Trockenestrich Toleranzen und Bewegung

  • Hallo, wir haben bei uns Trockenestrich durch eine Firma verlegen lassen. Diese hat auch vom Rohboden aus den Ausgleich gemacht und die Dämmung, bevor dann halt der Trockenestrich verlegt wurde.

    Jetzt wurde in einem Zimmer Ausgleichmasse verwendet und im Rest Schüttung und im ersteren Bereich Dämmung und Trockenstrich später verlegt. Die Ausgleichsmasse war niedriger als die Schüttung, ich war nicht vor Ort, als die Dämmung auf diesen Bereich kam und weiß nicht, ob dort noch nachträglich etwas aufgetragen wurde. Als ich los musste, wurde gerade die Schüttung an der Türschwelle zum Raum begradigt.


    Jedenfalls kam ich 1-2 Stunden später wieder und die Dämmung war verlegt (Vakuumdämmplatten) und der Trockenstrich war auch verlegt. Sie haben mir dann gesagt, daß ich da nicht rein darf, als sie gegangen sind. Bin ca eine Stunde nach Verlegung der Trockenestrichplatten in das Zimmer und an der Kante zwischen zwei Platten gab eine Platte in einem Bereich von ca 30 cm deutlich nach, ca 5 mm oder mehr. Habe ich nachgefragt, wurde mir gesagt, daß der Kleber noch nicht ausgehärtet und aufgequollen ist und ich 24 h warten soll. OK, am nächsten Tag war das soweit fest, es bewegt sich kaum noch oder nicht mehr, ist schwer für mich als Laie einzuschätzen. Jetzt ist dort aber eine Höhendifferenz zwischen den Platten von 2-3 mm an diesem Kantenbereich. Ist das normal bzw akzeptabel? Muss ich mir Sorgen machen, daß das längerfristig nicht hält und noch mal gemacht werden muss? Also Estrich raus, Vakuumdämmplatten noch mal entfernen (geht das nach dem Verkleben mit dem Band überhaupt?), Ausgleich richtig, wieder neu?


    Was ich denke, was in dem Zimmer gemacht worden ist: die Ausgleichmasse wurde nicht geschliffen und war nicht ganz eben. Dann wurde wegen der Höhendifferenz zum Rest des Geschosses mit der Schüttung eine dünne Schicht Styropor drauf gelegt (es standen ein paar solche Platten herum den Morgen, die waren nachmittags dann fast alle weg). Dort, wo die Schüttung erfolgt ist, wurde Dämmung und Trockenestrich direkt verlegt.


    Ich bin halt Laie und momentan ist mir nicht klar, was ich hier befürchten muss oder nicht und wie vorgehen. Danke für die Tipps.

  • Wegen ein paar m² Trockenestrich? Da kostet die Bauleitung mehr als der komplette Estrich mit Unterbau.

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  • Wegen ein paar m² Trockenestrich?

    Ich SEHE auf einem Bild schon 3 (in Worten drei) Räume, die ohne Estrich oder nur mit einer Dämm(?)matte ausgestatattet sind. Also nich bloß ein paar m²!

    Und wenn schon der Estrich dran glauben muss, ist meist mehr fällig.

    Warum auf den Bildern z.b. die alten(?) Sockelleisten noch sitzen, ist mir auch unerklärlich.


    Wenn es an so vielen Grundlagen fehlt,


    Ich bin halt Laie

    ist DAS

    kostet die Bauleitung mehr

    sparen am falschen Ende.


    Laie zu sein, ist nicht schlimm. Die meisten sind meistens in den meisten Dingen Laien. Nur dann auf Zuziehung fachlichen Rats zu verzichten, ist sparen am falschen Ende

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • kostet die Bauleitung

    Ihr solltet Laien gegenüber vielleicht besser von "Bauüberwachung" reden. Eine Bauleitung wird es mit Sicherheit geben

    (Mindestens der Bauleiter der ausführenden Firma, eventuell in Personalunion mit der Bauleitung im Sinne der LBO BW)

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Warum auf den Bildern z.b. die alten(?) Sockelleisten noch sitzen …

    Bitte mal die Brille putzen, Kollege, und tief durchatmen, das dürften die Randdämmstreifen sein! :bier:


    Aber auch verstehe den ganzen Bodenaufbau sowieso nicht und damit vorerst auch nicht das Problem!


    Was ich sehe, ist ein flickenteppich-ähnlicher Unterbau, dem eine durchgängige Trittschalldämmung, jedenfalls wenigstens eine homogene Unterlage, fehlt.


    Und ich sehe Knauf-Brio unzulässig und nicht funktionierend mit Kreuzfugen verlegt.


    Und ich sehe Knauf-Brio nach der Schilderung des TS direkt auf einer Vakuum-Dämmung verlegt - ohne Trittschalldämmung - und dann leidlich systemkonform von oben an den Stößen verschraubt. Schrauben in Richtung einer Vakuumdämmung einzusetzen halte ich persönlich für baupraktisch mindestens ziemlich riskant.


    Und weshalb in den Wanddurchgängen (Türen?) die Dämmung wie auch der Trockenestrich fehlen und wie diese später noch einigermaßen fachgerecht angearbeitet werden sollen, bleibt für mich unklar.


    Ganz schlecht wird mir, wenn ich sehe wie dort kreuz und quer Maschinen, Werkzeuge und Hilfsmittel direkt auf der - übrigens ebenfalls risikobehaftet, wenn nicht falsch - mit Kreuzfuge verlegten sündhaft teuren Vakuumdämmung herumstehen und liegen. Ich hätte da Zweifel, dass nach der Fertigstellung noch ein in allen Vakuumhohlräumen ein Vakuum vorhanden ist.


    Kurz: Nach fachgerechtem und planvollem Vorgehen sieht das für mich alles nicht aus. Da fehlt es wohl nicht nur an der Bauleitung, sondern vor allem an einer vorlaufenden Planung. Aber das kostet ja alles nur Geld, wir machen das wie immer, ist ja keine Raketentechnik …

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • das dürften die Randdämmstreifen sein!

    Sieht so aus, aber nachdem ich das Bild jetzt mehrfach vergrößert, und mir die Außenecken mal genauer angeschaut habe, wurde der Randdämmstreifen anscheinend nicht direkt an die Wand gesetzt, da befindet sich noch etwas zwischen Wand und Randdämmstreifen, und das könnte tatsächlich eine dünne Sockelleiste sein. Ich würde dafür jetzt nicht meine Hand in´s Feuer legen, denn beim Vergrößern ist kaum noch etwas zu erkennen.


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  • Sieht so aus, aber nachdem ich das Bild jetzt mehrfach vergrößert, und mir die Außenecken mal genauer angeschaut habe, wurde der Randdämmstreifen anscheinend nicht direkt an die Wand gesetzt, da befindet sich noch etwas zwischen Wand und Randdämmstreifen, und das könnte tatsächlich eine dünne Sockelleiste sein. Ich würde dafür jetzt nicht meine Hand in´s Feuer legen, denn beim Vergrößern ist kaum noch etwas zu erkennen.


    Die Randdämmstreifen werden üblicherweise mit Materialstärken von 3 - 5 mm verarbeitet und stehen am oberen Rand immer mal über kurze Stücke etwas von der Wand ab, so dass es dort zu einem leichten Schatten kommt. Handelsübliche Sockelleisten sind mit 10 mm Stärke schon eher dünn. Ich kann Deiner und Ralf Dühlmeyer s Theorie da erstmal nicht folgen. Aber das ist eh allenfalls ein Nebenkriegsschauplatz. Die wesentlichen Probleme liegen in der Fläche! Und um noch einmal auf die Frage des TS zurückzukommen:

    Jetzt ist dort aber eine Höhendifferenz zwischen den Platten von 2-3 mm an diesem Kantenbereich. Ist das normal bzw akzeptabel?

    Erstmal sollten andere Punkte geklärt werden, siehe mein vorheriger Post.


    Nach meiner persönlichen Erfahrung müssen Trockenestriche vor einer Direktbelegung fast immer noch einmal übergeschliffen oder anders nivelliert werden. Wenn sich dabei keine Bewegungen der benachbarten Platten gegeneinander zeigen, besteht kein Grund zur Sorge. Ich würde mich in Deinem Fall erstmal um die anderen Punkte kümmern, die sind schwerwiegender.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hallo, danke für die ausführliche Antwort. Bauingenieur oÄ war einfach nicht zu bekommen, überall herumtelefoniert und es sind Architekten etc alle ausgebucht bis nächstes Jahr und so lange können wir nicht warten. Ist schwer genug, hier in der Gegend überhaupt Handwerker zu bekommen.


    Es sind keine Sockelleisten oÄ dran, das weiße sind die Randdämmstreifen.


    Die Vakuumdämmplatten haben einen Verlegeplan und sind durchnummeriert und der wurde eingehalten.

    Die Platten haben oben eine Glasfaserschicht gegen Verletzung.


    Es war ursprünglich Brio 18MW in Angebot geplant, aber der Estrichleger hat anscheinend wegen der nötigen Schüttungshöhe dann 18 ohne Mineralwolle verlegt. Werde ich nachfragen bei Abnahme und Variotec noch mal fragen, ob das zulässig ist.


    Genau das Flickwerk mit dem Unterbau macht mir auch Sorgen. Der Rohboden ist halt sehr uneben gewesen und auch schief. Da war das mit Ausgleich sowieso schwierig, 10-40 mm Unterschied ca.

    Frage ist, was das für eine Auswirkung langfristig hat. Ist es denn ok, da Styropor im kleinen Raum drunterzulegen? Wenn die eine Platte an der Kante so nachgegeben hat, bevor der Kleber fest war, bedeutet das nicht, daß da der Untergrund nicht eben und nicht tragfest ist und damit die Platte nicht korrekt aufliegt? Müsste das dann nicht raus und neu verlegt werden?


    Was ist das mit der Kreuzfuge? So dürfen Trockenestrichplatten nicht verlegt werden? Ich habe jetzt nur noch ein Teil-Foto des großen Raumes.

    Sollte ich jetzt einen Sachverständigen hinzuziehen und Abnahme erstmal verweigern?

  • Heute nochmal Fotos gemacht, ist in den Türen überall Kreuzfuge. Estrichleger sagt, da passiert nichts, hätte er es anders gemacht, wäre es in den Türen schlimmer geworden. Und wo der Estrich uneben ist und nachgibt (er läuft drüber und man sieht es sich bewegen!), würde er nachspachteln mit einer Spachtelmasse von Knauf.

    Ich hab ihm gesagt, ich kann das so nicht abnehmen und es muss jemand Unabhängiges drüber schauen.


  • Kreuzfugen sind ein absolutes NoGo bei Trockenestrich, diese führen zwingend zu Rissen bei einem Fliesenoberbelag.


    Wenn man mit dem Plattenmaß nicht hinkommt, kann man jederzeit auch zwei stinknormale Gipsfaserplatten passend auslegen und mit dem passenden PU-Kleber verkleben, diesen sehe ich hier auch nicht.


    Warum wurden Vakuumplatten verwendet? Für den Aufpreis hätte man auch gleich alle bodentiefen Fensterelemente samt Türen erneuern können und zusätzlich noch eine FBH einbauen.