Luftdichtigkeit - Planung - Dachsanierung

  • Moin Moin,


    angeregt von einigen heutigen Erlebnissen und meiner zukünftigen Arbeit würde ich gerne hier die Zimmerermeister und Dachdeckermeister aber auch die Architekten um ein kleines Feedback bitten.


    Wie handhabt Ihr die Planungstiefe innerhalb der Angebotsphase (An die Handwerksmeister)? Nehmt ihr Teile des Daches auf um Euch der Anschlussmöglichkeiten der Luftdichtigkeitsebene bewusst zu werden? Hat man da überhaupt Zeit für? (Zeit/Kosten-Faktor)


    Wie plant ihr die Luftdichtigkeit konkret? Welche Normen (mal abgesehen von [definition=25,0]DIN[/definition] 4107) gibt es und sollten beachtet werden hinsichtlich einer erschöpfenden Planungstiefe? (An die Architekten)


    Wie handhabt Ihr das bei unvorhergesehenem? Beispiel: Elektriker hat die Kabel Wildwest über/ unter die Sparren verlegt, Einbindende Wandteile usw. Stoppt ihr die Arbeiten und bereinigt die Probleme? Ist das wirtschaftlich überhaupt darstellbar? Wenn da 3-4 Gesellen mehrere Stunden "rumstehen"?


    Ich danke schon mal. Vielleicht kann der eine oder andere Laie anhand der Antworten erahnen, was einen guten Betrieb während der Angebotsphase ausmacht.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Bauteilöffnung vor LV-Erstellung:
    Bei "normalen" Umbauten eher selten und wenn, dann geht es eher um konstruktive Details aus dem Bereich Maurer und Zimmerer.


    Luftdichte:
    Ausbau unter Abriss der Innenverkleidung - da wird quasi mit Neubaulösungen geplant, weil, Kabel, Leitungen, Latten usw ja in aller Regel weg sind.


    Ausbau von Aussen. - kommt drauf an. Ich mache sie eher ungern, weil so viele Anschlüße Flickwerk oder Kunstwerk bleiben. Wenn doch, dann in aller Regel mit dünnen Dämmlage zwischen Innenausbau und Folie. Damit sind Probleme wie durchgeschlagene Nägel, Eltleitungen, Trockenbauschrauben usw. sauber von der Folie getrennt.
    Anschlüße Traufe, Ortgänge, Dachbodendecke entweder mit viel Hirnschmalz vor- und auf der Baustelle umplanen oder situativ mit baubegleitender Ausführungsplanung.
    Dafür dann einen dicken Posten Stundenlohnarbeiten und Materialkosten im [definition=41,0]LV[/definition].


    Stillstandszeiten hab ich bisher noch nicht gehabt.


    Das Problem ist ja auch die Zugänglichkeit. EFH mag mit der Leiter noch gehen, aber ne MFH-Traufe in 13 m über der Strasse vom Steiger aus öffnen/besichtigen ist nicht so meins, also Gerüst.
    Da sind dann mit Handwerker schon mal 2 k€ weg, bevor ein [definition=41,0]LV[/definition] steht.
    Kann man Bauherren schwer vermitteln.


    Da ist halt Erfahrung über alte Bauweisen und deren Tücken ein unschlagbares (und unbezahlbares) Gut.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich gebe kein Angebot für eine Umdeckung ab, ohne das Dach an min. 2 Stellen geöffnet zu haben. Zum einen weiß ich was mich an Dämmung im Bestand erwartet, was mir aber noch wichtiger ist: wie die Mauerkronen bzw. das Giebelmauerwerk aussieht. Dann weiß ich z.b. das ich vor dem Abriß schon mal ein Tag einplanen kann für Glattstrich o.ä. Um eben nicht die Wartezeiten auf der Baustelle zu haben. In Zeiten von [definition=28,0]EnEv[/definition] kommst du eh um eine Bauteil Öffnung nicht herum, wie soll, bspw. Im ausgebauten Bereich die Balken Stärke und Abstand bestimmt werden, um das passende Material pünktlich auf der Baustelle zu haben? Den Aufwand wird wahrscheinlich nicht jeder betreiben, aber je mehr Zeit man vorab investiert ( ich rede hier vielleicht von max. 1.5 Std. inkl. Beratung ) umso einfacher hat man es später bei der Ausführung, wenn ich meinem Händler sagen kann Material aus Angebot xyz bitte um 7.00 Uhr auf der Baustelle. Klar kommt es auch vor, das es verschenkte 1.5 Std. gibt, weil ich den Auftrag nicht erhalten habe, das ist bei mir aber überschaubar. Ich finde es dann schon zum lächeln, wenn Mitbewerber ihre Umdeckung tagelang unter Planen haben, weil sie ein fehlender Glattstrich oder was auch immer plötzlich beim Abdecken anspringt. Klar kann man nicht alles ausschließen oder vorab einsehen, aber ein Blick vorab an 2-3 Stellen hilft doch schon, zu beurteilen, was einen erwartet.
    Oder Flachdächer, woher will man die verbaute Dämmstoffstärke im Bestand bestimmen? 2-3 Container mehr bekommt man vielleicht noch geregelt, aber wenn die Baustelle mit nur 3 mann geplant war und die restlichen Mitarbeiter zeitlich an andere Objekte gebunden sind, kann sowas schon unnötigen Schweiß auf die Stirn treiben.

  • In Zeiten von [definition=28,0]EnEv[/definition] kommst du eh um eine Bauteil Öffnung nicht herum, wie soll, bspw. Im ausgebauten Bereich die Balken Stärke und Abstand bestimmt werden, um das passende Material pünktlich auf der Baustelle zu haben?

    Naja, das ist ja jetzt eher weniger das Problem ;) Bei entsprechenden Kontakten zu deinen Lieferanten geht auch mal eine Bestellung am selben Tag raus und landet bei Dir am Platz. Für den EnEV-Nachweis ist der Sparrenabstand sicherlich nicht ganz unwichtig. Machst du denn schon zu Beginn des Angebotes? Ist doch eher eines der Dokumente nach Abnahme, die übergeben werden. Latten nach Sparrenabstand? Also wenn ich jetzt mal ehrlich bin, dann verwendet hier keiner bei Abständen über 75cm den nächst dickeren Lattenquerschnitt. Da wird wohl in der Regel eher "der Mangel" in Kauf genommen.


    Ich kenne es halt aus meinem Alltag permanent aus "Sch**** Gold zu machen". Weil die Schnittstelle was vor Ort Fakt ist und was angeboten ist teilweise meilenweit daneben liegen. Bez. du deckst das Dach runter, stellst schnell fest dass du mit Aufdachdämmung wesentlich problemfreier zulande gekommen wärst. Musst aber eben Sup-and-Top verlegen. Dann hast da eine Brettlasche, hier eine einbindende Drempelwand, Giebelkronen bis unter die Eindeckung gemörtelt, aufliegende Deckenbalken auf dem Traufmauerwerk usw. Grundsätzlich ja Probleme die man in Griff bekommen würde.


    Klar, irgendwie - mit etwas Glück - bekommst die Anschlüsse auch so hin aber ich kann mir halt nicht vorstellen dass das geklebe/ geschneide irgendwo rentabel ist. Ich kenne aber auch noch nicht den Alltag als Meister, was man am Ende effektiv für Zeit hat neben allen Sachen die zu erledigen sind. Klar im Büro war ich lange aber das wird wohl noch mal ein Unterschied sein. Lieber früher Gedanken drum machen, als zu spät :D

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  • Naja, das ist ja jetzt eher weniger das Problem Bei entsprechenden Kontakten zu deinen Lieferanten geht auch mal eine Bestellung am selben Tag raus und landet bei Dir am Platz

    Wenn das Lagerware ist, sollte das kurzfristig kein Problem sein, wenn es aber um Gefälledämmung oder [definition=36,0]KfW[/definition] Geschichten geht, hast du ein Problem, da kaum ein Händler die Sachen am Lager hat.


    Machst du denn schon zu Beginn des Angebotes?

    Ja, woher soll ich sonst wissen, wie ich auf U<=0,24 oder 0,14 W/(m²*K) kommen soll, bzw. welche Dämmstoffstärke/Kombination ich anbieten muß, um die Werte einzuhalten. In meinen Angeboten steht der neue U-Wert dann auch drin, der erreicht wird, die U-Wert Berechnung wird aber erst mit der Rechnung + Fachunternehmererklärung ausgehändigt. Auch für die Bestellung bei bspw. Sub and Top macht es Sinn, vorher den Balkenabstand und Balkenmaß mal zu bestimmen, sonst fehlt nachher schnell eine Rolle Dampfbremse und von der Zwischensparrendämmung ist ein Haufen übrig. ?( =O  
    Auch bei einer Aufdachdämmung messe ich mir rel. genau die Sparrenlänge aus, zum einen für die Kalkulation ( bspw. Sparrenlänge im blöden Maß, dass am First noch mal ein Streifen von 25 cm benötigt wird , mit dem Rest kann man zwar auf der anderen Seite wieder anfangen, aber der Abfallanteil bleibt ) zum zweiten hasse ich es, wenn irgendwo noch was fehlt und man in der Gegend rumfahren muß, um 1 oder 2 Platten zu holen, die Zeit kann man sinnvoller nutzen.


    dann verwendet hier keiner bei Abständen über 75cm den nächst dickeren Lattenquerschnitt. Da wird wohl in der Regel eher "der Mangel" in Kauf genommen.

    das wäre mir zu heiß, wenn ich nur mal an den Aufwand denke ( Gerüst, alles wieder runter bis Konterlattung und alles wieder drauf, wegen 250 € Materialersparnis für 40/60 Latten :sos: ), in der Zeit mache ich dann lieber eine Umdeckung mehr :thumbup: .
    Das einzige wo ich immer ein bisschen Bauchschmerzen bekomme, ist wenn ich ein [definition=41,0]LV[/definition] bekomme ( manche sind gut und durchdacht und funktionieren, manche sind aber eher sinnfrei und eher weniger zu gebrauchen ) als kleines Beispiel aus [definition=41,0]LV[/definition]´s: Neubau Flachdach mit Zwischensparrendämmung, feuchtevariable Dampfbremse, OSB, Abdichtung EVA und Gründach, das bekommt man noch nicht mal mit WUFI nachgewiesen....
    Ich habe letztes Jahr eine Flachdacheindeckung nicht bekommen, weil ich beim Schneefang zu teuer war ( Stahlbetondecke in 15° Neigung verlegt, darauf Dampfsperre, [definition=29,0]EPS[/definition] und Abdichtung aufgeklebt auf [definition=29,0]EPS[/definition] ), ausgeschrieben war nur Schneefang, angeboten habe ich den Schneefang vom Bahnenhersteller ( Materialpreis damals 2300 € für 25 m ! ), ausgeführt wurde eine Alu Kiesfangleiste 90 mm hoch als Schneefang, die mit ein paar Zuschnittsstreifen auf der Abdichtung aufgeschweißt war :pfusch: , die hat sich nach dem ersten Schnee um 90° aufgebogen und dummerweise die Abdichtung mit abgerissen hat, das war auch aus einem [definition=41,0]LV[/definition], mit Abnahme und Überwachung durch die Architektin.

  • Ja, woher soll ich sonst wissen, wie ich auf U<=0,24 oder 0,14 W/(m²*K) kommen soll, bzw. welche Dämmstoffstärke/Kombination ich anbieten muß, um die Werte einzuhalten.

    Hmm? Wir sind doch in der Dachsanierung, da reicht doch Sparrentiefe in WLS035.




    das wäre mir zu heiß, wenn ich nur mal an den Aufwand denke ( Gerüst, alles wieder runter bis Konterlattung und alles wieder drauf, wegen 250 € Materialersparnis für 40/60 Latten ), in der Zeit mache ich dann lieber eine Umdeckung mehr .

    So ist zu mindestens meine Erfahrung aus Berlin. Da wird gerne 30/50 genommen, wenn man den Erzählungen Glauben schenken mag. Wir arbeiten hier ja eh mit 40/60 aber stellenweise hast auch mal größer 1 Meter. Deswegen auf 60/80 gehen? Schon bissel heftig, da wäre ein zusätzliches Gebinde fast besser. Aber da sind wir wieder bei Planung und Objekt.


    Bietest Du solche [definition=41,0]LV[/definition] denn an? Ne oder? Ist doch Rundablage.In dem [definition=41,0]LV[/definition] darfst meist ja auch nicht verändern.

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  • Hmm? Wir sind doch in der Dachsanierung, da reicht doch Sparrentiefe in WLS035.

    Stimmt schon, aber wenn es von der Höhe passt und ausgeführt werden darf ( B-Plan ), bin ich ein Freund vom überdämmen der Sparren durch Holzfaserplatten, dann ist auch wieder U<= 0,24 oder besser erreichbar.


    Bietest Du solche [definition=41,0]LV[/definition] denn an? Ne oder? Ist doch Rundablage.In dem [definition=41,0]LV[/definition] darfst meist ja auch nicht verändern.

    Das [definition=41,0]LV[/definition] ändere ich auch nicht, ich hänge dann meistens ein Alternativangebot dran. Die Ausschreibungen sind, bei mir zumindest, überschaubar <20 Stück/Jahr. Nur gar nichts abgeben mache ich auch nicht, vielleicht ist ja mal ein schönes dabei, oder es gibt sonst kein anderer ab.
    Ich habe mal einen Passivhaus 8 Parteien Neubau mit Tiefgarage gemacht, tolle Ausschreibung ( hier war alles durchdacht und auch wirklich alles ausgeschrieben :thumbup: ), Problem war halt das [definition=41,0]LV[/definition] an sich, [definition=41,0]LV[/definition] hat 380 Seiten gehabt, weil alles bis ins kleinste Detail ausgeschrieben war, da war ich 1 Woche nur mit dem [definition=41,0]LV[/definition] beschäftigt ( mein Händler wollte mir schon die Freundschaft nach den Preisanfragen kündigen ),ich war schon kurz davor zu sagen, kein Interesse...., abgegeben habe ich es dann doch, und den Auftrag erhalten, weil sich sonst keiner die Arbeit machen wollte, hat sich dann doch gelohnt. :thumbsup:

  • Stimmt schon, aber wenn es von der Höhe passt und ausgeführt werden darf ( B-Plan ), bin ich ein Freund vom überdämmen der Sparren durch Holzfaserplatten, dann ist auch wieder U<= 0,24 oder besser erreichbar.

    Hat der ZVDH nicht eh ein Ausführungsverbot für Sup-and-Top in Kombi mit USB/UDB heraus gegeben? Oder zu mindestens angeraten, dies nicht zu bauen?


    Off-Topic:

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  • Off-Topic:
    Ist jetzt nicht ganz zum Thema, nutzt du die Datenbanken deiner Lieferanten in deinem Kalkulationsprogramm? Ich hatte das in der Bürolehre mal angetestet. Die [definition=41,0]LV[/definition]'s dann quasi per Datei eingelesen und im Programm die Kalkulationswerte genutzt. (Bis auf Exoten-Positionen) Anstelle dem händischen Faxen/mailen der LV-Seiten und dann Preise eintragen.

    Der Händler, mit dem ich am meisten mache, ist da noch nicht so weit, er hat zwar auf seiner Internetseite einen Zugang für Handwerker, hier sind auch alle Sachen und Preise hinterlegt, aber ohne Rabatte o.ä. Er verschickt die Sachen nach wie vor per mail/Fax mit den Preisen für die angefragte Menge. Von dem einem Dachfensterhersteller und Flachdachbahnenhersteller übernehme ich aber jedes Jahr die Preise per gaeb und brauche dann nur noch mein Rabatt zu hinterlegen, ist schon ne tolle Sache. Aber bei größeren Sachen frage ich die Preise trotzdem noch mal an.

  • Hat der ZVDH nicht eh ein Ausführungsverbot für Sup-and-Top in Kombi mit USB/UDB heraus gegeben? Oder zu mindestens angeraten, dies nicht zu bauen?

    das interessiert mich, hast Du dazu nähere Informationen oder gar einen aussagekräftigen Link?

    dito

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  • das interessiert mich, hast Du dazu nähere Informationen oder gar einen aussagekräftigen Link? :)

    Ich schau mal ob ich den DDH Artikel wiederfinde.
    ---------- 27. September 2016, 12:55 ----------
    Geschlauft zum Nachweis, Wärmedämmung, Bauphysik - DDH


    Kein Verbot aber strengere Regeln als zuvor, was die Berechnung anbelangt. Was genau im Merkblatt steht kann bestimmt @Elopant beantworten. Ich habs noch nicht.

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  • Off-Topic:


    @Alfons Fischer: Kannst Du eine grundsätzliche Aussage darüber tätigen welcher Dämmquerschnitt erforderlich ist für das Überdämmen der oben liegenden Schlaufe auf dem Sparren? Baulich bedingt ist es öfters ja nicht möglich den Giebel korrekt anzuschließen oder Durchdringungen wie Schornsteine usw.


    Wenn man die DS plan legt (oberhalb des Sparren) habe ich ja quasi die DS mit sd_Wert X auf der kalten Seite direkt hinter der USB/UDB. Dass dann Tauwasser ausfällt muss man ja nicht berechnen, das ergibt ja schon die Logik. Um den Effekt aber abzumildern wäre eine Überdämmung ja grundsätzlich möglich oder?

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  • Moin,


    ein Hersteller von Holzweichfaser gibt sein System bei 120 mm Sparrenhöhe voll ausgedämmt und Sub and Top Verlegung der DB mit einem überdämmen in 52 mm Stärke frei.


    Was genau im Merkblatt steht

    Hier ist die Möglichkeit mit aufgeführt zum überdämmen und dass bei allen Varianten der rechnerische Nachweis geführt werden muß, bzgl. Tauwasserausfall, und ein paar Ausnahmen, wo kein Nachweis geführt werden muß ( aber finde ich trotzdem gemacht werden sollte, da diese Konstruktionen auch nicht ohne sind )

  • Alfons, mir ging es weniger um die variablen Dampfsperren - das Gelumpe bauen wir eh nicht ein. Mit ging es jetzt um Dampfsperren mit festen SD-Wert 2-5m und einer diff. Aufdachdämmung.


    Aber danke für den Link, der ist ja hilfreich für die Argumentation im Flachdachsektor. Wo man die Variablen hernehmen will um eine Bauart zu "retten".

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  • Aber danke für den Link, der ist ja hilfreich für die Argumentation im Flachdachsektor. Wo man die Variablen hernehmen will um eine Bauart zu "retten".

    oder zu töten... ;)




    Mit ging es jetzt um Dampfsperren mit festen SD-Wert 2-5m und einer diff. Aufdachdämmung.

    manchmal sind Abkürzungen nicht so gut.
    Was meinst Du mit "diff."? Diffusionsoffen oder diffusionsdicht?



    ---------- 29. September 2016, 07:15 ----------
    richtig spannend wird es im übrigen im Bereich ab ca. 75% rel. LF, also üblicher Baustellensituation. Das ist auf der Grafik in meinem Link leider durch die sehr breite Linie nicht so klar erkenntlich. A


    hier ist es vom gleichen Hersteller nochmal deutlicher dargestellt: BPhys_GD_2Studie_32_Diagr_Diffusion_Regeln.png
    aber die anderen feuchtevariablen Bahnen haben ein ähnliches Verhalten, auch vom gelben Hersteller.


    Luftfeuchtewerte um 70% oder gar weniger lasssen sich bei üblichen Bauvorhaben dauerhaft realistisch nicht erreichen. Selbst bei kontinuierlich belüfteten (24Std/Tag, 7Tage/Woche) Neubauten habe ich regelmäßig Werte um 80/90% dokumentiert. Und da machen die Bahnen mal so richtig auf, der sd-Wert sinkt auf unter 1m und tendiert bei Werten über 90% stark gegen Null... =O


    in diesen Fällen verhalten sich Bahnen mit fixem sd-Wert in der Tat besser...

  • Auf den Bahnen ist aber auch der (zugegebenermaßen sehr vage gehaltene) Hinweis aufgedruckt, dass im Neubau beim Einbringen von Putz oder Estrich zwingend gelüftet werden muss. Gerecht wird auch das allein dem Problem nicht!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ja Diffusionsoffen sollte das heißen.

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  • @Alfons Fischer: Das war auch das Problem, das Du ankreidest, oder? Dass aufgrund dieser Variabilität die Dämmung im Neubau "absaufen" kann und man entsprechend darauf reagieren sollte.

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  • @Alfons Fischer: Das war auch das Problem, das Du ankreidest, oder? Dass aufgrund dieser Variabilität die Dämmung im Neubau "absaufen" kann und man entsprechend darauf reagieren sollte.

    ja, richtig.


    Vor allem kreide ich an, dass auf mehrmalige explizite Nachfrage detaillierte Daten zu den Bahnen insbesondere von einem großen Hersteller/Vertrieb nicht herausgegeben wurden (zwischenzeitlich verweist man darauf, dass die Daten in Wufi&Co. hinterlegt wären). Und dass die Planer und Verarbeiter über die Einsatzmöglichkeiten der Bahnen (so berichteten mir verschiedenste Seiten) zudem aus meiner Sicht nicht ausreichend aufgeklärt werden.
    Das muss sich jeder einzelne Planer oder Verarbeiter selbst erarbeiten. Und wenn dieser das eben nicht tut oder vielleicht auch nicht kann (weil er vielleicht gar nicht das bauphysikalische Hintergrundwissen dazu hat - was ich wirklich niemanden verübeln kann), und diese Bahnen dennoch verarbeitet, dann trägt derjenige damit ganz allein das Haftungsrisiko!


    Nur zu schreiben: mehr als 70 bzw. 75% sind durch Lüften und Lufttrocknen zu vermeiden suggeriert halt beim Planer und Verarbeiter, dass dies auch leicht erreichbar wäre.
    Meine persönliche und auch messtechnisch belegte Erfahrung zeigt aber das Gegenteil: selbst bei sehr guten Baustellenbedingungen kann das fast nicht geschafft werden!

  • vielen Dank!

    Ich hab mal etwas quergelesen im Internet. Es scheint so, dass nach [definition=25,0]DIN[/definition] 4108-3 und der damit verbundenen Neugestaltung des Merkblattes "Wärmeschutz bei Dach und Wand" der Dachdeckerfachregeln der oben verlinkte Zwang besteht per instationären Programm den Nachweis zu führen. Jetzt kommt aber das ABER: Offensichtlich ist es so, dass man sich als Fachbetrieb vom Hersteller der Dämmung einen entsprechend simmulierten Nachweis geben lassen kann. Womit die Forderung mal wieder ins Absurde geführt wird.


    Einerseits kann ich es ja verstehen, dass man nicht mal eben 4000 Euro für Software+Schulung investieren will - was ja am Ende den Ausgang nicht signifikant verändern wird. Andererseits verstehe ich dann auch nicht warum der ZVDH hier nicht entsprechenden Einfluss in den Normenausschuss eingebracht hat. Von einer stumpfen Forderung und deren Umsetzung wird die Qualität auf der Baustelle ja nicht angehoben. Eher den Paragraphen Jungle noch erhöhen damit die Gericht weiterhin mit sinnlosem Driss zugemüllt werden.

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  • Kalle, den Nachweis brauchst Du in der Regel so nicht führen, weil Dir die Hersteller die nötigen Berechnungen oder Freigaben zukommen lassen.
    Leider wird fast überall nicht mehr Regelkonform gearbeitet und Folien nicht gemäß ihrem Einsatzgebiet eingestzt. Feuchtevariable Dampfbremsen und Neubau beißen sich. Streng genommen muß man die Dampfbremse hier mit einer PE Folie während der Bauphase vor den anfallenden Feuchtemassen schützen. Ist echt ein heikler Punkt. Im Altbau funktioniert es dann schon besser.
    Für Angebote führen wir vor Ort eine Erstberatung durch, formulieren unser Angebot aber immer auf den zu erwartenden Aufbau hin. Etwas Erfahrung schadet hier nicht, aber bei der Fülle an Angeboten die wir verschicken ist einfach nicht die Zeit für Bautelöffnungen oder ewig lange Zustandsaufnahmen. Unsere Kunden wünschen meist Qualität und sind meist auch bereit Nachträge zu zahlen. Sie bekommen von uns immer ein Angebot über eine hochwertige Ausführung mit guten Materialien. Bei kniffeligen Aufbauten lassen wir die Außendienstler unserer Lieferanten kommen und uns eine Berechnung mit freigabe erstellen, das kostet uns nichts und wir sind auf der sicheren Seite. Hier ist die Wahl der richtigen Hersteller sicherlich entscheident.
    ---------- 9. Oktober 2016, 12:43 ----------
    Ach so, was das herstellen der Luftdichten Ebene anbelangt. Hier erstellen wir während dr Abrissarbeiten unser konzept, denn vorher waren zu Punkte verdeckt. Falls erforderlich mörteln wir sogar die Giebelwände einmal hoch um die Folien sauber anschließen zu können. Das sit etwas Aufwand, aber wir haben das beste draus gemacht.
    Sollte wegen der [definition=36,0]KfW[/definition] Förderung nach der Sanierung ein blower door Test gemacht werden, so darf man nie vergessen auch einen Dichtigkeitstest im ganzen Haus durchzuführen. Wir machen meistens einen Dichtigkeitstest und sind immer wieder überrascht wo überall leckagen sind. Das Dach ist dicht und Zugluft überall, an Steckdosen, einbindenen Wänden, Fenstern/ Türen usw

  • Kalle, den Nachweis brauchst Du in der Regel so nicht führen, weil Dir die Hersteller die nötigen Berechnungen oder Freigaben zukommen lassen.

    Aber dann ist die Novellierung hinsichtlich der Anforderung totaler Quark. Mal abgesehen davon, dass eine Vielzahl der Betriebe um diese Anforderung/ Blattpapier kaum wissen wird. Das "warum" wird damit ja nicht ergründet, sondern einfach ein Blatt in die Akte und fertig.


    Unsere Kunden wünschen meist Qualität und sind meist auch bereit Nachträge zu zahlen

    Sicherlich ein Argument. Es dürfte aber auch nicht wenig Kunden geben, die nicht Faktor X nachbezahlen wollen. Wie findet man das jetzt vor dem anbieten einer Leistung heraus? Da manövriert man sich doch super in eine juristische Zwickmühle. Angenommen es ist erforderlich das Giebelmauerwerk zu begradigen, Glatt zu streichen dies ist im Angebot und der Angebotsbestätigung nicht enthalten. Oder es übersteigt die eingeplanten Facharbeiterstunden im Angebot. Nun wäre die Arbeit aber erforderlich um eine mangelfreie Arbeit abzuliefern. Bedeutet die Stunden kann ich mir an die Backe nageln, weil der Kunde eh Anspruch auf ein mangelfreies Werk hat.




    Hier erstellen wir während dr Abrissarbeiten unser konzept, denn vorher waren zu Punkte verdeckt.

    Darf ich fragen wie das abläuft? Setzt Du Dich dann hin, auf der Baustelle, und erarbeitest ein Lösungskonzept während deine Jungs die Ziegeln+Lattung runter schmeißen? Verzeih mir das doofe Nachgefrage aber ich bin etwas erstaunt :D Kenne ich so gar nicht.

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  • Wir haben für die meisten Dachsanierungen unser System entwickelt, mit dem wir recht gut fahren.
    Ich komme tatsächlich hinzu wenn unsere Jungs abreißen, so ich nicht eh schon vor Ort bin. Während die Helfer Pfannen schmeißen, spreche ich mit dem Gesellen vor Ort alle Detailpunkte ab und nehme sie ins Protokoll auf. Aus meiner Sicht ist es auch kein Hexenwerk, sondern erfordert allenfall etwas logisches Denkvermögen.
    Das es klappt beweisen die durchgeführten Blower Door Tests, die wir mit bestwerten bestehen.

  • Aus meiner Sicht ist es auch kein Hexenwerk, sondern erfordert allenfall etwas logisches Denkvermögen.

    Kommt auf die Situation drauf an. Mir würden spontan einige Situationen einfallen wo ich die "Lösung" nicht ganz trivial fand, vor allem wenn du dich einer gewissen Palette an Hilfsmitteln nicht bedienen kannst aber das ist sicherlich nur Unternehmensbedingt.

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  • Das es klappt beweisen die durchgeführten Blower Door Tests, die wir mit bestwerten bestehen.

    ...dem gebührt, für die Fälle von Bestandsbauten, mein Respekt!


    Leider habe ich für solche "von außen"-Sanierungen auch schon Luftdichtheitsmessungen durchgeführt. Die Leckagesuche war manchmal extrem ernüchternd. Um so mehr, als dass man weiß, dass eine solche von außen durchgeführte sub-and-Top-Lösung quasi nicht nachbesserbar ist. Zumindest nicht ohen Teilabriss...

  • Kommt auf die Situation drauf an

    genau das ist der entscheidende punkt im bestand. kommt der bauherr mit dem wunsch "sichtdachstuhl" (was, ebenso wie "sichtbalkendecke" einige spässe mit sich bringt), hat man mehr probleme, als wenn alles eingetütet werden darf.
    apropos tüte und nachweis: steht immer wieder in der 68800 - aber (trotz nörgel einspruch) so verklausuliert, dass mancher meint "ah, wunschkonzert".