Hallo zusammen,
ich plane zurzeit einen Neubau der Terrasse (inkl. 4cm Tieferlegung - nachfolgendes Gelände wurde bereits vermessen) und bin zunächst mit der Fensterlaibung beschäftigt. Für die gegebenen Verhältnisse (Z-Folie zu kurz abgeschnitten und nicht an Kellerwand heruntergeführt) hat der Vorbesitzer die Terrasse damals zu hoch gesetzt, zuliebe des barrierefreien Eingangs. Dies führt nun zu Staunässe im Erdgeschoss, und bei Starkregen von der Kellerdecke tropfendem Wasser, wie bereits in meinem vorherigen Beitrag diskutiert wurde.
Vor der Terrasse befindet sich ein 370cm langes Fenster auf der Laibung (Kellerwand, Hüttensteinmauerwerk, keine WW). Der Erdgeschoss Bodenbelag ist 13cm höher als die zukünftige Oberkante Terrassenbelag d.h. einerseits werden es zukünftig nicht mehr wirklich "bodentiefe Fenster" sein sondern eine kleine Stufe zur Terrasse hinunter, aber andererseits wird m.E. die "Regelanschlusshöhe 150mm" nicht ganz erreicht. Den alten Terrassenbelag habe ich bereits von der Laibung entfernt, was mir die dort befindliche Dichtfolie, welche ohnehin Abdichtungslücken hatte, unterspült war, und auch nicht ansatzweise am unteren Fensterrahmen hochgeführt war, gleich mit zerrissen hat. Das macht nun eine neue Abdichtung erforderlich. Anschließend möchte ich die Laibung zeitlos (unabhängig vom Terrassenbelag) gestalten - z.B. mit begehbaren Granit-Fensterbänken. Somit muss bei einem eventuellen zukünftigen erneuten Wechsel des Terrassenbelags die Laibung nicht erneut aufgemacht werden, was ohnehin die neue Abdichtung wahrscheinlich dann wieder beschädigen würde.
Frage: Was haltet ihr generell von der Idee in dem Bereich handelsübliche Granitfensterbänke zu verbauen? Man sieht es ja öfters, und optisch kann es sich durchaus sehen lassen. Habt ihr alternative Ideen was man mit der Laibung machen sollte? Eine Laibungsrinne zur Entwässerung (Anschluss an Kanal wäre durchaus möglich, siehe Bild) möchte ich eigentlich vermeiden, weil ich wegen dem unvorteilhaft geplanten Lichtschacht für meinen Geschmack schon mehr als genug "begehbares Gitter" im Durchgangsbereich habe, UND weil die Fenster eben nicht ganz "bodentief" sein werden aufgrund Tieferlegung der Terrasse. Gleichzeitig möchte ich aber für den immer häufiger auftretenden Starkregen gerüstet sein wenn er mal eintritt (Terrasse Westseite). Was würdet ihr persönlich machen?
Der Vorbesitzer hatte ein selbstgebautes Aufstockelement auf den Lichtschacht gelegt, eine spartanische selbst geschweißte Konstruktion, Sicherheitsstifte vom Rost abgetrennt, um das Gitterrost letztendlich an die zu hohe Terrassen-Oberkante anzugleichen. Hier auf allen Bildern ist bereits der Ursprungs-Zustand wiederhergestellt mit neuem Gitterrost. Man sieht nun deutlich den Höhen-Unterschied zwischen zu hohem Terrassenbelag und dem m.E. auf korrekter Höhe installiertem Lichtschacht.
Ehemaliges Design der Laibung (Foto bei Starkregen aufgenommen). Vorzugsweiser Alternativ-Vorschlag zur Laibungsrinne: entlang der gelben Linie eine übliche Entwässerungsrinne mit Anschluss links zum Kanal (Pfeilrichtung) ?
Frage 2 zur Ausführung für Konzept "Granitfensterbank" : Für die Sanierung der Laibung mit Granitfensterbänken habe ich folgendes geplant, und würde gerne eure Meinungen dazu wissen. Die einzelnen Schritte sind nummeriert und in der Skizze unten wiederzufinden.
1. Herstellung flexible Hohlkehle mit 2K-Dichtmörtel "Gummi-Mörtel": zwischen Kellerwand-Oberkante und dem vertikalen Aufstand unterhalb des Fensterrahmens. Gedacht als Gleitlager zwischen den beiden Bereichen, bevor die (eher unflexible?) Ausgleichsmasse dran kommt, sowie als letzte Abdichtungsschicht.
2. Erhöhung der Laibung um ca. 3-4cm sowie Erstellung Gefälle von 1-2% mit Ausgleichsmasse.
3. Herstellung flexible Hohlkehle mit 2K-Dichtmörtel "Gummi-Mörtel": zwischen Ausgleichsschicht und dem vertikalen Aufstand unterhalb des Fensterrahmens. Die Hohlkehle soll hier dem Winkel eine runde weichere Form geben, damit die darauffolgende Flüssigabdichtung (Schritt 5) keinen "harten" Bogen macht.
4. Grundierung auf der Ausgleichsschicht sofern nötig für die Flüssigabdichtung (Test Saugfähigkeit).
5. Flüssigabdichtung Multifunktionale Bauwerksabdichtung 2K soweit es geht an den unteren Fensterrahmen hochgeführt, sowie ca. 4cm an der Kellerwand heruntergeführt. Einarbeitung von Tapes / Fugenbändern an beiden Kanten.
6. Hochflexibler Fliesenkleber (S2) - mir wurde vom Herstellersupport (von der MB Flüssigabdichtung) empfohlen dass der Fliesenkleber, welcher auf die Flüssigabdichtung kommt "so flexibel wie möglich" sein soll.
7. Granit-Fensterbank drauf z.B. 100x20x2 Stücke und dann noch wasserdichte Fugen zwischen den Stücken.
Wermutstropfen: Ein echter wasserdichter Anschluss der Flüssigabdichtung an die existierende Z-Folie hinter dem Verblendmauerwerk (siehe Probeöffnungen) so wie es die aRdT im Idealfall vorsehen, scheint mir praktisch unmöglich nachzurüsten. Die Folie steht unter Spannung, lässt sich nicht mal eben bündig anlegen und durchgängig anpinseln. Sämtliche Experten die hier waren (Bautenschützer, Bauwerksabdichter, Maurer, Fensterbauer, Dachdecker) und sich das angeschaut haben, wollten davon nichts wissen, ich sollte das Verblendmauerwerk bloß verfugen bevor die kommen und die Fensterabdichtung machen. Auch vom Hersteller der Flüssigabdichtung, die eigentlich stark mit der Abdichtung bodentiefer Fenster werben, gibt es keine offiziellen Verarbeitungsempfehlungen für den Anschluss von Fensterabdichtung an die existierende Abdichtung von zweischaligen Außenwandkonstruktionen. Hier bleibt wohl nur der Mut zur Lücke.
Vielen Dank und beste Grüße