VSG breite für Terrassenüberdachung

  • Hallo Zusammen,


    kurze Frage: ich habe VSG 12mm in folgenden Maßen: 361cm x 143cm.


    Ich möchte das Glas gerne als Terrassenüberdachung verwenden. Mir ist schon klar, dass das hierfür im Optimalfall eigentlich lediglich ca. 80 cm breit sein sollte.

    Meine Frage ist nun aber: kann ich nicht einfach einen Sparren in die Mitte des Glases als Unterstützung setzen? Dann hab ich ja jeweils maximal ca. 65cm Glasbreite zwischen den Sparren. Oder heizt sich das Glas unter dem Stützsparren zusätzlich auf und bricht mir im blödsten Fall?


    Ich wäre für eine fachkundige Einschätzung dankbar!


    Grüße

    Michi

  • Horizontalverglasungen (Überkopfverglasungen) sind nichts zum selbst basteln.


    Im Versagensfall, kann es tödlich enden.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Doch.

    Die Antwort heißt NEIN.

    Eine Antwort auf eine Frage sollte eine Begründung beinhalten, da es sich sonst lediglich um eine Scheinantwort handelt.


    Die Verglasung wird mit einem Glaslifter + Monteure bewerkstelligt…


    Meine Frage lautete jedoch, ob es zu einem Hitzestau unter dem mittleren Sparren kommen kann, der dann zu einem Bruch des Glases führen kann?

  • Eine Antwort auf eine Frage sollte eine Begründung beinhalten, da es sich sonst lediglich um eine Scheinantwort handelt

    Zitat von https://www.expertenforum-bau.de/index.php?bedingungen/

    Anfragen zu Do-It-Yourself – DIY – Vorhaben werden im Forum nicht unterstützt und können - ebenso wie auch Antworten darauf ohne vorherige Ankündigung gelöscht werden, insbesondere, wenn aus diesen Vorhaben gefährdende Situationen für Leib und Leben oder erhebliche Sachwerte resultieren können.

    Fette Hervorhebung von mir.


    Ausreichend begründet?


    P.S.: Ich habe bewusst auf die Beantwortung der Frage verzichtet. Derartige Verglasungen sind statisch komplex und müssen fachkundig geplant und umgesetzt werden.


    Da wird es hier keine Bastelanleitung geben, zumal bisher nicht einmal klar ist, ob das Glas überhaupt geeignet ist.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Nein. Das ist keine Begründung auf meine Frage.


    Meine Frage bezieht sich nicht auf den Aufbau, sondern um die Situation nach der Montage. Da es sich um Verbundsicherheitsglas handelt, wird auch eine gebrochene Scheibe hier keine Gefahr für Leib und Leben bedeuten…

    Aber ich merke schon, dass ich hier nicht weiterkomme und ich dem Monteur einfach glauben muss… eine zweite Meinung einzuholen auf diesem Wege scheint nicht möglich zu sein…

  • Meine Frage lautete jedoch, ob es zu einem Hitzestau unter dem mittleren Sparren kommen kann, der dann zu einem Bruch des Glases führen kann?

    Zu Risiken und Nebenwirkungen Fragen sie Ihren Statiker oder Tragwerksplaner.

    Mehr als Antwort wird es hier nicht geben, da es sich um ein sicherheitsrelevantes Bauteil handelt, dessen Versagen im schlimmsten Fall Leben kosten kann, auch wenn dies, auch im vorliegenden Fall, meist nicht gerne gehört wird.

    Das Problem ist, dass hier ein Laie eine Frage an Experten stellt und dass die Experten durch ihre Antwort automatisch in die Haftung treten, wenn es doch zu einem Versagen kommt. Der Experte kann sich dann auch nicht darauf berufen, dass der Laie ihm nicht alle erforderlichen Randbedingungen in seiner Frage genannt hat, weil der Experte hätte wissen müssen, dass ein Laie dazu im Zweifel gar nicht in der Lage ist.

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Meine Frage bezieht sich nicht auf den Aufbau, sondern um die Situation nach der Montage. Da es sich um Verbundsicherheitsglas handelt, wird auch eine gebrochene Scheibe hier keine Gefahr für Leib und Leben bedeuten…

    Und was ist, wenn eine Scheibe des Verbundsicherheitsglases tagsüber bricht während niemand zu Hause ist, in der Nacht Schnee auf das Terassendach fällt und der Übernachtungsgadt am nöchsten Morgen unter Terasse seine Zigarette raucht und die dann nur noch eine Scheibe des Verbundsocherheitsglases durch die Schneeladt überlastet ust und versagt? IMHO kein völlig konstruierten, wirklichkeitsfremdes Szenario...

    Aber ich merke schon, dass ich hier nicht weiterkomme und ich dem Monteur einfach glauben muss… eine zweite Meinung einzuholen auf diesem Wege scheint nicht möglich zu sein…

    Die Fachkenntnis des Monteures in allen Ehren, aber für statische Fragen ist er nicjt der richtige Ansprechpartner...

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

    IMHO kein völlig konstruierten, wirklichkeitsfremdes Szenario

    Da sich meine Frage lediglich auf einen Hitzestau bezieht, meines Erachtens schon recht konstruiert. Es soll am Tag so heiß sein, dass das Glas wegen der Hitze bricht und dann fällt in der Nacht so viel Schnee… Aber sei’s drum…

  • Da sich meine Frage lediglich auf einen Hitzestau bezieht, meines Erachtens schon recht konstruiert. Es soll am Tag so heiß sein, dass das Glas wegen der Hitze bricht und dann fällt in der Nacht so viel Schnee… Aber sei’s drum…

    Nun, ich weile gerade im Bayrischen Wald im Urlaub. Hier war es tagsüber in der Sonne trotz offizieller Minustemperaturen so warm, dass der Schnee auf den Solarmodulen vollständig geschmolzen ist.

    Auch im Winter kann die Sonne gerade unter Glas beträchtliche Temperaturen erreichen, während es im Schatten deutlich unter Null Grad sind, so dass es nachts ohne Probleme schneien kann.

    Der richtige Ansprechpartner für Deine Frage ist ein Statiker vor Ort, der alle Randbedingungen ermitteln kann (Schneelast, Windlast, Scheibendicken, verwendete Folie, statisches System, Befestigungsart der Scheiben etc. pp.), der entsprechende Kollege übernimmt dann auch gerne die Haftung, da er ja entsprechend belohnt wird.

    Ein ehemaliger Arbeitskollege sagte in so einem Fall immer:

    Zitat

    Das musst Du nicht mir erklären, sondern Deinem Haftrichter.

    Ich habe jedenfalls keine Lust darauf, dass meine Kinder an meinem Geburtstag zukünftig vor meinem vergittertem Fenster singen müssen, nur weil ich hier im Forum leichtfertig gesagt habe: "Mach nur Kischon, bei dem was Du vorhast kann gar nichts passieren, das ist eine super Idee!", ohne dass ich alle Randbedingungen gekannt habe...

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Da sich meine Frage lediglich auf einen Hitzestau bezieht,

    Nein, bezog sie sich nicht.

    Meine Frage ist nun aber: kann ich nicht einfach einen Sparren in die Mitte des Glases als Unterstützung setzen? Dann hab ich ja jeweils maximal ca. 65cm Glasbreite zwischen den Sparren. Oder heizt sich das Glas unter dem Stützsparren zusätzlich auf und bricht mir im blödsten Fall?

    Der blödeste Fall ist halt der, dass die Scheibe im Stück auf den Kopf einer Person fällt. Dürfte tödlich enden.

    Da helfen Stützweiten nur bedingt. Sofern das Glas nicht geeignet ist, ist es schon ein KO-Kriterium. (Wurde bisher nicht geklärt.)

    Auch Dehnungen infolge von Temperaturänderungen erzeugen Spannungen, die zum Versagen der Scheibe führen können.

    Ob da der Balken unter der Scheibe die Ursache war, dürfte den Staatsanwalt nur sekundär interessieren ;)


    P.S.: Beim blödesten Fall fehlt ein e ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ich bin zwar Bauingenieur, könnte die Frage aber nicht beantworten.

    Ich kann nur sagen, das es hier nicht nur um die Bemessung des Glases geht/gehen muss, sondern dass bei einer solchen Überdachung auch die Stabilität der gesamten Konstruktion hinterfragt werden muss. Was hilft es, wenn das Glas hält, aber die Stützen ausknicken oder es zu einem Stabilitätsversagen kommt? Das Blöde an Stabiliätsversagen ist nämlich, dass diese in der Regel schlagartig eintreten. Es kündigt sich also nicht an, und so schnell kann keiner flüchten...


    Daher mein Rat: beauftrage einen entsprechend erfahrenen Statiker, der in Abstimmung mit dem Glashersteller für das konkret vorgesehene Glas die Frage (auch die mit dem Hitzestau) beurteilt bzw. für den hier geplanten Einsatzzweck das Tragwerk plant und die Bauteile und erforderlichen Verbindungsmittel nach anerkannten Regel der Technik bemisst...

  • Ich wäre für eine fachkundige Einschätzung dankbar!

    Die hast Du (soweit mit den paar Angaben möglich) von mehreren Antwortenden bekommen.

    Eine Antwort auf eine Frage sollte eine Begründung beinhalten, da es sich sonst lediglich um eine Scheinantwort handelt.

    Ich halte mich mit meinen Vorurteilen gewissen Berufsgruppen gegenüber jetzt zurück, aber doch soviel: Berufsangabe könnte auch Berufssoldat in Führungsposition sein. Der Befehlston passt jedenfalls dazu. Leider ;) begehen wir hier ab und an Insubordination. :yeah:

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • kurze Frage: ich habe VSG 12mm in folgenden Maßen: 361cm x 143cm. Ich möchte das Glas gerne als Terrassenüberdachung verwenden.

    Diese Verglasung selbst ist nach DIN 18008 und die Tragkonstruktion allgemein statisch nachzuweisen. Wie das zu geschehen hat erklärt sehr schön das Merkblatt des Bundesverbandes Flachglas "Leitfaden zur Glasbemessung nach DIN 18008", aktuell in der überarbeiteten Fassung von Anfang 2023. Zu berücksichtigen sind dabei unter anderem Windkräfte und Schneelasten.

    Mir ist schon klar, dass das hierfür im Optimalfall eigentlich lediglich ca. 80 cm breit sein sollte.

    Nein, das ist nicht korrekt, schon garnicht bei VSG aus (vermutlich) 2 x 6 mm + 0,76 mm PVB-Folie. Dir ist aber hoffentlich bewußt, dass (nach meinem halb laienhaften Verständnis) hier bei einer als "Horizontalverglasung" definierten Verglasung ausschließlich VSG aus TVG eingesetzt werden sollte darf? Außerdem sind einige weitere konstruktive Vorgaben zwingend einzuhalten, die Arten und Breiten der Auflagerung bspw..

    Meine Frage ist nun aber: kann ich nicht einfach einen Sparren in die Mitte des Glases als Unterstützung setzen?

    Niemand sagt, dass Horizontalverglasungen nur einfach einfeldartig aufgelagert werden dürfen! Aber was halten Verglasung und Träger aufeinander?

    Dann hab ich ja jeweils maximal ca. 65cm Glasbreite zwischen den Sparren.

    Ja, das ist mathematisch korrekt. Und die geringere Spannweite benötigt sicher auch eine geringere Glasstärke als die größere Spannweite. Aber weshalb rechnest Du nicht einfach aus, ob die Spannweite von knapp 140 cm in Deinem Fall von der anscheinend vorhandenen Glasstärke her überbrückt werden kann oder lässt es Dir ausrechnen? Es gibt Menschen, die das können! Ich halte es grundsätzlich für möglich, dass dabei ein für Dich positives Ergebnis herauskommt - wenn die Träger sich nicht zu stark durchbiegen! Noch schlauer wäre es allerdings, das Glas beidseitig über den letzten Träger auskragen zu lassen, idealerweise um jeweils ungefähr ein Fünftel der Spannweite, so dass im Feld eine Restspannweite von rd. 85 cm verbliebe - so als Anregung! Aber nochmal: Das muss einfach gerechnet werden!


    Verstehe ich richtig, dass die Mittelauflagerung über Dir über die lange Achse, also fast 4 m erfolgen soll? Bei einer maximal zulässigen vertikalen Durchbiegung der Auflager von l/200 dürfte dabei ein ziemlicher Querschnitt herauskommen! Will man den? Die meisten Menschen wollen den nicht und er braucht auch ohne Notwendigkeit mehr Material!


    Nach einer Berechnung kann sowas mit etwas anderen Maßen und dreiseitig frei auskragend übrigens so aussehen:


    Ja, die gesamte Konstruktion ist statisch nachgewiesen, vom Prüfingenieur für Standsicherheit freigegeben und das Glas seinerzeit nach den Fachregeln der Glaser von mir dimensioniert. Die Glasstärke habe ich hier jetzt extra herausgenommen, damit das keine unverantwortliche Anleitung zum riskanten Basteln wird! Und ja, die zweiseitig auskragenden Verglasungen der beiden Endfelder sind zur Verklemmung durchbohrt, die andern nicht.

    Oder heizt sich das Glas unter dem Stützsparren zusätzlich auf und bricht mir im blödsten Fall?

    Wieso sollte es das tun? Thermische Spannungen sind bei einer allseitig frei luftumspülten Konstruktion und einfacher Sonneneinstrahlung normalerweise kein Problem! Einen Hitzestau könnte es nur bei der Isolierverglasung eines thermisch abgeschlossenen Raums wie einem Wintergarten o.ä. geben. Davon war bisher aber nicht die Rede.

    Ich wäre für eine fachkundige Einschätzung dankbar!

    Bitte gerne!


    Den Kernsatz wiederhole ich zum besseren Merkten gerne noch einmal: Lass Deine gesamte Konstruktion statisch nachweisen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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