Auf Asbest testen lassen?

  • expertenforum-bau.de/index.php?attachment/26471/Hey, ich hab alles hier zur Thematik gelesen und erwarte keine Ferndiagnose. Aber vielleicht eine Entwarnung, weil jemand weiß um was es sich handelt?

    Hab ab heute endlich den Schlüssel für mein neues Zuhause und das erste Leistchen entfernt. Sieht das für jemanden alarmierend aus?

    Es handelt sich um die oberste Schicht einer Rigips Platte die sich hier ablöst. Es geht um die weißen Fasern.expertenforum-bau.de/index.php?attachment/26471/

  • ich hab alles hier zur Thematik gelesen

    Das bezweifle ich.

    Sonst wüsstest Du, dass es per Netz keine Warnung und schon gar keine Entwarnung geben kann.

    Nur soviel: Asbestfasern siehst Du mit bloßem Auge nicht.


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  • Und wenn, dann wären sie ungefährlich. Sie sind deswegen gefährlich, weil sie so klein sind, dass sie lungengängig sind. Um aber das Gewissen zu beruhigen, einfach ein Labor ergoogeln und in den Hinweisen gucken wie man eine Probe entnimmt und dann einschicken.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Vielen Dank für die Rückmeldung, obwohl ihr sicher sooooo die Schnauze voll habt von dem Thema und den Fragen. Ich verstehs ja.... hab gehofft jemand sagt, ah, kenn ich, das ist Glasfaser oder so.

    Hab hier im Forum den "Feuerzeug-Tipp" gefunden. Feuerzeug dran, sind weggebruzzelt wie nix. Das ist nicht gerade eine Asbest typische Eigenschaft :) .

    Zum mit bloßen Auge erkennbar: Wenn ich Faserzement breche (Eternitschindeln) sehe ich die schon...? Mein Geologielehrer (Steinmetzschule) hat immer gesagt, den Staub den ihr nicht seht, das ist der schlimmste. Da ging es oft um Silikose. Steinstaub selbst ist ja auch nicht ohne.


    Ich wünsche euch ein schönes WE und denkt morgen an die Mamas! ;)

  • Und wenn, dann wären sie ungefährlich.

    Zum mit bloßen Auge erkennbar: Wenn ich Faserzement breche (Eternitschindeln) sehe ich die schon...?


    Ungefährlich nicht, allerdings auch nicht zwingend dauerhaft im Körper.


    Nachteil von derart großen / langen Fasern ist, dass sie bei mechanischen Einwirkungen weiter zerbrechen oder -splittern können (werden).

    Und jeder Bruch, jede Zersplitterung sorgt für das Freisetzen winziger Bruchstücke.


    Asbest ist auch nur eine von vielen kaum oder in diesem Fall nicht effizient durch den Körper abzubauenden / abzutransportierenden mikroskopischen stäbchenförmigen Materialien. Wenn ich Kohlenstofffaser laminiere und zuschneide, aber gerade beim Schleifen oder Brechen ausgehärteter Strukturen, dann auch nur mit dementsprechenden Schutzmaßnahmen. Die Fasern sind relativ inert, dennoch sorgt jede Dauerentzündung von Zellen ohne Möglichkeit zur Beseitigung für erhöhtes Entartungsrisiko.


    Ist Euch sicherlich bereits bekannt. Mich stört "ungefährlich" bzgl. Fasern immer wieder.


    Wasmussdasmuss : Klar, wenn Du ein Faserverbundteil (wozu auch Eternitschindeln etc. gehören) brichst, dann setzt Du je nach Bruchflächengröße Millionen bis Billionen von Faserbruchstück(ch)en aller Größenordnungen frei.

    Das siehst Du im Licht, auch wenn die kleinsten Bruchstücke weiterhin nicht oder nur geringfügig am Lichtbrechungseffekt zu erkennen sind.

    Und solltest dies nicht tun, auch bei Carbonfaser / Kohlestofffaser nicht ohne Schutzmaßnahmen. Bei Aramid ("Kevlar"), Dyneema, Glasfaser sind die Fasern üblicherweise weniger riskant im Körper, bei Glasfaser soll der Körper sie auch abtransportieren (können) - allerdings auf mikroskopischer Ebene dennoch keine empfehlenswerte Sache, sich solche Faserbruchstücke in den Körper zu holen.

    Bedeutet Stress und Aufwand sowie potentielles Entarten von Zellen (durch Entzündungen) für den Körper.

    Ist die Essenz von 15 Jahren Faserverbundverarbeitung. Die krebserregenden Eigenschaften können sich zwischen verschiedenem Material natürlich drastisch unterscheiden, "nicht im Körper verankert vorliegen haben" ist immer der empfehlenswerteste Weg.


    (Mittlerweile wird sich auch mit der Crashsicherheit, spezifisch Faserfreisetzung bei Carbonmonocoques befasst, da die Exposition durch solche mechanischen Zerstörungen immens sein kann.)

    Freundliche Grüße,

    der nordische Fuchs

  • Danke für deinen informativen Beitrag, der sich auch mit meinem Verständnis deckt. Unser Körper verfährt mit Dingen die er nicht abgebaut, bekommt ja folgendermaßen. Er kapselt sie irgendwie ein.

    Das macht er mit allerlei Fasern, Stäuben und er versucht es auch mit dem ganzen Teer den manche von uns inhalieren.

    Warum jetzt manche Körper mehr Entzündung darum veranstalten, oder besser oder schlechter mit diesen chronischen Entzündungen umgehen, warum bei einem eine geringe Exposition schon reicht um Krebs zu triggern und Onkel Willi lebtags Asbest geschliffen, geraucht und gesoffen hat ohne Schaden zu nehmen.... das ist multidimensional zu betrachten und individuell nicht vorhersehbar. Russisch Roulette.

    Ich hab aktuell NUR noch die Maske auf der Baustelle an, mit Baumwoll und Aktivkohle. Und dennoch nehme ich gewisse Dinge in Kauf. In meiner Ausbildung hab ich Bleifarbe vom Sandstein getackert, ohne Maske. Die hatte ja Feuer gefangen wegen der Kippe im Mund.... :(. Was vergangen ist, kann man nicht mehr ändern. Man muss halt auf sich und seine Lieben aufpassen und trotzdem irgendwo noch arbeiten können.

    Was zunehmends immer schwerer wird. Und sowohl Verantwortung wie Kosten scheinen mir doch immer mehr beim Privatkunden zu landen, der immer handlungsunfähiger wird. Aber wer will schon zahlen oder gar haften für all den Mist den der Mensch im letzten Jahhundert verbaut hat?

    Ich hätte sollen tatsächlich eine Klausel unterschreiben, dass in meinem Haus (Baujahr 63) KEIN Asbest vorkommt. Ich hab gesagt, diese Klausel ist einfach unprofessionell und unmöglich zu gewährleisten.

    Im Kaufvertrag meines neuen Hauses stand nichts darin, trotz großzügiger Asbestverschindelung...

  • Da wir hier in einem Fachforum sachkundiger Menschen unterwegs sind, sei an dieser Stelle noch einmal an die gesetzlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorgaben für den Umgang mit asbesthaltigen Bauteilen erinnert, die u.a. hier erwähnt sind!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Warum jetzt manche Körper mehr Entzündung darum veranstalten, oder besser oder schlechter mit diesen chronischen Entzündungen umgehen, warum bei einem eine geringe Exposition schon reicht um Krebs zu triggern und Onkel Willi lebtags Asbest geschliffen, geraucht und gesoffen hat ohne Schaden zu nehmen.... das ist multidimensional zu betrachten und individuell nicht vorhersehbar. Russisch Roulette.

    Das ist wohl bei allen Risiken abhängig von Glück, Prädispositionen..
    Es gibt Menschen, welche ganz ohne Exposition gegenüber diesen Risiken maligne Tumore entwickeln (auch sehr junge Menschen).

    Andererseits ist es vergleichbar mit "Jetons auf alle Zahlen bei Roulette", wenn Risiken wahllos gestapelt und ignoriert werden, die Exposition wieder und wieder stattfindet. Dann braucht es schon unwahrscheinliches Glück, um dennoch verschont zu bleiben von den gesundheitlichen Resultaten.

    Und: die gegebene Außenluftbelastung durch Asbestfasern pro Kubikmeter Luft im Außenbereich in Städten mit vielen Altbauten.. ist schon überraschend. Habe Statistiken hierzu interessehalber betrachtet - das ist nicht "null", sondern hoch genug, so dass ich persönlich es zu vermeiden versuchen würde.


    Daher sehe ich die Vorschriften, gerade in Bezug auf dauerhaft zu Entartungen von Zellen führenden Fasermaterialien wie Asbest als absolut notwendig an. Und wundere mich sogar, dass die verbauten (gebundenen) Produkte ohne Fristsetzung dran belassen werden dürfen (oder durften, kenne die aktuell neuen Gesetze diesbezüglich nicht).


    Denn auch gebundene Produkte altern und die Matrix oder Schalung - das, was die Asbestfasern bindet oder kapselt - wird durchaus von Witterung, Alterung, UV-Einstrahlung, mechanischen Belastungen usw. angegriffen.


    ...sei an dieser Stelle noch einmal an die gesetzlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorgaben für den Umgang mit asbesthaltigen Bauteilen erinnert, die u.a. hier erwähnt sind!

    Richtig, meine Aussagen sollten auch besonders betonen, dass ich nicht nur bei Asbest Vorsicht walten lassen würde, sondern auch bei anderem Faserverbundmaterial oder Fasermaterialien.


    Dass Asbest dementsprechend nach Vorgaben entsorgt und entfernt werden muss, ist völlig nachvollziehbar und finde ich sehr gut!


    (In einer kapitalistischen Marktwirtschaft würde jedes Wegfallen solch strikter Regeln zwangsläufig dazu führen, dass aufgrund Kosteneinsparungen Menschen dabei mit ihrer Gesundheit bezahlen..)



    Falls es jemanden interessiert bzgl. "Lungengängigkeit" - hier hinter Spoiler versteckt, damit nur Interessierte es anklicken:

    Ich hab aktuell NUR noch die Maske auf der Baustelle an, mit Baumwoll und Aktivkohle. Und dennoch nehme ich gewisse Dinge in Kauf.

    Je nachdem, welchen Stoffen Du ausgesetzt bist, benötigst Du auch eine dementsprechende Klassifizierung der Maske.

    Auch kann es manchmal hilfreich (oder vorgegeben) sein, eine das gesamte Gesicht inkl. Augen bedeckende Vollmaske zu nutzen. Gibt nichts Unschöneres, als bspw. Mund und Nase gut geschützt zu haben, dann plötzlich Staub oder Chemikalien ins Auge zu bekommen. Und dann hastig das ganze Zeug ohne Exposition ausziehen zu müssen und sich das Auge zu spülen o.Ä.

    Letztlich muss jeder die Verantwortung für sich selbst (privat) tragen - wer Risiken eingeht, muss auch damit rechnen, dass eine etablierte Gewissheit das Resultat darstellt.



    So - hoffe, ich habe nichts durcheinander getippt. :)

    Freundliche Grüße,

    der nordische Fuchs

  • Warum die verbauten Produkte (noch) ohne Frist belassen werden dürfen? Weil es zum wirtschaftlichen Fiasko käme. Niemand, weder Staat noch Privatperson könnten die schiere Menge an belastetem Material auf einen Schlag sanieren...

  • Warum die verbauten Produkte (noch) ohne Frist belassen werden dürfen? Weil es zum wirtschaftlichen Fiasko käme. Niemand, weder Staat noch Privatperson könnten die schiere Menge an belastetem Material auf einen Schlag sanieren...

    Davon gehe ich, nachdem ich mir die Produktionsvolumen und auch Videos der damaligen Unternehmen ansah*, auch aus..

    Das sind derart gigantische Mengen..


    Andererseits bleibt bei der immer weiter und weiter zerbröselnden, reißenden, splitternden und zerfallenden (je nach Material) Matrix bei Asbestverbundmaterial wohl keine andere Möglichkeit, als es in spätestens(!) einigen wenigen Jahrzehnten professionell zu entsorgen.


    Denn wenn ich mir die "Eternit" (Ewigkeit)-Schindeln auf dem Dach des Gartenhauses meines Stiefvaters so ansehe.. Ohje.

    Mit "Ewig" hat das wenig zu tun. Die Fasern vielleicht, doch die Produkte daraus bröseln schon ordentlich.


    *Das hatte ich bezüglich Asbest interessehalber betrachtet, als sich mir als Neuling auf dem Gebiet bspw. Putz / Wandaufbau im Gebäude vor wenigen Jahren auch die Frage von Dir stellt, ob dies und das evtl. mit Asbestfasern versetzt ist. Ich habe persönlich nie mit Asbestfasern gearbeitet, zum Glück - nur mit ebenfalls riskanten und gesundheitsschädlichen anderen Fasern und Arbeitsmethoden - allerdings dementsprechend geschützt.

    Freundliche Grüße,

    der nordische Fuchs

  • Off-Topic:

    Ich habe persönlich nie mit Asbestfasern gearbeitet, zum Glück ...

    Wegen des seit 1993 in D geltenden Verarbeitungsverbots dürfte keine heute unter 50 Jahre alte Person in Handwerk oder Industrie Asbest noch selbst gewerblich verarbeitet haben.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Off-Topic:

    Wegen des seit 1993 in D geltenden Verarbeitungsverbots dürfte keine heute unter 50 Jahre alte Person in Handwerk oder Industrie Asbest noch selbst gewerblich verarbeitet haben.

    Bei Verbringen der Lebenszeit innerhalb der EU nicht, das stimmt.

    Für Immigranten ein anderes und auch in Zukunft problematisches Thema..

    Freundliche Grüße,

    der nordische Fuchs