In unserem Zwei-Familien-Haus (Rohbau fertiggestellt 2019) haben sich die vergangenen Jahre immer mal wieder vereinzelt Risse am Innenputz gebildet. Die Innenwände sind nur mit Farbe gestrichen ohne Malervlies, Netz, o.ä. - daher waren die Risse direkt sichtbar. Entsprechend des angelegten Rissmonitors handelt es sich um Rissbreiten von 0,1 - max. 0,3 mm. Diese hätte ich bis dato als normales Setzverhalten angesehen.
Aufbau des Hauses:
Das Haus (ohne Keller) steht auf Streifenfundamenten, welche bis zur Unterkante der Bodenplatte (ca. 1,5 Meter Wandhöhe) mit Kellerbetonsteinen gemauert und anschließend verfüllt wurde. Es handelt sich um 2 Vollgeschosse und ein eingerücktes Staffelgeschoss.
Die Haustrennwand / Mittelwand sowie die beiden Treppenhäuser wurden in Kalksandstein (Großformat) gemauert, die Außenwände sind gefüllte 36,5er Porotonziegel T7 gefüllt mit Perlite und die Innenwände in 24, 17 und 11,5 ungefüllte Porotonziegel./ M
Seit Anfang diesen Jahres bzw. Übergang zu Frühling/Sommer haben sich die Risse augenscheinlich vermehrt:
- Erdgeschoss weist stufenförmige und horizontale Risse an der Haustrennwand (Kalksandstein) größtenteils Richtung Außenwände auf
- 1. Obergeschoss - Haustrennwand (Kalksandstein) weist in fast jeder Fuge horizontal und vertikal feine Risse 0,1 - 0,2 mm breite auf, zu den Außenwänden hin jedoch Stufenförmig und auch etwas breiter 0,3 mm - Wandmitte (Treppenhaus) eher horizontale Risse
zudem an den Außenecken vereinzelt horizontale Risse (Auf dem Foto sieht man bspw. den größten stufenförmigen Riss zur Außenwand hin, in den restlichen Fugen sind jedoch auch feinere Risse vorhanden die schwer zu fotografieren sind)
- Dachgeschoss vereinzelt horizontale Risse an Mittelwand sowie vertikale Risse an nicht tragenden Innenwänden, auf welchen jedoch das Dach bzw. die Zwischendecke zum Dachboden aufliegt
Da die Häuser in unserem Baugebiet auf lehmartigen Sand (IS, Bodenstufe II) in einem vorher Ackerlandgebiet laut Bodengutachten stehen, wurde mir gesagt, dass das Setzverhalten der Gebäude hier eventuell sich über viele Jahre ziehen könnte, weshalb jetzt erst die Risse vermehrt auftreten. Ebenso wurde aber auch vermutet, dass der Aufbau der verschiedenen Steinarten gegenseitige Kräfte ausüben könnte, die die Risse zur Folge haben.
Aus meiner Sicht ist es jedoch etwas seltsam, dass dieses Setzverhalten vermehrt die letzten Wochen auftritt - kann dies ggf. auch mit der Trockenheit (gesunkener Grundwasserspiegel) oder Wasserentnahme aus Brunnen der Nachbarn zur Gartenbewässerung handeln und dass sich dadurch der Boden unter den Fundamenten noch schneller gesetzt hat?
Wie wäre eure Einschätzung zu dem Thema? Falls noch Angaben oder Informationen fehlen, gerne nochmal darauf hinweisen.