Erfahrungen mit Holzfaserplatte und Holzverkleidung / Beplankung?

  • Hallo zusammen,
    für eine demnächst anliegende Renovierung meines Schlafzimmers habe ich eine Frage bzgl. eines Wandaufbaus.
    Ich habe vor die Wand hinter dem Bett (Außenwand) welche im Moment noch mit Strukturputz versehen ist, mit Holz zu verkleiden um des Raum etwas gemütlicher zu machen.


    Hierzu gibt es z.B. von einer Firma die Möglichkeit deren Parkett auch an Wänden zu befestigen. Da ich dazu nun ohnehin eine Lattung aufbringen muss, habe ich mir gedacht,

    ob es in diesem Zuge nicht gleich Sinn macht zwischen der Lattung zu dämmen?
    Ich hatte hier an Holzfaserplatten gedacht, da diese ja diffusionsoffen sind.
    Ich habe den Wandaufbau mal bei Ubakus eingegeben und komme hier bei 30mm Plattenstärke auf einen Tauwasseranteil von 0,29kg/qm, was demnach noch im grünen Bereich liegt.

    Die Außenwand besteht aus 30cm Hohlblocksteinen.
    Der U-Wert des Gesamtaufbaus fürde sich demnach bei den 30mm Platten von 0,95 auf 0,54 verbessern.


    Ich durchforste schon seit Tagen das Internet und dieses als auch andere Foren, finde aber kein vergleichbares Thema, ob diese Idee eher kritisch oder problematisch zu sehen ist.


    Das gleiche Thema würde dann auch für rechts von dieser Wand gelegene Außewannd mit Fenster anstehen. Hier wäre dann Klimaplatten das Mittel der Wahl und Ubakus sagt hier

    einen Tauswasseranteil von 0,33kg/qm vorraus. Der U-Wert wäre mit 0,63 zwar nicht so stark verbesser wie mit der Holzfaser aber besser als nichts.


    Ich hatte mal mit der Malerfirma (führen auch Außen- und Innnenwanddämmung aus) welche die restlichen Wände neu verspachteln und neuen Strukturputz aufbringen würde gesprochen

    und hier sagte man mir, dass bei einer CaSi Plattenstärke von 25 bzw. 35mm die Verschiebung des Taupunktes zu vernachlässigen wäre und hier nichts gerechnet werden müsste.

  • Holzfaserdämmung lässt sich im Ubakus nicht darstellen, da mit dem Glaserschen Verfahren die Sorptionsfähigkeit der Platten nicht berücksichtigt wird.

    Für eine Innendämmung mit Holzfaser gibt es viele wichtige Randbedingungen:

    Möglichst diffusionsoffener Untergrund, also keine sperrenden Schichten. Ebenso sind gipshaltige Untergründe tabu.

    Der entsprechende Mörtel aus dem jeweiligen System ist für gewöhnlich auf Lehm oder Kalkbasis, ebenso die Funktionsschicht des Oberputzes mit Armierungsgewebe. Ein versiegeln mit Parkett ist für ein diffusionsoffenes Dämmsystem nicht geeignet.

    Dämmung soll an Dämmung angeschlossen werden - das betrifft den Übergang zum Boden als auch zur Decke. Nicht zu vergessen die Flankendämmung zu angrenzenden Wänden.

    Elektroinstallation an einer diffusionsoffen gedämmten Wand sind zu vermeiden oder mit speziellen Dosen auszuführen die kostenintensiv sind und sorgfältiger Installation bedürfen.

    Innendämmung ist ein sensibles Thema dem mit entsprechender Sorgfalt zu begegnen ist, sonst kann man sich schnell bauphysikalische Probleme einhandeln.

    Ob die CaSi Platten unproblematischer sind müssen die Experten beantworten.

    Jedenfalls ist ein Schlafzimmer ein Raum in dem über viele Stunden ordentlich Feuchtigkeit durch atmen und Transpiration anfällt. Und nicht jeder schläft mit gekipptem Fenster. Also auch ein Faktor der zu beachten ist.

  • Herstellerangabe. Ich denke die hygroskopischen Eigenschaften von Gips harmonieren nicht mit dem System. Da wird es mit der Zeit zu Problemen an der Kontakstelle geben. Wenn man die Platten mit kalkbasiertem Kleber klebt, kommt hier die übliche Unverträglichkeit von Kalk und Gips hinzu.

  • Elektroinstallation an einer diffusionsoffen gedämmten Wand sind zu vermeiden oder mit speziellen Dosen auszuführen die kostenintensiv sind und sorgfältiger Installation bedürfen.

    Das ließe sich auf"putz" recht problemlos umgehen, doch besteht heutzutage eine gewisse Abneigung gegenüber Aufputzinstallationen aus optischen Gründen. Und bei einer bestehenden Wand mit internen Verlegekanälen ist es aufwändiger (teurer), das stimmt.


    Bei dem geplanten Aufbau würde mich von den Experten interessieren, ob es sinnvoll möglich ist, die Wand von innen zu dämmen, darüber eine Dampfsperre (oder -bremse?) und als oberflächliche Vertäfelung bspw. Holz auf die Sperre aufrechterhaltend montierter Lattung ohne zweite Dämmung zu nutzen. Somit nach außen diffusionsoffen (die eigentliche Wand), nach innen sperrend (gegenüber Raumluftfeuchtigkeit) auszulegen.

    Freundliche Grüße,

    der nordische Fuchs

  • entscheidend ist die Frage, ob bei der Berechnung der Bestand korrekt erfasst wurde...

    Ich würde dazu keine Aussage treffen, ohne den Bestand gesehen zu haben.


    Neben der Materialität spielt auch der Schlagregenschutz eine Rolle.

    Oder beispielsweise wasserführende Leitungen (auch Heizleitungen) in der Bestandswand. Weil diese mit der beschriebenen Dämmung plötzlich im Frostbereich liegen.

    Und bei jeder Innendämmung sind Wärmebrückenwirkungen in besonderem Maße zu berücksichtigen.