Wohnzimmerschrankrückseite schalldicht verkleiden bzw als vorsatzschale benutzen

  • servus erstmal

    ich komme hier einfach nicht weiter und bis jetzt konnte auch keiner helfen bzw wusste die lösung.

    ich habe einen 3m/2,4m kleiderschrank und möchte den als vorsatzschale nutzen wegen dem lärm aus der nachbarswohnung. ich dachte da an 5/5 staffel (reichen bis 5mm abstand zur decke) mit moosgummi an der hinterseite anschrauben, die öffnungen der rückwand mit acryl abdichten und in die zwischenräume ISOVER Trennwandplatte Ultimate WLG 040 60mm und dann mit Sonicboard Schallschutzplatte GKF verplanken und verspachteln.

    dann noch ISOVER Multi-Kombi Passivhaus Klemmfilz 12 (bzw schalldämmwolle) hinten rein und dann zur wand geschoben(mit etwas abstand?). rundum jede spalte penibel abdichten .

    das wäre mein plan, nur niemand kann mir sagen ob ich hier richtig liege (schallschutz).

    (ich schreibe wegen legasthenie lieber klein und bitte um entschuldigung)

  • Wow, das ist mal ne abgefahrene Idee. Bin gespannt was du geraten bekommst...


    Welche Art von Schall ist es denn, der da ankommt? Ich glaube es könnte hilfreich sein das zu spezifizieren. Hörst du die Stimmen oder die Bässe von der Musik? Oder "Gerumpel" von Tritten, Stuhl rücken usw.

    Ich könnte mir vorstellen deine Maßnahme hilft bestenfalls gegen "Luftschall", nicht gegen "Trittschall".

  • nur niemand kann mir sagen ob ich hier richtig liege (schallschutz).

    Ich befürchte das kann niemand vorhersagen.

    Ist bekannt aus was die Wand besteht? Beidseitig verputzt? Gipskarton? Was ist mit der Decke oder anderen "Umwegen" über die der Schall in die Wohnung gelangen kann?

    Was verstehst Du unter "Staffel 5/5"? Holz? Trockenbauprofile?

    Ist überhaupt bekannt wieviel Schalldämmung erreicht werden muss? Nicht dass Du viel Aufwand in eine Konstruktion steckst, die das nicht erfüllen kann.

    Meinst Du mit "Lärm" Luftschall (Gespräche) oder Trittschall?


    Ja, die Vorsatzschale wird die Schalldämmung verbessern, aber in welchem Umfang und ob das für Deinen Fall asureicht, das kann man nicht vorhersagen.

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  • Vielleicht noch zur Ergänzung:

    Du baust eine mehrschalige Konstruktion. Bereits bei 2 Schalen ist die Berechnung mit Unsicherheiten behaftet, und bei noch mehr Schalen ist eine Berechnung sehr schwierig.


    Die Verbesserung durch eine Vorsatzschale hängt auch von der Masse der vorhandenen Wand ab. Bei einer Trennwand zu einem Nachbarn würde ich eher von einer schweren Wand ausgehen, evtl. auch von "2 Wänden" mit Luftschicht oder Dämmung, also einer 2 schaligen Trennwand (je nach Baujahr). Je besser die vorhandene Wand ist, um so weniger Verbesserung (in dB) wirst Du durch die Vorsatzschale erreichen. Bei vielen Schalen ist aufgrund der vielen Resonanzen eine Berechnung des Dämpfungsverlauf (über die Frequenz) schon extrem komliziert, und wenn ich bedenke, dass Du ein Problem mit der Schalldämmung hast, und die Trennwand evtl. Mängel aufweist, dann grenzt das schon an Kaffeesatzleserei. An sich müsste man zuerst einmal durch entsprechende Messungen und Untersuchungen den IST-Stand ermitteln.


    Wenn ich meine Glaskugel bemühe :haue:

    dann würde ich Deiner Konstruktion eine Verbesserung irgendwo im Bereich 5-10dB zutrauen, wobei die 10dB schon sehr wohlwollend geschätzt sind. Da stellt sich natürlich die Frage, ob diese zusätzliche Dämmung ausreicht um Dein Problem zu lösen. Der Mensch hat ein sensibles Gehör, und kann Lautstärkeunterschiede relativ gut einschätzen, aber einen Geräuschpegel absolut bewerten, das klappt nicht.

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  • 5/5 staffel

    Wenn mich mein "Östereichisch" nicht völlig im Stich gelassen hat, bedeutet das auf Hochdütsch KVH (o.ä.) 50/50 mm


    Bist Du sicher, dass es "nur" Luftschall via Trennwand ist und keine Schallnebenwege [Körperschall] via Decke/Fußboden/Leitungen usw. ist.

    Denn Deine geplante Konstruktion hülfe nur gegen Luftschall - und selbst das ist nicht sicher

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Als erstes würde ich nicht den Kleiderschrank dafür nutzen, sondern eine echte Vorsatzschale bauen, also komplette Wand. Und dann würde ich mich an die Systeme der Systemanbieter halten. Klar, die C Profile kann man auch mit Holz ersetzen, aber der generelle Aufbau ist ja gerechnet und funktioniert.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Wow, das ist mal ne abgefahrene Idee. Bin gespannt was du geraten bekommst...


    Welche Art von Schall ist es denn, der da ankommt? Ich glaube es könnte hilfreich sein das zu spezifizieren. Hörst du die Stimmen oder die Bässe von der Musik? Oder "Gerumpel" von Tritten, Stuhl rücken usw.

    Ich könnte mir vorstellen deine Maßnahme hilft bestenfalls gegen "Luftschall", nicht gegen "Trittschall".

    es sind nur stimmen, also luftschall nehme ich an.

  • hm, das ist eine gute frage und es könnte gut sein das über die decke oder umwege etwas kommen könnte. die wand ist so 15cm stark, beidseitig verputzt. ich tippe auf ytong. 5/5 holzstaffel/latte. es geht nicht um musik oder ähnliches sondern nur ums reden. wir hören tatsächlich jedes wort durch diese wand und naja, es ist das schlafzimmer bei uns:) es geht nur darum beim schlafen nicht unbedingt den nachbarn zuhören zu müssen bis er nun ins bett geht zb. das wäre dann luftschall wenn ich richtig liege.

  • natürlich ist da die gesamte wand zu, da ist kein "löchlein" mehr wenn ich fertig bin. mit 10dB wäre ich schon halbwegs zufrieden wenn das so stimmt: entspricht eine Reduzierung um 10 dB einer Lärmreduzierung von 50 %. aber ehrlich gesagt hoffte ich auf zumindest 25-30 dB :pfusch: :) dann noch oropax und einen holzhammer und los geht die ruhige nacht;)

    das dämmaterial würde so auf 16 cm kommen in der dicke.


  • die wand ist so 15cm stark, beidseitig verputzt. ich tippe auf ytong.

    Das ist für eine Trennwand zwischen 2 Wohnungen eher unüblich. Wurde da aus einer Wohnung eine zweite Wohnung abgezweigt? 15cm Wandstärke klingt für mich eher nach einer normalen Zimmer-trennwand, und nicht nach einer Trennwand zwischen 2 Wohnungen.


    Ergänzung:


    Sollten die 15cm tatsächlich stimmen (das dafür passende Steinformat kenne ich jetzt nicht) dann dürfte die Luftschalldämmung unterirdisch, und keinesfalls als Trennwand zwischen 2 Wohnungen geeignet sein. Ich würde eine Schalldämmung um die 35dB schätzen, sehr wohlwollend vielleicht in Richtung 40dB (schwerer PB, beidseitig verputzt natürlich).

    in diesem Fall wäre die Verbesserung durch eine Vorsatzschale vermutlich über 10dB, evtl. in Richtung 15dB, aber eine Annahme von 20dB würde ich nur unter idealen Bedingungen (sehr leichte Massivwand und pingelig genaue Ausführung einer aufwendigen Vorsatzwand) in´s Auge fassen. Alles darüber ist in meinen Augen zu optimistisch.


    Die Resonanzfrequenz so einer Konstruktion dürfte dann irgendwo zwischen 50Hz und 100Hz liegen, was gerade die Schalldämmung im niedrigen Frequenzbereich negativ beeinflusst.


    aber ehrlich gesagt hoffte ich auf zumindest 25-30 dB

    Das halte ich für ausgeschlossen.

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  • Ich habe mal nachgeschaut, es gibt einen PB PP2-0,50 mit 15cm, das ergibt verputzt dann ca. 17-18cm Wandstärke. Meine Schätzung der Schalldämmung lag auch ziemlich gut, Rw unverputzt 34,x dB, beidseitig verputzt 40,xdB, also ca. 35dB und 40dB. Hier könnte man durch eine Vorsatzwand ein Verbesserungsmaß um die 20dB erreichen, da muss aber wirklich alles passen, sonst wird das nichts. Ich würde im besten Fall mit irgendwas um die 15dB rechnen, denn zwischen Theorie und Praxis gibt es nun einmal einen Unterschied.

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  • Ich habe mal nachgeshaut, es gibt einen PB PP2-0,50 mit 15cm, das ergibt verputzt dann ca. 17-18cm Wandstärke. Meine Schätzung der Schalldämmung lag auch ziemlich gut, Rw unterverputzt 34,x dB, beidseitig verputzt 40,xdB, also ca. 35dB und 40dB. Hier könnte man durch eine Vorsatzwand ein Vebesserungsmaß um die 20dB erreichen, da muss aber wirklich alles passen, sonst wird das nichts. Ich würde im besten Fall mit irgendwas um die 15dB rechnen, denn zwischen Theorei und Praxis gibt es nun einmal einen UNterschied.

    vielen dank für deine ausführlichen antworten. da bleibt mir wohl nicht anderes über als zu probieren und dass beste zu hoffen.

  • Bei physikalischen Problemen helfen Hoffen und Beten -meiner Erfahrung nach- nicht weiter. Besser wäre es wenn man sich zumindest auf erprobte Konzepte verlässt. Die Hersteller von Trockenbausystemen halten dafür eine Menge Lesestoff bereit.

    Bei einer Vorsatzschale sollte man versuchen die Resonanzfrequenz möglichst tief zu legen, durch entsprechende Dimensionierung des "Hohlraums" und Gewicht der Beplankung. Denkbar wäre auch, wenn man anstatt Trockenbau mit einer "massiven" Wand arbeitet, das lässt sich jedoch nicht so einfach realisieren, denn das erfordert schon entsprechende Umbaumaßnahmen.

    Bist Du Eigentümer des Gebäudes? Dann könntest Du so etwas umsetzen. Als Mieter wirst Du dafür kaum die Zustimmung des Vermieters bekommen.


    Ob Du so einfach ein Konzept mit 3 oder mehr Schalen in den Griff bekommst, da mache ich einmal ein Fragezeichen. Eine der Schalen "falsch" dimensioniert, und schon ist das Ergebnis für die komplette Konstruktion im Eimer. Die müssen miteinander harmonieren damit das Gesamtergebnis passt. Stelle Dir vor, Du hast einen Raum mit 3 Türen, da können die Türen noch so gut sein, wenn eine davon offen steht, dann war´s das mit der Schalldämmung. So ähnlich verhält es sich mit Deiner Konstruktion, und Du musst darauf achten, dass alle 3 Türen "dicht" sind. Also genau überlegen was Du machst, sonst ist die Arbeit umsonst.

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