Ausblühungen Verblendschale

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    • Ausblühungen Verblendschale

      Hallo allerseits,



      dieses Thema wurde schon im "Grünen" behandelt, jetzt gibt es allerdings soweit Neuigkeiten vom BU , hierzu gibt es ja u. U. die ein oder andere Meinung eines Experten:


      Ich habe im Mai 2013 einen Neubau (DHH KfW-55) in Massivbauweise bezogen
      und nun nach mittlerweile drei Jahren bilden sich z.T. starke Ausblühungen auf der
      West- sowie Nordfassade der Verblendschale, und dieses regelmäßig jedes Jahr aufs neue.


      Folgendes zum Aufbau von Innen nach Aussen:


      15mm Kalkzementinnenputz
      17,5cm Porenbeton
      14cm Mineralwolle Rockwool WLG 035 (8cm und 6cm versetzte Stösse)
      1cm Luftschicht (theoretisch)
      11,5cm Verblender (Klinker) mit engobierter Oberfläche nachträglich verfugt


      Die anhängenden Bilder zeigen das Schadensbild aus 2015, Anfang 2016 sah die Fassade ähnlich schlimm aus.
      Wir haben dieses bereits als Mangel gerügt, der Fuger hat die
      Flächen nur mit Wasser und Hochdruckreiniger abgewaschen - was nur
      kurzzeitigen Erfolg brachte, das erfolgt in 2014 ca. dreimal.

      In 2015 und 2016 wurden die betroffenen Fassaden von einer auf Fassaden spezialiserten Firma gereinigt, dieses brachte jedoch auch nur kurzzeitigen Erfolg (3-4 Wochen, danach altes Bild je nach Witterung)

      Nach einem Treffen mit unserem am gestrigen Tage wurden folgende Lösungsansätze vorgetragen:

      1.) Verschliessen der Übergänge Sohlbänke zu Rolladenschiene und Fensterprofil mit geeignetem (PU)-Material in Fugenfarbe, zusätzlich besandet (dadurch wären die Ausblühungen unter den Rollschichten vermutlich beseitigt)

      2.) Vor-Ort-Termin mit und Vertreter des Fachverband der Ziegelindustrie N. - dieser soll die Fassade in Hinblick mauf die immer wieder auftretenden Ausblühungen bewerten und Lösungsvorschläge unterbreiten (halte ich für vernünftig)

      3.) evtl. die Fassade hydrophobieren - da habe ich allerdings etwas "Angst" dass dieses nach "hinten" losgehen könnte in Hinblick auf den Wandaufbau

      4.) zus. Entwässerungsöffnungen im Sockelbereich setzen (die derzeitige Anzahl entspricht nicht der nach DIN 1053-1 geforderten Anzahl)


      Vielleicht gibt es hier noch weitere gute Vorschläge oder Kritik/Anmerkungen zu der geplanten Verfahrensweise?



      Danke und beste Grüsse!

    • Ich wette, das Grundübel liegt zu 99,9 % Wahrscheinlichkeit unter der Sohlbank - oder besser, dort liegt keine Abdichtung!

      Unter die Sohlbänke gehört eine Abdichtung. Wenn die fehlt, siehts meist SO aus.
      Was mit dem Carportdach ist kann man so nicht sehen. Foto vom Wandanschluß des Daches wäre gut.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Zu 1.
      Es ist zu vermeiden dass zu viel Wasser hinter die Verblendung tritt. Etwas Wasser kommt und darf da auch hin.
      zu 2.
      Kann nicht schaden. Obwohl ich kenne die Antwort schon
      3.
      Besser nicht. Eine gesunde Fassade braucht das nicht. Es unterbindet auch nicht den Eintrag über etwaige Fugen-Stein-Flankenabrisse.
      4.
      Bringt nichts. Die Ausblühungen erscheinen ja nicht linear im Bereich der Steine wo sich etwaig Wasser hinter aufstaut weil es nicht aus den Entwässerungsfugen austreten kann. Der Eurocode verlangt noch nicht einmal mehr diese Entwässerungsfugen.

      Das Problem von Dir ist insbesondere unter der Überdachung gut zu erkennen.
      Dieses wohl, weil hier die Fassade abtrocknen kann und daher das Salz kristallisiert und dadurch sichtbar wird.
      Was für ein Mörtel wurde verwendet?
      Fugenglattstrich - oder nachträgliche Verfugung (ich tippe auf letzteres)
      Wie wurde gereinigt (Säuren?)
      Wurde die Dämmung bei der Erstellung trocken gehalten. Oder dunstet jetzt gerade das ganze Wasser durch die Fassade aus und löst somit die Salze und transportiert diese zu Oberfläche?

      Ausblühungen treten gerne zu dem Zeitpunkt auf, wo erstmals längere Zeit Fassadenflächen durch die Frühjahrssonne erwärmt werden.
      Das ist ein Physikalischer Prozess.
      ---------- 16. Juni 2016, 12:45 ----------
      Ralf
      Bild 1 - stimme ich Dir zu. Könnte sein.
      Passt aber nicht zu Bild 2+3
      ---------- 16. Juni 2016, 12:46 ----------
      Da mit dem Dachanschluss ist ein guter Ansatz von Ralf.
      Das gehört untersucht.
      öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    • @Ralf Dühlmeyer: Danke für die prompte Antwort: Abdichtungen unter den Sohlbänken sitzen definitiv - diese habe ich VOR Setzen der Sohlbänke gesehen - ich denke dass durch die nicht vorhandene Schlagregendichtigkeit (fehlende Abdichtung direkt Übergang Rollschicht zu Rolladenführungsschiene und Fensterprofil) dass dort eindringende Regenwasser auf die Folie gelangt und seitlich innen abläuft
      Carportanschluss ist soweit intakt und wurde bereits mehrfach kontrolliert - die Ausblühungen an dieser Seite bestehen auch ca. 2,5m über dem Carportdach in gleichem Maße

      @Mark Carden: Danke für die Einschätzung: welche Antwort vom Fachverband zu

      Pkt. 2 ist denn zu erwarten, da wir uns mittlerweile im 3. Jahr unverändert mit der Problematik rumschlagen gelten hier nicht die üblichen Aussagen des FV in puncto "Restfeuchte muss raus", dieses ist in deren Merkblättern usw. mit max. 2 Jahren angegeben...

      Pkt. 3: das sehe ich auch so - kann man einen solchen Mängelbeseitigungsversuch auch ablehnen - Begründung?

      Pkt. 4: Gem. EC6 sind diese nicht erforderlich, weder im Sockel in der Anzahl noch über und unter Fenstern, jedoch haben wir noch gem. geschlossenem Vertrag nach DIN errichten lassen - heir nur die Frage ob dieses überhaupt sinnvoll ist?

      - Mörtel war Werktrockenmörtel, genaues Modell müsste ich erfragen bzw. Photos durchforsten...
      - Verfugung nachträglich dass ist richtig!
      - Reinigung mit verd. Salzsäure - habe ich auch schon bemängelt bzw. angemerkt dass u. U. die Konzentration wohl zu hoch war

      Dass die Ausblühungen immer vermehrt zum Frühjahr und erstem Frosteinsetzen auftreten habe ich auch schon beobachten können, dieser Umstand ist mir bekannt und deckt sich mit den Erfahrungen der letzten 3 Jahre...

      PS: die Südfassade hat rein garnichts - aber die steht auch in voller Südseite mit entsprechender Besonnung....
    • Verstehe ich das Richtig, die Rollschicht wurde VOR der Fenstermontage erstellt, die Abdichtung zwar UNTER der Rollschicht erstellt, aber nicht an den Seiten und am Fenster dicht angeschlossen?

      Wenn ja, dann ist das schon mal ein Mangel.

      Mit dem Carportdach meinte ich weniger eine Leckage in der Abdichtung als vielmehr den Anschluß ans Verblendmauerwerk. Mach doch davon bitte einfach mal ein Foto. Ebenso vom Dachbereich oberhalb der Ausblühungen, wenn die über dem Carportdach noch hochgehen.
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • @ R. D:: Die Rollschichten wurden natürlich NACH den Fenstern gesetzt, die Abdichtung dann am Fenster hochgezogen und angeschlossen, danach dann die "Rolle" gesetzt...

      Bzgl. des Carportdaches meinte ich auch den Anschluss an die Wandfläche - hier konnte keine Undichtigkeit festgestellt werden, ist mittels Kappleiste und Dichtband unter der Leiste und zusätzlich aufgebrachter Abdichtung (Versiegelung) auf der Kappleiste hergestellt worden. Photos mach ich heute Abend mal vom Anschluss...

      Photo der Fläche einmal ohne und einmal mit Carport:

    • Das die Rollschichten nach den Fenster gesetzt werden, ist eher die Ausnahme und keineswegs natürlich ;)
      Daher mein Verdacht.

      Aber dann und wenn sauber mit Kappleiste ausgebildet, komme ich eher zu Marks Richtung. Wobei micht die Dauer stört. Wenn also die Dämmung nicht völlig durchnässt war (was zur Westseite des Carports passen würde), dann wirds spannend.
      Zu viel Säure ist sicherlich nicht gut und hilft
      Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen
    • Das mit der Säure sollte dann überprüft werden.
      Derunsachgemäße Einsatz von Salzsäure, kann auch Ausblühungen am Mauerwerkhervorrufen. Insbesondere beim Einsatz konzentrierter Salzsäure werdencarbonatische Bestandteile im Mörtel angegriffen. Durch die Reaktion mit derSäure werden das neutrale Salz, Calciumchlorid (CaCl2) sowie Wasser,neu gebildet. Das neu entstehende Salz ist leicht wasserlöslich und kann inVerbindung mit Regenwasser oder als Folge von Wasserbehandlung des Mauerwerksvor und nach der Reinigung an die Mauerwerksfläche transportiert und dortabgelagert werden. Die an der Mauerwerksoberfläche verbleibenden Säurerestetragen nach Verdunstung von Wasser dazu bei, dass das Mauerwerk fleckig undunansehnlich wirkt.

      "Normale" Ausblühungen an neu errichteten Mauerwerksoberflächen verschwinden meistens innerhalb der ersten zwei Jahre unter Einwirkung von Regen und Wind von selbst. Dieses gilt zu mindestens dort, wo Regen und Wind die Mauerwerksfläche beaufschlagen können. In dieser Zeit stellt sich die so genannte Gleichgewichtsfeuchte der Außenwand als Folge der Beheizung der Innenräume und Feuchtigkeitsverdunstung an der Außenfläche allmählich ein. Bis dahin können immer wieder leichte Ausblühungen an der Mauerwerksoberfläche sichtbar werden, welche allerdings in der Intensität und Erscheinungsform eine deutlich abnehmende Tendenz erkennen lassen.
      öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    • @ Ralf & Mark: Vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten / Einschätzungen - die Ausblühungen weisen lediglich an der Westfassade nach wie vor die gleiche Intensität auf fast der gesamten Fläche auf wie im 1. Jahr, den unbewitterten Bereich unter dem Carport bewerte ich natürlich differenziert, hier bürste ich ab und zu die getrockneten Salze ab der Optik wegen ab...

      Die erhöhte Konzentration der Säure werde ich als Ansatzpunkt weiter verfolgen - nach neuen Erkentnissen bzw. nach Vor-Ort-Termin berichte ich nochmals...

      PS: Photo vom Wandschluss Carport gester nicht mehr geschafft - Fussi war wichtiger... Kommt aber noch...
      ---------- 22. Juni 2016, 10:04 ----------
      So denn jetzt wie versprochen die Bilder des Anschlusses Carportdach/Westfassade: Hatte die Fläche gestern eh gereinigt und dann bot sich dei Möglichkeit an gleich Bilder zu machen:

      Wie man erkennen kann, Kappleiste mit oberseitiger Versiegelung

      Kappleiste ÜBER die Entwässerungs- bzw. Entlüftungsfugen gesetzt!!!

      Fenstersturz Fenster 1.OG mit Feuchte- bzw. Säureschäden am Grenadier

      Nahaufnahme Verblender mit vermutlichen Säureschäden (Oberfläche)




      Das mit der Kappleiste wurde dem bereits mit den anderen Bildern zugemailt - ich warte hier auf Rücklauf - wie sind Eure Meinungen dazu?
    • Sieht sehr verdächtig aus wie ein Säureangriff auf den Stein.
      Die Kappleiste ist schon deshalb murks, weil hier Wasser von der Dachhaut gegen die Verblendung schlägt, und hier keine L-Folie hinter der Verblendung hochläuft die durchschlagendes Wasser ableiten würde.
      Richtig geplant würde die Kappleiste an einer solchen L-Folie anschließen.
      öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    • @Ralf Dühlmeyer: Eiskeile sind nur eine Empfehlung bei Bitumenabdichtungen und bei einlagigen Abdichtungen können sie gänzlich fehlen dürfen. Kappleiste mit Versiegelung ist zwar nicht schön aber regelgerecht. Es fehlen aber die 15cm Anschlusshöhe und vermutlich auch das Gefälle zur Dachinnenseite von dem kleinen Versatz. Abdichtungstechnisch geht es sicherlich besser ist jetzt aber auch kein absoluter Pfusch ;)
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

      * Administrative oder moderative Beiträge in rot
    • @ Carden Mark: Vielen Dank dür die Einschätzung bzgl. des evtl. Säureschadens am Verblender und der Situation Abdichtung Dachfläche und Anschluss an Wandfläche

      @ Kalle: auch dir besten Dank für deinen Beitrag, du liegst richtig mit den fehlenden 15cm und dem nicht vorhandenen Gefälle des kleinen Versatzes - dieses wurde auch bereits als Mangel beim angezeigt (die anderen Punkte natürlich auch)


      ---------- 30. März 2017, 14:29 ----------

      So mal n kurzes Update zum Sachverhalt:

      1.) Sämtliche Anschlüsse Sohlbänke an Rolladenschiene (inkl. Gewerkeloch) und Fensterprofil wurden überarbeitet, nachträglich versiegelt mit Hybridpolymer, der Optik wegen besandet - seitdem keine Ausblühungen mehr unterhalb der Sohlbänke

      2.) Wandanschluss Kappleiste an Wandfläche wurde untersucht und nochmals nachträglich Fuge gesäubert und neu abgedichtet (auch auf meinen Hinweis hin dass das nicht 100% fachgerecht ist und ich dieses nicht als Mängelbeseitigung ansehe!)

      3.) Säureschäden der Fassadenflächen (schlimmste Seite Westgiebel) werden unter Zuhilfenahme eines dafür bestimmten Reinigers (Produkt hat seitens des Verblendherstellers dafür die Freigabe, ebenfalls Verband gibt dieses als geeigneten Reiniger an) von diesen Schäden befreit, in der kommenden Woche erstmal kleine Fläche im EG-Niveau - wenn Reaktion erfolgreich dann Einrüsten des kompletten Hauses und Reinigung aller Flächen damit.

      So das wars erstmal - in der nächsten Woche dann das Ergebnis der Probereinigung.
    • Hallo,

      kannst du vielleicht ohne Herstellernamen sagen, um welchen Folientyp es sich hier handelt ( EVA o.ä. ) ? Hier ist noch mehr im Argen wie nur die Wandanschlußhöhe und Schiene. Die Flächenabdichtung und der Wandanschluß muß getrennt ausgeführt werden ( nicht wie hier die Bahn der Flächenabdichtung an der Wand unter die Wandanschlußschiene geführt ) und wahrscheinlich auch mechanisch befestigt werden, hiernach sieht aus auf dem ersten Bild nicht aus.
    • @Elopant: Dank dir! Perfekt und hilft weiter!


      ---------- 26. April 2017, 10:27 ----------

      So mal nen kurzes Update zu den diskutierten Punkten:

      1.) Säureschäden Verblendfassade: Probefläche wurde mit entsprechendem Reiniger behandelt - Ergebnis gut - alle Säureschäden sind beseitigt und nichts schlägt neu durch - in den kommenden Woche wird bei entsprechender Witterung die komplette DHH eingerüstet und alle Verblenderflächen werden gereingt.

      2.) Dachrandanschluss und Verlegung der Carport-Flachdacheindeckung: Ersteller sagte zu die aufgezeigten Mängel zu beseitigen, Vor-Ort-Termin wird noch abgestimmt, Vertreter des Herstellers der Dachbahn (A*w***a) wird mit dabei sein zur technischem Unterstützung (vom Ersteller mit dazubestellt)

      Sobald es hier was neues gibt oder Ergebnisse poste ich weiter...