Einfamilienhaus im Raum Ulm, BaWü

  • Long time no see. ;)

    Wir waren etwas beschäftigt in der letzten Woche. Kindergeburtstag vorbereiten und (viel schlimmer) nachbereiten.
    Egal, wir hatten ja das Gespräch mit dem Architekten gesucht. Was ich so raus gehört habe ist, dass er tatsächlich viel zu tun hat, in erster Linie Aufträge der öffentlichen Hand und damit sind wir unabsichtlich hinten runter gefallen. Nach wie vor ist aber unsere zwischenmenschliche Beziehung sehr gut, die Chemie passt möchte ich sagen und daher haben wir den letzten Entwurf auch als solchen abgehakt und ad acta gelegt.

    Meine Frau hat dann letztlich noch einmal begonnen, auf dem alten Entwurf aufbauend, selbst etwas zu stricken und das haben wir dem Architekten vorgelegt. Das ist das ..... soweit, dass allerdings auch wieder veraltet ist.

    Ändern werden wir (bzw. er) an dem Entwurf folgendes:
    • Die Treppe wandert nach links (roter Pfeil)
    • Das Esszimmer wird um 90° gedreht und an die Breite des Wohnzimmers angepasst
    • Die Südwand wandert einen halben Meter nach oben, dadurch wird der Flächenverbrauch in der Diele etwas zurückgenommen.


    Da wir uns für ein offenes Dach (?) also ohne Speicher und Zwischendecke entschieden haben, wird mittels Fenster im Dach das Treppenhaus und damit dem dunklen Flur entgegen gewirkt. Damit verringert sich auch die Erschließungsfläche im OG, da die Treppe zentral im Haus sitzt. Meine Frau ist zwar noch unschlüssig ob ihr die theoretische Möglichkeit, das OG als zweite Wohneinheit vom EG abzutrennen nicht doch wichtiger ist (das würde bedeuten, die Treppe müsste zurück ins Eck) aber im Moment plant der Architekt an dieser Lösung. Wir sind gespannt was draus wird, in zwei Wochen haben wir das nächste Treffen.

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    R.B. 11:13, 21.03.2017

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  • Also der letzte "Entwurf" mit dem von Thomas B angesprochenen Größenverhältnissen Flur/Wohnen ist die reinste Katastrophe! In Bezug zur Gesamtfläche viel zu kleine Räume und der Flur - soll da ne driving-range rein? Hat euer Planer dass für Euch ins reine gezeichnet oder sind die "Pläne" von Euch selber? Spätestens wenn der Planer dass hat zeichnen lassen hätte er gleich ein lautes no-go verlauten lassen müssen...
  • Ich habe mich missverständlich ausgedrückt.
    Meine Frau hat auf dem zweiten Entwurf aufbauend selbst gearbeitet, dass dem Architekten präsentiert und was ihr oben seht ist seine Interpretation davon. Die angesprochenen Änderungen haben wir gemeinsam erarbeitet und den resultierenden Entwurf wird es in zwei Wochen geben.

    @macmike771
    Möchtest du deine Gedanken noch etwas weiter ausführen oder belässt du es beim pauschalen Schimpfen?

    @Thomas B
    Das Wohnzimmer mit 25qm ist für uns ausreichend und das der Flur so groß geraten ist... nunja... er wird noch verkleinert, wobei ich im Grunde kein Problem mit der Größe des Flurs habe. Jetzt ist er zu groß, keine Frage aber "richtig" klein möchte ich ihm ebenfalls nicht haben.


    Mit dem Handy getippt. Rechtschreibfehler sind also möglich als auch verkürzte Antworten
  • Doubtfire schrieb:

    @macmike771
    Möchtest du deine Gedanken noch etwas weiter ausführen oder belässt du es beim pauschalen Schimpfen?

    Das hast du falsch verstanden! Das ist kein pauschales Schimpfen sondern eher Verwunderung dass sowas von einem Architekten kommen soll! Versteh mich nicht falsch - aber meiner Meinung nach hat der Planer auch die Aufgabe dem AG eklatante Schwächen im vom AG gelieferten Entwurf aufzuzeigen und diese im DIALOG zu diskutieren. So auf die Schnelle würde ich folgendes ändern:

    - an der Nordseite Bad (könnte man trotz barrierefrei auch schlanker gestalten) und Gast koppeln, Treppe verschieben meinetwegen aber dann doch evtl. die Möglichkeit in Betracht ziehen einen ungemein praktischen Nebeneingang zur Garage hin mit auszubilden.
    Größe Wohnen und Essen wie bereits erwähnt zu klein, was macht ihr mit Besuch (Personenzahl >8)? Hälftig auf die einzelnen Räume verteilen oder Flurparty? Küche wurde schon angesprochen - bisschen wat dunkel...

    Kellerlichtschächte find ich unterhalb von Balkon- oder Terrassentüren (Küche) immer nen bisschen unpraktisch...

    Was mich noch brennend interessieren würde: Was sind das alles für Linien auf dem Grundstück - OK zum Teil Abstände der Ecken zu Grundstückseckpunkten - aber das "Gewusel" im Süden? Man lernt ja gerne dazu...
  • Ich finde den neuen Entwurf eine Verschlimmbesserung des alten. Der Eingang wurde zwar zur Straße verlegt, jetzt aber an die schmale Seite. Die daraus resultierende riesige Diele halte ich für Platzverschwendung en gros. Der schmale dunkle Gang zwischen Haus und Garage ist immer noch da. Wozu? Nur, damit man von der Seite in die Garage kommt? Das lässt sich auch anders lösen und verschwendet Platz.

    Eine Drehung des Hauses und der Verzicht auf den Gang würde ein kleineres Haus bei gleichen Raumgrößen im EG ermöglichen, und außerdem wäre mehr vom Garten übrig.

    Über Fensterpositionen und -größen zu schreiben, erübrigt sich.
    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas
  • macmike771 schrieb:

    Doubtfire schrieb:

    @macmike771
    Möchtest du deine Gedanken noch etwas weiter ausführen oder belässt du es beim pauschalen Schimpfen?
    - an der Nordseite Bad (könnte man trotz barrierefrei auch schlanker gestalten) und Gast koppeln, Treppe verschieben meinetwegen aber dann doch evtl. die Möglichkeit in Betracht ziehen einen ungemein praktischen Nebeneingang zur Garage hin mit auszubilden.

    Das Bad wird schmaler, da die komplette Südwand des Hauses nach Norden rutscht, habe ich ja erwähnt. Wie darf ich mir das koppeln mit dem Gast vorstellen?
    Die Lösung mit dem Nebeneingang (aka Haupteingang alter Entwurf) ging sich ja nicht auf. Ich tue mich schwer, dort noch Platz für einen Nebeneingang zu erkennen, bedenkt man die Kritik an den alten Entwürfen.


    macmike771 schrieb:


    Größe Wohnen und Essen wie bereits erwähnt zu klein, was macht ihr mit Besuch (Personenzahl >8)? Hälftig auf die einzelnen Räume verteilen oder Flurparty? Küche wurde schon angesprochen - bisschen wat dunkel...

    Wir bewirten bereits jetzt im kleineren Esszimmer ohne größere Schwierigkeiten acht Personen. Mehr als acht Gäste haben wir derart selten, dass ich zweifle ob sich dafür ein noch größeres Esszimmer lohnen würde (denn es wird ja bereits größer, als die derzeit genutzten Räumlichkeiten).

    macmike771 schrieb:

    macmike771 schrieb:


    Was mich noch brennend interessieren würde: Was sind das alles für Linien auf dem Grundstück - OK zum Teil Abstände der Ecken zu Grundstückseckpunkten - aber das "Gewusel" im Süden? Man lernt ja gerne dazu...
    Kann ich nicht abschließend beantworten. Müsste ich nachfragen.

    Thomas T. schrieb:

    Ich finde den neuen Entwurf eine Verschlimmbesserung des alten. Der Eingang wurde zwar zur Straße verlegt, jetzt aber an die schmale Seite. Die daraus resultierende riesige Diele halte ich für Platzverschwendung en gros. Der schmale dunkle Gang zwischen Haus und Garage ist immer noch da. Wozu? Nur, damit man von der Seite in die Garage kommt? Das lässt sich auch anders lösen und verschwendet Platz.
    Der Gang ist auf unserem Mist gewachsen. Ein schneller, ausreichend breiter Durchgang zum Garten ohne immer durch das Haus gehen zu müssen, war ein expliziter Wunsch von uns. Das "Dach" rührt noch aus dem Entwurf als der Haupteingang im Norden war. Wobei mir ganz generell die Idee gefällt. Fahrräder abstellen, Kinderwagen, Dinge die nicht Wind und Wetter ausgesetzt sein sollen aber doch so oft gebraucht werden, dass sich das Unterbringen in der Garage (noch) nicht lohnt.

    Thomas T. schrieb:


    Eine Drehung des Hauses und der Verzicht auf den Gang würde ein kleineres Haus bei gleichen Raumgrößen im EG ermöglichen, und außerdem wäre mehr vom Garten übrig.

    Über Fensterpositionen und -größen zu schreiben, erübrigt sich.
    Drehen wohin? Kann ich mir gerade nicht vorstellen.
  • hier ist nichts dokumentiert, was auf ein schrittweises hinarbeiten in richtung ziel hindeutet.
    vielleicht hat ja trotzdem irgendwo eine vorplanung stattgefunden - es entsteht aber der eindruck, vorplanung und abstimmung zwischen architekt und bauherr hat eher weniger stattgefunden. eigentlich sollte der a. schonmal ein bauvorhaben richtig, durch alle lph hindurch, sogar querbeet durch die vorplanung, organisiert haben. davon merkt man hier als 2nd-informierter eher wenig. vielmehr stellt sich nach allem, was vorgetragen wird, die frage bzgl. a. "kann er nicht oder will er nicht"? die antwort ist erstmal durch den bauherren für sich selbst zu klären und dann organisatorisch zu lösen, bevor hier kleinklein am grundriss rumgefrickelt wird.
  • mls schrieb:

    vielleicht hat ja trotzdem irgendwo eine vorplanung stattgefunden
    Mein Eindruck: Vor gut zwei Monaten gab es ein Planungsgespräch und mittlerweile sind mehrere gute Aufträge eingegangen. Die Besprechungsnotizen verstaubten langsam, wurden dann flugs wieder ausgepackt und eine flinker, wenngleich schlechter, Entwurf wurde aufs Papier geworfen. Einen "Prozess" mag ich nicht erkennen.


    mls schrieb:

    "kann er nicht oder will er nicht"?

    Mein Eindruck. Er kann vielleicht, schafft es aber gerade nicht:

    Doubtfire schrieb:

    Was ich so raus gehört habe ist, dass er tatsächlich viel zu tun hat, in erster Linie Aufträge der öffentlichen Hand und damit sind wir unabsichtlich hinten runter gefallen.

    Das hilft natürlich nicht viel.

    Was tun?

    Dem A. zeit geben? Wieviel Zeit?

    Drängen? Was mag dann dabei herauskommen? Entwurf braucht Zeit! Aber keine Zeit um Engpässe zu überbrücken, sondern an und für sich Zeit.

    Ist diese nicht da, dann entweder einen anderen Planer wählen oder das Projekt verschieben, wenn es der Planer sein soll. Dann sollte aber ein verbindlicher Zeitrahmen vereinbart werden, nicht dass man in einem halben Jahr wieder da steht, wo man jetzt schon ist.
  • INFO:
    Leider musste ich R.B. bitten alle PDF mit meinen Plänen vorläufig zu entfernen. Wie mir heute morgen von einem Boardie mitgeteilt wurde, habe ich die PDF nicht auf eine Art und Weise bearbeitet, die uns uns unserem Architekten wirklich Anonymität gewährt hat. Ich muss jetzt schauen, wie ich es anstelle. Vermutlich wieder per Copy&Paste in ein PNG umwandeln, dann wird es aber arg pixelig beim reinzoomen. Die PDF sind jedoch schreibgeschützt, so dass mir Änderungen (abgesehen von kosmetischen) nicht möglich sind. ||


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    Danke für die deutlichen Worte.
    Ich muss jedoch sagen, dass wir mit der Schlagrichtung im Moment zufrieden sind. Eure Hinweise sind mir wertvoll und wichtig, und werden auch aufgenommen (Stichwort: Überdimensionierter Flur). Bei vielen Dingen, erkenne ich euren persönlichen Geschmack bei der Gestaltung durchschimmern und hier entsteht für mich die Krux. Der Durchgang zwischen Garage und Haus, der große (noch überdimensionierte) Flur, die generelle Ausrichtung des Hauses bzw. Anordnung der Räume entsprechen unseren Wünschen. Berücksichtigen wir jeden Input, bleibt am Ende womöglich ein architektonisches Meisterwerk zurück, in dem wir uns am Ende aber nicht wieder erkennen. Und während unserer Treffen haben wir über viele Dinge gesprochen, Bauherrenwünsche die uns der Architekt recht deutlich ausgeredet hat, Problemstellungen und Verbesserungsmöglichkeiten.
  • Doubtfire schrieb:


    Bei vielen Dingen, erkenne ich euren persönlichen Geschmack bei der Gestaltung durchschimmern und hier entsteht für mich die Krux.

    Richtig erkannt. :thumbup:

    Man sollte die vielen Empfehlungen immer mit etwas Abstand betrachten, denn die Informationsvielfalt hat den Nachteil, dass man für sich selektieren muss. Es hat schon seinen Grund, warum nicht jeder Architekt zu jedem Bauherr passt, und das ist auch gut so, schließlich wollen wir ja nicht alle nur Haus Typ "Flair" oder "Erika".