Fugenglattstrich bei Hochlochziegeln

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    • Fugenglattstrich bei Hochlochziegeln

      Hallo,

      ich hätte eine Frage zum Aussehen eines Fugenglattstrichs:
      wir bauen mit GU / . Laut Baubeschreibung wird der Keller in wärmedämmenden, gebrannten Tonziegeln gemauert (Innen und Aussenwände). Das ist so auch geschehen. Jetzt steht allerdings der Putz an. Laut Baubeschreibung Fugenglattstrich (was für mich im Keller auch in Ordnung ist, Streichen würde ich dann selbst).
      Die Außenwände sind mit glatten Steinen gemauert. Da ergibt ein Fugenglattstrich Sinn, dass ist auch das was ich erwartet habe. Ich erhalte glatte Fugen zwischen glatten Steinen. Somit mit Überstreichen eine halbwags glatte und saubere Wand.
      Das Problem: für die Innenwände wurden Hochlochziegel verwendet und zwar mit profilierter Oberfläche.
      Links im Bild ist die Außenwand zu sehen. Auch dort ist das in meinen Augen noch kein Fugenglattstrich, wenn das allerdings gemacht wird ist es so wie ich mir die Wand vorgestellt habe.
      Rechts im Bild ist eine Innenwand.
      Die Frage ist nun: wie ist ein Fugenglattstrich bei der Wadn zu verstehen? Ich hatte natürlich einen glatten Ziegel mit dann einigermaßen glatten Fugen erwartet, so dass ich mit Streichen im Keller hinkomme. Bei der Wand muss man sicherlich noch mehr machen als nur Streichen (zumindest für meinen Geschmack).
      Macht es eigentlich Sinn solche Steine zu verwenden, wenn ich einen Fugenglattstrich erstellen will? Habe ich eine Möglichkeit / ein Recht darauf eine glatte Wand zu bekommen (also meinen GU / die Wand entsprechend glatt putzen lassen)? Gibt es dafür eine Handhabe?
      Besten Dank
      Sven
    • lass die wände mit einem kalkputz oder einem kalkzementputz verputzen. wenn du das nur streichen (spritzen) möchtest, kommt nichts gescheites dabei raus.

      wer dir immer die idee mit dem fugenglattstrich verklickert hat, soll das erst einmal selber machen, damit er wenigstens weiss, dass er blödsinn verkauft.

      ziegelmauerwerk als kelleraussenwand ist bereits unfug - was für eine abdichtung kommt außen drauf?
      das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
    • rolf a i b schrieb:



      ziegelmauerwerk als kelleraussenwand ist bereits unfug - was für eine abdichtung kommt außen drauf?
      Warum?
      Wäre zwar auch nicht meine erste Wahl, aber regional durchaus üblich.
      Braucht auch keine andere Abdichtung als jedes beliebige Mauerwerk sonst auch.
      öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    • Hi,

      als Abdichtung ist außen ein Bitumenanstrich drauf. Außerdem darauf 8cm WLG35 Dämmung. Das Ganze mit einer Ringdrainage in einem Gebiet ohne besondere Anforderungen wegen Wasser (kein drückendes Wasser oder ähnliches). Auch die Ziegel (Kellerziegel) sind vom Statiker abgesegnet und vom baubegleitenden Gutachter (durch uns beauftragt, nicht durch die Baufirma) als OK befunden.

      Leider hat das nichts mit meiner Frage zu tun:
      die Außenwand wurde mit glatten Steinen gemauert. Da kann ich es im Keller aktzeptieren, wenn Fugenglattstrich, dann selbst gestrichen und es ist OK.
      Die Innenwände sind profilierte Steine. Wenn dort die Fugen glatt gezogen werden (wie soll das überhaupt gehen bei profilierten Steinen?) bleiben die Steine und es ist mit malern nicht gemacht.
      Meine Frage: habe ich eine Chance eine glatte Wand vom GU / einzufordern oder hat er durch "geschickte" Materialwahl der Steine (eben die profilierten Steine) mir den schwarzen Peter zugeschoben, so dass ich Putz aufbringen muss?

      Grüße
      Sven
    • Ich sehe wenig Chance darauf.
      Dem GU war schon klar was er da baut.
      Billiger geht es kaum noch.
      Ihnen wurde suggeriert (Fugenglattstrich) eine glatte Wand zu erhalten.
      Zugesichert hat er diese Eigenschaft aber offenbar nicht.
      Er hat den Kleber der Fugen auf die Wand glattgestrichen.
      Der Rest war Ihre Phantasie.
      öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    • was steht genau im vertrag zu den kellersteinen, welche steinwahl ist dort beschrieben.

      fugenglattstrich ist kein qualitätsmerkmal für eine glatte wandoberfläche.

      Mark - ich halte diese steinwahl für verkehrt, wenn während der rohbauphase zu viel niederschlag im keller landet - bis das dach drauf kommt - um anschliessend mit viel aufwand zu trocknen, da die steine wassergesättigt sind. muss nicht sein!
      das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
    • Aber genau hier liegen die Vorteile des Ziegel im Verhältnis zu anderen Mauersteinen.
      Ziegel ist kapillarleitender als z.B. KS, Bims und erst recht wie Porenbeton.
      Daher verteilt sich die Feuchtigkeit gleichmäßiger in der Wanddicke was dazu führt das sich diese an der Verdunstungszone der Wand besser mit der Raumluft abgleichen kann.
      Ergo, er trocknet schneller.
      Beton dagegen wäre optimaler. Der braucht aber auch 2-4 Jahre um seine Gleichgewichtsfeuchtigkeit zu erreichen.
      Aber Beton war auch nicht vereinbart.
      öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    • rolf a i b schrieb:



      Mark - ich halte diese steinwahl für verkehrt, wenn während der rohbauphase zu viel niederschlag im keller landet - bis das dach drauf kommt - um anschliessend mit viel aufwand zu trocknen, da die steine wassergesättigt sind. muss nicht sein!
      In der Baupraxis hast Du da wohl recht - theoretisch nicht: Man kann auch schon innen eine Abdichtung aufbringen sobald die 1. Steinreihe steht. Wir haben das so gemacht. Der größte Ziegelhersteller erwähnt das mittlerweile auch irgendwo als sinnvolle Zusatzleistung.

      Habe ich sogar schon mal auf einer anderen Baustelle gesehen, bei der der Bauunternehmer wohl im Hochsommer Urlaub und Baupause gemacht hat.
    • der baupraktiker geht sogar noch weiter. ich hatte bei mauerwerk mit fugenglattstrich betonsockel bis 25 cm höhe anlegen lassen, trennlage drauf und dann wird gemauert. da steht das mauerwerk nicht im wasser.

      wuselklaus - bedenke wasser im bau kommt in 99% der fälle von oben und ein teil davon läuft an den wänden herunter!
      das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
    • rolf a i b schrieb:


      wuselklaus - bedenke wasser im bau kommt in 99% der fälle von oben und ein teil davon läuft an den wänden herunter!
      ... aber da bietet Poroton doch auch eher den Vorteil, dass durch die starke Saugfähigkeit das Wasser sich schnell verteilt und die die Oberfläche für die Verdunstung schön groß wird.

      Auch die Wände gegen die dann mal Schlagregen prasselt trocknen doch eigentlich recht schnell wieder - Folie oben über der Wandkante ist da natürlich zwingend.
    • rolf a i b schrieb:

      keller, kalte baufeuchte und verdunstung?

      im erdgeschoss hast du recht!
      Aber wo ist der Wiederspruch?
      Der Physikalische Zustand trifft für alle Wandbildner zu.

      Entweder diszipliniertes Lüftungsverhalten, oder technisch gegen die hohe Feuchtigkeit angehen.
      öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    • svenpas schrieb:


      Meine Frage: habe ich eine Chance eine glatte Wand vom GU / einzufordern oder hat er durch "geschickte" Materialwahl der Steine (eben die profilierten Steine) mir den schwarzen Peter zugeschoben, so dass ich Putz aufbringen muss?

      Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hast Du genau das erhalten was bestellt war. Ziegelmauerwerk mit Fugenglattstrich. Von einer "glatten Wand" war wohl nie die Rede. Selbst wenn der Fugenglattstrich nicht sauber ausgeführt worden wäre, könntest Du bestenfalls "glatte Fugen" fordern. (aus dem Bild für mich nicht erkennbar).

      Der einfachste Weg ist also, Putz drauf, fertig. Vor Auftragserteilung die Oberflächenbeschaffenheit festlegen, damit es nicht noch eine Überraschung gibt. Glatt ist nicht unbedingt glatt. ;)