Attraktivität des Handwerkes - Ausbildung im Handwerk

  • Es geht inzw. so weit das viele den Master machen "müssen" weil ein Bachelor von vielen Firmen die noch Wert auf Studium legen als "unzureichend" angesehen werden. Ich habe im Familienumkreis eine Naturwissenschaftlerin, die "musste" ihren Doktor machen um am Arbeitsmarkt überhaupt irgendeine Chance zu haben.... nicht weil sie dadurch jetzt wahnsinnig viel besser für den Job geeignet wäre - ja - sie ist in der Forschung und da muss man ja natürlich Doktor sein (sagt man so...), aber es gibt einfach zu viele Konkurenten auf die wenigen Stellen und dann siegt halt Bildungsstand - und das ist leider halt meiner Meinung nach der Grund warum viele Studieren. Die kleine Webklitsche um die Ecke kann halt in die Ausschreibung schreiben "Studium" - es gibt einfach genügend Studierte..... ob es sinnvoll ist Leute 13+ Semester ihren Master machen zu lassen um dann "nur" in ner Webklitsche zu arbeiten? Unis kosten auch Geld.... Das mag jetzt abwertend klingen was ich schrieb, aber ich bin halt der Meinung das man dann halt mit einem MA überqualifiziert ist.

  • Im Gegenzug berichten viele Handwerker, dass die Bewerber, die zu ihnen kommen oder vom Amt geschickt werden, zu blöd sind, aus dem Bus zu gucken oder gelben Schnee zu erzeugen.
    Ein Maler hat mir gesagt, dieses Jahr würde es wohl das erste Mal seit 15 Jahren, das er keinen Lehrling einstellt.
    Nix dabei, was zu gebrauchen sei.

    das deckt sich mit meinen erfahrungen der letzten jahre .es wird einem angst und bange , wenn man sieht , was da von der realschule kommt . von hauptschule ................. das lassen wir besser .


    wie viel m² sind das ? (4,5 x 4 m )
    hmmm ......fünfundzwanzig? ... zwölf .... (handy raus , rechner an , ) ...(strahlen übers ganze gesicht ) achteinhalb .... :yeah::wall:

    Und das ist der gefühlte Unterschied zum Fachinformatiker, der seine Software anhand eines vorgegebenen Pflichtenhefts umsetzt mit dem, was er in der Ausbildung gelernt hat.

    heisst also , ein fachinformatiker kann keine bücher lesen ? :freaky:


    ich glaube , so einfach ist das nicht .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • das deckt sich mit meinen erfahrungen der letzten jahre .es wird einem angst und bange , wenn man sieht , was da von der realschule kommt . von hauptschule ................. das lassen wir besser .
    wie viel m² sind das ? (4,5 x 4 m )
    hmmm ......fünfundzwanzig? ... zwölf .... (handy raus , rechner an , ) ...(strahlen übers ganze gesicht ) achteinhalb .... :yeah::wall:

    heisst also , ein fachinformatiker kann keine bücher lesen ? :freaky:
    ich glaube , so einfach ist das nicht .

    Genau das was ich meine.... Um den Leuten nicht die Zukunft zu verbauen (= kein Abschluss) werden die Bedingungen für den jeweiligen Abschluss gesenkt. Dadurch hast du jedoch eine "Entwertung" des Abschlusses. Du bekommst dann also Leute die einen Realschulabschluss haben, sich bei einem weltweit agierenden Chemiekonzern bewerben, und nichtmal die chemische Formel von Wasser kennen. Oder Leute die sich bei einem Energiekonzern als Energieelektroniker bewerben und mit "Ohmsches Gesetz" nichts anfangen können. So ist das halt - es wird immer mehr dazu kommen, das Leute die aus einer Bildungseinrichtung kommen erst nochmal "vorbereitet" werden müssen bevor die nächste Instanz sie empfangen kann. Das ist schade - äusserst schade - aber da geht die Reise hin......

  • was mich auch sehr befremdet , ist die sicht vieler akademiker auf körperlich arbeitende menschen .
    weil du nicht in einem klimatisierten büro sitzt , sondern draussen im dreck wühlst , kann dein IQ nicht höher als der einer scheibe toastbrot sein ....



    dass es eine bewusste enscheidung sein kann , statt ein schlechter nullachtfünfzehnkonstrukteurmitgraduirung lieber ein richtig guter landschaftsgärtner zu werden ...... undenkbar .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Wie sieht es hier unter den Akademikern aus? Würdet Ihr Eure Kinder ins Handwerk schicken?

    Nein. Wenn Ausbildung, dann in der Industrie. Bevorzugt in einem Bereich, wo die Unternehmen in Sichtweite der Weltspitze agieren. Maschinenbau, Elektrotechnik, Logistik...
    Die mangelnde (um nicht zu sagen, nicht vorhandene) Innovationsfreude der hiesigen Handwerker duerfte auch ein Grund fuer die mangelnde Attraktivitaet des Handwerksberufs sein. Da helfen dann auch irgendwelche Imagekampagnen in der "Social Media"-Ecke nicht weiter.

  • Die mangelnde (um nicht zu sagen, nicht vorhandene) Innovationsfreude der hiesigen Handwerker duerfte auch ein Grund fuer die mangelnde Attraktivitaet des Handwerksberufs sein.

    :hä:
    ---------- 9. September 2016, 23:06 ----------
    bist du bereit , bei der handwerksleistung den emotionalen innovationszuschlag zu bezahlen , wie du es beim autokauf tust ?

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Die Attraktivität des Handwerksberufs dürfte wohl vor allem von den vielen Nachteilen und speziell der schlechten Bezahlung herrühren und weniger von der Social Media Aktivität.



    Wenn man in die Zukunft sehen könnte, könnte man seinen Kindern auch etwas raten.


    Fakt ist:
    - Viele zu meiner Zeit gehypten Ausbildungsberufe oder Studiengänge sind heute völlig bedeutungslos geworden und keiner meiner Bekannten arbeitet mehr in jener Sparte. Genauso wird es auch jetzige Zweige treffen.
    - Wir haben und werden immer mehr Überschuss an 0815 Studenten die nach Studienende nicht in jedem Berufsbild arbeiten, wie es eigentlich das Studium vorsehen würde.
    - Es bleibt abzuwarten wie Deutschland "seine Arbeitsplätze" gegen China und die Automatisierung verteidigen will. Auch wenn es Akademiker anders sehen wollen aber bei vielen Produkten gibt es gar keine Europäischen Hersteller mehr und dann wird der Bedarf an Akademiker o.ä. auch lieber von Einheimischen in den jeweiligen Ländern gestillt.
    - Das Lohnniveau ist momentan in keinem ordentlichen Lohn zu Leistungsverhältnis mehr, hier bleibt abzuwarten wie es sich weiter entwickelt.

  • Wenn man diese Tatsachen berücksichtigt und einen auf den Ausbildungsweg, auf das Niveau der Auszubildenden und auf das Ziel der Ausbildung abgestimmten Lehr- und Ausbildungsplan erstellt, ist es durchaus möglich eine komplette Berufsausbildung und eine komprimierte Abiturausbildung daraus zusammenzustellen.

    Was sollte das aber zum Ziel haben? Man muss es doch mal von der Seite sehen: Wenn du auf dem Bau arbeiten willst, wird dir die Zugangsberechtigung zur Hochschule ziemlich abgehen. Wenn du studieren willst, dann wirst du später nicht am Bau - körperlich - schaffen. Also warum sollte man es zusammen legen? Um eine breitere Masse anzusprechen? Um der Gesellschaft nach "du brauchst Bildung" zufrieden stellen?


    Mal ehrlich, selbst hier in den wenigen Post gibt es reichliches Klassendenken - was ja irgendwo normal ist. Die Möglichkeiten im Handwerk werden aber verkannt, weil sie nicht bekannt sind. Da hilft doch auch kein neuer Schulabschluss. Das Problem liegt doch nicht in der Bildung, sondern in der charakterlichen Ausgestaltung der Persönlichkeit. Kurz: Am Elternhaus.


    Die mangelnde (um nicht zu sagen, nicht vorhandene) Innovationsfreude der hiesigen Handwerker duerfte auch ein Grund fuer die mangelnde Attraktivitaet des Handwerksberufs sein.

    Kannst Du mir das erklären? Welche Innovationsfreude? Ich glaube ja die Industrie/ Der Vertrieb im Handwerk ist sehr "innovativ". So innovativ, dass es heute zu tage für Handwerker und Kunden schwer zu entscheiden ist was das richtig Produkt und der damit verbundene richtige Weg wäre. Wenn du drauf abzielen willst, dass die Ausbildung und deren Inhalt veraltet ist? Ja dann gebe ich dir Recht. Ich kann es zwar nur für mein Gewerk sagen aber die Ausbildung bereitet einen nicht auf den Alltag vor. Hast du einen schlechten Betrieb, der Dich nur fegen lässt - tjoa dann hast halt die A-Karte.


    Anstelle eines Berufsabiturs könnte man eher dort ansetzen und Verbesserungen erzielen. Ein Lehrling sollte auch mit schlechtem Ausbildungsbetrieb in der Lage sein nach dem Abschluss auf dem Markt zu taugen. Da helfen mir Inhalte die seit Jahrzehnten vermittelt werden nicht viel weiter. Hier könnte man mehr anpassen, wenn die Strukturen nicht so derart langsam wären.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • :hä: ---------- 9. September 2016, 23:06 ----------
    bist du bereit , bei der handwerksleistung den emotionalen innovationszuschlag zu bezahlen , wie du es beim autokauf tust ?

    Mal davon abgesehen, das ich meine Autos sehr emotionslos kaufe (und fahre)...ich kenne einige Handwerker, deren Technik und Technologie sich in den letzten 30,40,... Jahren nicht nennenswert geaendert hat. Schmiedemeister, Steinmetz, Maler, Friedhofsgaertner...sind da nur ein paar Beispiele. Ich kenne aber kaum Autohersteller, Maschinenbauer, Logistiker...die noch wie vor 10-15 Jahren arbeiten. Und die wenigen Industrien, die das tun (z.B. der klassische Zeitungsdruck), stehen am Abgrund. Oder sind schon einen Schritt weiter.
    ---------- 10. September 2016, 00:18 ----------

    Kannst Du mir das erklären? Welche Innovationsfreude? Ich glaube ja die Industrie/ Der Vertrieb im Handwerk ist sehr "innovativ".

    Ja, eben. Die Innovationen kommen fast ausschliesslich vom Hersteller, also aus der Industrie.

  • Ich habe ja nur den subjektiven Blick anhand meiner Studienrichtung.


    und genau das ist der Fehler. Man muss einfach mal über den Tellerrand schauen, es gibt ja nicht nur Informatiker auf dieser Welt, und das Handwerk besteht nicht nur aus Friseuren.
    Ein weiterer Fehler ist, wenn man seinen Job nur auf das mögliche Einkommen reduziert. Ich kenne Rechenknechte, natürlich mit Dipl., deren Einkommen ist....na ja, ich nenne es mal "moderat". Gefangen in der Tretmühle der Großkonzerne, mit Tarifsystem und den üblichen Steigerungen, und mit wenig Chancen auf eine Karriere. Irgendwann zu alt um überhaupt noch die Stelle zu wechseln, geht´s dann irgendwann mit Tarifstufe x in Rente.


    Wenn es wirklich nur um´s Einkommen geht, dann müsste man sich fragen, ob man als Angestellter, egal ob Industrie oder Handwerk, überhaupt irgendwann einmal über ein hohes Einkommen verfügen wird. Als angestellter Geselle in einem Handwerksbetrieb sind meine Karrieremöglichkeiten genau so begrenzt wie als angestellter Informatiker mit Hochschulabschluss in der Industrie. Wer da nicht über die notwendigen Verbindungen und eine gehörige Portion Glück verfügt, wird es niemals bis an die Spitze schaffen.


    Ich sage immer, die Berufsausbildung bzw. der Abschluss ist nur die Eintrittskarte, was man daraus macht, das entscheidet sich im Berufsleben.


    Es gibt Berufe, für die benötigt man zwingend einen Hochschulabschluss, oftmals hat man auch nur dann (Karriere)chancen wenn man im Anschluss noch promoviert, in einigen Fällen nur dann wenn man im Anschluss daran auch noch eine weitere Fachausbildung anschließt. Nicht selten ist man dann > 30 oder gar 35 Jahre alt bis man den ersten Euro verdienen kann, und man fällt nicht automatisch in hohe Gehaltsstufen. Selbst wenn man diesen langen Weg wählt, dauert es seine Zeit, bis man sich einmal in attraktiven Regionen bewegt, sofern man diese überhaupt erreicht (siehe Verbindungen, Glück etc.).
    Wenn man sich bereits in jungen Jahren darüber im Klaren ist, dass man diesen Weg gehen möchte (und kann), dann ergibt es keinen Sinn, wenn man zuerst eine handwerkliche Ausbildung beginnt. Aber wer kann im Alter von 16 Jahren bereits solche Entscheidungen treffen? Nicht selten wird die Entscheidung dann durch Wunschdenken der Eltern ersetzt.


    Es gab mal Zeiten, das musste man als Jugendlicher schauen, dass man irgendetwas findet, um möglichst schnell Geld verdienen zu können. Heute stehen einem alle Türen offen, man muss keine 100T€ haben um sich Bildung erst einmal leisten zu können. Man muss sich auch nicht mit 15 Jahren schon entscheiden, welchen Weg man gehen möchte, und man braucht auch keinen vermögenden Eltern um überhaupt erst einmal eine Chance zu haben.

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    .

  • Ich hätte gerne eine handwerkliche Lehre gemacht, am liebsten Schreiner. Möglichkeiten gab es genug damals.
    Aber zeitlich gesehen klappte das nicht: Abitur mit 19, 18 Monate Bundeswehr, Studium - irgendwann willst Du ja auch mal das Arbeiten (sprich Geldverdienen) anfangen.

  • Ein weiterer Fehler ist, wenn man seinen Job nur auf das mögliche Einkommen reduziert....

    ich konnte von meinem lehrgeld eigentlich ganz gut leben.


    etwas neidisch war ich nur auf die gipser, die haben mehr
    bekommen.... :D

  • ich konnte von meinem lehrgeld eigentlich ganz gut leben.
    etwas neidisch war ich nur auf die gipser, die haben mehr
    bekommen.... :D

    Ausbildungsvergütung ist eine Sache, meist denkt man aber doch etwas weiter. ;)

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  • tja, arbeiten und vergütung ist halt so eine sache.
    im handwerk ist man geselle.
    vielleicht irgendwann meister. dann ist aber schicht
    im schacht. ob sich die meisterausbildung finanziell
    "gelohnt" hat, weiß keiner.


    ob sich ein studium finanziell "lohnt", weiß auch keiner...
    spaß sollte er machen, der job. das ist das wichtigste,
    denke ich.

  • spaß sollte er machen, der job. das ist das wichtigste,
    denke ich.


    Genau so ist es. Wenn man keinen Spaß an seinem Job hat, wird man diesen nicht dauerhaft ausüben können. Irgendwann kommt der Punkt, da schmeißt man (zumindest gedanklich) alles hin. Entweder man macht dann einen Reset oder die Arbeitsleistung geht in Richtung Null. Es gibt auch die ewigen Studenten, die gar kein Interesse daran haben ihr Studium abzuschließen, weil sie von vornherein den falschen Weg gewählt haben und die Motivation am Boden liegt. Das gilt analog auch für Ausbildungen im Handwerk, die Jugendlichen sollen den väterlichen Betrieb übernehmen, obwohl sie darauf gar keine Lust haben. Nicht selten wird dann der Betrieb über kurz oder lang an die Wand gefahren.


    Ob sich eine Ausbildung finanziell lohnt, das hängt davon ab, was ich daraus mache. Ich habe oben nicht umsonst den Punkt Selbständigkeit angesprochen. Ich kenne sowohl Handwerksmeister als auch Industriemeister oder Techniker, die sehr erfolgreich einen eigenen Betrieb führen. In einem Fall mit zwischenzeitlich über 800 Mitarbeitern weltweit. Das funktioniert aber nur, wenn man neben einer fachlichen Ausbildung, auch die entsprechenden Charaktereigenschaften mitbringt, und dann braucht man noch die bekannte Portion Glück.


    Die Menschen sind glücklicherweise nicht alle gleich, und es wäre ein Fehler wenn man davon ausginge, dass die erste Berufsentscheidung eine endgültige Entscheidung ist. Die Zeiten sind vorbei. Früher war es nicht selten, dass ein Handwerksbetrieb über Generationen geführt wurde, oder dass Großvater, Vater und Enkel im gleichen Industriebetrieb gearbeitet haben. Auch im akademischen Bereich war das üblich, Sohn/Tochter soll die Arztpraxis, Architekturbüro, Kanzlei, oder was auch immer übernehmen. Da hat niemand gefragt, ob die nächste Generation das überhaupt möchte (oder kann), das wurde schlichtweg vorausgesetzt. Manchmal hat es funktioniert, manchmal ging es auch mächtig in die Hose. Heute gibt es viele Möglichkeiten, und manche entscheiden erst im Lauf ihres Berufslebens, welchen Weg sie endgültig gehen wollen. Ein Bekannter hat mit einer Lehre im Einzelhandel begonnen, und hält heute eine Professur für BWL. Als er seine Ausbildung begonnen hat, konnte er sich noch gar nicht vorstellen, wie sein Berufsweg letztendlich aussehen wird.


    Man kann auch im Handwerk sehr erfolgreich sein, das sehe ich beispielsweise in meiner Verwandtschaft. Wer mit Leib und Seele an seinem Beruf und seinem Betrieb hängt, und sich dementsprechend einsetzt, der wird auch erfolgreich am Markt bestehen können, und das Einkommen ergibt sich dann fast schon automatisch.


    Ich bin froh darüber, dass mich meine Eltern nie in eine bestimmte Richtung gedrängt haben, und deswegen kam mir auch nie in den Sinn, meinen Kindern vorzuschreiben, welchen Weg sie gehen sollen. MIr war immer nur wichtig (siehe oben), dass es voran geht, das war die einzige Voraussetzung für meine Unterstützung.

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  • Es stimmt, dass man an seinem Job Spass haben muss, um ihn ein Leben lang auszuüben und jeder jedwede Möglichkeiten hat, mit viel Einsatz und Motivation jedwede Ziele zu erreichen


    Der Threadersteller hatte ja gefragt "Wie sieht es hier unter den Akademikern aus? Würdet Ihr Eure Kinder ins Handwerk schicken?" Wenn man sich das Bild im Artikel anschaut, geht es tendziell bei der Frage wohl ums Bauhandhandwerk.


    Wenn dann der Spross nach der 9. Klasse mit 15 entscheidet: Ich habe keinen Bock mehr auf Schule, ich geh jetzt auf den Bau, würdet Ihr das dann zu 100% gutheißen und ihn in seiner Entscheidung bestärken? Und er verbaut sich ja keinen Weg, weil er kann ja theoretisch sein Abi in der Abendschule nachholen und über zig (Irr)wege irgendwann noch BWL-Professor werden.


    Oder würdet ihr versuchen, dem Kind ins Gewissen zu reden, dass er seine Entscheidung doch bitte nochmal überdenken sollte?

  • Sodele, jetzt kann ich mich auch zu Wort melden, ihr schreibt ja wie die Weltmeister! Vorsicht, nun wirds laaaang!


    Mal von verschiedenen Perspektiven betrachtet:
    1) eigener Werdegang:
    Das Kind ist schlau, also macht es Abi und studiert dann. Eigentlich wollte ich Biologie ( oder wahlweise Bio/Chemie als Gymnasiallehrer) oder Tiermedizin studieren, für das alles hat der Notenschnitt (2,3) nicht gelangt. Mir fiel nichts ein damals, ich war extrem ausgelaugt vom Abi und wollte eigentlich ne zeitlang nur meine Ruhe, da kam mein Vater mit Architektur. Durch die Nachwendezeit wurden im Osten Studis händeringend gesucht und so kam ich 91 als erster Wessijahrgang nach Cottbus.
    Für das Studium braucht man aber Herzblut, das ich damals nicht hatte, zudem habe ich zum ersten Mal in meinem Leben die Erfahrung gemacht: Selbst wenn ich mich richtig massiv reinhänge, kann ich dennoch miese Noten haben ( das kannte ich bis dato noch nicht)
    Nach dem Grundstudium im Hauptstudium viel zuviel Scheine angefangen, Tag und Nacht gearbeitet, im 6. Semester burnout... dann 1 Jahr Pause mit Praktika in verschiedenen Berufen, dort die Erkenntnis: Handwerk schaffe ich rein körperlich mit meinem Rücken nicht, in Architektur gibts nach dem Studium im Beruf viele Dinge, die mir liegen und die mir Spaß machen: Ausschreibungen, Bauleitung, allgemein Zahlen und Analysen.
    Den Rest kann man imProfil nachlesen...


    Rückblickend würde ich sagen: Dieses Schnuppern hätte ich schon füher gebraucht, Beruf mit Abitur finde ich ne ganz tolle Sache, weil man da auch in ne andere Welt reinschnuppern kann.


    @Verdienst: Ich bin in der klassischen Verlierergruppe bei der Rente: Spät angefangen zu arbeiten, teilweise arbeitslos, teilweise nur Teilzeitbeschäftigungen möglich. Später Elternzeit und weiterhin Teilzeit. Mit unserer Familie auch gar nicht anders möglich.


    Mein Chef als Schorni verdient deutlich besser als ich und als so mancher Studierte. Er hat eine Nase, wo man wie Geld holt. Mich nervt das Runterschauen von so manchem Studierten auf Handwerker. Beim Studium gibt auch genügend dummschwätzende Pappnasen. Abitur oder gar Hochschulabschluß heißen für mich noch lange nichts.Im Handwerk habe ich dafür viele viele kennengelernt, die wirklich ihr Handwerk verstehen, über den Tellerrand blicken etc. Gibt überall solche und solche.


    2) Meine Kinder
    Mein Großer geht aufs Gymi, weil das die Art von Schule ist, die am besten zu ihm passt.Zum ersten Mal fühlt er sich wohl. Wie es weitergeht - das lasse ich gelassen auf mich zukommen, vielleicht macht er Abi, vielleicht wechselt er mal die Schule. Wer weiss das schon, er ist in der Unterstufe. Handwerk würde ihm evtl. Boden unter den Füßen verleihen oder auch überfordern, da der Kopf oft mit komplizierten Gedanken gefüllt ist. Es muss halt passen, er soll Spaß haben an der Arbeit!
    Mein Jüngster- da kann ich nur von Jahr zu Jahr sehen. Er kann inzwischen Lesen und Schreiben und ich bin megastolz darauf, da ich nicht erwartet hatte, dass das je möglich sein würde. Arbeiten auf einem Hof könnte ich mir momentan vorstellen, aber wer weiß, was die Zukunft bringt. Er hat uns oft genug positiv überrascht. Er ist aufgrund eines Sauerstoffmangels bei der Geburt und Frühgeburt entwicklungsverzögert und daher weiß niemand wo die Reise mal enden wird.


    Zusammenfassend: Beruf mit Abitur fände ich toll, ich fände auch ein Jahr Bufti für alle verpflichtend ne gute Sache: Entweder kann man dann schon mal in ein Feld reinschnuppern, wo man ohnehin hinwollte oder man kann mal ein Jahr was ganz anderes machen und Neues kennelernen.Ich fände es wirklich gut, wenn auch ein zukünftiger Student mal handwerklich gearbeitet hat und sei es eben nur ein Jahr.wir profitieren auch jetzt immer nich davon, dass meinMann viel Ferienarbeit auf dem Bau gemacht hat
    ---------- 10. September 2016, 10:32 ----------

    Nein, aus oben genannten Gründen nicht. Vor allem auch, weil ich im engsten Bekanntenkreis folgende Erfahrung gmacht habe: Kind macht Schulabschluß, macht ne Ausbildung ( im Heizungsbau), macht den Abschluß, arbeitet dort noch ne zeitlang und merkt: " Ich will was anderes." Macht die BOs, fängt an zu studieren und zieht das Studium durch mit extrem viel Einsatz, da es nicht unbedingt zu denen gehört, denen Lernen leichtfällt. Die Motivation ist aber so hoch und unser Bildungssystem zum Glück so durchlässig, dass dies möglich ist.


    Beispiel: Mein Mann: Anfangs Gymi, dann Wechsel auf Realschule, dann FOS, dann 2 SemesterE-Technikstudium, danach Ausbildung zum Diakon, später Studium zum Heilpädagogen...


    Und so weiter und so fort, ich kenne so viele Biogrphien, die nicht stringent eine Linie verfolgen, sondern die Richtung wechseln. Frage ist am Schluß: Bin ich zufrieden so und diese Frage kann ich beispielsweise mit Ja beantworten. Ich hätte gerne mehr Geld, das schon, aber eigentlich passt es und reicht auch.Dafür habe ich nen netten Chef und die Möglichkeit, mir die Zeit frei einzuteilen und von zu Hause auszu arbeiten. Und diese Zeit für die Kids ist mir wichtig.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Wenn man sich das Bild im Artikel anschaut, geht es tendziell bei der Frage wohl ums Bauhandhandwerk.


    Bauhandwerk wäre zwar zum Forum passend, aber ich würde nicht von einem Bild auf den Zweck eines Artikels schließen. Das Nachwuchsproblem gibt es nicht nur im Bauhandwerk.




    Wenn dann der Spross nach der 9. Klasse mit 15 entscheidet: Ich habe keinen Bock mehr auf Schule, ich geh jetzt auf den Bau, würdet Ihr das dann zu 100% gutheißen und ihn in seiner Entscheidung bestärken? Und er verbaut sich ja keinen Weg, weil er kann ja theoretisch sein Abi in der Abendschule nachholen und über zig (Irr)wege irgendwann noch BWL-Professor werden.


    Oder würdet ihr versuchen, dem Kind ins Gewissen zu reden, dass er seine Entscheidung doch bitte nochmal überdenken sollte?


    Was passiert, wenn Du versuchst ihn zu drängen, weiter die Schule zu besuchen? Wenn er keinen Bock hat, dann braucht man über Noten noch nicht einmal nachdenken, geschweige denn über ein Abitur. Selbst wenn er das Abitur bestehen würde, was will er mit einem Abinotenschnitt von vielleicht 3,x oder 4? Das Papier ist vorsichtig gesagt wertlos. Dann hat er 3 Jahre in den Sand gesetzt für nichts. Es ist auch fraglich, ob er dann in den 3 Jahren das Wissen mitbekommen hat, das er für ein Studium benötigt, d.h. selbst wenn er einen Studienplatz bekäme, die Chance dass er da vorankommt ist gering. Er muss erst einmal viele Semester das aufarbeiten was er in den 3 Jahren nicht mitbekommen hat.


    Es gibt Jugendliche die haben einen Plan und ein Ziel, das kann Abi, Studium, Job sein, aber dieser Weg ist nicht für jeden geeignet. Für mich war im Alter von 15 Jahren schon klar, in welche Richtung ich gehen möchte, doch es kann auch völlig anders laufen. Wenn ich daran denke, mit wievielen Kommilitonen ich mein Studium begonnen habe, und wieviele davon noch bis zum Hauptstudium übrig waren, dann kann ich nur sagen, 2 Jahre für nichts.

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  • Ja, ich kann es nicht erzwingen. Meine Begeisterung würde sich trotzdem in Grenzen halten.


    Unsere Ausbildungswege waren recht klar ohne Umwege, Abi problemlos, Zivi, gutes Studium, aus den Studium heraus die erste Stelle bekommen ohne sich irgendwo bewerben zu müssen und seit 10 Jahren noch immer beim ersten Arbeitgeber. Bei meiner besseren Hälfte ähnlich.


    Ich bin daher in meiner Sichtweise etwas eingeschränkter, weil ich selber keine solchen Erfahrungen gemacht habe wie Anda in ihrer Familie. Und wenn es bei unseren Kindern auch so einfach und gut laufen würde, wäre ich nicht unglücklich darüber.

  • Einen Schulwechsel oder so würde ich ganz so einfach aber auch nicht machen lassen. Aus einer Laune heraus sollte es nicht stattfinden, sondern geklärt sein. Nichtsdestotrotz, in vielen Biografien finden sich Brüch und oftmals sind es genau diese, die einen weitergebracht haben.

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  • Man muß auch mal bedenken, dass es viele Leute gibt, die gar keinen Aufstieg oder Führungsrolle ( und den damit verbundenen Stress ) haben wollen, die sind mit dem zufrieden, was sie haben und je nachdem wie man es seinen Kiddies vorlebt, denke ich, ist die spätere Spur schon ein wenig vorgegeben. Beeinflussen würde ich meine Kinder auch nicht, ich würde ihnen sagen was ich darüber denke ( Vorteile und Nachteile aufzählen, die man mit bspw. 15 oder 16 Jahren gar nicht sieht oder bedacht hat ), aber ansonsten, solange es vorwärts geht, würde ich die Entscheidung meinen Kindern lassen. Mein Papa hat mir auch gesagt, überleg dir das gut mit Dachdecker, ganze Jahr draußen, egal welches Wetter, körperlich anstrengend, gefährlich usw., aber nachdem es für mich feststand, dass ist der Beruf den ich haben will, hat er mich überall unterstützt. Es muß auch keiner in seinem Leben gebaut haben, dem einen reicht die Mietwohnung, hier muß man sich um fast nichts kümmern, der nächste kauft eine Bestands-Immobilie und macht sie sich teilweise sehr schön zurecht. Ich kenne genug Leute, die für sich sagen: klar könnte ich mehr verdienen durch Fortbildung usw. aber will ich das wirklich, und vor allen Dingen für welchen Preis??? Was nutzen die paar Euros mehr, wenn den Kinder nach 5 Tagen mal auffällt, dass ihr Papa für eine Geschäftsreise weg ist ?
    Ich würde auch gerne mit meinen Kinder im Sommer ab 16:00 Uhr im Freibad oder am See liegen, aber sie wissen halt auch, dass das nicht funktioniert, wobei ich mir immer einen Tag in der Woche nehme, wo sowas funktioniert, meine Kinder sind nur einmal klein, die Zeit kommt nie wieder.
    Einfach mal NEIN zu sagen, musste ich aber auch erst noch lernen. Arbeit ist nicht alles.

  • Ja, ich kann es nicht erzwingen. Meine Begeisterung würde sich trotzdem in Grenzen halten.

    Sollen Deine Kinder für Dich lernen oder für sich selbst? Was sollen sie machen, wenn Du mal nicht mehr dahinter stehen kannst? Ich bin froh darüber, dass ich meine Kinder zur Selbständigkeit erzogen habe, selbst denken, handeln, und Verantwortung übernehmen. Wenn man Kindern alles vorgibt, ja fast schon vorschreibt, dann werden sie das niemals lernen. Das sind aber Charaktereigenschaften die man im Leben braucht, erst Recht im Berufsleben.
    Wie es auch laufen kann, das sehe ich gerade bei einer Bekannten. Die Tochter kann anscheinend auch die Wünsche der Eltern, vor allen Dingen der Mutter, nicht erfüllen. Das gibt jeden Tag Stress, und es würde mich nicht wundern, wenn sie ihren Schulabschluss vergeigt. Die Noten reichen gerade so für eine Versetzung, wenn alle Augen, inkl. Hühneraugen, zugedrückt werden. Was aber macht die Mutter? Anstatt die Trotzhaltung zu entschärfen, wird jeden Tag noch einmal nachgelegt.

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  • Technologie sich in den letzten 30,40,... Jahren nicht nennenswert geaendert hat. Schmiedemeister, Steinmetz, Maler, Friedhofsgaertner.

    tja , karo , wen du jetzt als bananebeispiel völlig vergessen hast , ist der pflasterer .da hat sich seit ein paar tausend jahren nix verändert ....


    und zu dem emotionslosen autofahren :ich wünschte mir , man könnte noch "ehrliche" autos kaufen könnte .so ohne einen haufen geschisse , das kein mensch braucht .hunderte von sensoren , kilometer kabel , und wwi .... das brauche ich alles nicht .
    bin dabei wahrscheinlich einer der wenigen .

    Ich bin froh darüber, dass ich meine Kinder zur Selbständigkeit erzogen habe, selbst denken, handeln, und Verantwortung übernehmen. Wenn man Kindern alles vorgibt, ja fast schon vorschreibt, dann werden sie das niemals lernen. Das sind aber Charaktereigenschaften die man im Leben braucht, erst Recht im Berufsleben.

    das mit der verantwortung , das ist das , was die heutigen hubschraubereltern versäumen ihren kindern beizubringen .
    und deswegen werden teiche eingespert oder umgebracht :D ,alle die die verweichlichte brut böse anschauen verklagt und das andere elend .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Ja, eben. Die Innovationen kommen fast ausschliesslich vom Hersteller, also aus der Industrie.

    Dann sag uns doch mal was Du anders machen würdest? Wie schlägt man "innovativ" ein Nagel in die Latte, Wand what ever? Wie deckt man "innovativ" ein Dach? Aber was hat das am Ende mit der Attraktivität des Handwerkes zu tun? Kann ich nur mit Innovationen einen Job mit Spass ausführen? Nein, dazu braucht es keine Innovationen - außer man will ein Aparat an Wasserköppen die sich um etliches Gedanken machen was praktisch völlig anders abläuft. Den Apparat haben wir schon jetzt, die mit "kreativen Innovationen" versuchen das Rad neu zu erfinden.


    Serienfertigung in der Industrie und Einzelfertigung im Handwerk kann man nicht vergleichen. Das Thema hatten wir schon bezüglich eines Hauses von der Stange.


    Kommen wir aber zur Eingangs gestellten Frage.


    Viele sagen ja, der Verdienst ist zu gering. Im Endeffekt frage ich mich wie viele Akadamiker mit 4k Brutto oder ähnliches anfangen? Das mag für einige Zweige sicherlich die Regel sein und da geht vermutlich noch mehr. Aber wenn wir mal in die Überschuss-Studiengänge reinsehen? Wie viele verdienen 2,5k Brutto? Ich kenne einige, die für weniger arbeiten gehen - uns das Studium noch abzahlen müssen. Ein fertig ausgebildeter Junggeselle im Dachdeckerhandwerk im Tarifsektor West verdient zwischen 2,2-2,5k Brutto. Nach einigen Jahren sind auch 3,0k möglich, wenn die Leistung entsprechend gut ist und man es verlangen kann.


    Ich finde das jetzt nicht soooo wenig. Klar gibt es andere Gewerke die weniger verdienen. Interessant wäre mal zu ergründen warum es so wenig gibt? Na vermutlich weil der Ruf und das Ansehen in der Gesellschaft nicht ausreicht den Menschen ihren Verdienst zu zusprechen. Nur wer ist die Gesellschaft? ;) Hier wäre aber nicht das Handwerk gefragt, mit Werbekampagnen attraktiver zu wirken. Nein, hier wäre vom Staat Einfluss nötig. Beruflich zugeschnittene Maßnahmen für den körperlichen Verschleiß zu entwickeln. Keiner kann im jetzigen Rentenmodell am Bau tätig sein, der Jahrzehnte sein Körper strapaziert hat. Da kann das Handwerk aber nichts zu, sondern einzig die Politik. Da helfen auch nicht irgendwelche Gewerksinternen Rentenmodelle und am Ende "mehr" zu haben.


    Sicherlich könnte man bei der Arbeitszeit, der Urlaubszeit und der körperlichen Belastung kreativ, innovativ sein und Konzepte entwickeln (Unternehmerseitig) die eben nicht danach wirken "mit 40 bist du auf". Aber das sind am Ende auch nur Tropfen auf den heißen Stein. Der Punkt für mich ist schlicht und ergreifend die Erziehung, beziehungsweise die Jobwahl der Eltern. Ich glaube nicht, dass ein studierter IT-Mensch am Ende mit Sohnemann in den Wald fährt, Holz macht, im Garten den Schuppen baut oder in irgendeiner Art und weise handwerklich mit dem Sprößling interagiert. Wie will das Kind also auch Interesse daran finden? Dann noch eine Portion "Kind mach das lieber nicht, das versperrt dir die Zukunft" und schwupps sind wir da wo wir sind.


    Die Arbeiterklasse wird immer kleiner, weil seit Jahrzehnten der Trend zur hohen Schulbildung geht. Andere Abschlüsse außer das Abitur in der Vergangenheit massiv abgewertet wurden. Wir haben zwar kein Kastensystem aus Indien aber es verhält sich doch meist so, dass die Kinder aus Arbeiterfamilien auch eher Bezug zur Arbeiter üblichen Berufen hat. Das liegt sicherlich auch zum Teil an früh kindlichen Erfahrungen durch den Vater oder die Mutter. Wenn aber eben diese Klasse immer kleiner wird, wird auch der Zustrom kleiner. Schaut man sich noch die gesellschaftliche Stellung an, ist es doch klar das auch Arbeiterfamilien etwas "besseres" wollen für ihre Kinder.


    Ich glaube einfach der Teil von "nicht zu doof aber auch nicht bestrebt an Aufstiegsmöglichkeiten" wird immer kleiner. Es gibt nur noch schwarz oder weiß. Die graue Masse dazwischen wird meiner Meinung nach immer kleiner.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Der Punkt für mich ist schlicht und ergreifend die Erziehung, beziehungsweise die Jobwahl der Eltern. Ich glaube nicht, dass ein studierter IT-Mensch am Ende mit Sohnemann in den Wald fährt, Holz macht, im Garten den Schuppen baut oder in irgendeiner Art und weise handwerklich mit dem Sprößling interagiert.


    Gerade bei Berufen, in denen man den Tag am Schreibtisch verbringt und immaterielle Kopfarbeit leistet, sucht man in der Freizeit einen entsprechenden Ausgleich. Mein Vater als Dipl.-Ing. arbeitet in seiner Freizeit gerne mit Holz. Ich fand es als Kind absolut faszinierend, wie aus einem Haufen Bohlen nach Zuschnitt und Drechseln auf einmal ein Treppengeländer wurde. Es kam mir aber irgendwie nicht in den Sinn, Schreiner zu werden. Trotzdem kann ich heute mit meiner Tischkreissäge umgehen.


    Bei meinen Kindern läuft es genauso. Die haben alle schon mit einer PUK-Säge wie der Papa gesägt, mit dem Handbohrer begeistert Löcher gebohrt und Schrauben reingedreht oder neue selbst entworfene und gebaute Teile für die Holzeisenbahn geschmirgelt. Der IT-Job schließt bei uns auf jeden Fall handwerkliches Arbeiten in der Freizeit nicht aus, eher das Gegenteil ist der Fall.


  • Viele sagen ja, der Verdienst ist zu gering. Im Endeffekt frage ich mich wie viele Akadamiker mit 4k Brutto oder ähnliches anfangen? Das mag für einige Zweige sicherlich die Regel sein und da geht vermutlich noch mehr. Aber wenn wir mal in die Überschuss-Studiengänge reinsehen? Wie viele verdienen 2,5k Brutto? Ich kenne einige, die für weniger arbeiten gehen - uns das Studium noch abzahlen müssen. Ein fertig ausgebildeter Junggeselle im Dachdeckerhandwerk im Tarifsektor West verdient zwischen 2,2-2,5k Brutto. Nach einigen Jahren sind auch 3,0k möglich, wenn die Leistung entsprechend gut ist und man es verlangen kann.


    Du machst hier einen Denkfehler bei Deinem Vergleich. Wie alt ist der Geselle mit Abschluss, und wie alt der Akademiker? Ein Dachdecker mit Meisterbrief in der Tasche verdient mehr als Du angesetzt hast.
    Richtig erkannt hast Du, dass Akademiker nicht gleich Akademiker ist. Es gibt auch Taxifahrerdiplome, also Studiengänge, nach deren Abschluss man keinen Job findet. Wer sich auf einen Studiengang stürzt, der gerade "trendy" ist, läuft Gefahr, dass bei der Menge an Absolventen die Betriebe die Gehälter drücken, schließlich hat man die freie Auswahl.
    Nicht vergessen, was ich oben schon geschrieben habe, dass die Gehälter auch sehr stark von der Region und Arbeitgeber abhängen.


    Was man noch betrachten muss, und da sind Akademiker meist im Vorteil, dass die Gehaltsentwicklung eine höhere Dynamik hat als im Handwerk. Das setzt aber auch entsprechende Flexibiliät voraus, Arbeitgeberwechsel, Umzug in eine Region mit attraktiven Arbeitgebern (und damit meist deutlich steigenden Lebenshaltungskosten), und natürlich entsprechende Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen.

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  • was übersehen wird , die "studiertenjobs" jetzt schon anfangen knapp zu werden .


    einmal durch auslagerung , und zweitens wiel die innovation die innovation schon teilweise selbst erledigt ....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • was übersehen wird , die "studiertenjobs" jetzt schon anfangen knapp zu werden .


    einmal durch auslagerung , und zweitens wiel die innovation die innovation schon teilweise selbst erledigt ....


    Betrachten wir den technischen Bereich, dann könntest Du Recht haben. Es sind ja teilweise komplette Branchen verschwunden. Akademiker gibt es aber nicht nur im technischen Bereich.

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