit Rohr " und dem teilverfüllten Keller ( = ungefragt mitteilungsbedürftige und schwere Unregelmäßigkeit !!! ) erklärt?

  • Hallo, bezüglich des "Schachtes" kann ich keinerlei Auskunft geben, geschweige denn überhaupt was da gemacht worden ist, da der vorherige Eigentümer vor 1,5 Jahren verstorben ist.

    Das Wasser bei diesem sogenannten "Schacht" habe ich beobachtet und festgestellt dass das Wasser von Aussen kommt und richtig gut abgeleitet wird quasi schon fast abgesaugt wird von dem Drainagerohr. Die Frage stellt sich hier allerdings woher das Wasser uhrsprüglich kommt? Genau an dieser Ecke ist nämlich ein Regenfallrohr. Ich habe damals mal nachgeschaut und gesehen das dieses Fallrohr in so einen Schacht abgeleitet wird. Ich weiss natürlich auch nicht ob es in den Kanal abgeleitet wird. Dies ist aber komplett auf der anderen Seite des Hauses. Desweiteren habe ich noch vom Tiefbauamt was beigefügt. Vielleicht bringt das bisschen Licht ins dunkele. Das mit der Kamera ist wirklich eine gute idee, diese werde ich beherzigen.

    Die eine Haushäfte ist von ca. 1920 so habe ich es damals vom Statiker und Architekten mitgeteilt bekommen als ich mein Bad erweitert habe. Laut Statiker und Architekt ein sehr solides Haus. Auch dieser Architekt ist schon seid mittlerweile 3,5 Jahren verstorben. Die Alte Haushälfte blieb damals bei dem Umbau von dem vorherigen Eigentümer im alten bestehen diese war mit einer Holzbalkendecke. Bis auf ein paar Holzbalken (Eiche) waren alle noch in einem sehr sehr guten Zustand. Ich hatte hier eine Dachdeckerfirma und Zimmermann. Die wurden zum zur Vorsorge noch angelascht. Dies aber nur so am Rande. Ich hoffe ich konnte euch einen guten Einblick erstmal verschaffen. Vielen Dank für Eure Bemühungen.