Wasser unter Estrich gelaufen - Wie beheben?

    • Wasser unter Estrich gelaufen - Wie beheben?

      Hallo zusammen,

      vorgestern war der Fliesenleger bei uns, u. a. um die in diesem Thread besprochenen Dinge zu beheben. Da ein Teil der Sockelleisten neu angebracht wurde, habe ich die Hebeanlage, die direkt davor stand entfernt.

      Nun wollte einer der Fliesenleger wohl einen Eimer befüllen und hat dies im Ausgussbecken gemacht, dessen Abflussrohr aufgrund der fehlenden Hebeanlage natürlich offen lag. Dabei sind angeblich (ich war nicht dabei, habe letzten Endes nur das Ergebnis = nasser Boden gesehen) 2-3 Liter Wasser ausgetreten, die zu einem Teil auch in die Randfuge (diese lag ja aufgrund der demontierten Sockelleisten offen) gelaufen sind. Der entsprechende Dämmstreifen war im Anschluss auf jeden Fall ordentlich feucht: Wenn man ein Stück Haushaltsrolle in die Randfuge gesteckt hat, hat sich diese bereits mit Wasser vollgesogen. Noch am selben Tag wurde eine Feuchtigkeitsmessung mit Widerstand durch P*****V**** durchgeführt. Die Sonde wurde direkt in den Randstreifen an der entsprechenden Stelle gesteckt, Ergebnis waren 88 (Einheit ist mir unbekannt, die Einheit ist laut der Mitarbeiterin, die die Messung durchführte auch nicht genormt, es handelt sich laut ihr aber schon um einen enorm hohen Wert). Etwa 1,5 Meter weiter wurden ebenfalls in der Randfuge im Dämmstreifen 70(?) gemessen.

      Die Empfehlung der Mitarbeiterin lautete, 4-6 Bohrungen im Raum verteilt durch Fliesen + Estrich durchzuführen und dann an diesen Punkten mittels Unterdruck Luft anzusaugen. Die Luft wird dabei durch einen HEPA Filter geschickt und entfeuchtet. Gleichzeitig soll im Raum ein Bautrockner aufgestellt werden, der dafür sorgt, dass die Luft, die vom Rand unter den Estrich gesaugt wird, auch entsprechend trocken ist. Das Ganze soll ca. 2 Wochen laufen, anschließend muss natürlich alles wieder verschlossen werden.

      Prinzipiell klingt das Vorgehen für mich plausibel. Allerdings wird es ja wohl auch angewandt, wenn ein Keller aufgrund eines richtigen Wasserschadens oder Starkregens komplett mit Wasser voll gelaufen ist. Ist das Vorgehen eurer Meinung nach wirklich notwendig bei der im Raum stehenden Wassermenge oder gibt es andere Lösungen, die mit geringerem Aufwand/Beeinträchtigung (auch was die zeitliche Komponente angeht) verbunden sind? Ichi möchte natürlich auf jeden Fall vermeiden, dass es unter dem Estrich schimmelt.

      Vielen Dank für eure Antworten!
    • das entspricht etwa dem aktuellen procedere mehrerer spezialfirmen für bautrocknung.
      ob 4-6 bohrungen reichen, hängt von der raumgrösse und der zerstörungswut/zeit ab.
      ggfs. könnte man auch bereits nach 7 tagen messen.
      damit würden evtl. geringere wassermengen und schnellere trocknung berücksichtigt.
      "88" sind tatsächlich keine "genormten" einheiten, sondern digits.
      die sind nur im vergleich mit anderen werten des gleichen gerätes aussagekräftig.
    • du hast sicher estrich auf trittschalldämmplatten. liegen die dämmplatten einige tage feucht, können die anfangen zu schimmeln - ab dem 5. tag möglich.

      die kleine lösung lautet:

      - löcher in den bodenaufbau bohren,
      - warmluftgebläse heizen den bereich unter estrich auf,
      - alle randfugen freilegen, randdämmstreifen rausnehmen,
      - kondenstrockner aufstellen, betreiben und regelmäßig leeren,

      wenn du glück hast, bleibt die schimmelbildung aus.

      hattest du den handwerkern nicht mitgeteilt, dass die hebeanlage offen ist?
      das leben ist ein bauhaus - Fritz Kuhr 1929
    • Hm, für mich ist die Unbekannte die tatsächliche Menge Wasser. Ich würde auf Nr. Sicher gehen. Lass trocknen.
      Die "88" ist schon ein heftiger Wert, bei dem ich nicht davon ausgehe, das es nur Mal ein Eimer wäre.
      Interessant wäre aber tatsächlich, hast Du den Fliesenleger darüber informiert?
      Wenn ja, an Blödheit kaum zu überbieten. :cursing:
    • rolf a i b schrieb:

      die frage ist doch, wie weit hat sich das wasser unter dem estrich verteilt.

      2 bis 3 Liter, und Anzeigen von 70 bis 88, das passt irgendwie nicht,sofern man nicht genau an der Stelle misst, an der sich das Wasser gesammelt hat.

      Die Frage ist also, ob es tatsächlich nur 2 bis 3 Liter waren. Irgendwie glaube ich nicht daran. War es vielleicht doch 1 Eimer (10 Liter) oder noch mehr?
    • 80 Digits können abhängig von der programmierten oder eingestellten Kennlinie in der Mitte oder im oberen Bereich der Anzeige liegen. Wenn die Messung aber, wie vom TE beschrieben, tatsächlich mit einer Einstechelektrode im Randdämmstreifen erfolgt ist, so ist sie eher sinnfrei, zumindest wenn es sich um den Regel-Randstreifen aus Schaumkunststoff handelt, denn Schaumkunststoffe sind mit keiner mir bekannten Widerstandsmessmethode auch nur qualitativ auf ihren Feuchtegehalt messbar. Außerdem kenne ich von den großen Herstellern keine Elektrode, mit der auch nur rein geometrisch betrachtet der Randdämmstreifen überhaupt zuverlässig physisch zu erreichen, geschweige denn unbeeinflusst nur der Randdämmstreifen messbar wäre.

      Kapazitativ und über die Fläche wurde nicht gemessen? Aufgrund der vorliegenden "Messergebnisse" lässt sich nicht viel mehr sagen, als mit Hilfe einer :glaskugel: . Die Messung erfolgte durch die Mitarbeiterin eines Trocknungsunternehmens?
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • Danke für eure Antworten!

      rolf a i b schrieb:



      hattest du den handwerkern nicht mitgeteilt, dass die hebeanlage offen ist?
      Nicht direkt, aber indirekt: Zunächst einmal haben sie die Sockelleisten darunter ja selbst entfernt, hätten also das offene Rohr sehen können, aber dieses Argument zieht zugegebenermaßen nicht wirklich. Bei dem Entfernen der Sockelleisten ging es wie im anderen Thread beschrieben um Schallschutz, daher hatte mir der Fliesenleger vorgeschlagen, dass ich mir der Waschmaschine (die seit dem Fliesen des Raums deutlich von unseren Nachbarn gehört werden konnte) einen Testlauf über Nacht fahren soll. Hier hatte ich ihm dann gesagt, dass das ja aufgrund der abgebauten Hebeanlage nicht geht. Wir haben uns dann aber auf ein Schleuderprogramm bei abgestelltem Wasser geeinigt. Leider musste ich feststellen, dass die Maschine auch im reinen Schleudergang Wasser pumpt. Daher habe ich diesen Versuch abgebrochen und dem Fliesenleger am nächsten Tag von dem gescheiterten Versuch erzählt, spätestens hier hätte er ja wissen müssen, dass der Abfluss nicht zu benutzen ist.

      alfred1 schrieb:

      Hm, für mich ist die Unbekannte die tatsächliche Menge Wasser. Ich würde auf Nr. Sicher gehen. Lass trocknen.
      Das sehe ich genauso. Bei meinem Fauxpas mit dem Schleuderdurchgang ist auch etwas Wasser aus dem Rohr gekommen, dass ich größtenteils sofort aufgewischt habe (es hat zugegebenermaßen etwas gedauert, bis das Wasser aus der Maschine am Ende des Rohrs -das Rohr liegt direkt über dem Ausgussbecken- ankam, hier hatte ich Glück bzw. ich habe in dem Moment ja explizit geprüft, ob auch tatsächlich kein Wasser kommt). Ich vermute, dass es maximal 1 Liter war, der aus dem Rohr kam. Hätte der Fliesenleger die selbe Menge Wasser vergossen und diese nicht aufgewischt sondern vollständig in der Randfuge versickern lassen, hätte ich es vermutlich nicht einmal bemerkt. Als ich den Keller kam, waren aber die Fliesen auf einem größeren Bereich noch richtig feucht (trotzdem dort gewischt zu sein schien) und auch Kartons in >1m Abstand hatten sich von unten mit Wasser vollgesogen. Es dürfte also eine größere Menge Wasser ausgelaufen sein, ich weiß aber eben nicht, wieviel nun in die Randfuge gelaufen ist und warum das nicht eher bemerkt wurde (spätestens als das Wasser aus dem Rohr lief hätte der Vorgang ja abgebrochen werden können und soviel Wasser hätte dann eigentlich gar nicht mehr nachlaufen dürfen).

      Skeptiker schrieb:

      Die Messung erfolgte durch die Mitarbeiterin eines Trocknungsunternehmens?
      Ja genau, deswegen bin ich ja auch etwas skeptisch, die wollen natürlich auch etwas verkaufen...
    • 1337H4x0R schrieb:

      dann aber auf ein Schleuderprogramm bei abgestelltem Wasser geeinigt. Leider musste ich feststellen, dass die Maschine auch im reinen Schleudergang Wasser pumpt.
      eigentlich pumpen waschmaschinen im schleudergang zwischendurch immer frischwasser, oder nicht?
      aber wie kann eine waschmaschine bei abgestelltem wasser, wasser pumpen?

      und 1 liter kommt mir verdächtig wenig vor.
      - im weglassen des nicht notwendigen erkennt man das wesentliche -
    • Baumal schrieb:

      1337H4x0R schrieb:

      dann aber auf ein Schleuderprogramm bei abgestelltem Wasser geeinigt. Leider musste ich feststellen, dass die Maschine auch im reinen Schleudergang Wasser pumpt.
      eigentlich pumpen waschmaschinen im schleudergang zwischendurch immer frischwasser, oder nicht?aber wie kann eine waschmaschine bei abgestelltem wasser, wasser pumpen?

      und 1 liter kommt mir verdächtig wenig vor.

      Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was alles passiert wäre, wenn der Schleudergang ohne Wasserzufuhr durchgelaufen wäre.

      Da ich ja wusste, dass die Hebeanlage nicht angeschlossen ist, habe ich geguckt, ob die Maschinen auch nur schleudert, wenn ich sie einschalte. Da die Pumpe sofort nach dem Start des Programms angesprungen ist, habe ich die Maschine nach wenigen Sekunden ausgeschaltet. Anscheinend wird zu Beginn des Programms noch Restwasser heraus gepumpt.

      Aktueller Stand: Heute habe ich bei der Trocknungsfirma niemanden erreicht, die Trocknung beginnt als frühestens morgen (abend?), nachdem das Wasser am Freitag mittag ausgelaufen ist :/


      ---------- 10. April 2017, 23:59 ----------

      Noch ein Nachtrag: Ich bin gerade die Fotos aus unserer Bauphase durchgegangen, um mehr Details über den Fußbodenaufbau zu erhalten. Die Dämmung unter dem Estrich ist vom Hersteller U***** und besteht aus Polyurethan-Hartschaum. Bei dem verwendeten Estrich handelt es sich vermutlich um Betonestrich (8mm) gemäß DIN EN 206-1/ DIN 1045-2, DIN EN 13813 CT-C35-F5.

      Nun scheint das verwendete Dämmmaterial ja relativ positive Eigenschaften in Bezug auf Schimmelbildung zu haben (also eher schimmelresistent zu sein, wenn man das so sagen kann), zumindest laut Google. Ist das tatsächlich so und ändert das vielleicht eure Einschätzung der Situation?

      Besten Dank!
    • Ist im Neubau nur fäkalienfreies Abwasser oder Trinkwasser auf Zementestrich ausgetreten? Dann ist die Gefahr von Schimmelbildung bei geringen Wassermengen überschaubar und gegenüber dem "Durchschnitt" reduziert.

      Eine verlässlich Aussage erfordert bei elektronischer Messung:

      1. Kennlinie für Zementestrich einstellen
      2. kapazitativ die Fläche vermessen

      um dann eine begründete Aussage über die Feuchteverteilung und Absolutfeuchte des Estrichs treffen zu können.
      mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker
    • 1337H4x0R schrieb:

      Die Sonde wurde direkt in den Randstreifen an der entsprechenden Stelle gesteckt, Ergebnis waren 88 (Einheit ist mir unbekannt, die Einheit ist laut der Mitarbeiterin, die die Messung durchführte auch nicht genormt, es handelt sich laut ihr aber schon um einen enorm hohen Wert). Etwa 1,5 Meter weiter wurden ebenfalls in der Randfuge im Dämmstreifen 70(?) gemessen.
      Diese Messwerte können aber auch durch einen Messfehler oder eine bewusst manipulierte Messung entstanden sein ;)

      Den Messfehler könnte man auch darin sehen, dass ein Material gemessen wurde, über das unmittelbar vorher flüssiges Wasser gelaufen war. Da muss die Messung doch einen hohen Wert anzeigen, Zeit zum oberflächigen Abtrocknen und Einstellen einer Ausgleichsfeuchte war ja nicht.
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