Grenzsteine

    • Kommune B verkauft Grundstücke. Grenzsteine werden nicht gesetzt, an deren Stelle werden Pflöcke eingeschlagen. Diese Pflöcke verschwinden aber während der Bauphase.
      Nach dem Hausbau erscheint der GALABauer und errichtet einen Zaun zum öffentlichen Grund, legt den Garten an etc.
      Nun will die Kommune endausbauen und stellt fest, dass des Bauherren Zaun ca 30 cm auf öffentlichem Grund steht und das über 20 m auch die Einfahrt ist zu weit und auf öffentlichem Grund gepflastert.

      In einer kleinen Diskussionsrunde sprach man neulich über diesen Fall. Ich war ganz verblüfft, dass keine Grenzsteine mehr gesetzt werden. Das hat ja Vor- und Nachteile. Die Steine sind teuer, werden beim Bauen vielleicht beschädigt etc. allerdings zeigen sie die Grenze doch recht gut an. Auch der Carportbauer hat fast 10 cm über die andere Grenze gebaut.
      Der GALABauer soll jetzt den Zaun und die Einfahrt incl. Entwässerung zurückbauen was er wohl auch tun wird weil er sich ob der Grenzen wohl besser hätte vergewissern müssen. Allerdings steht ein Gartenhaus zu weit an der Grenze. Dort wird sicher auch Rückbau gefordert werden, oder?

      Wie läuft das bei euch? Gibt's Grenzsteine oder nicht bzw wann gibt's die?
    • Bei uns gibts Grenzsteine, wenn die Grundstückseigentümer eine Grenzfeststellung beauftragen.
      Für den Hausbau ist es nicht notwendig, die Vermesser bekommen das Haus auch ohne Grenzsteine an die richtige Stelle hin.

      Galabauer sind leider keine Vermesser und bauen dort, wo sie beauftragt werden zu bauen.
      Bin überrascht, dass der Galabauer (freiwillig? ohne Mehrkosten?) den Zaun zurückbaut. Er kann ja nun nichts dafür, dass man ihn an einer falschen Stelle hat bauen lassen?
    • als bauherr bist du verpflichtet, für die grundvermessung zu sorgen und diese gesichert vorzuhalten. dazu gehören auch grenzmarkierungen. sind diese nicht vorhanden, dürfen gala-bauer und der carportsetzer nicht anfangfen oder müssen wenigstens mit sicherheitsabstand unterbrechen. unterlässt der unternehmer den schriftlichen hinweis - vermessung fehlt - gehen die mehrkosten zu seinen lasten.
      das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
    • OK - du sagst also
      - eine Galabauer mit dem Auftrag "Grenzzaun", muss Bedenken anmelden, wenn keine Vermessung vorliegt?
      Warum darf er nicht darauf vertrauen, dass der Bauherr ihm glaubhaft den Grenzverlauf schildert?

      Davon abgesehen:
      Bei vorliegenden Informationen:
      - Vertrag zwischen privaten Auftraggeber und (ja wir sind uns vermutlich einig - dämlichen?!) Galabauer

      bezweifle ich doch sehr stark, dass VOB /B hier rechtswirksam vereinbart wäre.

      Das BGB kennt kein Konzept der Bedenkenanzeigen. Damit wäre der Gartenbauer dann evtl. doch aus dem Schneider (auch wenn ich es ihm nicht gönnen würde).
    • rolf a i b schrieb:

      als bauherr bist du verpflichtet, für die grundvermessung zu sorgen und diese gesichert vorzuhalten. dazu gehören auch grenzmarkierungen. sind diese nicht vorhanden, dürfen gala-bauer und der carportsetzer nicht anfangfen oder müssen wenigstens mit sicherheitsabstand unterbrechen.
      Die Pflicht zur Mangelbeseitigung ist an sich unstrittig, soweit ein Mangel vorliegt. Für wesentlich halte ich hier aber Paragraph 3 Abs. 2 und 3 VOB / C und da sehe ich erstmal den AG in der Pflicht, erst danach den AN, also kein Anspruch des AG auf volle Kostenübernahme durch den AN. Aber: War die VOB hier wirklich wirksam vereinbart?
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • bliblablub schrieb:

      OK - du sagst also
      - eine Galabauer mit dem Auftrag "Grenzzaun", muss Bedenken anmelden, wenn keine Vermessung vorliegt?
      Warum darf er nicht darauf vertrauen, dass der Bauherr ihm glaubhaft den Grenzverlauf schildert?
      Bei Grenzzaun, der ja genau neben/an der Grenze stehen soll, müssen Pläne oder Messpunkte oder Angaben vom Vermesser vorliegen, da es hier auf (für GALA-Bauer) hohe Genauigkeit ankommt.

      Bauherren - zumindest im EFH-Bereich - sind in der Regel keine Fachleute und i.d.R. wenig kundig auf dem Gebiet Baurecht, Bauvorschriften, Vermessungswesen und anderen Feinheiten auf der Baustelle und auf dem Papier. Auf deren Angaben - ohne Pläne - alleine sollte sich der GALA-bauer bei Grenzbebauungen nicht verlassen.

      Die Holzpflöcke müssen ja nicht direkt die Grenze und Grenzpunkte markieren, sie können auch Punkte in Grenznähe markieren von denen aus der Vermesser die wirkliche Grenze genau einmessen kann. Der Vermesser kann ja vorausschauend die Holzpflöcke absichtlich neben die Grenze setzen, damit der Grenzzaun gebaut werden kann und die Pflöcke nicht gleich beim ersten Spatenstich rausfliegen.
      Gruß
      Holger
      --
      Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
      Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
      (Andreas Marti; Schweizer)
    • Skeptiker schrieb:

      rolf a i b schrieb:

      als bauherr bist du verpflichtet, für die grundvermessung zu sorgen und diese gesichert vorzuhalten. dazu gehören auch grenzmarkierungen. sind diese nicht vorhanden, dürfen gala-bauer und der carportsetzer nicht anfangfen oder müssen wenigstens mit sicherheitsabstand unterbrechen.
      Für wesentlich halte ich hier aber Paragraph 3 Abs. 2 und 3 VOB / C
      Quark! VOB / B natürlich!
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Skeptiker schrieb:

      rolf a i b schrieb:

      als bauherr bist du verpflichtet, für die grundvermessung zu sorgen und diese gesichert vorzuhalten. dazu gehören auch grenzmarkierungen. sind diese nicht vorhanden, dürfen gala-bauer und der carportsetzer nicht anfangfen oder müssen wenigstens mit sicherheitsabstand unterbrechen.
      Für wesentlich halte ich hier aber Paragraph 3 Abs. 2 und 3 VOB / B
      der § ist natürlich entscheidend.

      selbst wenn VOB nicht vereinbart wurde, wie soll dann ein zaun und ein carport gestellt werden, ohne vermessung? das kann doch nur im schaden enden.
      das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
    • Ich habe ja die Befürchtung, dass da noch wesentlich mehr Probleme auftauchen werden wenn das Grundstück mit Haus erst endvermessen wird. Auch die überbaute Fläche dürfte nicht passen und das nicht unerheblich. Hoffentlich ist wenigstens das Haus richtig eingemessen. Auf Grund des Bebauungsplans war es nämlich schwierig das Haus wie geplant aufs Grundstück zu bekommen. Hier musste mehrmals gedreht und gefrickelt werden wegen Leitungswegen und Grenzabständen.
      Aufgefallen ist bisher ja nur, dass die Straßenbauer keinen Platz für ihre Borde hatten im Endausbau. Ich vermute mal, dass auch bisher kein Endvermesser gemessen hat.
    • Also ich weiß nicht wie das bei euch abgelaufen ist, aber im Normalfall holt man sich beim entsprechenden Amt einen Lageplan. Den bekommt man auch als DXF und hat dann zentimetergenau die Grenze. Da sind auch Messpunkte, an denen man sich orientieren kann. Da ist es einfach die eigene Bude genau zu platzieren. Und wenn es ein Neubaugebiet ist, wo noch nix vermessen wurde, dann muss man eh vorher vermessen. Wie soll man denn sonst wissen wo was hin kommt? Dann bekommt man den Plan gegen Bakschisch vom Vermesser, auch als DXF für den Planer. Wenn das dein GU / vermasselt hat, dann sehe ich hier den nächsten Thread...
      -

      Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...
    • Athene schrieb:

      Hier musste mehrmals gedreht und gefrickelt werden wegen Leitungswegen und Grenzabständen.
      und dann kriegt der gärtner den ursprünglichen plan und keiner erzählt ihm , dass da nichts mehr stimmt .....


      und dann war es der .......


      ---------- 17. Juni 2017, 19:28 ----------

      in ermangelung irgendwelcher festen punkte ausserhalb des grundstücks holt er sich ^die masse vom gebäude , lässt reichlich sicherheitsabstand und weil das ding ganz wo anders steht kriegt er den schwarzen peter .......
    • Frau Maier schrieb:

      Also ich weiß nicht wie das bei euch abgelaufen ist, ...
      Ohhhh, das ist nicht unser Haus. Der Fall wurde unter Kollegen diskutiert. Ansonsten wäre ich hier sicher schon panisch und hätte gemessen was das Zeug hält.


      rolf a i b schrieb:

      Athene schrieb:

      Hoffentlich ist wenigstens das Haus richtig eingemessen. Auf Grund des Bebauungsplans war es nämlich schwierig das Haus wie geplant aufs Grundstück zu bekommen. Hier musste mehrmals gedreht und gefrickelt werden wegen Leitungswegen und Grenzabständen.
      das liest sich wie kataloghaus! haus nanny96?
      Stimmt, ist wohl ein Kataloghaus mit einige Anpassungen. In der Ursprungsplanung hätten wohl die Leitungen und Abwasser etc. komplett unter die Bodenplatte gemusst weil HWR , Küche und Bäder auf der "falschen" Seite waren.
      Aber das sind andere Themen.
      Ich hatte hier gefragt, weil bei unserem Bau alles komplett anders gelaufen ist.