Nutzungsänderung

  • Ich stehe momentan ein wenig auf dem Schlauch.


    Vorhandene Grundschule, 2-geschossig, massiv.

    Im Giebelbereich sind zwei Wohnungen vorhanden.


    Die Wohnungen sollen umgenutzt werden und dem Schulbetrieb dienen.


    Muss bei der Nutzungsänderung das gesamte Gebäude betrachtet werden oder nur der umgenutzte Teil?

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Vermutlich ganzheitliche Betrachtung nach der Umnutzung - habe ich bisher jedenfalls immer nur so erlebt. Rechtsgrundlage? Keine Ahnung!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Bei Umnutzungen ist der Brandschutz immer schwierig und grad bei Schulen immer wieder ein großes Fass, weswegen ich schon mehrere Umnutzungsprojekte genau deswegen habe untergehen sehen. Da ist es oft einfacher, den Bestand teils leer stehen zu lassen, um den Bestandsschutz für die weiter genutzten Teile zu erhalten, als umzunutzen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Mit Schulen bzw. deren teilweise Umnutzung habe ich noch nichts zu tun gehabt.


    Bei anderen Umnutzungen/Umbauten/Erweiterungen habe ich die Erfahrung gemacht:

    Für den Brandschutznachweis einzelner Bauteile (Decken, Wände) werden ggf. Abweichungen genehmigt. Wo es technisch möglich ist, werden Nachrüstungen bzw. Ertüchtigungen gefordert. Z.B. eine Holzbalkendecke auf F 90-A zu bringen, ist einfach unmöglich.


    Wo es kaum bis gar keine Zugeständnisse gibt, ist bei den Rettungswegen. Das finde ich auch richtig.


    Kleines Beispiel aus dem Berufsleben einer Kommilitonin, die bei der Bauaufsicht gelandet ist: Eine Kita wollte erweitern. Der 2. Rettungsweg aus dem 1. OG sollte über Rutschen sichergestellt werden, weil eine Fluchttreppe viel zu teuer war. Die Brandschutzbehörde hat sich dann zu einem Testalarm mit Evakuierung überreden lassen. Danach war das Thema Rutschen ganz schnell vom Tisch, weil mit der Haufen Flöhe nicht zu koordinieren war. Für eine Grundschule dürfte ähnliches zutreffen.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Eine Rettungsrutsche ist mir erst einmal untergekommen.

    Da ging es aber um Soldaten und eine maximale Anzahl von ich glaube 10 Personen, die auf die Rutsche angewiesen wären.

    War trotzdem ein Krampf.


    Bei der Schule sind die Klassenräume bisher alle ebenerdig, sodass kein dringender Handlungsbedarf besteht.

    Die letzte Brandverhütungsschau hat auch nichts bemängelt.


    Wenn jetzt aber der Bestandschutz wegfällt, kommt die große Keule. (Erneuerung Treppe, Herstellung Brandwand, Ertüchtigung Decke, Änderungen Haustechnik nach LAR ....)

    Das wird dann auch mit Abweichungen und Erleichterungen min. ein hoher 6-stelliger Betrag. (Wohl eher 7-stellig.) Da muss der Haushalt dann passen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Eine Rettungsrutsche ist mir erst einmal untergekommen.

    Da ging es aber um Soldaten und eine maximale Anzahl von ich glaube 10 Personen, die auf die Rutsche angewiesen wären.

    War trotzdem ein Krampf.

    Ich kenne sowas auch nur aus Veröffentlichungen und für geschulte / eingewiesene Personen - und aus diesem schönen Faden.


    Alle schrägen Ideen, auf die wir in verschiedenen Büros als Ersatz für konventionelle Rettungswege bisher gekommen sind, waren nach Abgleich mit der Realität der jeweiligen Nutzung ganz schnell wieder gestorben, ob "leider" oder "vielleicht war es besser so", weiß ich nicht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Eine Rettungsrutsche ist mir erst einmal untergekommen.

    Wurde in den 1990-ern hier in der Region an mehreren Kindergärten eingesetzt, mittlerweile aber (leider, sagen die Kinder!) nicht mehr zulässig.

    Bei der Schule sind die Klassenräume bisher alle ebenerdig, sodass kein dringender Handlungsbedarf besteht.

    Die letzte Brandverhütungsschau hat auch nichts bemängelt.


    Wenn jetzt aber der Bestandschutz wegfällt, kommt die große Keule.

    Ich habe schon Bauvorhaben gesehen, wo das BS-Konzept und die Baugenehmigung sehr explizit auf den zu betrachtenden "Umnutzungsbereich" eingeschränkt wurden. Ob das im vorliegenden Fall möglich ist, müsste zwischen BS-Planer/BS-Prüfer und Bauaufsicht abgestimmt werden.

  • Da ist es oft einfacher, den Bestand teils leer stehen zu lassen, um den Bestandsschutz für die weiter genutzten Teile zu erhalten, als umzunutzen.

    Off-Topic:

    Eigentlich eine fürchterliche Aussage, finde ich. Ja, ich verstehe, was hinter den ganzen Regelungen steckt, aber manchmal...

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Off-Topic:

    Eigentlich eine fürchterliche Aussage, finde ich. Ja, ich verstehe, was hinter den ganzen Regelungen steckt, aber manchmal...

    Nicht die Regelungen sind meines Erachtens das Problem, sondern das fehlende Geld. Wir schreiben über Schulbau! Gefühlt würde ich schätzen, dass in D nur für nicht temperierte Lagerhallen weniger Geld pro Fläche ausgegeben wird, als bei Schulen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Off-Topic:

    Eigentlich eine fürchterliche Aussage, finde ich. Ja, ich verstehe, was hinter den ganzen Regelungen steckt, aber manchmal...

    Hat jemand Erfahrung mit dem DDR-Typ "Erfuhrt"?

    In meinem Amtsbereich habe ich zwei davon.

    Der eine "null Problemlo" der andere "sofortiger Handlungsbedarf".


    Ich stimme für zwei.


    Bei den äußeren Treppenhäusern sind 2* jeweils 3 Klassenräume nur über einen Treppenraum evaluierbar.

    Im besten Fall 90 Kinder über Rettungsleitern zu evakuieren - na ja.

    Das "Problem" besteht mehrfach im Osten Deutschlands. Dass da bisher noch nichts passiert ist, ist ein Glücksfall.


    P.S.: Eine "Lösung" wird seit 2014 gesucht, scheitert aber immer an der "Finanzierung".

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Hat jemand Erfahrung mit dem DDR-Typ "Erfuhrt"?

    In meinem Amtsbereich habe ich zwei davon.

    Der eine "null Problemlo" der andere "sofortiger Handlungsbedarf".

    Du meinst die?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Wie schon geschrieben: Es gibt Situationen, wo ich solche Regelungen verstehe - aber nicht immer unbedingt.

    Btw, interessanter Link Skeptiker .

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Bei uns mussten für Kindergärten und Schulen auch ohne Umnutzung die zweiten Rettungswege immer nachgerüstet werden, wo sie nicht vorhanden waren. Ich gehe auch davon aus, das hier der Brandschutz gesamtheitlich neu betrachtet werden muss. 90 Kinder über Rettungsleiter ist nicht möglich, da es mit der Rettung im Brandfall zu lange dauern würde.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Hat jemand Erfahrung mit dem DDR-Typ "Erfuhrt"?

    Hier ist regional der Typ Chemnitz häufig zu finden...der ist sanierungstechnisch durchaus händelbar.


    Zum Typ Erfurt gab es aber auch Sanierungsbeispiele...such mal Kooperationsschule Friessack oder Grund-/Realschule Demmin, die wurden da mal in einer Veröffentlichung benannt.

    Bei den äußeren Treppenhäusern sind 2* jeweils 3 Klassenräume nur über einen Treppenraum evaluierbar.

    Das geht mit viel Geld (Sicherheitstreppenraum, Aussentreppe, BMA) oder viel Kreativität ("Errichtung" eines notwendigen Flures) zu heilen.

  • Hier ist regional der Typ Chemnitz häufig zu finden...der ist sanierungstechnisch durchaus händelbar.


    Zum Typ Erfurt gab es aber auch Sanierungsbeispiele...such mal Kooperationsschule Friessack

    Kooperationsschule Friesack im Havelland

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung. Beiträge und Beitragsteile als Moderator ab 04/23 kursiv gesetzt.

  • Natürlich geht das.

    Selbst vor rund 15 Jahren mit Rauchdruckanlagen umgesetzt.


    Inzwischen sind auch elegantere Lösungen mit Rauchschürzen möglich. (Ist gerade in der Genehmigung.)

    Kostet halt nur Geld. (Besser Geld als Leben.)


    Bei der letzten Brandverhütungsschau waren in zwei brandschutztechnisch baugleichen Schulen halt zwei unterschiedliche Prüfer.

    Der eine "geht gar nicht" und der andere "kein Problem".

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18