Sanierung Bodenplatte Einfamilienhaus

    • ich will auch nicht immer Recht behalten, ich würde mich auch gerne täuschen und sagen können - der Fachanwalt hatte ja Recht.


      wenn es Dir klar ist, dass ich ein Anteil daran habe, dann dürfte es Dir sicherlich nicht schwer fallen, mir zu erklären, worin dieser Anteil besteht ... also bitte, ich bin neugierig ... was sollte ich den anders machen, an welcher Stelle sollte ich nicht auf die Empfehlungen der Experten hören sondern meine Laienmeinung durchsetzen? Während des Baus, wo die Mängel entstanden sind? Oder während der Beratung mit dem Fachanwalt...
    • Ich gehe mal davon aus,das hier die Meinung dahin gehen werden,das Bauherren sich von anfang an auch einen Gutachter zur Seite
      holen sollten.Das vertrauen und hoffen das einem der Bauträger, GU oder nicht abzieht ist wohl ein fehler wo viele begehen.

      Wir sehen es ja hier an einige Personen wo das hinführt.

      Wie hat mir mal ein Arzt gesagt.Vorbeugen ist besser als heilen.

      Dafür zu sorgen erst garnicht zu erkranken.Das heilen wird dann schwerer.

      Leider rodop sind wir nun schon erkrankt,und das heilen ist nun mit mehr Aufwand und kosten verbunden.
      Jetzt musst du wieder etwas Glück haben und den richtigen Fachanwalt und SV finden.

      Hat sich bei dir was getan.Liegt nun eine Lösung vor vom gerichtl.SV ?
    • Pincho - ich bin nicht erkrankt, die Klage stammt nicht von mir, sondern von einem Fachanwalt ;)

      Ende März wurden Rammsondierungen auf dem Grundstück durchgeführt, die beauftragte Firma wertet sie jetzt aus und schickt die Ergebnisse zum gerichtlich bestellten SV.

      Der macht dann irgendwann sein Gutachten und dann sehen wir weiter, unser privat bestellter SV schaut sich das dann an. Ich denke das wird erst im Sommer 2017 sein, aber vielleicht überrascht mich der gerichtliche SV.


      ---------- 9. April 2017, 17:11 ----------

      Pincho - ach so, der Bauherr soll vom Anfang an auch einen eigenen SV am Bau haben. Die Fachleute der Baufirma und der vom Bauherr bezahlte Bauüberwacher reichen nicht aus.

      Damit wir beim Vergleich mit dem Arzt bleiben - wenn ich zu einer OP gehe, sagen wir mal Entfernung der Mandeln, dann soll ich neben einem Chirurgen, der operiert (=Baufirma), auch einen überwachenden Arzt beauftragen (=Bauleitung/Bauüberwachung)

      Und damit der überwachende Arzt richtig überwacht, dann muss ich noch einen privaten Sachverständigen (natürlich auch Arzt als Fachmann) bezahlen, der schaut, ob der überwachende Arzt richtig überwacht.


      Habe ich das jetzt richtig verstanden, wie ich mich verhalten muss, wenn ich zum Arzt gehe?
    • im anderen thread habe ich irgendwas vom dummen zeug geschrieben .

      das du verbittert bist , ja soll wohl sein .

      und es braucht nicht SV für den SV für den SV .

      aber vor der unterschrift gehirn einschalten , AWG abschalten , und wenn man etwas nicht versteht , einen fragen , der was davon versteht und neutral agieren kann .

      und schon ist mehr als die hälfte gewonnen .

      und danach augen auf ...... aber die rosa brille absetzen .
    • wasweissich - mit der Unterschrift war Bodenplatte und Mauerwerk u.a. nach ARdT vereinbart.

      Es wurde eine Planung der Bodenplatte nach ARdT beauftrag und vollständig bezahlt - trotzdem wurde eine unvollständige Planung geliefert.

      Es wurde eine deutsche lokale Firma für die Lieferung des Rohbaus nach ARdT bezahlt.

      Es wurde eigener Sachverstand für die Bauüberwachung beauftragt und bezahlt.

      Trotzdem Mauerwerk und Bodenplatte laut G-SV nicht nach ARdT - wo ist jetzt der Anteil von rodop an den Mängeln zu suchen? Worüber sollte er VOR der Unterschrift nachdenken? Was sollte er anders machen, damit Planer und Baufirma mangelfrei arbeiten? Was hat rodop an der ganzen Sache nicht verstanden?
    • rodop schrieb:


      Und damit der überwachende Arzt richtig überwacht, dann muss ich noch einen privaten Sachverständigen (natürlich auch Arzt als Fachmann) bezahlen, der schaut, ob der überwachende Arzt richtig überwacht.
      manchmal wird schon echte grütze zusammengeschrieben!!!

      sicher kann man pech haben und trifft auf einen schlechten bauüberwacher und einen noch schlechtere unternehmer, so etwas kann passieren. da würde ich jedoch selbst erst einmal mir selbst die frage stellen, was habe ich jetzt selbst falsch gemacht?

      qualitative parameter kann der bauherr bereits vor den vertragsabschlüssen selbst ansetzen:

      - auswahl der vertragspartner nach referenzen und eigenen erkundigungen,
      - auswahl des preisgünstigsten vertragspartners, nicht die entscheidung nach unten rechts, sondern nach dem preis-leistungsverhältnis treffen,
      - nur angebote verwenden, die auf gleicher basis erstellt wurden,
      - angebote nach technischer, qualitativer, rechnerischer und fachlicher prüfung bewerten und verhandeln,
      - (schlüsselfertige?) angebote vom ingenieur und vom fachanwalt prüfen lassen, ebenso vertragstexte vom bieter,

      mit einer sorgfältigen methodik und einem fachlich versierten planer an der seite kann ich wesentliche weichen zum erfolg stellen und schlechte oder nicht zuverlässige vertragspartner können rechtzeitig aussortiert werden, bevor es mit dem bauen los geht.
      das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
    • Achso du hattest einen eigenen SV,Architekt der den Bau überwacht hat.

      Ich dachte du hättest keinen.Ich würde nie wieder ohne einen eigrnen Experten an meiner Seite bauen.
      In meinem Fall wäre es nie zum ausbruch der krankheit gekommen,da man den Murks am anfang schon bemerkt hätte.

      In unserem Fall heisst das nun,den harten Weg durchs deutsche Rechtssystem.

      Mit allem was dazu gehört.Leider :rb:
    • josef, ich wär´ ja auch gern deiner meinung - emotional (oder im heutesprech: postfaktisch) bin ich´s auch - aber es funktioniert nicht.

      wasweissich schrieb:

      aber vor der unterschrift gehirn einschalten , AWG abschalten , und wenn man etwas nicht versteht , einen fragen , der was davon versteht und neutral agieren kann
      da beisst sich die katze in den schwanz ... irgendwo ist dann auch mal der willigste bauherr überfordert.
      selbst wenn "der planer" nicht alles in personalunion macht, ist damit nicht gesichert, wenigstens einen "guten" in der ganzen herde zu haben.

      Off-Topic:
      über die "sanierungs"vorschläge des öbuv sog i scho nix mehr .. warum muss ich nur an landstrasse und 50m denken?
    • rolf a i b schrieb:

      - auswahl des preisgünstigsten vertragspartners, nicht die entscheidung nach unten rechts, sondern nach dem preis-leistungsverhältnis treffen,
      ja klar, das kriegt ein Laie problemlos hin - ich lege ihm ein Paar Angebote hin und nach ein Paar Stunden (Tagen, Wochen, Monaten) weiß er, was am Bau die richtigen Preis-Leistungsverzeichnisse sind ;)

      Klar, man kann das alles was Du oben geschrieben hast machen - aber hilft es wirklich bei folgenden Punkten?:


      Bei uns waren aber die Preise nicht das Problem -wenn der Planer (damals ein guter Bekannter der Familie) ein Angebot X für die Planung macht und auch diese Summe X abrechnet, aber trotzdem eine laut G-SV unzureichende Planung (auch statisch) liefert, dann lag es wohl nicht an dem Preis, den Preis hat er bestimmt und es wurde akzeptiert

      Wenn für die Bodenplatte Menge Stahl X geplant UND abgerechnet wird, aber nur Y kleiner X eingebaut wird dann hat das nichts damit zu tun, dass rodop an irgendetwas sparen will

      genauso wenn die Firma Ziegeln mit Eigenschaften A anbietet UND abrechnet aber Ziegeln mit schlechteren Eigenschaften B verbaut, dann hat das ebenfalls nichts mit Sparwillen von rodop zu tun



      rolf a i b schrieb:

      angebote vom ingenieur und vom fachanwalt prüfen lassen, ebenso vertragstexte vom bieter

      ja, das habe ich damals nicht gemacht - wenn ich zum Arzt gehe, dann lasse ich das Angebot für eine OP auch nicht vom Fachanwalt prüfen, genauso nicht, wenn ich in die Werkstatt mit dem Auto fahre usw.

      Ja, heute würde ich das machen lassen - aber was hat die Prüfung der Angebote damit zu tun, dass die Firma betrügen will?
      Die Baufirma war uns ist seit 1990 auf dem Markt, wir haben im nachhinein auch Leute gefunden, die Mängeln an den Häusern hatten, aber keiner von ihnen hat sich gewagt zu klagen, weil sie vom Anwalt der Firma gleich am Anfang eingeschüchtert wurden.


      ---------- 9. April 2017, 19:44 ----------

      rolf a i b - die Klage wurde von zwei Fachanwälten für Baurecht geprüft, weitere Anwälte und Sachverständige waren beratend tätig. Ein dritter Fachanwalt hat alles geprüft vor dem Gang in die zweite Instanz - und hat die Aussichten als super eingeschätzt und weiter machen empfohlen.
      Trotzdem droht praktisch Prozessverlust.
      So weit also zu "Angebote prüfen lassen" ;_)


      ---------- 9. April 2017, 19:44 ----------

      mls schrieb:

      über die "sanierungs"vorschläge des öbuv sog i scho nix mehr

      ich hoffe, dass mir zumindest im Gerichtsprozess Herr "wasweissich" keinerlei schwerwiegende Verfehlungen vorwirft ;_) da treffen doch immer Fachanwälte und Richter die Entscheidungen ;_)
    • rodop schrieb:

      rolf a i b schrieb:

      - auswahl des preisgünstigsten vertragspartners, nicht die entscheidung nach unten rechts, sondern nach dem preis-leistungsverhältnis treffen,
      ja, das habe ich damals nicht gemacht - wenn ich zum Arzt gehe, dann lasse ich das Angebot für eine OP auch nicht vom Fachanwalt prüfen, genauso nicht, wenn ich in die Werkstatt mit dem Auto fahre usw.
      das war vielleicht der entscheidende fehler, der bis heute dein problem ist. viel anwälte können nicht die besseren argumente oder die besseren vertragsverhältnisse der anderen seite zu deren gunsten ausgleichen. klar ist, dass dir das heute nicht mehr hilft.

      und lass die vergleiche mit dem doktor und der kfz-werkstatt an dieser stelle, solche vergleiche hinken gewaltig.
      das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
    • rolf a i b - wo war da der entscheidende Fehler, was hat das Urteil der 1. Instanz mit den "besseren Vertragsverhältnissen der anderen Seite" zu tun? das interessiert mich wirklich.

      In der 1. Instanz haben wir doch verloren, weil die Richter entschieden haben, dass die Nichteinhaltung der ARdT keinen Mangel darstellt, wenn a) das Maurwerk trotzdem gebrauchstauglich ist (nach Erfahrungswerten des G-SV) b) die Bodenplatte nach Annahmen des G-SV voraussichtlich als "Streifenfundamentengründung" funktionieren kann.

      Irgendwelche "Vertragsverhältnisse" wurden im Urteil nicht moniert. Oder soll ich es noch einmal lesen?
    • Ich sehe bei rodop keine Fehler in der Sache.Hatte sogar einen für die Bauüberwachung.

      Bei mir sieht das anders aus,hätte ich einen eigenen (guten) für die Bauüberwachung gehabt,hätte ich nur einen
      bezahlen müssen.Nun habe ich drei Private und drei gerichtl. SV bezahlt.

      Bei dir rodop hat dein Fachanwalt den stein ins rollen gebracht.Gleich auf Rückbau zu klagen,war wohl zu hoch gepokert von
      deinem ersten Fachanwalt.

      Vieleicht kommt es ja doch noch zu einem guten Ende
    • rodop - ich kenne deine aktenlage nicht, ich möchte sie auch nicht kennenlernen. deine darstellung der probleme ist leider nicht objektiv, so dass ich skeptisch bleibe. ich habe verständnis, dass du sauer bist, aber anhand deiner darstellung der sachlage kann und werde ich deiner sicht nicht folgen. für ein eigenes bild sollte man auch die andere seite der geschichte kennen.
      das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
    • rolf a i b - Du musst meine Aktenlage nicht kennen und Du kannst gerne skeptisch bleiben.

      Gerade weil Du ja die Aktenlage nicht kennst, so wundert es mich, wenn Du von "besseren Vertragsverhältnissen" der anderen schreibst. Ich kann das Urteil der 1. Instanz gerne anonymisiert hier einstellen, trotzdem wirst Du da nichts von problematischen Vertragsverhältnissen lesen können.

      Wenn es irgendwelche problematischen Vertragsverhältnisse mit Wirkung auf die Klage gegeben hätte, dann hätte mich der Anwalt der 2. Instanz sicherlich darauf hingewiesen/hinweisen müssen, oder?

      Wie gesagt, im Urteil der 1. Instanz war lediglich die Bewertung der Mängel seitens des G-SV und des Gerichtes für die Klageabweisung maßgebend - Bauwerk wurde trotz nachgewiesener Nichteinhaltung der ARdT als mangelfrei erklärt ... Trotz eindeutiger Behauptungen des Fachanwalts, dass die Nichteinhaltung der ARdT einen Mangel darstellt.


      ---------- 9. April 2017, 20:51 ----------

      ich habe das schon mal geschrieben - das Gericht der 1. Instanz hat im Urteil die zahlreichen Mängel des Mauerwerkes mit einem Satz geheilt Zitat Urteil: "Ausschlaggebend ist, daß das Mauerwerk funktionstauglich ist und dem Außenmauerwerk
      insoweit kein Mangel im Sinn von § 633 Absatz 2 Ziffer 2 BGB anhaftet."

      was hat das mit irgendwelchen "besseren Vertragsverhältnissen der anderen" zu tun, wenn das Gericht den Paragraphen absichtlich falsch anwendet, um den Beklagten aus der Patsche zu Helfen ? ;)

      Und dass die "Argumentation" des Gerichtes so war, das hat doch hier schon mal auch Eric bestätigt, ich kann Dir die Stelle heraussuchen ...
    • ich weiss jetzt nicht, ob eine andere person interesse an dem anonymisierten urteil hat, aber meinetwegen musst du das urteil nicht einstellen.

      von günstigeren vertragsverhältnissen der anderen seite - die möglicherweise vorhanden sind - schreibe ich deswegen, weil du die unterlagen vor vertragsabschluss nicht hast prüfen lassen.
      das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
    • rolf a i b schrieb:

      für ein eigenes bild sollte man auch die andere seite der geschichte kennen
      ich glaube, das hatten wir schon mal? oder habe ich ein deja vu? ;)
      ohne auf die jüngeren beiträge abzuheben (einfach deshalb, weil mir die zeit fehlt, alles zu lesen), sondern nur unter betrachtung der (alten, "grünen") bopl-thematik und der "vorschläge" des öbuv-"sachverständigen" sowie der "glanzleistungen" in der ersten (und auch in der zweiten) instanz (im grünen war ich noch etwas näher am thema) ist "die andere seite der geschichte" ausreichend eindeutig beschrieben.
      auch ein "planer", der womöglich unterpreisig anbietet, schuldet 100% leistung. unzureichend tragfähige bopl, falsches mauerwerk, nicht vorhandenes abdichtungskonzept oder vergammelnde anschlüsse an fenstern/türen (beispielhaft, aber nicht abschliessend) widersprechen der 100%-anforderung - und zwar deutlich.
      es mag andere themen geben, wo die darstellung fragen offen lässt - hier kann ich mir vorstellen, dasssogar kienzle keine fragen hätte - ausser, wann verteilt der bgh watschen?
    • mls schrieb:

      rolf a i b schrieb:

      für ein eigenes bild sollte man auch die andere seite der geschichte kennen
      [...] ausser, wann verteilt der bgh watschen?
      wenn ich das lese:
      xing-news.com/reader/news/articles/643945
      habe ich den Eindruck, es geht schon in die Richtung.

      Kein Anpruch auf Mängelbeseitigung vor der Abnahme.
      "Ja, Machen wir noch. Nächste Woche"
      nach 4 Wochen ist der Fehler immer noch nicht behoben.
      "Nee, jetzt geht das nicht mehr"
      Dann aber Rücktrittsrecht. Wie soll das gehen bei Einzelbeauftragung ? Das ginge ja nur bei Bauträgern. Aber wer will das schon?
      Gruß
      Holger
      --
      Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
      Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
      (Andreas Marti; Schweizer)
    • in einem anderen Thema schrieb der Nutzer "wasweissich":

      wasweissich schrieb:

      nennt man alternative fakten wenn was nicht ins (gewünschte) bild passt ,wird es ignoriert oder zurechtgebogen

      ja und? wird nicht nur hier im Forum (wo sich viele Laien tummeln) angewandt aber auch da draussen - und das finde ich viel schlimmer, weil es u.a. die sog. unabhängigen und unparteiischen Richter mit entsprechender Ausbildung machen

      ich wiederhole mich, aber vielleicht hast Du es ja nicht gelesen, Zitat Urteil: "Ausschlaggebend ist, daß das Mauerwerk funktionstauglich ist und dem Außenmauerwerk insoweit kein Mangel im Sinn von § 633 Absatz 2 Ziffer 2 BGB anhaftet"

      Das, was in § 633 zum Mangelbegriff auch noch da steht, aber nicht ins das gewünschte Bild passt, das wird einfach weggelassen (nicht einmal zurechtgebogen):

      Zitat § 633: "(2) Das Werk ist frei von Sachmängeln, wenn es die vereinbarte Beschaffenheit hat.

      Einem Sachmangel steht es gleich, wenn der Unternehmer ein anderes als das bestellte Werk oder das Werk in zu geringer Menge herstellt."

      Warum vergessen? Weil Herr Richter die ganze Zeit massiv überlastet ist und es nicht geschafft hat, den ganzen § 633 zu lesen? Warum vergisst er oder lässt weg gerade das, was gegen den AN ist?
      Sicherlich ein einmaliger Zufall ... sicherlich keine Absicht, das würde mir jeder Fachmann bestätigen


      Und das ganze überschreibt der unabhängige Herr Richter mit "im Namen des Volkes" ;_) Das stört aber die Steuerzahler nicht, das ist egal, weil das die Massen sowieso nicht erfahren ...


      ---------- 20. April 2017, 23:42 ----------

      @Baumal - Du wolltest doch mal ein Beispiel (oder Beispiele) für solche Urteile haben, wo ein AN oder Bauüberwacher verurteilt wurde, einen hohen Schadenersatz zu zahlen, nur weil Mängel am Bauwerk vorhanden waren, die aber zu keinem statischen Schaden führen oder wo es irgendwelche Nachteile für den Bauherren gibt; oder falls es die gibt, es handelt sich um Nachteile, die man billiger "nachbessern" kann.

      Was meinst Du zu diesem Urteil, wurde hier nicht sinnlos ein Schadenersatz von über 400.000,00 € ausgeurteil, wo doch nur die Rohdichte der Steine anders als vereinbart war und obwohl sie einen Einfluss auf den Schallschutz
      (ähnlich auch bei mir, hier wurden auch Steine mit einer schlechteren Rohdichte eingebaut, so dass ich auch einen schlechteren Schallschutz habe - allerdings meinten die Herren Richter, dies ist kein Mangel, da nicht akut einsturzgefährdet ;_)
      Gut, es handelt sich im Urteil nicht um ein Einfamilienhaus sondern um eine Aufstockung eines Bürogebäudes. Dieser wurde nur deshalb zurückgebaut, weil es sich um andere als vereinbarte Ziegelsteine handelte, eine technische oder statische Notwendigkeit des Rückbaus lag nicht vor.


      OLG Karlsruhe, 27.09.2011 - 8 U 97/09 - Schadensersatzanspruch gegen einen Architekten nach Ausschwemmungen am Mauerwerk aufgrund von Kalkeinschlüssen in Ziegeln und zu geringer Rohdichte der Ziegel; Rechte des Bauherrn beim Vorliegen von Mangelfolgeschäden durch Einbau von nicht dem Leistungsverzeichnis entsprechenden Ziegelsteinen; Anforderungen an die Geltendmachung der Einrede der Unverhältnismäßigkeit des Austausches von Ziegelsteinen i.R. einer Nachbesserung des Architektenwerks


      interessante Ausagen


      "1.In der eigenmächtigen Änderung der Rohdichte von Ziegelsteinen in Abweichung von der vereinbarten Planung liegt eine Verletzung der Pflichten aus dem Architektenvertrag. Dadurch wird von der vertraglich vereinbarten Ausführung abgewichen und werden die nach dem Vertrag vorausgesetzten Anforderungen an den Lärmschutz einschränkt."

      "Die Beklagten werden verurteilt, an die Klägerin als Gesamtschuldner 433.795,70 Euro nebst Zinsen hieraus in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit 12.01.2006 zu zahlen."

      "Die Ziegel wiesen nur eine Rohdichte von 0,9 statt der im Leistungsverzeichnis angegebenen Rohdichteklasse von 1,4 auf, was sich nachteilig auf den Wärme- und Schallschutz auswirkt."


      "Der Klägerin seien aufgrund des Austauschs der Ziegel Kosten in Höhe von insgesamt EUR 464.785,72 entstanden. Hierbei rechnet die Klägerin die Kosten des Abbruchs und des Neubaus ab sowie Kosten der Finanzierung, Mietzinsausfall und Nutzungsentschädigung."


      "Im Übrigen hätte die geringere Dämmwirkung durch eine einfache "biegeweiche Vorsatzschale" mit einem Aufwand von DM 13.175,00 beseitigt werden können. Ein Austausch der bereits verbauten Ziegel sei nicht erforderlich gewesen."

      "Die Anordnung, mindestens aber die Tolerierung des Einbaus dieser Steine stellt eine pflichtwidrige Abweichung von dem mit der Klägerin als Bauherrin vereinbarten Leistungssoll dar. Darin ist eine eigenmächtige Umplanung, mithin ein Planungsfehler im Rechtssinne zu sehen (BGH NJW 2002, 3543, 3544 [BGH 07.03.2002 - VII ZR 1/00])"



      "Dieser Planungsfehler hat mit dem Einbau der Steine zu einem Mangel des Bauwerks geführt. Ein Sachmangel liegt vor, wenn der tatsächliche Zustand des eingebauten Materials von dem Zustand abweicht, den die Vertragspartner bei Abschluss des Vertrages vereinbart haben (vgl. OLG München IBR 2001, 175 bzgl. abweichender Estrichsorte; OLG Koblenz IBR 2011, 454 bzgl. abweichender Art von Schiefermaterial)." ----- also etwas anderer Mangelbegriff, wie im Urteil zum Mauerwerk bei mir beim "Landgericht" (dort hat die "Gebrauchstauglichkeit" für die Mangelfreiheit ausgereicht ;_)


      "Der Klägerin stand dabei auch ein Anspruch auf Austausch der Ziegelsteine gegen vertragsgerechte Steine zu. Der Anspruch war nicht auf eine Nachbesserung der Ziegelwände durch Einbau einer biegeweichen Vorsatzschale beschränkt."



      --- warum nicht? Wäre doch billiger - SCHADENSMINDERUNGSPFLICHT der Gerichte!!!!





      "Die Beklagten als Architekten können nicht gemäß § 633 Abs. 2 S. 3 BGB a.F. einwenden, der Aufwand für den Austausch der Steine sei unverhältnismäßig im Hinblick auf die Nachbesserung des Werks. Diese Einrede könnte nur dem Anspruch auf Nachbesserung (des Architektenwerks) entgegengehalten werden.
      Vorliegend geht es aber um Mangelfolgeschäden des fehlerhaften Planwerks, die nicht unter die genannte Bestimmung fallen (BGH NJW 2002, 3543, 3545 [BGH 07.03.2002 - VII ZR 1/00])."

      da sind sich die Herren Richter wohl noch nicht einig, wie das mit der Unverhältnismäßigkeit nun praktisch zu deuten ist ...



      "Auf die Frage, ob die Sachverständigen aus technischer Sicht ein Belassen der Steine für vertretbar hielten, wenn andere technische Ausgleichsmaßnahmen beim Verputzen vorgenommen würden, kommt es daher nicht an, denn die Unzumutbarkeit folgt nicht schon aus der bloßen Möglichkeit, einen bestimmten Erfolg, hier den Schallschutzwert der Außenwände, durch andere billigere Baumaßnahmen erreichen zu können (OLG Koblenz IBR 2011, 454 [OLG Koblenz 20.08.2009 - 1 U 295/09]). Es ist daher auch nicht geboten, wegen dieser technischen Fragen die mündliche Verhandlung wiederzueröffnen und einen Sachverständigen mit dieser Frage zu befassen."

      usw.

      Also Abriss ohne technische Notwendigkeit, Gebäude war nicht einstürzgefährdet ... na so was ...
    • Das Urteil entspricht dem, was in den juristischen Kommentaren zu lesen steht. Nur versuchen die Land- und Oberlandesgerichte sich immer um solche Urteile zu drücken.
      Warum? Habe ich auch noch nicht verstanden. Das lief so mit unserem Holzgutachten. Der G-SV hat praktisch eine Reparatur vorgeschlagen statt Herstellung wie bestellt. Wir haben das bemängelt, woraufhin das Gutachten neu erstellt wurde. Den Vorschuss dafür mussten wir zahlen, obwohl das Gutachten offensichtlich fehlerhaft war und wir nicht beweispflichtig sind, sondern der .

      Die Richter wären ja auch verpflichtet, sich mit den SV, die sie beauftragt haben, auszutauschen und auf die Formulierung sinnvoller Beweisfragen hinzuarbeiten. Ich glaube, in der Praxis passiert das aber eher nie wie selten. Und obwohl unser Fall eigentlich entscheidungsreif wäre, werden weitere Gutachten eingeholt. Inzwischen laufen die Gutachterkosten völlig aus dem Ruder. Ich bin mal gespannt, wo das eines Tages endet... ?(
      Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!
    • Rose24 - das mit den immer neuen Geldforderungen der Gerichte/der gerichtlich bestellten SV für immer weitere Begutachtungen mit "Salamischeibentaktik" kommt sicherlich häufiger vor - bei uns wurde z.B. bezüglich der Begutachtung des Mauerwerkes mehrfach Geld angefordert - wie in der beiligenden Grafik zu sehen - dabei meinte unser Anwalt nach dem ersten Kostenvorchuss sinngemäß "na sehen sie, das Gutachten wird ja nicht sooo teuer, das sind ja nur 3.500,00 €" bis wir plötzlich bei 17.200,00 € waren und nach der Übersendung des Gutachtens hat der Sachverständige noch weiteres Geld angefordert, weil "ausversehen war bei der Kostenanforderung die Mehrwertsteuer über 3.340,00 außer Betracht geblieben."


      ---------- 21. April 2017, 13:48 ----------

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    • Da kann es einen nur gruseln...
      Ich bin einerseits froh, dass der beweispflichtig ist - andererseits hat man dann doch immer ein schlechtes Gefühl, wenn die nächste Vorschussanforderung kommt. Es könnte ja zum Schluss nicht das herauskommen, was man erhofft hat. Ich bin zwar - noch - guter Dinge - aber wer weiß schon was dem Richter irgendwann einfällt.

      Wir hatten ja auch noch einen Richterwechsel - außer über ein paar Fristverlängerung hat der neue Richter noch über nichts entschieden. Der erste Richter hat gleich gesagt, dass Bauprozess nicht sein Hobby sind. Mal sehen, wie sein Nachfolger so drauf ist...

      Da hilft dann nur noch Alkohol :bier: oder :pistole: .
      Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!
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