Sollwertkorrektur bei Wolf Split-Luft/Wasser-Wärmepumpe

  • Hallo in die Runde,

    ich betreibe die oben genannte Wärmepumpe und steuere mein Haus weitgehend über Homeassistant.

    Hierzu eine Frage bezüglich der Einstellungsmöglichkeit der "Sollwertkorrektur".


    Über die Hersteller-App kann ich die Raumtemperatur dahingehend beeinflussen, dass ich den Sollwert der Heizkurve um den Wertebereich von -4,0 bis +4,0 (Grad Celcius??) einstellen kann.

    Nun habe ich eine Automation gebastelt, welche den Sollwert abhängig von der Leistung unserer PV-Anlage einstellt. Produziert die Anlage z.B. über 1500W, so steht der Sollwert auf +3,5, wenn es 600W sind, dann auf 1,5.

    Die Automation ändert den Wert, wenn die Bedingung für 10 Minuten konstant ist.


    Zur Frage: Kann ein öfteres Ändern der Sollwerteinstellung zu einem negativen Faktor führen (Verschleiß?).

    Hier würde mich eure Einschätzung interessieren.


    Danke!

  • Zur Frage: Kann ein öfteres Ändern der Sollwerteinstellung zu einem negativen Faktor führen (Verschleiß?).

    Dieses Risiko sehe ich nicht, zumal Du ja eine zeitliche Verzögerung eingebaut hast, die ein wildes hin und her verhindern sollte. Was passiert beim "Hochschalten"? Die Laufzeit der WP wird sich verlängern, im Idealfall erhöht sie auch die Leistung. Was passiert beim "Runterschalten"? Die WP legt eine längere Pause ein. Bei beiden Fällen sehe ich jetzt im Fall einer typischen Heizkurve nichts was für die WP kritisch wäre.

    Produziert die Anlage z.B. über 1500W, so steht der Sollwert auf +3,5, wenn es 600W sind, dann auf 1,5.

    d.h. Du möchtest bei viel PV Ertrag (typischerweise tagsüber, Mittag/Nachmittag je nach Ausrichtung der Module) die Wohnung überheizen, um bei wenig PV Ertrag (typischerweise am Aband/in der Nacht) die im Gebäude gespeicherte Wärme zu nutzen. Wäre interessant zu wissen, wie schnell die WP dieser Anforderung folgt, und wie sie das durch ihre Leistungsregelung umsetzt, so dass der höhere PV Ertrag auch tatsächlich genutzt wird.

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  • Danke R.B. für deine erste Einschätzung bzgl. möglicher Nachteile


    Zitat


    d.h. Du möchtest bei viel PV Ertrag (typischerweise tagsüber, Mittag/Nachmittag je nach Ausrichtung der Module) die Wohnung überheizen, um bei wenig PV Ertrag (typischerweise am Aband/in der Nacht) die im Gebäude gespeicherte Wärme zu nutzen. Wäre interessant zu wissen, wie schnell die WP dieser Anforderung folgt, und wie sie das durch ihre Leistungsregelung umsetzt, so dass der höhere PV Ertrag auch tatsächlich genutzt wird.

    Richtig. Bei uns läuft die WP momentan nur in einem Zeitraum von 12-18.00 Uhr. Die Automation greift in der Zeit von 13-16.30 Uhr. Das Haus speichert die Wärme meines Erachtens nach recht gut, die Raumtemperaturen liegen bei 20 Grad in den Schlafräumen und etwa 22 Grad in den Wohnräumen. Am morgen liegen die Werte ca. 2-3 Grad darunter, jedoch nicht unter 19 Grad. Ich beobachte die Werte aber noch nicht so lange und es fehlen noch Zeiten von deutlich unter 2 Grad Minus Außentemperatur über einen längeren Zeitraum. Subjektiv liegt die Energiersparnis bei ca. 10% - es benötigt aber noch einer längeren Beobachtung.


    Wir haben keinen Speicher, daher ist es mein Anliegen den erzeugten Solarstrom vor der Einspeisung abzugreifen und als Wärme im Haus zu speichern.

  • Die Strategie halte ich für sinnvoll. Mich wundert ein wenig, dass die RT über die Nacht um 2-3K fällt, ist wohl dem Dämmstandard bzw. der langen Absenkzeit geschuldet. Muss man als Komfortverlust halt akzeptieren.

    Ähnlich verhält es sich mit dem Überheizen. Wenn ich die RT auf über 22°C erhöhe, dann gewöhnt sich der Körper daran, und 20°C fühlen sich bereits "kühl" an. Deswegen vesuche ich die RT während meiner Anwesenheit immer so im Bereich 20-21°C zu halten, ohne große Schwankungen.


    Ich beobachte die Werte aber noch nicht so lange und es fehlen noch Zeiten von deutlich unter 2 Grad Minus Außentemperatur über einen längeren Zeitraum.

    Da könnte sich die Frage stellen, ob man mit einer Art Sockeltemperatur arbeitet, damit das Gebäude nicht zu stark auskühlt, oder gibt es noch einen zweiten Wärmeerzeuger? Die Heizkurve und deren Steilheit hat auch noch ein Wörtchen mitzureden. Mir ist es bisher nicht gelungen, nur mit der Heizkurve die RT unter allen Bedingungen konstant zu halten, Sonne und Wind lassen sich leider nicht standardisieren, zumindest nicht mit vertrebarem Aufwand. Da hilft wirklich nur die Rückkopplung über die gemessene Raumtemperatur. Deswegen habe ich im Wohnbereich einen Raumthermostat über den ich eine Art Schnellaufheizen erzwinge wenn die RT zu sehr aus dem Ruder läuft (fällt).


    Ich fühle mich nicht wohl wenn ich am Morgen aufstehe und die Bude ist quasi "kalt". Deswegen arbeite ich zwar mit einer Nachtabsenkung, beginne jedoch bereits um 03:00 Uhr mit dem wieder aufheizen. Zuerst WW, dauert ca. 15 Minuten, je nachdem wieviel WW wir am Abend davor genutzt haben, und spätestens um 03:30 Uhr wird der Heizkreis bedient. Dafür senke ich am Vormittag wieder ab, wenn die Sonne beginnt das Gebäude aufzuheizen. ABER meiner Ölheizung ist es im Prinzip egal, ob es draußen 0°C oder -20°C hat, auf den Anlagenwirkungsgrad hat das nur einen geringen Einfluss.


    Bei LWP macht sich natürlich die niedrige Außentemperatur bemerkbar, und Tiefsttemperatur im Verlauf von 24h ist meist in den frühen Morgenstunden. Da hilft wirklich nur beobachten und dann entscheiden, mit welcher Strategie man sich wohl fühlt. Ich habe meine Anlage nun 20 Jahre lang optimiert, und kenne das Verhalten des Gebäudes und der Anlage relativ gut, doch während ich früher eher bereit war auf Komfort zu verzichten, möchte ich heute nicht mehr alles dem Energiesparen unterordnen. Deswegen haben meine LWP auch nichts zu tun. Aber wer weiß, vielleicht schicke ich sie auch auf den Müll und organisiere mir irgendwann ein neues "Spielzeug". Ich verbuche das sowieso unter "Jugend forscht", denn wenn man den Aufwand bezahlen müsste, würde sich das niemals rechnen.


    Mein Tipp, weiter beobachten, und neben der Außentemperatur auch Wind und Sonne im Auge behalten. Die können Dir sonst die Optimierung verhageln, und Du verstehst erst einmal nicht, warum bisher funktionierende Einstellungen plötzlich nicht mehr ausreichen um die Soll-RT zu erreichen.

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  • Der Temperaturunterschied zum morgen ist meist dem Lüftungsverhalten der besseren Hälfte geschuldet. Sie lüftet morgens immer einmal quer, obgleich die Lüftungsanlage nachts im Winter konstant läuft (Wärmerückgewinnungsgrad ca. 83%). Das verhagelt dann die Statistik etwas ;)

    Gelegentlich heizen wir mit unserem Kaminofen im Wohnzimmer, das aber eher selten und nur an Wochenenden.


    Eine relevante Größe für das Gefühl der optimalen Raumtemperatur ist, dass neben den Kindern, meiner Frau und den Besucher es bisher niemand bei uns zu kühl empfand.

    (Ausnahme: Bad: Hier gibt es aber jeweils weitere Heizquellen)


    Die Heizkurve habe ich unter anderem mit Unterstützung aus diesem Forum vor einiger Zeit auf einen für mich angemessenen Wert eingestellt.


    Zitat von chrisy

    Mindestvorlauftemperatur: 22°

    Heizkurve Start: 18°

    Vorlauftemperatur: 30°

    ECO-ABS 10°


    Zitat von R.B.


    Mein Tipp, weiter beobachten, und neben der Außentemperatur auch Wind und Sonne im Auge behalten. Die können Dir sonst die Optimierung verhageln, und Du verstehst erst einmal nicht, warum bisher funktionierende Einstellungen plötzlich nicht mehr ausreichen um die Soll-RT zu erreichen.

    Darauf werde ich mein Augenmerk mal richten - wie gesagt, es fehlen Langzeitwerte, die ich nach 2-3 Winter erst wirklich gefunden habe.


    Wichtig ist mir, dass mein Experimentieren nicht schadhaft für die Anlage ist.

  • wirklich kritische Situationen muss die Regelung abfangen, und das Laufzeitverhalten sowie Druck und Temperatur hast Du ja sicherlich selbst im Blick.

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  • Naja, ausschließen würde ich das nicht, dass es schädlich sein kann.

    Den Wert den du hier über eine Externe Technik veränderst, ist eigentlich nicht dafür gedacht permanent einzugreifen in den Tagesbetrieb.

    Durch die Änderung kann es sehr wohl zu verschliess kommen.

    Denn ein 10 min Takt deiner Steuerung kann, auch eine 10 min Takt auf das Verhalten geben.

    Der Wert wird ja nicht gedämpft in der Steuerung, da dieser in die Berechnung direkt einfließt.

    So kann es je nach Sonnenschein zu mehrmaligen Starts und abbrüchen führen weil das Soll sich alle 10 min ändert.

    Ob hier die Mindestlaufzeit der Steuerung (Wolf) greift möchte ich in frage stellen.

    Ein Sturm zieht auf,

  • chieff: Auch dir danke für deine für deine Einschätzung!


    Die Anlage ist so konfiguriert, dass sie in den Betriebszeiten maximal 3x takten darf, d.h. (Soweit ich verstehe), sollte eine Art „Zickzack“-Verhalten vermieden sein. Ich werde das Vorhaben bei der kommenden Wartung im Vorfeld aber auch am mit Wolf besprechen. Dann natürlich nicht mit der Info, dass der Steuerung via Homeassistant automatisiert wurde, sondern ich als Endnutzer deren App intensiv nutze, in welcher die Sollwertkorrektut prominent platziert wird ;)


    Bei was ich bei deiner Anmerkung nicht ganz folgen kann, ist, dass der „wert nicht gedämpft in die Steuerung einfließet“.


    Danke euch!

  • chieff: Auch dir danke für deine für deine Einschätzung!


    Bei was ich bei deiner Anmerkung nicht ganz folgen kann, ist, dass der „wert nicht gedämpft in die Steuerung einfließet“.


    Danke euch!

    Den Wert den du da automatisiert verwendest/veränderst, wird nicht über eine Zeitgröße langsam in die Berechnung der Vorlauftemperatur einfliesen (wie beim Außenfühler), sondern hart und direkt.

    d.h. wenn deine WP wegen PV Überschuss gerade 35°C Vorlauf fährt und die Sonne kurz weg ist (so das es zum Reglereingriff kommt) wird der Sollwert durch deinen EIngriff runter gesetzt. Soltle dass dann in dem Fall auf 30°C runter fallen. könnte dies zum Kompressorstop führen.

    Je nach RL Temperatur und sonsten EInflussgrößen die die Programmierung so vorhält.

    Das ist aber eine Mutmaßung und müsste mit dem Hersteller geklärt werden.

    Ob es Energetisch sinn macht, sei mal dahin gestellt. Die durch VL Erhöhung erzeugst du dir auch einen schlechteren Wirkungsgrad, den du dir mit 7cent/kwh elektrisch einkaufst. (durch entgangene Vergütung)

    Ein Sturm zieht auf,

  • wir sollten nicht aus den Augen verlieren, dass er gerade mal um 2K absenkt. Das stellt den Regler vor keinerlei Probleme, und durch die 10 Minuten wird auch ein wildes hin und her vermieden. Auf die Anzahl der Takte wirkt sich das eher positiv aus, dashängtdavonabwiedieLeistungsregelung mitspielt. Ein Risiko für erhöhen Verschleiß sehe ich bisher noch nicht.


    Über den energetischen bzw. wirtschaftlichen Nutzen könnte man diskutieren. In meinen Augen ergibt sich dieser hier durch die lange Absenkzeit während der Nacht. Die 2K mehr oder weniger während der Tageszeit dürften dabei in den Hintergrund rücken.

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  • Ich werde es mal beobachten und mich in einigen Wochen inklusive Einschätzung von Wolf melden. Ich frage dann auch mal gezielt wie sich das auf den Kompressor auswirkt.


    PS: Heute bei gutem Sonnenschein griff die Automation übrigens nur einmal ein. Gestern bei trübem Wetter waren es zwei eingriffe in die Sollwerteinstellung. Die Automatisierung reagiert durch die Verzögerung recht träge, was mir auch recht ist.

  • Eins noch, für alle die mit YAML bewandt sind, meine Konfigutation der Automation