Garage mit Bodenplatte oder pflastern ? / Feuchteproblem

  • Na dann versuche ich es mal hier statt im "alten" Forum


    Hallo Experten,


    ich hoffe ich bin in der richtigen Rubrik.


    ich stehe vor der Entscheidung ob unsere Garage eine Bodenplatte erhalten soll oder nur ein Ringfundament und der Rest wird gepflastert.


    Ich tendiere zum pflastern, da ich das selber machen kann. Beton/Stahl wird eingespart und die teuere Harzbeschichtung kann ich mir auch sparen.



    Die Garage wird 7x6 aus 24 HLZ mit Sandwichplattendach.



    Ich mache mir Gedanken wegen Feuchtigkeit.
    Wir haben noch einen Anbau am Haus, welcher auch zu pflastern ist.
    Da bildet sich an Gegenständen an der Unterseite Feuchtigkeit. Woran liegt das?


    Aktuell liegt da Minerallbeton drin, das Dach ist drauf und ungedämmt. Eine Tür hat der Anbau auch welche unten noch einen 15 cm Spalt hat, da der Bodenaufbau nicht fertig ist.
    Auf der einen Seite schaut der Anbau aus der Erde raus, da es am Hang gebaut wurde. Dies wurde mit Betonschalsteinen realisiert bis zu einer gewissen Höhe.
    Ab da sind es dann 17,5er HLZ. man muss sich das so vorstellen, wie wenn ein Keller aus der Erde schaut, nur dass es kein Keller ist, sondern angefüllt wurde.



    Meine einzige logische Erklärung für die Feuchtigkeite ist, dass die warme Luft durch den Anbau zieht und der Boden etwas kälter ist, somit kondensiert das Wasser. Aber warum nur an der Unterseite?
    Aufsteigende Feuchtigkeit kann das natürlich auch sein, hätte man da eine Feuchtigkeitssperre vorher einarbeiten müssen?
    Es wurde ja 1,4 Meter über das ursprüngliche Geländeniveau angefüllt. Grundwasser ist da noch weit entfernt.



    Nun möchte ich dieses Problem bei der Garage natürlich nicht haben.
    Die Garage würde nochmals 1,4 Meter höher liegen, das Grundstück ist ein Hanggrundstück.


    Gerne poste ich ein Bild damit man sich das vorstellen kann.


    Wer hat Tipps?

  • Feuchtigkeit in der Garage wirst Du immer mal wieder haben.
    - Wenn Du ein nasses oder schneerestbedecktes Auto reinstellst
    - Wenn Du das Tor an warmen Tagen im Frühjahr / Herbst öffnest
    Hatten wir erst neulich: tagelang Frost und plötzlich +10 Grad. Garage und Auto sind kalt. Tor auf - Auto beschlägt, Metallteile beschlagen, Fenster beschlägt, Wände sicher auch, war aber nicht sichtbar.


    Wichtig ist eine gute Belüftung, auch bei geschlossenen Türen und Toren, idealerweise eine gesteuerte Regelung der Lüftung damit nicht die Feuchte hineingelüftet wird.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Das heißt also, dass es keine spezifischen Unterschiede in der zu erwartenden Raumluftfeuchtigkeit in der Garage zwischen einer Konstruktion mit Bodenplatte und einer mit gepflasterten Boden gibt?
    Dass die durch Auto oder Außenluft eingetragene Feuchtigkeit raus muss, ist ja an sich klar. Bringt man sich aber bei einer der beiden Konstruktionen signifikant mehr Feuchtigkeit rein, oder ist das vernachlässigbar?

  • Ich habe mein Doppelgarage gefliest.
    Hätte ich nie und nimmer gemacht, wenn das Ding nicht unterkellert wäre.
    Soviel Gefälle, dass keine Pfützen stehen bleiben, kannste selten einbauen.
    Daher wäre meine Wahl, eine offenes Pflaster.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Ich stehe vor der gleichen Frage wie der TE.


    Nur leider ist Pflaster im meinen Augen suboptimal, wenn auch eine Nutzung als Schrauberhalle, Werkstatt etc. angedacht ist.
    Such' mal ne Schraube auf gepflastertem Boden..
    Reinigen lässt es sich auch schlechter.


    Pflaster sollte idR dafür günstiger sein, wenn ich den Angeboten trauen kann.

  • Günstiger im Gesamtaufbau - meistens ja.
    Auf eine Bodenplatte soll ja noch Estrich und Fliesen oder sonst etwas.
    Es kann natürlich auch mit einem wasserdichten Belag (Fliese o. z.B. flügelgeglätteter Beton usw.) gearbeitet werden.
    Dann würde ich aber ein deutlich Gefälle vorschlagen. 2,0 cm auf 1,0 Meter reichen meistens nicht um Pfützenbildung zu verhindern.
    Wenn das Gesamtgefälle in cm gemessen zu erheblich ausfallen würde, könnte noch über die Lösung mehrerer Gefälle zu mehreren Abläufen oder Rinnen nachdenken.
    Kommt natürlich auf die Länge der Garage und deren Form an.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Hochdeutsch: 2 % ist gerade kein Gegengefälle -
    aber in windstillen Garage würde das sogar funzen,
    wenn die Betonfraktion Boplas im Gefälle könnte...


    Oder doch lieber eine Bröselschicht Gefälleestrich aufnutellan ?

    Schlechte Argumente bekämpft man am besten dadurch, daß man ihre Darstellung nicht stört.

  • Denkt bitte daran, dass das Pflaster wasserdurchlässig ist und somit im Winter Chloride an die Fundamente gelangen können. Bei kleineren Privatgaragen ist das nicht so gravierend wie bei viel frequentierten, aber ganz vernachlässigt werden sollte das nicht.


    Wenn es meine Garage wäre, würde ich Beton der Expositionsklasse XD1 mit entsprechender Betondeckung (min c = 40 mm) verwenden.

  • Zitat

    Nur leider ist Pflaster im meinen Augen suboptimal, wenn auch eine Nutzung als Schrauberhalle, Werkstatt etc. angedacht ist.
    Such' mal ne Schraube auf gepflastertem Boden..
    Reinigen lässt es sich auch schlechter.


    hallo
    pflaster mit grossformatigen steinen ohne phase wählen, lässt sich mit kleineren fugen verlegen.
    reinigen vielleicht aber ölversaute bereiche lassen sich leichter austauschen.
    beton ohne oberflächenbehandlung oder belag neigt zum sanden und staubbildung.
    gegen feuchtigkeit aus dem boden kann auf der tragschicht (also unter dem verlegebett ) eine folie eingebaut werden.


    gruss aus de pfalz

  • Zitat von "gunther1948"


    gegen feuchtigkeit aus dem boden kann auf der tragschicht (also unter dem verlegebett ) eine folie eingebaut werden.


    Interessant, aber was passiert dann mit dem von oben versickerten (z.B. durch Schnee am Auto eingebrachten) Wasser?

  • versickert, bleibt auf der folie stehen und verdunstet gaaanz langsam.

  • Klingt logisch :) Die versickerte Menge muss dann natürlich begrenzt sein, damit das funktioniert, das sollte bei einer EFH-Garage aber ja gegeben sein.

  • Zitat von "SirSydom"


    Nur leider ist Pflaster im meinen Augen suboptimal, wenn auch eine Nutzung als Schrauberhalle, Werkstatt etc. angedacht ist.
    Such' mal ne Schraube auf gepflastertem Boden..
    Reinigen lässt es sich auch schlechter.


    Im Falle einer Nachnutzung mit geringen Nachkosten als Werkstatt kann man einen PVC-Belag ausrollen.
    Dann werden auch "wassergefährdende Stoffe" besser abgehalten und sickern nicht durchs Pflaster und die Reinigungsmöglichkeit ist auch gegeben.


    Soll die Werkstatt temporär für die Dauer der Arbeiten geheizt werden (elektrisch, Lüfter, Infrarot, whatever, = anderes Thema) kann man noch XPS-Platten unter den PVC-Belag legen, damit es nicht ganz so Fußkalt ist.


    Geht natürlich nur eingeschränkt wenn eine gleichzeitige Nutzung mit PKW-Parken erfolgen soll.


    Je nach Wahrscheinlichkeit der Umnutzung als "Schrauberhalle" muss man gleich die Betonvariante ausführen oder Fundamente, Tor, Türen usw so vorbereiten, dass später das Pflaster gegen Beton ausgetauscht werden kann.


    Wobei so eine Pflasterfläche aber auch eine prima Sauberkeitsschicht hergibt ;) wenn sie in der richtigen Höhe geplant und ausgeführt wurde und der Rest auch so geplant und vorbereitet ist...

    Gruß
    Holger
    --
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  • Ich meinte weniger Nachnutzung, eher Dual-use.
    Also normal Autos parken, aber auch 5-10x p.a. Räder tauschen, Ölwechsel, Rasenmäher warten, Fahrräder... Ideal für einen verregneten Samstag.


    Aber das mit dem PVC ist Nr gute Idee. Könnte man auch auf- und abrollbar machen.

  • Zitat von "SirSydom"

    Aber das mit dem PVC ist Nr gute Idee. Könnte man auch auf- und abrollbar machen.


    Erfordert aber schon eine große Disziplin nur wenig au den Boden zu stellen - sonst räumt man ja nur rum.

  • Zitat

    sonst räumt man ja nur rum.

    da hilft dann eine aufteilung der rollen in:
    1rolle nicht zu breit für abstellbereich
    1 rolle (wenn durchnummeriert nr2) breiter in der mitte
    1 rolle (nr 3) andere seite ....
    :idea:

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Zitat

    Interessant, aber was passiert dann mit dem von oben versickerten (z.B. durch Schnee am Auto eingebrachten) Wasser?


    hallo
    schnee wird vor der garage abgekehrt.
    regen ist kein problem wenn das auto gleich bei der ankunft reingefahren wird und die belüftung der garage funktioniert.
    hab letztes jahr eine grosse garage 12 x 4,8 m gemacht wobei der hintere bereich ca. 5,5x 4,8 m mit folie als lagerfläche genutzt wird. die abtrennung besteht aus einer auf abstand versetzten bretterwand.


    gruss aus de pfalz

  • Normalerweise stellt man ja nichts in dem Bereich ab in dem das Auto steht und auch direkt daneben bleibt der Platz i.d.R frei zum Ein- und Aussteigen.
    Also kann man ein Rolle direkt vor der Werkbank im aufgerollten Zustand liegen haben. Wenn der Arbeitsplattenüberstand groß genug ist, kann man auch mal schnell ein paar Kleinigkeiten erledigen. Das PVC würde ich an einem Rohr fixieren so dass es immer auf dem Rohr auf- und abgerollt wird und somit relativ gerade gerollt wird. Dazu noch eine Verankerung für das Rohr im aufgerollten Zustand. Für 'ne Zwischenlösung....


    die dann 50 Jahre hält


    Und wenn doch 3x was im Wege stand, dann gibt es Bodenmarkierungen: Stellflächen (weiß eingerahmt), Gehfläche (gelb mit grünem Randstreifen), Sperrflächen (schwarz/gelb) :lol::lol:

    Gruß
    Holger
    --
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  • Zitat von "OLger MD"

    Und wenn doch 3x was im Wege stand, dann gibt es Bodenmarkierungen: Stellflächen (weiß eingerahmt), Gehfläche (gelb mit grünem Randstreifen), Sperrflächen (schwarz/gelb) :lol::lol:


    Wenn man dann dummerweise Kinder hat, wickelt man am besten die beim Aufrollen in das PVC ein - dann hat man auch nicht (wenigstens in ausgerolltem Zustand) nicht mit Boxxy-Car und co zu kämpfen. :mrgreen:

  • vielen Dank für die ganzen Antworten. Hatte garkeine Mail Benachrichtigung erhalten.


    Wie schaut es aus, wenn ich unter das Plaster eine Folie lege?
    Also nur dort wo Abstellflächen sind. Bei den Autos bleibt es natürlich frei.


    Ich möchte auch etwas auf den Boden stellen können, ohne, dass es von unten feucht wird.


    Aktuell habe ich im Hausanbau, welcher nur geschottert, ist an Gegenständen die am Boden liegen richtige Tropfen auf der Unterseite.
    Ich könnte da auch komplett Folie verlegen, von oben muss im Anbau nichts versickern. Aber steigt mir dann die Feuchtigkeite die aus dem Boden will dann nicht direkt an den Fugen, wo keine Folie ist an der Wand hoch?



    Wie sollte eine Garage belüftet werden?
    Fenster gekippt lassen? im Tor eine Lüfterlamelle einbauen? oder gleich einen Antrieb der automatsich 10 cm unten offen lässt und erst nach einer gewissen Zeit das Tor schließt ?

  • wenn der fußboden gegen aufsteigende feuchtigkeit gesichert sein soll, dann geht nur eine bodenplatte mit einer zugelassenen abdichtung und einem estrich darauf. alles andere ist gegen die regeln der technik.

  • wenn die 2-k-beschichtung diffusionsoffen ist nicht und aufsteigende feuchtigkeit für den nutzer kein problem ist und der abgestellte pappkarton auf dem boden auch wegschimmeln darf.

  • ich würde das gerne noch mal ausdiskutieren.


    Unsere Garage soll jetzt auf einer flügelgeglätteten Bodenplatte gemauert werden.
    Doch was passiert mit dem Wasser im WInter, und auch mit dem Tausalz.


    Vorschlag des Anbietenden: Industriebodenbeschichtung, wannenartig an den Wänden hochgezogen.
    Klingt gut, kostet aber 70€/m², was dann gleich mal 3.500€ sind. Uff!


    Frage 1: so 2k Epoxy-Beschichtungen kann man auch kaufen. Tellerschleifmaschine ausleihen, sauber abschleifen, grundieren und 1-2x mit der Rolle anstreichen. An den Wänden 10cm Sockel ausbilden.
    Stell ich mir nicht so schwer vor. Bekommt man das hin?


    Frage 2: Abdichutng gegen aufsteigende Bodenfeuchte.. wäre da ja nicht vorhanden. Im Datenblatt so einer 2K-Beschichtung explizit gefordert, wie wir ja auch schon festgestellt haben.
    Kann man hier, ohne jetzt gleich an Verbundestrich oder sowas zu denken, evtl. WU-Beton nehmen, auf einer kapillarbrechenden Schicht ? Wäre die ausreichend dicht gegen aufsteigende Feuchte? Dampfdicht isse ja nicht.. wobei die 18195 ja auch nicht gar nicht gilt für WU-Bauteile oder so..

  • Wie rissüberbrückend ist die Epoxy-Beschichtung denn? Bei Frage 2 müsste doch eine PE Folie als Sperre ausreichen. Welcher Lastfall?
    ---------- 15. Juli 2016, 20:02 ----------

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  • Ich hab jetzt auch 2k-Beschichtung diffusionsoffen, speziell für erdberührte Garagen, Lager etc. gefunden. nicht ganz billig aber ok..


    Lastfall 6 Zeitweise aufstauendes Sickerwasser würde ich sagen.

  • Dann kannst auch gleich Wasserglas nehmen. Epoxy ist nicht UV-Stabil, Acryl schon. Beide können aber so gar nicht mit Feuchte von hinten um. Bist du Dir denn sicher, das Schleifen reicht? Manche fordern da, wenn ich mich nicht irre Kugelstrahlen. Mit Flex und Teller wird das alles aber nicht angenehm, das sollte Dir bewusst sein. Mal schauen was @Carden Mark oder @Alfons Fischer oder @MiLeb dazu sagen.

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