Aushärtezeit bevor Estrich gegossen werden kann

  • Moin zusammen,


    Schwiegereltern bauen gerade ihr Bad um und haben dabei den Estrich ausgerissen und in der Beton Bodenplatte Rohrleitungen gelegt.


    Jetzt sollen diese Leitungen zunächst einbetoniert werden, dann soll ein neuer Estrich drüber kommen.


    Frage ist jetzt: wie lange sollte man den Beton auhärten lassen, bevor man den Estrich anfängt? Reicht die "auf der Tüte angegebene" Zeit oder sollte man länger warten?


    Vielen Dank für Antworten!

  • Äh... Wie in die Bodenplatte Rohre verlegt? In die Bodenplatte Schlitze aufgepickelt und die Rohre da rein gelegt? Und was ist mit der Bewehrung passiert?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • und in der Beton Bodenplatte Rohrleitungen gelegt.

    nur damit ich das richtig verstehe, sie haben die bestehende Bodenplatte geschlitzt und dann dort Rohre verlegt? Oder meinst Du auf der Bodenplatte Rohrleitungen verlegt?

    Warum sollen die Rohre nun "einbetoniert" werden?

    Um was für Rohre handelt es sich? Kalt-/Warmwasser? Heizung? Abwasser?

    Über welche Aufbauhöhe reden wir hier? Eine Betonschicht kann man ja nicht beliebig "dünn" machen.


    Bitte liefere noch ein paar Infos damit man sich das auch richtig vorstellen kann, sonst laufen die Antworten evtl. in die falsche Richtung.

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  • Äh... Wie in die Bodenplatte Rohre verlegt? In die Bodenplatte Schlitze aufgepickelt und die Rohre da rein gelegt? Und was ist mit der Bewehrung passiert?

    Ja, genau so. Die Bewehrung wurde in den Bereichen freigelegt, aber nicht durchtrennt. Wäre auch nicht meine Idee gewesen, aber jetzt ist es so.


    Leitungen sind Abwasserrohre, aber auch Frischwasser, warm und kalt. Keine Heizung.


    Betonstärke: naja, ein paar cm um eben die Schlitze zu füllen.


    Könnte man das evt. Auch direkt mit Estrich verfüllen? Oder ist das ne dumme Idee?

  • Der Stahl und der Beton von Stahlbetonbauteilen müssen einen innige Verbindung miteinander eingehen, damit die Konstruktion statisch funktioniert und an die 100 Jahre dauerhaft ist. Verbliebene Betonbauteilen wieder die vorherige Form zu geben, sie zu "reprofilieren" wie es im Fachdeutsch heißt, erfordert mehr als miteinander und Wasser verrührten Zement und Sandkörner darauf zu schmieren. Trinkwasserleitungen, egal ob warm oder kalt gehören nur mit einer umlaufenden Wärmedämmung verlegt. Außerdem sind sie je nach Material lückenlos vor dem hoch alkalischen Beton bzw. Zementmörtel bzw. Zementestrich zu schützen.


    Zwischen Bodenplatte und Estrich sollen vermutlich noch eine Trittschall- und Wärmedämmung kommen?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die Bewehrung wurde in den Bereichen freigelegt, aber nicht durchtrennt.

    Wenn man bei einer Betonplatte einen Schlitz bis zur Bewehrung macht, dann passt da kein Abwasserrohr mit Gefälle rein. Irgendwas stimmt da nicht.

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  • Wenn man bei einer Betonplatte einen Schlitz bis zur Bewehrung macht, dann passt da kein Abwasserrohr mit Gefälle rein. Irgendwas stimmt da nicht.

    Das habe ich nicht gesagt, oder? Die Bewehrung wurde freigepickert. Aber lasst uns nicht zu sehr den Kopf zerbrechen, OK? Das Haus wurde irgendwo 1960 in eigenregie gebaut. Da wird sicherlich nicht alles streng nach Vorschrift gemacht worden sein. Ich weiß, dass die Bewehrung freigelegt wurde und dass die Lücken dazwischen für die Rohre ausreichen. Inklusive Estrich dicke kommt ausreichend Gefälle zustande.

  • Ich weiß, dass die Bewehrung freigelegt wurde und dass die Lücken dazwischen für die Rohre ausreichen. Inklusive Estrich dicke kommt ausreichend Gefälle zustande.

    Ein auf einer Bodenplatte sinnvoller und üblicher schwimmender Estrich hat in einer Schichtstärke ununterbrochen durchzulaufen. Rohre haben in der Ebene dann nichts zu suchen. Bei einer Ausgleichsschicht aus Zementmörtel wäre das ok, aber dann kämen ja darüber noch die Dämmung und der schwimmende Estrich.


    Kannst Du deshalb bitte die Frage

    Zwischen Bodenplatte und Estrich sollen vermutlich noch eine Trittschall- und Wärmedämmung kommen?

    noch beantworten? Danke!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Aber lasst uns nicht zu sehr den Kopf zerbrechen, OK?

    Ich würde mir darüber schon den Kopf zerbrechen, denn davon hängt ab, wie man den Schlitz wieder verschließen kann. Man kann nicht einfach irgendwas da rein schütten in der Hoffnung, dass das funktioniert. Wenn das aber alles egal sein soll, dann ist es auch egal was Du da rein schüttest, ruiniert ist ruiniert.


    So ein "Abwasserrohr" für ein WC hat einen Muffendurchmesser von etwa 13cm, zzgl. Gefälle und Befestigung, sind wir da schnell bei 17-20cm Schlitztiefe (je nach Länge). Wie man das nachträglich in der Bodenplatte unterbringen soll, ohne die Bewehrung zu ruinieren, das erschließt sich mir nicht. Die Rechnung sieht etwas anders aus, wenn auf den Boden zuerst noch Dämmlagen kommen, bevor dann der Estrich gegossen wird, dann könnte ein Teil der Höhe in der Dämmlage verschwinden. Der Estrich darf durch das Rohr nicht geschwächt werden, zumindest muss eine Mindestüberdeckung eingehalten werden. Ansonsten ist in Zukunft mit Rissen zu rechnen.


    Ob nun auf die freiliegende Bewehrung zuerst ein Korrosionsschutz aufgebracht werden muss, das kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber dafür gibt es ja Betonspezialisten, beispielsweise MiLeb Der Beton ist ja nicht bewittert.

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  • Also eigentlich wollte ich nur wissen, ob man den beton länger aushärten lassen muss, als auf der tüte angegeben, bevor man den Estrich aufbaut. Ich wollte weder das notwendige Gefälle von abwasserleitungen erklärt bekommen, noch wie ich die Bewehrung behandeln muss. Danke für die Hilfe, aber der Teil ist bekannt.


    Falls das eine Rolle spielt: ja, es soll eine trittschalldämmung rein.

  • ob man den beton länger aushärten lassen muss, als auf der tüte angegeben,

    Die Herstellervorgabe ist das Maß der Dinge. Der Beton wird aber deutlich länger aushärten, nur spielt das dann keine Rolle mehr. Ob bzw. was für ein Beton sich hier überhaupt verarbeiten lässt (Korngröße) das kann man anhand der Infos nicht sagen.

    noch wie ich die Bewehrung behandeln muss. Danke für die Hilfe, aber der Teil ist bekannt.

    Wenn die Bewehrung anfängt zu rosten dann sprengt sie Dir den Beton. Die Stabilität der Bodenplatte ist aber sowieso schon im Eimer, da hilft auch ein Sack Fertigbeton nicht.

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  • als auf der tüte angegeben,

    Für das schon jetzt nicht mehr grenzwertige, sondern völlig fehlerhafte Vorgehen soll also Fertigbeton als Sackware genommen werden. Na gut, darauf kommts auch nicht mehr an. Von :pfusch: gibts keine Steigerungsform.


    ANtwort auf Deine Frage ist eineGegenfrage: Was verstehst Du unter

    Beton auhärten

    ???

    Begehen und weiterarbeiten kannst Du bei Beton nach 48 Stunden, trocken (Ausgleichsfeucht) ist er nach 48 Monaten

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • D.h. die Bodenplatte wurde über eine gewisse Länge komplett durchgeschnitten und dazu auch noch die Bewehrung, weil anders bekommt man die Rohre nicht rein. Sauber. Mach mal Foto. Würde mich interessieren.


    Du willst ja eine saubere und g'scheite Ausführung haben, oder?

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  • Die Bewehrung haben sie nicht durchgeschnitten, wenn ich das richtig gelesen habe. „Nur“ freigelegt.

    Ich glaube, das Forum hat kollektiv die Luft angehalten, als die Bestätigung kam, dass die (Abwasser)Rohre nicht in den Estrich, sondern in die Bodenplatte gelegt wurden.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Handelt es sich überhaupt um eine tragende Bodenplatte? Wurden nicht 1960 noch die meisten EFH auf Streifenfundamente gebaut?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • ThomasMD : Gut, die Frage ist: Ist es eine erdberührende Bodenplatte oder nicht.

    Ich bin jetzt nicht davon ausgegangen, aber diese Möglichkeit gibt es ja auch.

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  • Zweite Frage: Das Badezimmer ist ja offenbar entweder im Keller oder im EG eines nicht unterkellerten Gebäudes. Wäre es da nicht denkbar, dass der Estrich als Verbundestrich ausgeführt wurde und beim Verlegen der Rohre "nur" die Betondeckung entfernt und dadurch die Bewehrung freigelegt wurde?

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)


    Rings um euch liegt die weite Welt: Ihr mögt euch einzäunen, aber euer Zaun wird sie nicht fern halten. (J.R.R. Tolkien, Derr Herr Der Ringe, Erster Teil: Die Gefährten)

  • Die Frage ist, wie ein Laie den Begriff „Bodenplatte“ definiert.

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