Widerlager Aufsparrendämmung

    • Widerlager Aufsparrendämmung

      Frage an die Dachdecker. Schreiben die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks ein traufseitiges Widerlager für Aufsparrendämmungen vor - ja oder nein.

      Ein grosser Steinwoll Hersteller zeigt in den Verarbeitungsvideos den Einbau, sagt auch (Telefon), die sei nötig, aber in den Verarbeitungshinweisen kein Wort dazu.
      Ausser kryptischen Verweisen auf die DD-Richtlinien
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    • Du meinst ein Kantholz in Stärke der Aufsparrendämmung, die das Abrutschen der selbigen verhindert ... nehme ich jetzt mal an, oder?

      Halte ich in jedem Falle für sinnvoll, weil:

      - Traufansicht sonst etwas blöd aussähe (O.K., könnte man auch ein Brett hinnageln).
      - man ja auch Befestigungspunkte für Traufblech, Rinnenhaken, usw. benötigt.

      Ob die Fachregeln des Dachdeckers das fordern wäre mir jetzt erstmal nicht so wichtig. Für sich genommen (WD hält auf Dach) mag es ohne gehen, aber so ein Haus besteht ja aus den unterschiedlichsten Gewerken. Und da kann es Bauteile geben, die für den einen nicht von Bedeutung sind, für den anderen hingegen schon.
    • Ein Wiederlager im Bereich der Traufe wird nicht gefordert, in den Fachregeln steht nur, dass bei Aufdachdämmsystemen zusätzliche Schubkräfte auftreten, die gesondert nachgewiesen werden müssen ( mit Typstatik oder Einzelnachweis ). Meistens ergibt sich das aus der Typstatik oder Verlegerichtlinien des Herstellers, die eins haben wollen. Idealerweise hat man mit dem Wiederlager auch gleich die Unterkonstruktion für die Verkleidung der Dämmstoffstärke.


      ---------- 16. März 2017, 15:50 ----------

      Noch was vergessen: Da ja immer an der Traufe mit der Verlegung begonnen wird, ist es schön, wenn hier ein gerades Kantholz bereits angebracht ist, ansonsten müsste man gleich nach der ersten Platte mit Konterlattenstücken anfangen und hat kaum noch die Möglichkeit kleine Korrekturen durchzuführen.
    • Ok, ich merk schon, ich war mal wieder zu geizig mit INfos.

      Vorhanden
      Dach mit minimaler Dämmung, Sparren 12/16. 16 cm MiWo 035 als Zwischensparrendämmung reichen nicht für Förderbedingungen. (U-Wert 0,2)
      Daher soll auf das Dach noch 14 cm 035er Aufsparrendämmung.

      An der Traufe stehen die Sparren aktuell ca. 30 cm (waagerecht gemessen) über. Da auch die Fassade gedämmt wird, reicht das nicht mehr für einen sinnvollen Dachüberstand. Also entweder OHNE Dachüberstand, passt aber nicht zum Haus, oder Dachüberstand mit Aufschieblingen verlängern(alte Sparren kürzen)
      So weit alles kein Hexenwerk.

      Aufschieblingen sollen ca. 1,5 * Auskragung als Auflager auf den alten Sparren haben, um die Lasten klein zu halten, die die Schrauben zu übertragen haben.
      Macht bei ca. 50 Auskragung 75 cm Länge auf dem Dach. Wenn ich da erst ein Widerlager einbaue (um die Aufschieblinge nicht zu trennen) dann hab ich ein Mischsystem (oberhalb Aufdachdämmung, unterhalb 2. Lage Zwischensparrendämmung)
      Wenn ich die Widerlager als Stücke zwischen die Aufschieblinge baue, wird das ein riesen Gefussel, die so anzuschliessen, das sie auch ein Widerlager sind (= Kräfte aufnehmen und weiterleiten) Also irgendwas mit Balkenschuhen bauen.
      + zusätzliche Kräfte über die Befestigung der Aufschieblinge wegbringen.
      ;(

      Ohne kann ich die Fassadendämmung bis unter die Traufschalung (auf den Aufschieblingen) hochziehen und habe quasi wieder die alte Optik.

      Ich hab im Netz noch ein Detail eines Kollegen gefunden, der einfach die Konterlatten, zwei Ziegelreihen weit auskragen lassen hat (auf einer Dreischichtplatte als Untersicht)
      Optisch natürlich superschlank, aber für mein Gefühl mit arger Tendenz zum Hängen. (Rinne voll mit vereistem Schnee + zwei Ziegelreien + Schneelast)
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    • Ralf Dühlmeyer schrieb:


      Dach mit minimaler Dämmung, Sparren 12/16. 16 cm MiWo 035 als
      Zwischensparrendämmung reichen nicht für Förderbedingungen. (U-Wert 0,2)
      Daher soll auf das Dach noch 14 cm 035er Aufsparrendämmung.

      Ralf Dühlmeyer schrieb:


      An der Traufe stehen die Sparren aktuell ca. 30 cm (waagerecht gemessen) über.

      Warum wird das erst jetzt bemerkt? Und nicht während der Planungsphase? ;)

      Wir haben unseren Dachüberstand (bei 200 mm Aufsparrendämmung) auch mit Konterlattung gelöst,
      für unsere Region reichte die Typstatik vom Hersteller, bzw. der Hersteller hat nochmal gerechnet , und vorgegeben womit und wie befestigt werden muss).

      Wir haben 20° , 2 Ziegel Überstand, in unserer Region allerdings kaum Schnee. Für die Optik wurden bei uns "Fake" Sparren angebracht. Sprich, die Sparren vom Dachstuhl gehen nicht durch die Fassadendämmung durch, sondern die Fassadendämmung wurde bis zur Aufsparrendämmung hochgezogen. Kanns als Laie nur schwer erklaeren, aber ich denke die Experten wissen was ich meine?
    • Das mit den Konterlatten überstehen lassen haben wir auch schon so ausgeführt ( aber Konterlattung war dann nicht mehr in 40/80 mm ), einziger evtl. optischer Nachteil, wenn nicht die gesamte Dachfläche mit stärkerer Konterlattung ausgeführt werden soll, ist das man einen Knick im Traufbereich bekommt und halt die Wärmebrücke in Form vom Wiederlager hat.
    • Ralf Dühlmeyer schrieb:

      elTorito schrieb:

      Warum wird das erst jetzt bemerkt? Und nicht während der Planungsphase?
      Und wer sagt, das die Planungsphase nicht genau jetzt ist? Ich nicht!


      Elopant schrieb:

      Konterlattung war dann nicht mehr in 40/80

      Sorry. Dann habe ich das falsch verstanden.



      Zitat schrieb:

      An der Traufe stehen die Sparren aktuell ca. 30 cm (waagerecht gemessen) über
      Daraus hatte ich interpretiert dass der Teil schon gebaut ist.
    • Bei fachgerechter Verschraubung der Konterlattung ist Kein Wiederlager erforderlich. Die auftretenden Schubkräfte werden über die Verschraubung der Konterlattung aufgenommen. Wie schon geschrieben wurde, die Konterlatte fällt dann auch etwas stärker aus, ist aber Herstellerabhängig. Die 40/ 80 sollte aber als Mindestanforderung angesehen werden ( ab 35 mm Aufdachdämmung), ansonsten kann es zu Verformungen der Konterlatte beim Verschrauben kommen und der nötige Anpressdruck ist nicht mehr ausreichend.
      Ein Wiederlager hat allerdings für den Verarbeiter viel Vorteile. Ich würde es immer vorsehen.
    • Setze doch an das Widerlager Stiche mit Balkenschuhe und verbinde die mit den Konterlatten. Die Konterlatten kannst du ja weit genug als Ganzes in das Dach einbinden um da mit ausreichend Schrauben gegen Schub zu sichern. Das Abknicken an der Rinne kannst du ja mit einer entsprechenden Fixierung des Widerlagers lösen.
      Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

      * Administrative oder moderative Beiträge in rot
    • bei jedem anderen käme die frage nach e. zeichnung - ist/soll.
      danach würde man vielleicht ein,zwei lösungen rechnen, weil so ganz standard und trivial ist das detail hinter der frage nicht. die knagge oder nichtknagge muss man hier im kontext sehen, ist aber das einfachste - wenn die art der verlängerung geklärt ist.
    • Nein , um gottes willen .
      Aber mit einer Skizze kann man das doch präzisieren über was wir reden wollen . Es gibt "tausend " Varianten wie man das Detail lösen kann .
      Der PU Aufsparrendämmungshersteller Linzm**** hatte da mal eine Verlegeanleitung mit " Stichsparren " welche in Dämmungsebene auf die eingekürzten Bestand´s -sparren aufgeschraubt wurden . Gibt aber eine Wärmebrücke , ob das jetzt noch up to date ist ?
      Man kann auch nicht einfach bei jeder Dachkonstruktion Deckenbalken oder Sparren einkürzen .
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    • geh ralf, lass di doch ned aufischiassn :)

      ich habe, glaube ich, deutlich gemacht, dass es kein triviales detail gibt und dass sowohl zeichnerisch wie auch rechnerisch nach lösungen gesucht werden muss. ich könnte natürlich auch sagen "mach die traufe halt länger und mach die rutschbremse hin" - damit ist ja auch schon genug gesagt :P
    • So - Detail anbei

      Nein, die Fußpfette schwebt nicht (muss noch ergründen, was da los ist) und nein, das Fenster wird nicht überdämmt und nein, ...... (was immer irgendwer darstellungsmäßig noch findet)
      Ist halt noch nicht fertig.
      Pink gestrichtelt ist der aktuelle Sparrenüberstand. (Gelb sieht man nicht)

      Aktuell geplant: Überstand mit Sperrholz und jeweils 2 m 4/20 Konterlatte(Bohle)
      Dateien
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    • Ich denke , das kann so funktionieren.
      Ich bin mir aber nicht ganz sicher ob eine Dämmung über der Sperrholzplatte nicht auch sinnvoll wäre . Weil da gab es mal was mit Schimmel/ Stockflecken an der Unterseite von Sperrholzplatten bei Dachüberständen . Da wurde mal was vom Informationsdienst Holz veröffentlicht .
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    • AndyG schrieb:

      Weil da gab es mal was mit Schimmel/ Stockflecken an der Unterseite von Sperrholzplatten bei Dachüberständen . Da wurde mal was vom Informationsdienst Holz veröffentlicht
      Ich meine, da ging es um Luftundichtigkeiten. Und die sind kein Thema, weil zwischen Zwischen- und Aufsparrendämmung eine komplett verklebte Folie kommt. Die wird dann mit der alten Putzfassade verklebt. und schwupps ist luftdicht (Wenn keiner Löcher macht)
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    • Ich glaube die Ursache war das in dem Sperrholz ( "Seekiefer" bei uns umgangssprachlich) irgendwelche Zuckersorten waren , die das Pilzwachstum in Verbindung mit der Verleimung und dem Unterseitigem Kondenswasser förderten .
      Ich bin mir aber nicht so ganz sicher .


      ---------- 20. März 2017, 18:42 ----------

      Beim Informationsdienst Holz Spezial Flachdächer ab Seite 45 steht etwas dazu , ob das nun Übertragbar ist weis ich nicht .
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    • statt 4/20 flach würde ich mind. 6/8 flach nehmen - biegt weniger und ist auch günstiger, weil weniger schrauben erforderlich. die bohle wird am besten genauso hoch, wie die dämmung, sonst montagetheater und estwing-weitwurf nach dem architekten :P
      ausserdem sollte die bohle möglichst weit nach unten und der unterschlag stösst max. an die bohle an (wenn überhaupt), liegt aber auf keinem fall auf.
      dachunterschlag würde ich aus n+f oder dickeren 3s-platten machen.
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