Qualitätsrichtlinien Pulverbeschichtung, Einschlüsse

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    • Qualitätsrichtlinien Pulverbeschichtung, Einschlüsse

      Hallo,

      ich hoffe, ich bin hier richtig.

      Mir wurde ein Einfahrtstor eingebaut. Rechteckrohrrahmen, feuerverzinkt und pulverbeschichtet RAL7016. Auf der Oberfläche sieht man viele Einschlüsse, Pickel, Blasen sowie Schweißnähte. Gibt es irgendwelche Richtlinen bezüglich der Oberflächengüte, wie z.B. Q1-Q4 bei Spachtelarbeiten?
    • stell einmal ein foto ein.

      bei verzinkten profilen können unebenheiten möglich sein. schweißnähte müssen vor dem beschichten mit zink und farbe verschliffen werden. das ist eine besondere leistung, die ich vorher beauftragen muss. unebenheiten des zinkauftrags, z. b. tropfenbildung, bekommt man so gut wie gar nicht weg.
      das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
    • Qualitätsrichtlinien gibt es für die Pulverbeschichtung von Aluminiumbauteilen. Für Stahlteile ist mir nichts bekannt.

      Die Oberflächen von stückverzinkten Stahlteilen sind idR nicht für einen direkten Auftrag einer Pulverbeschichtung geeignet. Um verfahrenstechnisch bedingte Tropfen, Spitzen, Verdickung an Schweißnähten usw. zu entfernen, ist ein Feinputz nach der Feuerverzinkung im Allgemeinen unumgänglich. Dieser muss jedoch, wie schon von rolf aib geschrieben, als besondere Leistung vereinbart werden.
      Hier sehe ich aber nicht den Endkunden in der Pflicht. Das muss im Zusammenspiel zwischen Schlosser, Verzinker und Beschichter geregelt werden.

      Nicht zu vermeiden ist uU die Bildung von Blasen und Poren, die durch das mögliche Ausgasen des Zinküberzuges während dem Einbrennvorgang entstehen.

      Ergo, mit einer Duplex-Beschichtung wird man nie annähernd Karosseriequalität erzielen. Wenn allerdings im speziellen Fall kein Feinputz ausgeführt wurde, bestehen berechtigte Gründe, das Werk zu bemängeln.
    • Er bemängelt schon, dass man Schweißnähte sieht.
      Das heist Erwartung, Bestellung, Lieferung werden deutlich auseinander klaffen.

      Was wurde vereinbart: Ein Tor als Schweißkonstruktion, dann feuerverzinkt -> Schweißnähte werden nicht nachbearbeitet - für tragende Konstruktionen ist eh nicht so zulässig, da Festigkeitsverminderung -, grob gereinigt, vorbereitet für Feuerverzinkung.
      Dann eine Pulverbeschichtung, die bei so großen Teilen und feuerverzinkt auch nochmals Unsauberkeiten hat.
      Will man geschliffene Schweißnähte muss man das auch entsprechend bestellen - bei nicht tragenden Teilen. Dann auch noch Feinschliff der Stahloberfläche? noch gesandstrahlt in Qualität x?.

      -> erwartet wurde Qualität wie bei Edelstahlkonstruktionen (ala Automobilbau, Möbelbau). Dann auch vereinbaren - total andere Preisliga.
      Nachdenken kostet extra!
    • Nun ja, ohne Fotos ist die Diskussion über eine vielleicht überzogene Erwartungshaltung müßig, aber so einfach kann man sich das auch nicht machen.

      Ein Tor für Privatkunden ist auch immer ein gestalterisches Element. Unter dieser Maßgabe müssen die AN dann auch liefern. Woher soll ein Laie wissen, was dazu an Vorarbeiten und besonderen Leistungen erforderlich ist. Und nun komme keiner mit: "Wer hat's geplant?"

      Und selbstverständlich werden bei einem Torrahmen aus Rechteckrohr die Schweißnähte der Gehrungsecken plan geschliffen (Kehlnähte natürlich ausgenommen). Das Problem ist dabei, dass die Schweißnähte bei der Feuerverzinkung minimal größere Schichtdicken annehmen und so wieder sichtbar werden. Das wird dann beim Feinputz möglichst egalisiert, ohne den Korrosionsschutz zu beieinträchtigen.

      Wenn jetzt beim TE alle beim Verzinken entstandenen und in der Norm liegenden Unregelmäßigkeiten einfach übergepulvert wurden, darf er zurecht unzufrieden sein.
    • Alfons Fischer schrieb:

      Ein Lackauftrag hätte vermutlich auch nicht viel anders ausgesehen...
      Die mäßige Qualität liegt hier weniger am Verfahren, sondern mehr am Verarbeiter.
      Ein paar Stellen (Pickel, irgendwas auf Bild 3...) hätten vor Beschichtung beseitigt werden sollen.

      Ansonsten kann Pulver auf Zink halt so aussehen. Du hast auch immer schön mit Gegenlicht fotografiert. Deshalb nie glänzend - immer nur matt pulvern!
    • der verarbeiter hätte die längs verlaufende schweißnaht auch aus dem sichtbereich anordnen können, nach unten z. b.

      zinktropfen lassen sich nicht vermeiden, die schweißnähte hätte man ein wenig verschleifen können.

      sendzimierverzinkte profile halte ich für ungeeignet - gibt es die mit 85µ zinkauftrag und kann man nach der ganzen schweißarbeit noch sendzimirverzinken?
      das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
    • WerniMB schrieb:

      rolf a i b schrieb:

      der verarbeiter hätte die längs verlaufende schweißnaht auch aus dem sichtbereich anordnen können
      Dafür kämpfe ich seit Jahren bei unseren Schlossern. Das wird von den wenigsten aber überhaupt als Problem wahrgenommen. :motz:
      Ich kenne Konstrukteure die schreiben z.B. in ihren Plan : Profilschweissnaht nach unten !
      Dann können sie dem Schlosser in den Allerwertesten treten wenn .....
      Da brauchts kein Gemotze, vor allem wenn die Teilevorbereitung von verschiedenen Personen durchgeführt wird.

      Vom erhöhten Materialverbrauch bei Gehrungsschnitten etc reden wir dann ggf. auch nicht ....

      Wenn´s wirklich drauf ankommt ! dann nimmt man ein Material dass das Problem nicht hat ... und schon wieder sind wir beim Konstrukteur der das vorgibt ....

      Merkst was ? Alles gar nicht soooo einfach, wenn mehrere Personen an nem Prozess beteiligt sind.
      Bis eine Info auch zum letzten in der Kette vorgedrungen ist dauerts und es braucht flankierende Maßnahmen.

      Es ist immer die einfachste Problemlösung auf andere zu schimpfen, frei nach dem Motto : Warum hat der Blindfisch nicht ....

      Der Blindfisch hat aber regelmäßig andere Probleme ... dem steht der Vorarbeiter oder die Zeitvorgabe im Kreuz : In XX Stunden muss das fertig sein sonst gibts den nächsten Einlauf. Ergo gehen ihm fehlende Vorgaben einfach irgendwo vorbei, vor allem wenn ihm bei anderen Gelegenheiten erklärt wird : Klappe halten, machen .... denken ist woanders.

      Gruß
      Achim Kaiser
    • @Achim Kaiser

      Hast ja grundsätzlich Recht, aber zum Glück sind wir nicht in der Industrie, wo es auch für's Zubinden der Schuhe 'ne Arbeitsanweisung braucht. Mitdenken ist bei uns ausdrücklich erwünscht.
      (Sonst fallen die Fehler des Konstrukteurs ja nie auf ;)

      Das Thema hat nun nicht so viel Konfliktpotential, wie du vielleicht aus meinem Post rausgelesen hast. Wäre sozusagen das i-Tüpfelchen der Qual-i-tät, wenn die Schlosser das als Grundprinzip verinnerlichen könnten. Aber wie gesagt, die Wahrnehmung findet auch bei den meisten Kunden nicht statt.