Hofeinfahrt pflastern, welche Pflasterstein-Auswahl?

  • Hallo zusammen,


    wir möchten unsere ca. 210 qm grosse Hofeinfahrt, die bisher geteert ist, neu gestalten.


    Wir möchten jetzt eine Bepflasterung umsetzen, weil wir keinen Teer mehr haben möchten.
    Allerdings sind wir uns in der Steinauswahl noch nicht sicher.

    Auf jeden Fall möchten wir keine Natursteine, sondern Betonsteine verwenden. Der Farbton soll grau, anthrazit oder entsprechend nuanciert sein. Die Steine sollten möglichst geradlinig sein (keine bzw. Minifase), mit möglichst kleinen Fugen.


    Jetzt aber die Fragen an die Runde:
    Welches Stein-Format ist für so eine grosse Hofeinfahrt am besten geeignet?
    Nimmt man dann nur ein Format oder mischt man die Formate?
    Welches Verlegemuster ist zu empfehlen?
    Habt ihr Hersteller- oder Stein-Empfehlung? (bei mir in der Nähe sind Godelmann und Huberstein)

    Habt ihr Fotos von eueren Lösungen?

    Im Anhang noch Fotos von der Einfahrt, wie sie heute aussieht.


  • Habt ihr alternativ schon eine weitgehende Entsiegelung der Fläche in Erwägung gezogen, z.B. bis auf die Fahrspuren?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die Steine sollten möglichst geradlinig sein (keine bzw. Minifase), mit möglichst kleinen Fugen.

    Also nach Möglichkeit eine fugenlose Einfahrt in Pflasteroptik? Kleiner Haken: Gibt es nicht bzw ist dann halt Ortbeton oder Asphalt (mit eingestanztem Muster).
    Die knapp 4mm Fuge wird es immer geben. Um Pflanzenwachstum einige Jahre in Schach zu halten, kann man aber auch die Fugen vergießen.

    Welches Stein-Format ist für so eine grosse Hofeinfahrt am besten geeignet?

    Ein für den Lastfall zugelassener Stein in mit passendem Format.

    Nimmt man dann nur ein Format oder mischt man die Formate?

    Das hängt von der gewählten Optik ab, wenn man das Geld in die Hand nimmt geht grundsätzlich viel. (Auch viel Murks)
    Am wichtigsten sei hier gesagt, dass die umliegenden Steine in zusammenhängenden Flächen immer die gleiche dicke haben sollen.

    Welches Verlegemuster ist zu empfehlen?

    Das hängt von dem Steinsystem und der gewünschten Optik ab.

    Habt ihr Hersteller- oder Stein-Empfehlung? (bei mir in der Nähe sind Godelmann und Huberstein)

    Grundsätzlich bin ich kein Freund der Steinsysteme aus den Ausstellungen der üblichen Steinfabriken, die werden gerne alle Jahre ausgetauscht und sind nicht lagermäßig verfügbar, Sonderanfertigungen sind dann nicht farbecht und sehr teuer. 10x20er Rechteckpflaster ist preiswert, auch in 30 Jahren noch verfügbar und Herstellerunabhängig in allen Stärken und vielen Farben verfügbar (befahren üblicherweise ab 10cm Stärke). Genau so wie viele Verbundpflaster. Da bricht man sich bei späteren Änderungen auch nicht die Steine oder den Rücken kaputt, wie bei den aktuell in Mode gekommenen 30x40cm Steinen mit Abstandhalter. Von s/f-pflaster würde ich aus dem Grund bei den meisten Einfahrten aber auch abraten.

    Habt ihr Fotos von eueren Lösungen?

    Ja, aber jede Einfahrt ist individuell. Mit Fotos von Pflasterflächen ist das Netz schon voll. Die Detailpunkte, auf die es ankommt, sieht man auf Fotos aber selten.

    Was ihr braucht und was ihr wollt muss nicht unbedingt das gleiche sein, deshalb stelle ich hier mal ein paar Gegenfragen:

    Wofür wird die Einfahrt derzeit genutzt? Wofür soll sie in den nächsten 20 Jahren genutzt werden?
    Sind (Enkel)Kinder im Haushalt oder geplant?
    Wie wird die Fläche gereinigt?
    Wohin entwässert die Fläche?
    Laufen unter der Fläche Leitungen?
    Was für ein Boden liegt an?
    Wie viele Parkplätze sind da, wie viele nötig?

    In jedem Fall braucht eine Pflasterfläche Planung. mit einfach mal eben rausrupfen, Sand rein und reinlegen ist es nicht getan, wenn es halten soll.
    Wenn Kinder potentiell auf der Fläche Spielen oder Rad fahren (lernen) würde ich definitiv kein scharfkantiges Pflaster einbauen (d.h. möglichst "viel" Fase).
    Wenn die Fläche per Hochdruckreiniger gereinigt werden soll, sind Asphalt oder einige Natursteine die bessere Wahl, beim Beton wird auf Dauer die Zementschlämme, teils der farbige Vorsatzbeton abgewaschen.
    Auch Asphalt hat viele Gestaltungsmöglichkeiten (Farbe, Form, Oberfläche, Gesteinskörnung).
    Wie Skeptiker schrieb würde ich auch eine Entsiegelung anstreben. Falls wie auf den Bildern sichtbar kein Ablauf besteht und die ganze Fläche auf die Straße entwässert, dann ist da auch unbedingt eine Rinne vor zu setzen.

  • volle Zustimmung, bis auf diesen Punkt:

    Wenn die Fläche per Hochdruckreiniger gereinigt werden soll, sind Asphalt oder einige Natursteine die bessere Wahl, beim Beton wird auf Dauer die Zementschlämme, teils der farbige Vorsatzbeton abgewaschen.

    Auch „Asphalt“ wird mit Hochdruckreinigung massiv zerstört. Das Bindemittel Bitumen ist einfach viel zu weich dafür. Vielleicht poste ich nach Sonnenaufgang ein Bild von nur zweimal gekärchertem Asphalt. Ob die „gereinigten“ (besser: „behandelten“) Oberflächen leiden, interessiert Herrn Kärcher weniger, als die Anzahl teuer verkaufter Geräte. Viele Nutzende verstehen nur sehr schmerzhaft, dass die Verschmutzung nach der ersten Behandlung schneller abläuft und nach der zweiten noch schneller. Immer rauher werdende Flächen halten nun einmal mehr Feinstoffe fest.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Man kann es mit dem Putzwahn auch übertreiben. In meiner Umgebung kärchert niemand seine feste Hof-Oberfläche. Wozu auch? Es regnet regelmäßig und solchene Oberflächen verändern sich auch mit der Zeit intensiver Nutzung. Das bekommt kein Kärcher weg, außer mit 2500 bar und Neuverlegung.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Tja, die Frage ist berechtigt. Vorallem bei der Fugenwahl.

    Ich hab bisher nur eine Pflasterfläche gesehen die zwar gepflastert ist, aber wie eine Asphatdecke aussieht.

    Selbst be ider Recherche nach dem Fugenmaterial stosse ich total auf Granit, wohls keiner ist. :( ;)

    Ein Sturm zieht auf, Und er wird weiter wehen, Wir werden ihn voller Zorn entgegen gehen. Und soll der Wind auch noch so kräftig Wehen, Das Segel es steht, haben unsre Richtung Gewählt.

    Stemm dich in den Wind, verlier nicht dein Gesicht, Viele werden fallen, doch Wir ganz sicher nicht

  • Vielleicht poste ich nach Sonnenaufgang ein Bild von nur zweimal gekärchertem Asphalt.

    Gerne! Habe bisher die Reinigung per Hochdruckspülverfahren als "Harmlos" empfunden und noch keine Differenzen feststellen können, großtechnisch ist das ja auch ein Standartverfahren. Der Schadensmechanismus leuchtet ein, jedoch bin ich bisher davon ausgegangen, dass der Bitumen "elastisch" wirkt und daher die Fläche weniger Schaden nimmt.

  • jedoch bin ich bisher davon ausgegangen, dass der Bitumen "elastisch" wirkt und daher die Fläche weniger Schaden nimmt.

    Ist aus eigener Erfahrung ein großer Unterschied, welche Düse, Temperatur und Distanz eingesetzt wird.


    Gepolsterten Gartenstuhl gereinigt. Aus 10 cm Entfernung zerstört die eingesetzte Düse das Material effektiv, aus 25 cm Entfernung wird es wie neu, ohne Schäden an Fasern und Polster. (An unauffälliger Stelle getestet, ist ein recycelter Stuhl nach X Jahren Witterungseinflüssen und demnach ordentlich verschmoddert gewesen.)

    Im professionellen Umfeld wird sicherlich unter Beachtung der Materialeigenschaften hochdruckgereinigt.

    Freundliche Grüße,

    der nordische Fuchs

  • Einer meiner Nachbarn hat es mit dem Hochdruckreiniger so übertrieben, dass er sein Pflaster anschließend neu verlegen musste. Er hat die Fugen komplett ausgewaschen, so dass die Steine verrutscht sind.

    Ein anderer Nachbar kärchert regelmäßig die Steinwüste in seinem Garten. Der einstmals gelbe Jura wird inzwischen nicht mehr richtig sauber. Heute wieder über Mittag Dauerlärm...


    "Die haben immer was zu tun"

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • schon,nur momentan seeeehr beschäftigt

    aber wenn er gerufen wird, isser sofort da! Respekt!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • ich persönlich würde eher eine größere Fuge bevorzugen, weil dann nämlich mehr Wasser versickert, was sich positiv auf den Wasserhaushalt auswirkt.

    Da gibt es auch Pflastersteine, die durch ihre Geometrie bewusst eine große Fuge "produzieren".


    Und wenn es vielleicht sogar schon eine gesplittete Abwassergebühr gibt, wirkt sich das sogar auf den Geldbeutel aus... In diesem Fall aber die Anforderungen an eine Ermäßigung der Abwassergebühr mit der Gemeinde abstimmen.

  • Auch „Asphalt“ wird mit Hochdruckreinigung massiv zerstört. Das Bindemittel Bitumen ist einfach viel zu weich dafür. Vielleicht poste ich nach Sonnenaufgang ein Bild von nur zweimal gekärchertem Asphalt.

    Gerne! Habe bisher die Reinigung per Hochdruckspülverfahren als "Harmlos" empfunden und noch keine Differenzen feststellen können, großtechnisch ist das ja auch ein Standartverfahren. Der Schadensmechanismus leuchtet ein, jedoch bin ich bisher davon ausgegangen, dass der Bitumen "elastisch" wirkt und daher die Fläche weniger Schaden nimmt.

    So, drei Sonnenaufgänge später kommen jetzt endlich die Fotos, leider von regennassem Asphalt.


    So sieht ein ca. 15 Jahre alter unbearbeitete Wohnweg (ausschließlich Fußgänger- und Fahrradverkehr, keine Motorfahrzeuge) aus:



    Und so nach 2 - 5-maliger laienhafter Behandlung mit einem Haushaltskärcher ohne besondere Aufsätze:



    Die Ausspülungen sind im Mittel 5 mm, lokal bis zu 8 mm tief, in Einzelfällen bis zu 10 mm. Nach der zweiten bis fünften „Behandlung“ haben die Freunde der porentiefen Sauberkeit die Alterungstests am Asphalt dann eingestellt.


    Die tiefen Ausspülungen sind exakt deckungsgleich mit den Bereichen starker Hochdruckbehandlung. Dort war vorher ein leichter Bewuchs mit Algen, Flechten und punktuell Moos zu sehen, der entfernt werden sollte.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Das ist aber keine Asphalt Deckschicht in 0/16er ? (Zahlenwert nicht mit Gewähr)

    Ein Sturm zieht auf, Und er wird weiter wehen, Wir werden ihn voller Zorn entgegen gehen. Und soll der Wind auch noch so kräftig Wehen, Das Segel es steht, haben unsre Richtung Gewählt.

    Stemm dich in den Wind, verlier nicht dein Gesicht, Viele werden fallen, doch Wir ganz sicher nicht

  • Das ist aber keine Asphalt Deckschicht in 0/16er ? (Zahlenwert nicht mit Gewähr)

    Es handelt sich um eine Asphalttragdeckschicht eines privaten reinen Fuß- und Radweges (siehe „Wohnweg“), der nur im Ausnahmefall mit einem Rettungwagen befahrbar ist, aber noch nie befahren wurde. Technische Details kenne ich nicht. Es gab eine Fachplanung und Bauleitung durch ein erfahrenes Landschaftsplanungsbüro.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • langer rede kurzer sinn:

    hochdruckreinigerhersteller haben spass,geld fliest. (es gibt aber auch bessere HDR als Kxxxxxxxx) die machen u.u. noch mehr schaden.


    pflasterhersteller/pflasterverleger haben auch spass . die flächen werden deutlich früher erneuert , weil die zeitabstände bis zum "siehtaberganzschönscheisseaus" mit jeder reinigung kürzer werden,


    wenn es nach mir ginge , würden die dinger nur an gründlichst unterwiesene personen abgegeben werden.

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Ich suche gerade für meine Tochter eine kleine Fläche Gebrauchtpflaster (neues will sie nicht) ca. 80% der Angebote (Kleinanzeigen) wurde durch kärchern zerstört.

    Servus Klaus